Monate: Mai 2015

FRÜHSTÜCK DER STRASSE II

Letzte Woche gab es ein zweites Frühstück der Straße, wieder organisiert von den Studentinnen Lisa Hummel, Katharina Brasch und Marissa Käßhöfer von der Hochschule Bremerhaven. Sie sind bis zum Sommer die Marketing-Truppe der Zeitschrift der Straße. In dieser Funktion hatten sie bereits im Januar ein erstes Frühstück für Bedürftige und Obdachlose auf die Beine gestellt, finanziert mit Spenden auf der On-Plattform betterplace.org (wir berichteten). Weil beim ersten Mal mehr Spenden eingegangen waren, als für das Frühstück benötigt wurden, versprachen sie, mit dem Restgeld ein weiteres Essen zu bestreiten. 200 Euro waren noch übrig, weitere 180 Euro kamen über einen erneuten Spendenaufruf im Internet zusammen – innerhalb nur eines Tages. „Es war toll zu sehen, wie schnell das Geld beisammen war“, sagt Marissa Käßhöfer. Den Termin für das Frühstück gaben die Studentinnen über Karten und Plakate in der Bahnhofsmission, dem Café Papagei und der Teestube der Hoppenbank bekannt. Der Andrang am 17. Mai war dann groß: Ab elf Uhr war die Tafel zwischen Hauptbahnhof und Übersee-Museum gedeckt, bereits eine Stunde später waren die 300 Brötchenhälften, der …

KRISE

Zurzeit läuft so einiges schief bei mir: Ich wurde angegriffen, meine Wohnung macht mich fertig und es gibt immer häufiger Streit um Verkaufsstandorte. Am Edeka am Dobben kam neulich ein Mann, den ich nur flüchtig kannte, auf mich zugestürmt und prügelte auf mich ein. Einige Kunden haben mir geholfen, den Kerl abzudrängen und zu vertreiben. Mir ist zum Glück nicht viel passiert, aber was macht so ein Vorfall denn für einen Eindruck auf die Kunden und Mitarbeiter des Supermarkts? Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich weiter dort stehen und verkaufen darf. Komm ich dann aber nach Hause, geht meine Stimmung in den Keller. Ich muss aus dieser Wohnung raus. Das habe ich schon häufig gesagt, aber jetzt ist wirklich Schluss. Es geht dabei gar nicht um die Wohnung an sich – die ist ganz Ordnung. Aber es ist der schlechte „Geist“, der mich fertig macht. Ich bin in der Wohnung schließlich rückfällig geworden. Und das zieht mich immer wieder runter. Ich werde die Wohnung jetzt kündigen und zur Not auch wieder im Papageienhaus oder einer …

#27 SILBERPRÄGE

EDITORIAL: ALTES EISEN, JUNGER BEAT An der Silberpräge, das ist ein Name mit Tradition. Und Tradition ist etwas, auf das die Hemelinger stolz sind. Alteingesessene Betriebe, inhabergeführte Läden, Fabriken, in denen man gern zur Arbeit ging – das hat den Stadtteil geprägt. Heute wirken manche Orte entlang der Silberpräge und der Hemelinger Bahnhofstraße trist. Geschäfte stehen leer, so manches Gebäude könnte einen neuen Anstrich vertragen. Doch wie so oft finden sich auch hinter grauen Mauern wunderbare Geschichten. Die eines türkischen Kulturvereins etwa, der es schafft, die scheinbaren Gegensätze von Tradition und Moderne zu vereinen, und dem es so gelingt, für Jugendliche interessant zu bleiben – egal, ob sie Volksmusik machen wollen oder Hip-Hop (Seite 8). Oder die von Arnold Mudder, dem Besitzer der Molbahnbörse. Gott und die Welt hat er gesehen, mit Hinz und Kunz einen Schnack gehalten, und vermutlich würde er selbst mit Petrus an der Himmelspforte noch erfolgreich um den Preis einer Molbahn feilschen (Seite 22). Tradition, wenn nicht gar Legende, sind auch die Partys in der „Blauen Villa“. Seit über dreißig Jahren …