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Jonas und Cäsar auf der Perspektivwechsel-Tour

ERSTE PERSPEKTIVWECHSEL-TOUREN ABSOLVIERT

Premiere: Unsere ersten Perspektivwechsel-Stadtführungen haben am 11. Mai und am 15. Mai stattgefunden. Drei Schulklassen (8. Klasse) aus Oberneuland und Osterholz-Tenever nahmen mit insgesamt 75 Personen daran teil. Die Touren durch das Bremer Bahnhofsviertel dauerten jeweils rund zwei Stunden und wurden gemeinsam geleitet von Jörg, der früher auf der Straße lebte und sich jetzt in der Sozialarbeit engagiert, und Cäsar, dem langjährigen Vertriebskoordinator der Zeitschrift der Straße und Initiator der Perspektivwechsel-Touren. Das Foto oben zeigt Cäsar (rechts) und den Streetworker Jonas Pot d’Or während einer der Touren. Auf den Rundgängen passierten die Gruppen das Elefantendenkmal, die Bahnhofsmission, die Fachstelle Wohnen, die Comeback-Drogenberatungsstelle, den Verein Hoppenbank zur Strafentlassenenbetreuung, die Notunterkunft des Vereins für Innere Mission am Rembertiring, die Ausgabestelle Substitution für Drogenabhängige, das Café Papagei, die Büros der Zeitschrift der Straße und der Uni der Straße sowie die Medizinische Notversorgung. Jörg und Cäsar erklärten den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung dieser Orte und die Aufgaben der Einrichtungen und sprachen mit ihnen über die Problemlagen der Menschen, die sie aufsuchen. Haben die Stadtführungen Perspektivwechsel ausgelöst? Das wird …

MITTENDRIN UND DOCH AM RAND

Perspektivwechsel: Eine Tour durch das soziale Paralleluniversum des Bahnhofsviertels Rund um den Bremer Hauptbahnhof pulsiert das Leben. Alles ist in Bewegung. Züge und Straßenbahnen geben den Takt vor. Menschen eilen geschäftig umher, haben etwas vor, gehen zur Arbeit, zum Shoppen, zum Freimarkt, zum Essen, zur Schule zur Uni oder nach Hause. Doch wer genauer hinschaut, sieht auch Menschen, die sich ganz anders verhalten, die offenbar nichts vorhaben und einfach nur da sind. Sie sammeln leere Flaschen oder Zigarettenkippen, verkaufen die Zeitschrift der Straße,  betteln um Kleingeld, sitzen oder liegen herum und sind erkennbar arm. Was hat es mit ihnen auf sich? Sind sie obdachlos? Wie konnte das passieren?  Sind sie selber schuld daran? Wollen sie überhaupt eine Wohnung? Wie und wovon leben sie? Hilft ihnen jemand? Unsere Tour durch das Bremer Bahnhofsviertel bietet den idealen  Rahmen für solche und viele weitere Fragen. Unsere Tourbegleiter kennen die Anlaufstellen, Schlafplätze und Gefahren in der Innenstadt aus eigener Erfahrung. Der zweistündige Rundgang führt vorbei an Orten, die kein Reiseführer erwähnt: Notübernachtung statt Hotel, Tagesaufenthaltsstätte statt Kaffeehaus, Drogenberatungsstelle statt …

SEMESTERSTART DER UNI DER STRASSE

Es geht wieder los! Das Sommersemester 2017 der Uni der Strasse bietet ein besonders aktives Programm. Cory Patterson, Koordinator unseres Bildungsprogramms, lädt alle Interessierten zum Mitmachen ein: „Lasst uns gemeinsam ‚auf den Hund kommen‘, mit den Wölfen heulen, zu Künstlern werden und menschliche Vielfalt entdecken.“ Am 12. April steht gleich Werder Bremen auf der Tagesordnung. Neugierig? Den Blick ins Semester-Programmheft gibt’s hier. Für aktuelle Infos und zur Anmeldung besuchen Sie bitte die Programm-Website der Uni der Straße. Und schließlich ist gerade ein Beitrag über die Uni der Straße in der taz erschienen.

„DAS IST OFT BERÜHREND“

Ein Gespräch mit Petra Kettler, der neuen Vertriebskoordinatorin der Zeitschrift der Straße   Wie sahen deine ersten Tage als Vertriebskoordinatorin aus? Ich habe vor allem viel mit den ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen gesprochen. Wir haben Verbesserungsvorschläge gesammelt und Dinge angesprochen, die bei der Arbeit stören. Da konnte ich einiges herauslocken, das sie von sich aus vielleicht nicht gesagt hätten. Zum Beispiel? Das Büro war manchmal etwas schmudig. Das Reinigungsunternehmen ist nur für die Fußböden und Toiletten zuständig. Alles andere müssen wir aber selbst sauber halten. Wenn man das weiß, wischt man den Kaffeefleck eben schnell mal weg. Das ist ja nicht weiter schlimm. Wie erlebst du die Stimmung im Vertriebsteam? Alle stehen voll hinter dem Projekt! Es ist ja kein gewöhnliches Ehrenamt: Man hat Kontakt mit Menschen, mit denen man sonst eher wenig zu tun hat. Wir schnacken viel mit unseren Verkäufern, sofern die Sprache das zulässt, und erfahren viel aus ihrem Leben. Das ist oft berührend. Was gehst du als nächstes an? Im Büro bin ich dabei, die Dinge ein wenig zu ordnen – …

WARUM WIR TEURER WERDEN

Die Zeitschrift der Straße kostet jetzt 50 Cent mehr. Das hilft den VerkäuferInnen auf der Straße – und schafft einen neuen Arbeitsplatz   Sie haben es gemerkt: Die Zeitschrift der Straße ist 50 Cent teurer geworden. Seit Bremens Straßenmagazin vor genau sechs Jahren erstmals erschien, ist dies die erste Preiserhöhung. In der Zwischenzeit ist vieles teurer geworden: Heute kriegen Sie für 2,50 Euro einen großen Kaffee bei McDonald’s oder ein Beck’s in der Kneipe an der Ecke. Das Einzelticket für Bus oder Straßenbahn kostet mit 2,75 Euro mittlerweile schon mehr als die Zeitschrift der Straße. Für ein Micky-Maus-Heft zahlen Sie 3,50 Euro und für ein Päckchen Zigaretten im Schnitt 5,80 Euro. Der Grund für den höheren Preis der Zeitschrift der Straße sind aber nicht etwa höhere Redaktions-, Papier-, Druck- oder Lagerkosten, denn die sind, pro Heft gerechnet, sogar leicht gefallen – weil die verkaufte Auflage gestiegen ist. Und Verwaltungskosten haben wir ohnehin fast keine. Vielmehr haben wir den Preis erhöht, um der sozialen Mission der Zeitschrift der Straße besser gerecht zu werden. Vom neuen Verkaufspreis …

17 OBDACHLOSE DURCH GEWALT GESTORBEN

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hat eine Bilanz für das Jahr 2016 vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Gewalt, der obdachlose Menschen ausgeliefert waren. So starben mindestens 17 Obdachlose durch Gewalt. Neun der 17 TäterInnen waren selbst ohne Wohnung. Den 128 bekannt gewordenen Fällen von Körperverletzungen, Vergewaltigungen, Raubüberfällen und bewaffneten Drohungen gegen wohnungslose Menschen steht eine hohe Dunkelziffer gegenüber, da obdachlose Menschen aus Angst vor den TäterInnen und aus mangelndem Vertrauen in die Behörden Übergriffe nicht anzeigen. Folgenden Text veröffentlichte die Bundesarbeits­gemeinschaft Wohnungs­losen­hilfe heute in Berlin. „Gewalt gegen wohnungslose Menschen bleibt alltägliches Problem – mindestens 17 Todesfälle im Jahr 2016 in Deutschland. BAG Wohnungslosenhilfe fordert besseren Schutz für wohnungslose Menschen Gewalt gegen wohnungslose Menschen bleibt ein alltägliches Phänomen in unserer Gesellschaft. Laut Erhebungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W), dem bundesweiten Dachverband der Wohnungslosenhilfe in Deutschland, gab es im Jahr 2016 mindestens 17 Todesfälle durch Gewalt gegen wohnungslose Menschen. In acht Fällen waren die Täterinnen und Täter selber nicht wohnungslos. Seit 1989 gab es somit in Deutschland mindestens 502 Todesfälle durch Gewalt gegen wohnungslose Menschen. Zudem gab …

KÄLTE, HILFE, WOHNUNGSLOSE, FLÜCHTLINGE

Am 5. Januar posteten wir auf und einen Aufruf, besonders in der kalten Jahreszeit mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen, auf ausgekühlte Menschen und Draußenschläfer zu achten und ihnen ggf. Hilfe zu leisten. Der Aufruf, den wir eigentlich schon im November letztes Jahr verfasst und auf unserer Website veröffentlicht hatten, wurde innerhalb von zwei Tagen über 5000 Mal aufgerufen. Für unsere Verhältnisse ist das eine hohe Zahl, die wohl dadurch zustande kam, dass wir dem Aufruf den Bericht über eine erfrorene obdachlose Frau in Düsseldorf beigefügt hatten (siehe Foto oben). In der Folge erreichten uns einige Nachfragen und Kommentare zu dem Aufruf. Sinngemäß ging es darum, warum im reichen Deutschland eigentlich noch immer Menschen auf der Straße leben (müssen) und ob der Staat da nicht genug tue, weil er zu sehr mit Flüchtlingen beschäftigt sei. Zur Frage, warum Menschen auf der Straße leben, ist im Magazin ‚brand eins‘ im Jahr 2012 ein Artikel erschienen, der einige der Gründe darlegt und vor allem deutlich macht, warum Wohnungslosigkeit nur  unzureichend mit fehlendem Wohnraum …

FROHE FESTTAGE UND EIN GUTES NEUES JAHR

In den turbulenten letzten Wochen haben wir uns Mühe gegeben, das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren: Weihnachten, Fest der Liebe und Mitmenschlichkeit. Im Mittelpunkt standen auch dieses Jahr wieder unsere rund 80 Verkäuferinnen und Verkäufer, die bei niedrigen Temperaturen und oft widrigen Bedingungen viele Stunden draußen stehen, um die Zeitschrift der Straße anzubieten. Aus den Händen unseres fürsorglichen Vertriebsteams erhielten sie schon am 21. Dezember ihre Weihnachtsgeschenke: warme Mützen, Schals und Handschuhe, Süßigkeiten und – bei vielen am wichtigsten – Tabak. Das Geld für die Weihnachtsgeschenke hatten wir in den Wochen zuvor von großzügigen Spenderinnen und Spendern erhalten (Spenden können wir übrigens auch weiterhin gut gebrauchen; hier geht’s zum Spendenformular). Die Weihnachtsgeschenke wurden von unserem studentischen Marketing-Team der Hochschule Bremerhaven in einer konzertierten Aktion beschafft und verpackt. Als Treibstoff dienten dem Team beträchtliche Mengen Weihnachtsgebäck und Tee. Schon am 5. Dezember fand die gemeinsame Weihnachtsfeier  von Redaktion, Vertrieb, Marketing und Leitungsteam statt. Wenn Sie beim Betrachten der Fotos Lust bekommen haben, selber bei der Zeitschrift der Straße mitzuwirken, gehen Sie ins neue Jahr …

SCHNELLE SPENDE = DOPPELTE SPENDE

Am Montag, den 19. Dezember, ab 10 Uhr morgens können Sie der Zeitschrift der Straße und ihren Straßenverkäufern mit Ihrer Spende doppelt so viel helfen!   Denn die Spendenplattform Betterplace.org, über die wir alle On-Spenden abwickeln, verdoppelt Ihre Spende! Das tut Betterplace.org allerdings nicht unbegrenzt. Alle Einzelspenden (bis zu 200 Euro), die über Betterplace.org für die Zeitschrift der Straße oder eines der ca. 50 weiteren teilnehmenden Projekte eingehen, werden solange verdoppelt, bis eine Gesamtsumme von 10.000 Euro erreicht ist. Deshalb ist die Aktion ein Spendens: nur die schnellsten Spenden werden verdoppelt. Möchten Sie uns mit Ihrer Spende doppelt helfen? Dann spenden Sie am 19. Dezember gleich um 10 Uhr morgens. Nutzen Sie dafür bitte unsere Projektseite bei Betterplace.org, damit Ihre Spende auch wirklich am Spendens teilnimmt: http://zeitschriftderstrasse.betterplace.org/ Übrigens können Sie auf der Projektseite auswählen, welchem Zweck Ihre Spende dienen soll. Dort berichten wir auch nach dem Ende des Spendenss vom Ergebnis des Tages. Bitte erzählen Sie anderen von der Aktion und teilen Sie diesen Aufruf in den sozialen Netzwerken, damit wir in der Weihnachtszeit vor …

NEU: STADTPLAN ALLER ZDS-AUSGABEN

Seit Anfang Dezember bietet diese Website einen besonderen Service zur Orientierung in Bremen und in unserem Archiv: einen digitalen, interaktiven Stadtplan, auf dem alle Orte markiert sind, zu denen seit Anfang 2011 eine Ausgabe der Zeitschrift der Straße erschienen ist. Über die Markierungen können die jeweiligen Ausgaben direkt auf den Bildschirm geholt werden – sofern sie auf der Straße ausverkauft sind. Ansonsten wird zum Editorial und Inhaltsverzeichnis verlinkt. Möglich wird dieser Service durch das redaktionelle Konzept der Zeitschrift der Straße: jede Ausgabe widmet sich monothematisch einer Straße oder einem Ort in der Hansestadt. Mit diesem Ansatz ist das Bremer Straßenmagazin weltweit einzigartig. Das digiale Kartenmaterial stellt das nichtkommerzielle Projekt OpenStreetMap (OSM) kostenlos zur Verfügung. An der Erstellung der Kartendaten haben bereits mehr als 2,5 Millionen Freiwillige mitgewirkt. Auch in Bremen gibt es eine OSM User Group. In Ausgabe #33 FALKENSTRASSE und on haben wir über sie berichtet. Im nächsten Entwicklungsschritt werden wir einen digitalen sozialen Stadtplan für Bremen erstellen, auf dem unterschiedliche Hilfsangebote ebenso abgebildet sein werden wie Möglichkeiten, sich freiwillig sozial zu engagieren. Die …