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	<title>Obdachlose &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Obdachlose &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<item>
		<title>Ein Schnack mit Alexander</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/portrait-alexander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melis Sivasli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 03:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkäufer]]></category>
		<category><![CDATA[Verkaufen]]></category>
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					<description><![CDATA[#33 FALKENSTRASSE. Eine Einladung führte ihn nach Bremen, wo er seit acht Jahren auf der Straße lebt Wie man leicht hören kann, komme ich aus dem Rheinland, genauer gesagt aus Köln. Dort habe ich die ersten 25 Jahre meines Lebens gelebt. „Gewohnt“ kann man nicht unbedingt sagen, denn seit meinem 17. Lebensjahr lebe ich auf der Straße. Damals bin ich bei meiner Mutter rausgeflogen, wir hatten uns ständig in den Haaren wegen des Kiffens und des Alkohols. Irgendwann hat es geknallt und ich stand auf der Straße. Zu meinem Vater konnte ich nicht, den hatte ich nie kennengelernt. Also bin ich umhergezogen, habe im ständigen Wechsel bei Freunden gewohnt oder eben auf der Straße gelebt. Nach der Sonderschule habe ich eine Lehre als Maler und Lackierer angefangen. Nach eineinhalb Jahren habe ich aber abgebrochen und mich stattdessen mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Als meine Alkoholprobleme immer heftiger wurden, habe ich eine Therapie gemacht und auch durchgezogen. Danach bin ich weg aus Köln, ich brauchte dringend einen Tapetenwechsel. Nach Bremen kam ich dann aus Zufall, ich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">#33 FALKENSTRASSE. Eine Einladung führte ihn nach Bremen, wo er seit acht Jahren auf der Straße lebt</mark></h1>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie man leicht hören kann, komme ich aus dem Rheinland, genauer gesagt aus Köln. Dort habe ich die ersten 25 Jahre meines Lebens gelebt. „Gewohnt“ kann man nicht unbedingt sagen, denn seit meinem 17. Lebensjahr lebe ich auf der Straße. </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals bin ich bei meiner Mutter rausgeflogen, wir hatten uns ständig in den Haaren wegen des Kiffens und des Alkohols. Irgendwann hat es geknallt und ich stand auf der Straße. Zu meinem Vater konnte ich nicht, den hatte ich nie kennengelernt. Also bin ich umhergezogen, habe im ständigen Wechsel bei Freunden gewohnt oder eben auf der Straße gelebt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Nach der Sonderschule habe ich eine Lehre als Maler und Lackierer angefangen.</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach eineinhalb Jahren habe ich aber abgebrochen und mich stattdessen mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Als meine Alkoholprobleme immer heftiger wurden, habe ich eine Therapie gemacht und auch durchgezogen. Danach bin ich weg aus Köln, ich brauchte dringend einen Tapetenwechsel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Nach Bremen kam ich dann aus Zufall, ich war zu einer Party eingeladen und bin einfach hiergeblieben. Wobei mir gleich zu Beginn mein Hund gestohlen wurde:</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dolly, ein Mischling aus Bordercollie und Berner Sennenhund. Ich habe am Bahnhof auf der Straße übernachtet, und während ich schlief, muss jemand Dolly einfach mitgenommen haben. Dolly war erst sechs Monate alt, ich hatte sie von klein auf. Keine Ahnung, wo sie jetzt steckt. Aber abgesehen davon gefällt mir Bremen wirklich gut, die Leute sind sehr umgänglich und entspannt. Gerade die Polizisten, mit denen wir es auf der Straße häufig mal zu tun bekommen, sind sehr freundlich. Da habe ich damals in Köln ganz andere Erfahrungen gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Mutter ist vor zehn Jahren leider gestorben, und zu meinem jüngeren Bruder habe ich den Kontakt abgebrochen. Wir waren völlig zerstritten. Was bleibt, ist meine Straßenfamilie, Kumpels, die wie ich ohne feste Bleibe sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Bei der Zeitschrift der Straße bin ich fast von Anfang an, seit der zweiten Ausgabe.</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte damals einen Stammplatz am Bahnhof, aber seit dort so viele andere Verkäufer stehen, laufe ich lieber jeden Tag quer durch die Innenstadt und biete die Hefte Passanten an. Das läuft vor allem im Sommerhalbjahr sehr gut, wenn viele Menschen draußen im Café sitzen. Auf meiner üblichen Tour laufe ich von der Neustadt zur Domsheide, durchs Viertel zum Hauptbahnhof und dann durch die Altstadt wieder zurück in die Neustadt, wo ich derzeit auch auf der Straße übernachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele Kilometer ich pro Tag abreiße, weiß ich nicht, aber alle zwei Monate sind meine Schuhe völlig durchgetreten und ich brauche neue. Ab November habe ich ein WG-Zimmer in Gröpelingen, noch rechtzeitig vor dem Winter. Dann möchte ich auch wieder anfangen zu arbeiten, bei einer Zeitarbeitsfirma vielleicht oder als Lagerist.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Protokoll und Foto:<br /><em>Philipp Jarke</em></mark></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">ursprünglich veröffentlicht im<br /><em>November 2015</em></mark></p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/33-falkenstrasse/"><img decoding="async" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2015/11/cover_33-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-6088"/></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;DAS EINZIGE WAS MICH HIER HÄLT, IST DIE ERDANZIEHUNGSKRAFT&#8220;</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/portrait-marco/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melis Sivasli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2024 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Portraits]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkäufer]]></category>
		<category><![CDATA[Verkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[zds]]></category>
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					<description><![CDATA[#111 SCHARNHORST­STRASSE. Kurz nach seinem 50. Geburtstag betrachtet unser Verkäufer Marco sein Leben. Er hat noch viel vor in den nächsten Jahren Es ist ein regnerischer Samstagvormittag in der Findorffer Hemmstraße, eine von Marcos vielen Heimaten. Wir flüchten erst mal ins Trockene. Mit Blick auf die Martin-Luther-Kirche beginnt er über eine heiße Schokolade hinweg zu erzählen. Auf seine Geburt in Wittenberg folgt eine Kindheit im Berliner Osten: Endstation S1, Oranienburg. Diese Zeit prägt ihn, das Leben in der DDR fühlt sich nach Gefangenschaft an. Es hat zwar alles seine Ordnung, aber Marco will wissen, was hinter der Mauer passiert. Im Geografieunterricht der fünften Klasse wird ihm eine Weltkarte gezeigt. Er bereist Hauptstädte mit dem Finger, die für ihn nur Punkte hinter der Grenze sind, welche nicht zu überwinden scheinen. Dann endlich Neuland. Kurz vor dem Mauerfall flieht die Familie per Trabant über Öster­reich und Ungarn schließlich nach Bremen. Damals ist Marco siebzehn. Sein Berlinern wird schnell zum „sauberen Bremer Hochdeutsch“, Marco kommt an, aber irgend­wie doch nie so ganz. Nach dem Abitur überwältigt ihn das Lebensgefühl &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-black-color">#111 SCHARNHORST­STRASSE. Kurz nach seinem 50. Geburtstag betrachtet unser Verkäufer Marco sein Leben. Er hat noch viel vor in den nächsten Jahren</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein regnerischer Samstagvormittag in der Findorffer Hemmstraße, eine von Marcos vielen Heimaten. Wir flüchten erst mal ins Trockene. Mit Blick auf die Martin-Luther-Kirche beginnt er über eine heiße Schokolade hinweg zu erzählen. Auf seine Geburt in Wittenberg folgt eine Kindheit im Berliner Osten: Endstation S1, Oranienburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zeit prägt ihn, das Leben in der DDR fühlt sich nach Gefangenschaft an. Es hat zwar alles seine Ordnung, aber Marco will wissen, was hinter der Mauer passiert. Im Geografieunterricht der fünften Klasse wird ihm eine Weltkarte gezeigt. Er bereist Hauptstädte mit dem Finger, die für ihn nur Punkte hinter der Grenze sind, welche nicht zu überwinden scheinen.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<h2 class="wp-block-heading has-medium-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#c11a43" class="has-inline-color">Dann endlich Neuland. Kurz vor dem Mauerfall flieht die Familie per Trabant über Öster­reich und Ungarn schließlich nach Bremen. Damals ist Marco siebzehn. Sein Berlinern wird schnell zum „sauberen Bremer Hochdeutsch“, Marco kommt an, aber irgend­wie doch nie so ganz.</mark></h2>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/07/MarcoPortrait-web2.jpg" alt="" class="wp-image-11075" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/07/MarcoPortrait-web2.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/07/MarcoPortrait-web2-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/07/MarcoPortrait-web2-420x560.jpg 420w" sizes="(max-width: 833px) 100vw, 833px" /></figure>
</div>
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<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abitur überwältigt ihn das Lebensgefühl Post-Mauerfall: Freiheit, Grenzenlosigkeit, jung sein.  Träume von Journalismus und Meeresbiologie münden in einer abgebrochenen Ausbildung. Wurzeln schlagen fällt ihm schwer, die Welt ist groß und Marco will sie sehen, nicht hier und jetzt Entscheidungen fällen, die seine Zukunft betreffen. Er lebt von Konzert zu Konzert, denkt von Winter zu Winter.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-medium-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#c11a43" class="has-inline-color">Er macht zahllose Jobs, von Gartenbau bis Sporthalle, aber nie länger als elf Monate, dann ist genug gespart, um den erstbesten Last-Minute-Urlaub zu buchen. Hauptsache, Welt reinlassen.</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Marco will auf seinen Reisen die echten Menschen treffen, abseits vom Tourismus, will verstehen, wie die Gesellschaft, der Mensch funktionieren. In seinem Rhythmus zwischen Reisen und Fürs-Reisen-Arbeiten zieht es ihn nach Frankreich, Spanien, England und die Türkei. Es sind flüchtige Momente: Am zweiten Januar verkatert Schlange stehen für zwei Minuten Augenkontakt mit Mona Lisa oder den Grundstein der Sagrada Família berühren und zu fühlen, wie viel Geschichte der schon mitgemacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marco wirkt ruhig in der Unruhe, hibbelig lebensfroh und interessiert. „Das Einzige, was mich hier hält, ist die Erdanziehungskraft“, sagt er. Manchmal beneidet er Menschen um eine Heimat, die sie schon immer hatten und immer haben werden. Für ihn ist Heimat schon lange kein Ort mehr, den hatte er nie wirklich.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-medium-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#c11a43" class="has-inline-color">Heimat sei da, „wo die Menschen sich freuen, mich zu sehen, und beim Abschied schon ans nächste Wiedersehen denken.</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute, kurz nach seinem 50. Geburtstag, blickt er zurück und zieht Bilanz: Ihm gefällt sein Leben und er bleibt seiner Einstellung treu, aber die Flucht vor dem Ankommen, die Sehnsucht nach Ungebundenheit bleiben Dilemma und Überzeugung gleichzeitig. Frau und Kinder hätten ihm Grund gegeben, Wurzeln zu schlagen. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-medium-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#c11a43" class="has-inline-color">Die letzte gescheiterte Beziehung führte ihn in die Obdachlosigkeit. Da hat er es rausgeschafft, hat mittlerweile wieder ein Dach über dem Kopf, lebt und spart durch Zeitschriftenverkauf.</mark></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ist er nur für sich selbst verantwortlich, fehlt ihm die Notwendigkeit, sich festzulegen. Und obwohl es klingt, als sei Bremen doch auch irgendwie eine Heimat geworden, schmiedet er fleißig Pläne für die Zukunft. Irgendwann mal zurück auf Anfang nach Wittenberg wäre cool, auch England und Irland stehen ganz oben auf der Liste. Diesen Winter aber erst mal: den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela wandern, für die richtige Pilgerausrüstung wird schon gespart.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><strong>Text: </strong><em>Pia Lehnert</em><strong><br /></strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#c11a43" class="has-inline-color">studiert Philosophie und Kulturwissenschaften an der Universität Bremen. In Marcos Geschichte hat sie sich teilweise selbst wiedererkannt.</mark></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><strong>Original Foto: </strong><em>Wolfgang Everding</em><strong><br /></strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#c11a43" class="has-inline-color">hat es gefallen, dass Marco die Gehwegplatten seines täglichen „Arbeitsumfeldes“ mit künstlerischen Zeichnungen und Malerei interessant gestaltet hat.</mark></p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/111-scharnhorststrasse/"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/10/zds_www_ankuendigung_111.jpg" alt="" class="wp-image-10950" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/10/zds_www_ankuendigung_111.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/10/zds_www_ankuendigung_111-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/10/zds_www_ankuendigung_111-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/10/zds_www_ankuendigung_111-600x400.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/10/zds_www_ankuendigung_111-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wir benötigen Ihre Hilfe</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/wir-benoetigen-ihre-hilfe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2023 14:47:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Spenden]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriftderstrasse]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesen Tagen liegt den Ausgaben der Zeitschrift der Straße ein Überweisungsträger bei. Ja, wir brauchen Geld – die Zeitschrift der Straße finanziert sich ausschließlich aus dem Verkaufserlös, den Werbepartner:innen und Spenden. Wir erhalten keinerlei behördliche Unterstützung und sind aus diesen Gründen auch auf Ihre Unterstützung angewiesen. Wir benötigen finanzielle Unterstützung, um unsere Verkaufspersonen ausstatten zu können. Dazu gehört die Ausrüstung für den Verkauf, Winterhilfen, kleinere Verpflegungsangebote und anlassbezogene Zuwendungen. Sie können für Ihre Spende auch das Spendenformular auf unserer Website nutzen oder Sie spenden an:Verein für Innere Mission in BremenBank: Sparkasse BremenIBAN: DE22 2905 0101 0001 0777 00BIC: SBREDE22XXXVerwendungszweck: Zeitschrift der Straße. Spenden sind steuerlich absetzbar! In der kalten Jahreszeit sind natürlich auch Sachspenden sehr willkommen – über heile und saubere Winterkleidung oder Schlafsäcke freuen sich z. B. die Kleiderkammern des Café Papagei (nur Männerkleidung) oder des frauenzimmer (nur Frauenkleidung). Vielen Dank!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In diesen Tagen liegt den Ausgaben der <em>Zeitschrift der Straße</em> ein Überweisungsträger bei. Ja, wir brauchen Geld – die <em>Zeitschrift der Straße</em> finanziert sich ausschließlich aus dem Verkaufserlös, den Werbepartner:innen und Spenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir erhalten keinerlei behördliche Unterstützung und sind aus diesen Gründen auch auf Ihre Unterstützung angewiesen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir benötigen finanzielle Unterstützung, um unsere Verkaufspersonen ausstatten zu können. Dazu gehört die Ausrüstung für den Verkauf, Winterhilfen, kleinere Verpflegungsangebote und anlassbezogene Zuwendungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie können für Ihre Spende auch das <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">Spendenformular</a> auf unserer Website nutzen oder Sie spenden an:<br />Verein für Innere Mission in Bremen<br />Bank: Sparkasse Bremen<br />IBAN: DE22 2905 0101 0001 0777 00<br />BIC: SBREDE22XXX<br />Verwendungszweck: <em>Zeitschrift der Straße</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spenden sind steuerlich absetzbar!</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der kalten Jahreszeit sind natürlich auch Sachspenden sehr willkommen – über heile und saubere Winterkleidung oder Schlafsäcke freuen sich z. B. die Kleiderkammern des Café Papagei (nur Männerkleidung) oder des frauenzimmer (nur Frauenkleidung).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/113-rausch/"><img decoding="async" width="1250" height="834" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-1250x834.jpg" alt="" class="wp-image-10945" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-1250x834.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-1536x1024.jpg 1536w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-2048x1366.jpg 2048w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-1200x800.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-600x400.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_113-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Mit offenen Augen durch den Winter</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/mit-offenen-augen-durch-den-winter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2019 11:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Notruf]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der Straße zu leben ist hart. Aber zu Beginn des Winters wird es für viele Obdachlose noch härter – im schlimmsten Fall lebensgefährlich. Im Idealfall werden Menschen gar nicht erst obdachlos. Aber es passiert, und zwar Tausenden, in Deutschland. Als Vertriebskoordinator der Zeitschrift der Straße werde ich häufig von Freunden und Bekannten gefragt: Was kann ich tun in der kalten, nassen Jahreszeit? Wie kann ich helfen, wenn ich Obdachlosen auf der Straße begegne? Ganz klar, eine Tasse heißen Kaffee oder etwas Geld können nicht schaden. Wenn es sich um einen Verkäufer der Zeitschrift der Straße handelt, kauft ihm ein oder zwei Hefte ab. Ihr könnt die Person auch fragen, ob sie Hilfe benötigt; menschenfreundliche Ansprache ist immer gut. Aber ich möchte davor warnen, zu meinen, das wäre genug. Man sollte immer gucken, ob man mehr tun kann. Wer einen Obdachlosen im Winter auf der Straße schlafen sieht, kann den Rettungsdienst (112) alarmieren. Lieber einmal zu viel angerufen haben, als einen möglicherweise erfrierenden Menschen auf der Straße allein zu lassen. Auch der Verein für Innere &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Auf der Straße zu leben ist hart. Aber zu Beginn des Winters wird es für viele Obdachlose noch härter – im schlimmsten Fall lebensgefährlich.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Idealfall werden Menschen gar nicht erst obdachlos. Aber es passiert, und zwar Tausenden, in Deutschland. Als Vertriebskoordinator der <em>Zeitschrift der Straße</em> werde ich häufig von Freunden und Bekannten gefragt: Was kann ich tun in der kalten, nassen Jahreszeit? Wie kann ich helfen, wenn ich Obdachlosen auf der Straße begegne?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz klar, eine Tasse heißen Kaffee oder etwas Geld können nicht schaden. Wenn es sich um einen Verkäufer der <em>Zeitschrift der Straße</em> handelt, kauft ihm ein oder zwei Hefte ab. Ihr könnt die Person auch fragen, ob sie Hilfe benötigt; menschenfreundliche Ansprache ist immer gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich möchte davor warnen, zu meinen, das wäre genug. Man sollte immer gucken, ob man mehr tun kann. Wer einen Obdachlosen im Winter auf der Straße schlafen sieht, kann den Rettungsdienst (112) alarmieren. Lieber einmal zu viel angerufen haben, als einen möglicherweise erfrierenden Menschen auf der Straße allein zu lassen. Auch der <a href="http://www.inneremission-bremen.de/wohnungslosenhilfe/unser_konzept/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verein für Innere Mission und seine Streetworker</a> sind geeignete Ansprechpartner. Leider gibt es in Bremen, anders als in anderen Großstädten, noch kein &#8222;Kältetelefon&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wann sollte man auf jeden Fall einschreiten? Hält sich jemand über längere Zeit regungslos an der gleichen Stelle auf, sollte unbedingt Hilfe geholt werden. Das gilt auch für den Fall, wenn die Person erkennbar nicht der Witterung entsprechend angezogen ist oder ohne Schlafsack ungeschützt auf der Straße liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr euch mit gesundem Menschenverstand ausrechnen könnt, dass das nicht gut gehen kann, seid ihr sogar gesetzlich verpflichtet, Hilfe holen. Ist die Situation vermutlich lebensbedrohlich, ist ein Anruf beim Rettungsdienst (nochmal: 112, bitte einprägen) notwendig. Dann ist es auch wichtig, zu warten, bis der Rettungsdienst kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell gilt jedoch: Niemand sollte sich selbst in Gefahr bringen, um Hilfe zu leisten. Wenn ihr allein bei Dunkelheit unterwegs seid, auf jemanden in einer Notlage aufmerksam werdet, aber Angst habt, selber einzuschreiten, ruft besser den Rettungsdienst oder auch die Polizei (110 oder 112).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen wenden sich verunsichert oder angewidert von Obdachlosen ab. Woher kommen die Berührungsängste? Natürlich sind da die hygienischen Defizite. Aber oft wird Obdachlosen auch die Schuld an ihrer Situation zugeschrieben, für die sie nun eben büßen müssten. Doch die Gründe für eine Obdachlosigkeit sind nach meinen Erfahrungen so vielfältig, dass einfache Antworten schlicht falsch sind. Fast immer kommen mehrere Faktoren zusammen: psychische Erkrankungen, Abhängigkeiten, Gewalterfahrungen, familiäre Schicksalsschläge oder auch &#8222;nur&#8220; der Verlust des Arbeitsplatzes. Häufig sind Obdachlose auch besonders sensible Menschen, die dem Druck der Leistungsgesellschaft nicht gewachsen sind. Ich rate unbedingt zu einem offenen Umgang mit den Betroffenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also große Bitte an euch: Geht mit offenen Augen – und offenen Herzen! – durch unsere Stadt, vor allem in der nasskalten Jahreszeit.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<br /><em>Reinhard „Cäsar“ Spöring</em></td><td>Foto: <br /><em>Brownpau/flickr.com</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dieses verdammte Wochenendgefühl</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/dieses-verdammte-wochenendgefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2017 10:48:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zeitschrift-der-strasse.de/?p=7673</guid>

					<description><![CDATA[Freitagnachmittag. Das Wochenende steht bevor. Für Unzählige das rettende Ufer nach einer strapaziösen Arbeitswoche. Sie alle arbeiten auf das Wochenende hin. Unternehmungslust oder Ruhezeit stehen auf dem Plan. Obdachlose sind in der Woche auch eher rastlos, versuchen durchzukommen, eine ebenso stressige Woche, aber nicht unbedingt mit der Hoffnung verbunden, ein tolles Wochenende zu haben. Wochenende bedeutet für sie oft Leere: eine trostlose, fast menschenleere Bremer Innenstadt, unterbrochen nur vom Lärm der Discothekenbesucher am Wochenende. Man muss die Zeit rumbringen, irgendwie diesen Wochenendtrip wieder überstehen. Und für einige der Betroffenen endet das Wochenende im Vollrausch, um zu vergessen. Das Wochenende auf der Straße zeigt sich oft monoton, doch nicht nur das. „Du ahnst, es war nicht das letzte Wochenende auf der Straße. Unzählige werden folgen. Wieder alles auf Null. Am liebsten das Wochenende überspringen, beiseiteschieben, um direkt zum Montagmorgen zu kommen, denkst du.“ Diese Gefühle kennen viele Obdachlose. Irgendwann am Wochenende erfasst es jeden. Das melancholische Loch ist vor allem auf der Straße tief. Menschen, die dort leben, haben keine räumliche Ausweichmöglichkeit, keinen emotionalen Fluchttunnel. Überempfindlichkeit &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Freitagnachmittag. Das Wochenende steht bevor. Für Unzählige das rettende Ufer nach einer strapaziösen Arbeitswoche. Sie alle arbeiten auf das Wochenende hin. Unternehmungslust oder Ruhezeit stehen auf dem Plan.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obdachlose sind in der Woche auch eher rastlos, versuchen durchzukommen, eine ebenso stressige Woche, aber nicht unbedingt mit der Hoffnung verbunden, ein tolles Wochenende zu haben. Wochenende bedeutet für sie oft Leere: eine trostlose, fast menschenleere Bremer Innenstadt, unterbrochen nur vom Lärm der Discothekenbesucher am Wochenende. Man muss die Zeit rumbringen, irgendwie diesen Wochenendtrip wieder überstehen. Und für einige der Betroffenen endet das Wochenende im Vollrausch, um zu vergessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wochenende auf der Straße zeigt sich oft monoton, doch nicht nur das.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Du ahnst, es war nicht das letzte Wochenende auf der Straße. Unzählige werden folgen. Wieder alles auf Null. Am liebsten das Wochenende überspringen, beiseiteschieben, um direkt zum Montagmorgen zu kommen, denkst du.“</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Gefühle kennen viele Obdachlose. Irgendwann am Wochenende erfasst es jeden. Das melancholische Loch ist vor allem auf der Straße tief. Menschen, die dort leben, haben keine räumliche Ausweichmöglichkeit, keinen emotionalen Fluchttunnel. Überempfindlichkeit wechselt mit Unempfindlichkeit.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Du brauchst Härte auf der Straße. Vor allem zu dir selbst. Manchmal auch zur Gemeinschaft, die dich umgibt.&nbsp; Immer stark sein ist die einzige Devise, die dich durchbringt. Das ist keine Floskel. Du musst lernen, Stimmungslagen überspielen und wegdrücken zu können. Gute Miene zum bösen Spiel unter den Bedingungen draußen.&#8220;</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Einsamkeit und Leere entwickeln Obdachlose unterschiedliche Strategien. Ronny († 2016) beispielsweise, langjähriger Verkäufer der <em>Zeitschrift der Straße</em>, zeichnete Unterhaltungen auf.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die letzten Gespräche mit Freunden oder netten Leuten auf der Straße festhalten. Die Dialoge immer wieder vorspielen, wieder anhören. Auch wenn es nur kurze Sequenzen sind. Das hilft, hält die Verbindung mit der Außenwelt aufrecht. Überbrückt das eine oder andere Stimmungstief.&#8220;</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Rezept geht aber nicht immer auf. Es gibt auch viele, die haben für sich gedanklich schon den Strick geknüpft. Haben schon Abschied genommen. Bei vielen blieb und bleibt es glücklicherweise nur beim Gedankenspiel. Dennoch, Wochenenden und Feiertage stellen für Menschen auf der Straße eine besondere Selbstgefährdung dar.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die Straße verändert dich. Wochenende um Wochenende. Nicht zum Guten.&#8220;</em></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Reinhard &#8222;Cäsar&#8220; Spöring</em></td><td>Bild: <br /><em>blxentro/flickr.com</em> (nachbearbeitet)</td></tr><tr><td>nach einem Gespräch mit unserem Straßenverkäufer<em> Ronny</em><br />(† 2016; siehe <em>Ausgabe #42)</em></td><td></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/42-wollkaemmerei/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42.jpg" alt="" class="wp-image-11864" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das lässt uns nicht kalt!</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/das-laesst-uns-nicht-kalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Dec 2016 15:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Spenden]]></category>
		<category><![CDATA[Winterhilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[#44 BÜRGERWEIDE – Mehrere Hundert Menschen in Bremen sind obdachlos, das heißt, sie leben permanent auf der Straße. Daneben gibt es sehr viele Menschen ohne festen Wohnsitz, die in Notunterkünften oder Wohnheimen leben. Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig, aber häufig sind es Schicksalsschläge wie Trennung, Gewalterfahrungen oder Jobverlust, in deren Folge Menschen auf der Straße landen. Dieses gravierende soziale Problem muss mehr Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft erfahren. Viele unserer Straßenverkäufer:innen wissen aus eigener Erfahrung, an welchen Orten in der Stadt sich Menschen aufhalten, die kein Dach über dem Kopf haben. Nicht jeder und jedem sieht man es auf den ersten Blick an. Es ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass jemand im Sommer auf einer Bank im Bürgerpark oder den Wallanlagen übernachtet. Aber im Winter? Bereits bei Temperaturen, die deutlich über null liegen, birgt die Nacht unter freiem Himmel die Gefahr des Auskühlens und Krankwerdens. Was also wird mit denen, die keinen geschützten Platz zum Schlafen haben? Oft bieten ein heißer Kaffee, eine Suppe und ein Schlafsack Erste Hilfe in der größten Not. Streetworker:innen sind &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">#44 BÜRGERWEIDE – Mehrere Hundert Menschen in Bremen sind obdachlos, das heißt, sie leben permanent auf der Straße. Daneben gibt es sehr viele Menschen ohne festen Wohnsitz, die in Notunterkünften oder Wohnheimen leben.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig, aber häufig sind es Schicksalsschläge wie Trennung, Gewalterfahrungen oder Jobverlust, in deren Folge Menschen auf der Straße landen. Dieses gravierende soziale Problem muss mehr Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele unserer Straßenverkäufer:innen wissen aus eigener Erfahrung, an welchen Orten in der Stadt sich Menschen aufhalten, die kein Dach über dem Kopf haben. Nicht jeder und jedem sieht man es auf den ersten Blick an. Es ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass jemand im Sommer auf einer Bank im Bürgerpark oder den Wallanlagen übernachtet. Aber im Winter? Bereits bei Temperaturen, die deutlich über null liegen, birgt die Nacht unter freiem Himmel die Gefahr des Auskühlens und Krankwerdens. Was also wird mit denen, die keinen geschützten Platz zum Schlafen haben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft bieten ein heißer Kaffee, eine Suppe und ein Schlafsack Erste Hilfe in der größten Not. Streetworker:innen sind Tag und Nacht unterwegs, um Menschen aufzusuchen, die auf der Straße leben, und ihnen zu helfen. Sie stellen auch Verkäuferausweise für die Zeitschrift der Straße aus und haben immer einige Ausgaben dabei, damit Neulinge des Straßenverkaufs gleich erste Erfahrungensammeln können. Es steht allen offen, die Hilfsangebote anzunehmen. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie – schnell und mit der notwendigen Zuwendung. Denn auch Menschen ohne Obdach und festen Wohnsitz gehören zu unserer Nachbarschaft.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bitte ermöglichen und unterstützen Sie diese Arbeit, speziell in der kälteren Jahreszeit, und spenden Sie, entweder bequem über <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">unser Online-Formular</a> oder per Überweisung an:<br />Sparkasse Bremen</strong><br /><strong>IBAN: DE22 2905 0101 0001 0777 00</strong><br /><strong>BIC: SBREDE22XXX</strong><br /><strong>Verwendungszweck: <em>Zeitschrift der Straße</em></strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank sagen die Verkäufer:innen und das gesamte Team der<em> Zeitschrift der Straße</em>.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<br /><em>Reinhard &#8222;Cäsar&#8220; Spöring</em></td><td>Foto:<br /><em>Susanne Frerichs / Verein für Innere Mission</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/44-buergerweide/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/12/cover_44.jpg" alt="" class="wp-image-11869" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/12/cover_44.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/12/cover_44-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/12/cover_44-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abschied nehmen am 20. November</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/abschied-nehmen-am-20-november/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2016 08:56:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Trauerfeier]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zeitschrift-der-strasse.de/?p=7458</guid>

					<description><![CDATA[Wenn obdachlose Menschen sterben, werden sie meist anonym bestattet, den genauen Ort kennen nur die Behörden. So war es lange Zeit auch in Bremen, bis der Verein für Innere Mission vor vier Jahren eine Urnengrabstätte auf dem Waller Friedhof eingerichtet hat (Foto). Hier werden Menschen, die weder ein Obdach noch Angehörige hatten, würdevoll bestattet. Ihre Namen sind auf steinernen Büchern verewigt, die zu beiden Seiten des Grabsteins stehen. „Solch ein Begräbnis verleiht dem Tod der Wohnungslosen eine Würde, die sie im Leben oft genug nicht erfahren durften“, sagt Bertold Reetz, Leiter der Wohnungslosenhilfe des Vereins. Finanziert werden konnte die Grabstätte durch private Spenden und mithilfe der Stadt. Am Sonntag, 20. November 2016, wird wieder in einem Gottesdienst an die Verstorbenen erinnert. Zu der jährlich stattfindenden Veranstaltung werden rund 130 Gäste erwartet, darunter Freunde und Bekannte der Verstorbenen. Aber auch interessierte Bürger, die die Verstorbenen würdigen möchten, sind zu der Feier herzlich eingeladen. Gottesdienst zum Gedenken an die verstorbenen wohnungslosen Menschen in Bremen: Sonntag, 20. November 2016, 11 UhrKapelle des Friedhofs WalleWaller Friedhofstraße, 28219 Bremen(Straßenbahnlinien 2 &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wenn obdachlose Menschen sterben, werden sie meist anonym bestattet, den genauen Ort kennen nur die Behörden. So war es lange Zeit auch in Bremen, bis der Verein für Innere Mission vor vier Jahren eine Urnengrabstätte auf dem Waller Friedhof eingerichtet hat (Foto).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier werden Menschen, die weder ein Obdach noch Angehörige hatten, würdevoll bestattet. Ihre Namen sind auf steinernen Büchern verewigt, die zu beiden Seiten des Grabsteins stehen. „Solch ein Begräbnis verleiht dem Tod der Wohnungslosen eine Würde, die sie im Leben oft genug nicht erfahren durften“, sagt Bertold Reetz, Leiter der Wohnungslosenhilfe des Vereins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Finanziert werden konnte die Grabstätte durch private Spenden und mithilfe der Stadt. Am Sonntag, 20. November 2016, wird wieder in einem Gottesdienst an die Verstorbenen erinnert. Zu der jährlich stattfindenden Veranstaltung werden rund 130 Gäste erwartet, darunter Freunde und Bekannte der Verstorbenen. Aber auch interessierte Bürger, die die Verstorbenen würdigen möchten, sind zu der Feier herzlich eingeladen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gottesdienst zum Gedenken an die verstorbenen wohnungslosen Menschen in Bremen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonntag, 20. November 2016, 11 Uhr</strong><br /><strong>Kapelle des Friedhofs Walle</strong><br /><strong>Waller Friedhofstraße, 28219 Bremen<br /></strong>(Straßenbahnlinien 2 und 10)</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Foto:<em> </em></td><td><em>Verein für Innere Mission</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fluch der guten Tat</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/fluch-der-guten-tat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2016 16:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Verdrängung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnraum]]></category>
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					<description><![CDATA[#41 OSTERSTRASSE – In einem Altbau in der Rückertstraße sollen Wohnungslose untergebracht werden – die Mieter mussten deshalb weichen Die Feuerschutztür liegt schon im Treppenhaus bereit. Für die Bewohner der letzten Wohn­gemeinschaft in der Rückertstraße 2 wirkt sie wie eine Drohung. Seit Monaten tauschen Handwerker alle Holztüren des Altbaus gegen graue Metalltüren aus. Das Treppenhaus ist nun halbhoch gefliest, das Geländer an manchen Stellen bereits grau gestrichen. Überall liegt feiner Staub. „Das war eine wandernde Baustelle“, sagt Ariane im Frühsommer 2016. Sie ist eine der letzten festen Mieterinnen des Hauses. Alle anderen haben es bereits verlassen – darunter eine Wohn­gemeinschaft mit zwei kleinen Kindern, der Lärm und Staub zu viel wurden. In dem Haus an der Ecke zur Osterstraße soll eine private Herberge für Obdachlose entstehen. Seit Juli 2015 mietet das Land Bremen hier bereits eine der Vierzimmer­wohnungen als temporäre Unterkunft für Menschen, die sonst auf der Straße leben müssten. Jetzt sollen im gesamten Haus weitere wohnungslose Menschen einziehen. Die bisherigen Mieter fühlen sich mutwillig verdrängt, und das nicht nur durch den Baulärm. Was bisher &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">#41 OSTERSTRASSE – In einem Altbau in der Rückertstraße sollen Wohnungslose untergebracht werden – die Mieter mussten deshalb weichen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feuerschutztür liegt schon im Treppenhaus bereit. Für die Bewohner der letzten Wohn­gemeinschaft in der Rückertstraße 2 wirkt sie wie eine Drohung. Seit Monaten tauschen Handwerker alle Holztüren des Altbaus gegen graue Metalltüren aus. Das Treppenhaus ist nun halbhoch gefliest, das Geländer an manchen Stellen bereits grau gestrichen. Überall liegt feiner Staub. „Das war eine wandernde Baustelle“, sagt Ariane im Frühsommer 2016. Sie ist eine der letzten festen Mieterinnen des Hauses. Alle anderen haben es bereits verlassen – darunter eine Wohn­gemeinschaft mit zwei kleinen Kindern, der Lärm und Staub zu viel wurden. In dem Haus an der Ecke zur Osterstraße soll eine private Herberge für Obdachlose entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Juli 2015 mietet das Land Bremen hier bereits eine der Vierzimmer­wohnungen als temporäre Unterkunft für Menschen, die sonst auf der Straße leben müssten. Jetzt sollen im gesamten Haus weitere wohnungslose Menschen einziehen. Die bisherigen Mieter fühlen sich mutwillig verdrängt, und das nicht nur durch den Baulärm.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-7329">
<figure class="alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" width="234" height="300" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/Verdrängt2-234x300.png" alt="Renovierung in vollem Gang" class="wp-image-7329" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/Verdrängt2-234x300.png 234w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/Verdrängt2.png 800w" sizes="auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px" /><figcaption class="wp-element-caption">Renovierung in vollem Gang</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Was bisher geschah: Im Januar 2015, das Haus ist gerade verkauft worden, schickt der neue Eigentümer Kündigungen an alle Mieter. Er will das Haus weiter­verkaufen – und zwar mieterfrei. „Der Eigentümer ist hier nie selbst aufgetreten“, sagt eine Mieterin, die nicht mit Namen genannt werden möchte. Stattdessen hätten sie schon bald den neuen Kauf­interessenten Yehya Masri im Haus angetroffen. Masri betreibt im Nachbarhaus seit 20 Jahren eine private Obdachlosen­herberge. Dort bringt die Zentrale Fachstelle Wohnen des Amts für Soziale Dienste Menschen ohne Obdach vorübergehend unter, die Kosten – laut Masri sind es 16 Euro pro Person und Nacht – trägt das Land Bremen. „Er hat recht schnell gesagt, dass er plane, hier Obdachlose und Geflüchtete unterzubringen“, erzählt die Mieterin. „Uns war klar, was mit unserem Wohnraum passieren soll.“ Sie legte, wie die anderen Mieter auch, Widerspruch gegen die Kündigung ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem weiteren Kündigungs­schreiben schließt der Eigentümer das Konto, auf das die Bewohner die Miete überweisen. „Man hat gemerkt, dass der Vermieter kein Interesse an uns hat“, sagt Jeffrey, der mit richtigem Namen anders heißt und mit seiner WG mittlerweile ausgezogen ist. Die Bewohner hinterlegen die Miete beim Amtsgericht, doch im August 2015 kommt eine Räumungsklage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vermieter aber scheint an einer Verhandlung gar nicht interessiert zu sein. Der erste Gerichts­termin platzt, der Anwalt des Vermieters sei erkrankt, heißt es. Einen Tag vor dem Ersatztermin wird die Räumungs­klage zurückgezogen. Dasselbe geschieht mit der zweiten Räumungs­klage im Februar 2016. Die Taktik hat Erfolg: Einige Monate später sind alle Bewohner ausgezogen, bis auf die WG im ersten Stock. Das Haus wird im Juni an Yehya Masri verkauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Masri sagt, es habe keine mutwillige Verdrängung der Mieter gegeben: „Die Leute haben eine anständige Abfindung bekommen und sind freiwillig ausgezogen.“ Auf die verbliebene Wohn­gemeinschaft angesprochen, sagt er: „Wenn sie die Wohnung behalten wollen – gerne. So lange sie sich an die Hausordnung halten, gibt es keine Probleme.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kommt es, dass die Unterbringung obdachloser Menschen – die ohne Zweifel nötig ist – unbeteiligte Mieter aus ihrem Zuhause drängt? 2014 waren in Deutschland etwa 335.000 Menschen wohnungslos, und es werden immer mehr: Die Bundes­arbeits­gemeinschaft Wohnungs­losen­hilfe schätzt, dass schon in zwei Jahren über eine halbe Million Menschen ohne eigene Wohnung leben müssen. Dazu zählen zwar auch Menschen in Notunter­künften, Wohnheimen und den Auffangstellen für Geflüchtete. Doch 39.000 Menschen leben in Deutschland buchstäblich auf der Straße, weil sie sich keine Wohnung leisten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wer auf der Straße übernachtet, begibt sich in Gefahr. Deshalb muss das Land Bremen gemäß Ortspolizei­recht obdachlosen Menschen eine kurzfristige – meist vierzehntägige – Unterkunft anbieten. Dies geschieht bevorzugt in vier Notunter­künften gemeinnütziger Träger. Weil die insgesamt 108 Plätze meist ausgelastet sind, arbeitet die Zentrale Fachstelle für Wohnen aber auch mit derzeit sieben privaten Vermietern und Einfachhotels wie der Herberge Masris zusammen. Solche Privat­unterkünfte sind in den letzten Jahren zunehmend auch mit Geflüchteten belegt. Die Auslastung ist aus Unternehmer­sicht erfreulich, weshalb mancher expandieren möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie aber lässt sich temporärer Wohnraum für wohnungslose Menschen schaffen, ohne andere zu verdrängen? Jochim Barloschky, Sprecher des Aktionsbündnisses „Menschenrecht auf Wohnen“, sieht das Grundproblem in der zunehmenden Privatisierung in Bremen: „Dem Land Bremen gehört nur noch etwa ein Drittel des Stadtgebiets. Es hat sich damit der Kontrolle über seine eigene Entwicklung beraubt.“ In den 1990er-Jahren wurde beispielsweise die Bremische Wohnungs­bau­gesellschaft privatisiert – heute gehört sie Vonovia, dem größten Immobilien­konzern in Deutschland. 1991 gab es in Bremen noch 61.000 Sozial­wohnungen, 30 Jahre später waren es nur noch 8.000. Joachim Barloschky fordert daher eine Kehrtwende, mehr Wohnungen in kommunalem Eigentum: „Dann kann man solche Dinge als Stadt entscheiden und muss sie sich nicht von der privaten Wohnungs­wirtschaft vorschreiben lassen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gert Brauer, der als Anwalt für Mietrecht für den Bremer Mieter­schutz­bund arbeitet, ist skeptisch: „In vielen Bremer Stadtteilen sind mittler­weile alle Wohnungen vergeben. Im Stadtgebiet selber wird man es nicht schaffen, Obdachlosen ohne Verdrängung Wohnraum zu gewähren.“ Daran werden auch die 40 Millionen Euro wenig ändern, die das Land Bremen privaten Bauherren als Kredite zur Verfügung stellen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie es in der Rückertstraße nun weitergeht, ist noch offen. „Das muss mit dem Amt noch besprochen werden“, sagt Masri. Zwar hat der Senat öffentlich zugesichert, keine Wohnungen mit Obdachlosen zu belegen, sollten sie durch eine „Räumungsklage oder eine andere Form von Zwang frei gemacht worden sein“. Doch wann fängt Zwang an? „Uns wurde damals von Vermieterseite keine andere Möglichkeit angeboten“, sagt Jeffrey. Als ein Mitglied seiner WG auszog, habe der Vermieter die Aufnahme eines Nachfolgers verweigert. „Eine Option zu bleiben, gab es so nicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die letzten verbliebenen Bewohner ist ihr Wohnungskampf zu einem traurigen Hobby geworden: „Wir haben sehr viel gelernt – über Mietrecht, die Strukturen und wie in verschiedenen Stellen und Behörden zusammen­gearbeitet wird“, sagt Ariane. Ihr Plan für die Zukunft: „Ein Bewusstsein schaffen, dass so etwas passiert – nicht nur hier bei uns.“</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Nina Sieverding</em></td><td>Fotos: <br /><em>Sabrina Jenne</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/41-osterstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/cover_41.jpg" alt="" class="wp-image-11861" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/cover_41.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/cover_41-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/09/cover_41-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weihnachtswünsche von Obdachlosen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/weihnachtswuensche-von-obdachlosen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2015 14:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[betteln]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenblues]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zeitschrift-der-strasse.de/?p=6541</guid>

					<description><![CDATA[Das Team des Hamburger Sozialprojekts Straßenblues hat obdachlose Menschen nach ihren Weihnachtswünschen befragt und das Video daraus gemacht. Die geäußerten Wünsche sind bescheiden: eine neue Jacke (Benjamin, 39), eine große Reisetasche &#8222;für das ganze Gerümpel&#8220; (Raffi, 35), Jacke und Schuhe (Zafir, 35), ein großer Rucksack und eine Isomatte (Maribo, 66) und eine Wolldecke für den Hund (Rolf, 70). Mit dem Video sollen Schenker:innen gefunden werden, die diese Wünsche erfüllen möchten. Eine schöne Idee, die wir auch in Bremen verfolgen sollten. Das Video erfüllt aber noch einen weiteren und vielleicht wichtigeren Zweck. Es zeigt obdachlose Menschen aus einer Nähe, die für Passanten auf der Straße kaum erreichbar ist. Als Betrachter fragt man sich unwillkürlich, wieso diese Menschen wohl auf der Straße gelandet sein mögen und wie sie unter solchen Umständen leben können. Das Video weckt Mitgefühl für Menschen auf der Straße und Interesse an ihnen. Damit ist viel gewonnen, denn Mitgefühl und Interesse sind gute Voraussetzungen für Hilfsbereitschaft und Solidarität. Sensibilisierung für Armut Auch unsere Bremer Zeitschrift der Straße verfolgt als Lernprojekt für Studierende dieses Ziel. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Team des Hamburger Sozialprojekts <a href="http://strassenblues.de/" target="_blank" rel="noopener">Straßenblues</a> hat obdachlose Menschen nach ihren Weihnachtswünschen befragt und das Video daraus gemacht. Die geäußerten Wünsche sind bescheiden: eine neue Jacke (Benjamin, 39), eine große Reisetasche &#8222;für das ganze Gerümpel&#8220; (Raffi, 35), Jacke und Schuhe (Zafir, 35), ein großer Rucksack und eine Isomatte (Maribo, 66) und eine Wolldecke für den Hund (Rolf, 70). Mit dem Video sollen Schenker:innen gefunden werden, die diese Wünsche erfüllen möchten. Eine schöne Idee, die wir auch in Bremen verfolgen sollten.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-block-embed-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Weihnachtswünsche von Obdachlosen" src="https://player.vimeo.com/video/147141719?dnt=1&amp;app_id=122963" width="840" height="473" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write; encrypted-media; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin"></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Video erfüllt aber noch einen weiteren und vielleicht wichtigeren Zweck. Es zeigt obdachlose Menschen aus einer Nähe, die für Passanten auf der Straße kaum erreichbar ist. Als Betrachter fragt man sich unwillkürlich, wieso diese Menschen wohl auf der Straße gelandet sein mögen und wie sie unter solchen Umständen leben können. Das Video weckt Mitgefühl für Menschen auf der Straße und Interesse an ihnen. Damit ist viel gewonnen, denn Mitgefühl und Interesse sind gute Voraussetzungen für Hilfsbereitschaft und Solidarität.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sensibilisierung für Armut</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch unsere Bremer <em>Zeitschrift der Straße</em> verfolgt als Lernprojekt für Studierende dieses Ziel. Durch die Auseinandersetzung mit Wohnungslosigkeit und die Arbeit mit den Straßenverkäufer:innen sollen die Studierenden, die an der Erstellung und Vermarkung des Bremer Straßenmagazins beteiligt sind, für die menschliche Dimension von Armut und sozialer Ausgrenzung sensibilisiert werden. Einen Streetworker auf seiner Tour zu begleiten oder ein Frühstück für Menschen auf der Straße zu organisieren ist für die meisten &#8222;unserer&#8220; Studierenden ein prägendes Erlebnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sprechen Sie doch auch mal jemanden an, der oder die auf der Straße bettelt oder ein Straßenmagazin verkauft. Nur Mut. Fragen Sie nach Weihnachtswünschen. Vielleicht können Sie diesem Menschen tatsächlich seinen Wunsch erfüllen. Und wer weiß, vielleicht machen Sie sich mit dieser Erfahrung selbst das schönste Weihnachtsgeschenk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich können Sie auch für Menschen auf der Straße spenden, z. B. <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">hier</a>.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<br /><em>Michael Vogel</em></td><td>Fotos und Video:<em> </em><br /><em>Strassenblues.de</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><br /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die kommende Kälte lässt uns nicht kalt</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/die-kommende-kaelte-laesst-uns-nicht-kalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2015 09:37:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Spenden]]></category>
		<category><![CDATA[Streetworker]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zeitschrift-der-strasse.de/?p=6461</guid>

					<description><![CDATA[Mehrere hundert Menschen in Bremen sind obdachlos, d. h. sie leben permanent auf der Straße. Daneben gibt es sehr viele Wohnungslose – Menschen ohne festen Wohnsitz, die in Notunterkünften oder Wohnheimen leben. Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig, aber häufig sind es Schicksalsschläge wie Trennung, Gewalterfahrungen oder Jobverlust, in deren Folge Menschen auf der Straße landen. Dieses gravierende soziale Problem muss mehr Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft erfahren. Viele unserer Straßenverkäuferinnen und -verkäufer wissen aus eigener Erfahrung, an welchen Orten in der Stadt sich Menschen aufhalten, die kein Dach über dem Kopf haben. Nicht jeder und jedem sieht man es auf den ersten Blick an. Es ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass jemand im Sommer auf einer Bank im Bremer Bürgerpark oder den Wallanlagen übernachtet. Aber im Winter? Bereits bei Temperaturen, die deutlich über Null liegen, birgt die Nacht unter freiem Himmel die Gefahr des Auskühlens und Krankwerdens. Was also wird mit denen, die keinen geschützten Platz zum Schlafen haben? Oft bieten ein heißer Kaffee, eine Suppe und ein Schlafsack erste Hilfe in der größten Not. &#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Mehrere hundert Menschen in Bremen sind obdachlos, d. h. sie leben permanent auf der Straße. Daneben gibt es sehr viele Wohnungslose – Menschen ohne festen Wohnsitz, die in Notunterkünften oder Wohnheimen leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig, aber häufig sind es Schicksalsschläge wie Trennung, Gewalterfahrungen oder Jobverlust, in deren Folge Menschen auf der Straße landen. Dieses gravierende soziale Problem muss mehr Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft erfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele unserer Straßenverkäuferinnen und -verkäufer wissen aus eigener Erfahrung, an welchen Orten in der Stadt sich Menschen aufhalten, die kein Dach über dem Kopf haben. Nicht jeder und jedem sieht man es auf den ersten Blick an. Es ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, dass jemand im Sommer auf einer Bank im Bremer Bürgerpark oder den Wallanlagen übernachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber im Winter? Bereits bei Temperaturen, die deutlich über Null liegen, birgt die Nacht unter freiem Himmel die Gefahr des Auskühlens und Krankwerdens. Was also wird mit denen, die keinen geschützten Platz zum Schlafen haben? Oft bieten ein heißer Kaffee, eine Suppe und ein Schlafsack erste Hilfe in der größten Not.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2015/11/Streetworker_Jonas_Pot_d__Or_2_web.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="426" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2015/11/Streetworker_Jonas_Pot_d__Or_2_web.jpg" alt="Streetworker Jonas Pot d'Or" class="wp-image-6465" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2015/11/Streetworker_Jonas_Pot_d__Or_2_web.jpg 640w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2015/11/Streetworker_Jonas_Pot_d__Or_2_web-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Bei Streetworker Jonas Pot d&#8217;Or können sich Hilfsbedürftige als Verkäufer:innen der Zeitschrift der Straße registrieren lassen</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Streetworker sind Tag und Nacht unterwegs, um Menschen aufzusuchen, die auf der Straße leben, um ihnen zu helfen. Sie stellen auch Verkäuferausweise für die <em>Zeitschrift der Straße</em> aus und haben immer einige Ausgaben dabei, damit Neulinge des Straßenverkaufs gleich erste Erfahrungen sammeln können. Es steht allen offen, die Hilfsangebote anzunehmen. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie &#8211; schnell und mit der notwendigen Zuwendung. Denn auch Menschen ohne Obdach und festen Wohnsitz gehören zu unseren Nachbarn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte ermöglichen und unterstützen Sie diese Arbeit, speziell in der kälteren Jahreszeit, und <strong><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">spenden Sie hier</a></strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank sagen die Verkäuferinnen, Verkäufer und das gesamte Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Reinhard &#8222;Cäsar&#8220; Spöring</em></td><td>Fotos: <br /><em>Mat Hayward/Fotolia; </em><br /><em>Verein für Innere Mission in Breme</em>n</td></tr></tbody></table></figure>
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			</item>
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