Autor: Sonja Gersonde

DAS HAUS DER BUNTEN KUGELN

#82 ARSTERDAMM – In Rey’s Billardbar am Arsterdamm treffen sich täglich Billardfans und HobbyspielerInnen. Was macht den Reiz von Billard aus? Ein Besuch Versteckt hinter Hecken, liegt am Anfang des Arsterdamms an der Ecke zur Kattenturmer Heerstraße ein mehrstöckiges Haus. Ein Schild an der Fassade verrät: Hier kann man Billard spielen. Die Rückwand des großen Raums wird komplett von einer Fototapete der Route 66 eingenommen. Amerikanisches Flair. Billard- und Snookertische stehen nebeneinander, an ihnen SpielerInnen. Laute Musik, Kugeln klackern. Neben den Billardtischen gibt es auch einen kleineren Raum mit Dartautomaten. An der Decke hängen Schallplatten zur Deko. Timo Kück kommt aus Findorff und nimmt den etwas weiteren Weg nach Kattenturm gerne auf sich. Er sagt: „Wir sind jedes zweite Wochenende hier. Je nachdem, wie die Jungs Lust und Zeit haben, trinken wir hier mal ein Bierchen.“ An Billard schätzt der 23-jährige Speditionskaufmann vor allem die Geselligkeit und die Dynamik: „Das ist ein schnelles Spiel, man muss sich konzentrieren.“ Billard sei Übungssache. „Am Anfang ist es schwierig, aber wenn man das so ein bisschen drauf hat, …

#82 ARSTERDAMM

EDITORIAL: „Was für eine langweilige Straße“, sagte einer, als wir in der Redaktionskonferenz das erste Mal über den Arsterdamm sprachen. Aber das war natürlich nur eines dieser Vorurteile, dem auch Journalistenmenschen leider manchmal aufsitzen. Wir korrigieren das hiermit.

#81 DIE LESUM

EDITORIAL: Treffen am Fluss Liebe Leserinnen und Leser, Wer versucht, die Lesum einmal menschenleer zu erleben, dürfte sich schwertun. Egal wann und wo man an ihr entlangschlendert, immer sieht man Leute: in Booten, am Ufer, am Hafen. Flüsse sind seit jeher Orte der Zusammenkunft. Und so nutzen auch wir von der Zeitschrift der Straße die Gelegenheit, Ihnen Menschen vorzustellen, die sich genau dies vorgenommen haben: Gemeinschaft zu erzeugen, das Miteinander zu zelebrieren. So wie die Aktiven der Kulturinitiative Lesum, die alle nur Kulle nennen. Seit über 40 Jahren bietet der Verein Sport- und Kreativkurse an, organisiert Feste und Veranstaltungen. Was die Menschen antreibt, lesen Sie auf Seite 12. Menschen zusammenbringen will auch die Galeristin Birgit Waller. Sie hat die Villa Lesmona in einen viel beachteten Ort für zeitgenössische Kunst verwandelt (S. 18). Ein Ort der Begegnungen ist auch der Blindengarten in Knoops Park. Wie Blinde hier Pflanzen ertasten und erriechen können, lesen Sie auf Seite 24. Eher ein Gegeneinander haben wir in unserer Bildstrecke visualisiert: Auf den Lesumwiesen streiten NaturschützerInnen, ob dort besser Blumen- oder …

ZWISCHEN ZWEI WELTEN

#80 AM WINTERHAFEN – Er wohnt in der Überseestadt, verkauft die Zeitschrift der Straße aber im Ostertor-Viertel. Warum sich Sascha Reul mit „moderner Stadtentwicklung“ schwertut Für die BewohnerInnen des Ostertor-Viertels ist er vermutlich eine Institution: Sascha Reul verkauft dort seit über acht Jahren die Zeitschrift der Straße. Jeden Morgen ist er vor der Sparkasse am Ostertorsteinweg. „Die Leute aus den umliegenden Geschäften und Cafés fragen sogar nach mir, wenn ich mal zwei bis drei Tage nicht da bin“, erzählt Reul. Im besonders guten Kontakt stehe er mit den MitarbeiterInnen der Sparkasse, von der Filiale habe er sogar eine schriftliche Genehmigung erhalten, dass er an dem Platz sitzen darf. Reul erzählt, er habe viele StammkundInnen, die extra zu ihm kämen. Doch nicht immer laufe der Kontakt so gut: „Dann sitze ich hier und sehe die Menschen jeden Morgen in den Cafés ihre Kaffees trinken, aber wenn ich auf sie zukomme, behaupten sie, dass sie gar kein Geld hätten“, sagt er. „Und am nächsten Tag sehe ich sie wieder ihren Kaffee für drei Euro trinken.“ Häufig werde …

#80 AM WINTERHAFEN

EDITORIAL: Die Überseestadt, so hört und liest man es immer wieder, ist ja noch vielen BremerInnen fremd. Auch jenen, die da wohnen. Es fehle das Leben zwischen all den hochpreisigen Geschosswohnungsbauten, heißt es dann, und auch ein wenig die Alltagstauglichkeit des noch recht neuen Stadtteils. Zu diesem Ergebnis kommt selbst eine eigens erstellte Studie. Und auch die Zeitschrift der Straße, die schon des Öfteren im benachbarten Walle zu Gast, war hier noch nie.

DER HERR DER BIENEN

#79 LUDWIG-ROSELIUS-ALLEE – Marten Carstensen betreut als Imker vier Bienenvölker vor dem Atlantic-Hotel an der Ludwig-Roselius-Allee. Seine Passion für die Arbeit mit und in der Natur bestimmt sein Leben „Imker“ steht gestickt auf der Schirmmütze, die einen Schatten auf Marten Carstensens Gesicht wirft. Darunter zeigt sich ein strahlendes Lächeln. Carstensen hält sich nicht lang mit Small Talk auf, sondern lenkt das Thema unverzüglich auf seine Leidenschaft: das Imkern. Er erklärt fachmännisch, wie die Bienenkästen, sogenannte Beuten, aufgebaut sind, dass Bienen in einem Radius von drei Kilometern nach Nahrung suchen, und erläutert den Unterschied zwischen Honig- und Wildbiene. Zufrieden verschränkt er die Arme vor der Brust und schaut ein bisschen stolz auf die vier Kästen, um die ein reges Summen und Brummen herrscht. Carstensen steht vor dem Atlantic Hotel an der Ludwig-Roselius-Allee, direkt dahinter erstreckt sich die ehemalige Galopprennbahn. Und direkt davor ein kleiner Hotelvorgarten, in dem die vier Bienenkästen zu finden sind. Darin leben zurzeit rund 32.000 Honigbienen – Bienen, um die sich Carstensen kümmert. Vor etwa zwei Jahren nahm die Hotelleitung Kontakt zum Bremer …

#79 LUDWIG-ROSELIUS-ALLEE

EDITORIAL: Diesmal entführen wir Sie weit in den Bremer Osten. In eine Straße, die für Bremer Verhältnisse vergleichsweise jung ist – und in der sich dennoch in den vergangenen Jahren vieles geändert hat. Seit ihrem Bau in den 1960er Jahren stand die Ludwig-Roselius-Allee im Schatten der benachbarten Galopprennbahn. Dort wurde gewettet, gefiebert, gelitten…