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	<title>Leerstand &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Leerstand &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<item>
		<title>Der Letzte macht das Licht aus</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/der-letzte-macht-das-licht-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2023 15:57:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Leerstand]]></category>
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					<description><![CDATA[#104 LEERSTAND – Völlig klar: Jede Ausgabe der Zeitschrift der Straße ist eine besondere Ausgabe. Und trotzdem haben wir mit der #104 etwas besonderes versucht – auch für unsere Verhält­nisse. Wir haben uns mit dem „Leerstand“ beschäftigt: einem Phä­nomen, über das zur Zeit viel gesprochen, geklagt und gegrübelt wird. Die meist fotografischen Beiträge in unserem Heft sind dabei ganz unter­schied­lichsten Leerständen gewidmet: Wohnungen, Schu­len, Fabriken und Büros. Auf eine zunächst eher ungewöhlich wirkende Variante wollen wir hier einen zweiten Blick werfen. Auf Kirchen nämlich, von denen nicht nur im übertragenden Sinne immer mehr leer stehen. Dabei ist der Mitgliederschwund christlicher Kirchen gar kein Geheim­nis. Die regelmäßig veröffentlichten Austrittszahlen steigen Jahr für Jahr. Das illustriert einen Bedeutungswandel der Institution Kirche für die Gesellschaft – schlägt sich zunehmend aber auch in der Nutzung kirch­licher Immobilien nieder. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutsch­land bereits mehr als 500 katholische Kirchen offiziell entweiht und teils umgenutzt. Eine davon steht in Rönnebeck, im Bremer Nor­den. Sie&#160;wurde 1930 eingeweiht und 2019 wieder geschlossen – vom Weih­bischof dem „profanen Gebrauch zurückgegeben“, wie es &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#104 LEERSTAND – Völlig klar: Jede Ausgabe der Zeitschrift der Straße ist eine besondere Ausgabe. Und trotzdem haben wir mit der #104 etwas besonderes versucht – auch für unsere Verhält­nisse. </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben uns mit dem „Leerstand“ beschäftigt: einem Phä­nomen, über das zur Zeit viel gesprochen, geklagt und gegrübelt wird. Die meist fotografischen Beiträge in unserem Heft sind dabei ganz unter­schied­lichsten Leerständen gewidmet: Wohnungen, Schu­len, Fabriken und Büros. Auf eine zunächst eher ungewöhlich wirkende Variante wollen wir hier einen zweiten Blick werfen. Auf Kirchen nämlich, von denen nicht nur im übertragenden Sinne immer mehr leer stehen.</p>


<div class="wp-block-image wp-block-image size-full is-resized">
<figure class="aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1.jpg" alt="" class="wp-image-11079" style="width:550px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1-420x560.jpg 420w" sizes="(max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leere Kirche in Bremen Rönnebeck</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist der Mitgliederschwund christlicher Kirchen gar kein Geheim­nis. Die regelmäßig veröffentlichten Austrittszahlen steigen Jahr für Jahr. Das illustriert einen Bedeutungswandel der Institution Kirche für die Gesellschaft – schlägt sich zunehmend aber auch in der Nutzung kirch­licher Immobilien nieder. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutsch­land bereits mehr als 500 katholische Kirchen offiziell entweiht und teils umgenutzt. Eine davon steht in Rönnebeck, im Bremer Nor­den. Sie&nbsp;wurde 1930 eingeweiht und 2019 wieder geschlossen – vom Weih­bischof dem „profanen Gebrauch zurückgegeben“, wie es heißt. Künftig soll hier eine Kita entstehen, sobald die Baugenehmigung erteilt ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web2.jpg" alt="" class="wp-image-11096" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web2.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web2-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Kita St. Nicolai“</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der zugehörige Gemeindesaal wird bereits seit 2017 als „Kita St. Nicolai“ in diesem Sinne von den ganz Kleinen genutzt. Hier sehen wir deren stellvertretende Leiterin Christin Timmermann. In den Niederlanden, wo es keine Kirchensteuer gibt, ist&nbsp;dieser Prozess bereits sehr viel weiter fortgeschritten. In Maastricht beherbergt eine Kirche etwa die meist­besuchte Buchhandlung des Landes. Auch Fitness­studios, Supermärkte, Hotels und Turnhallen sind dort in ehemalige Glaubens­häuser gezogen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3.jpg" alt="" class="wp-image-11089" style="width:550px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3-420x560.jpg 420w" sizes="(max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Christin Timmermann, stellvertretende Leiterin der „Kita St. Nicolai“</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Doch auch wenn das liturgische Prozedere zur „Entweihung“ zunächst eine katho­lische Angelegenheit ist, betrifft die Sache selbst die evange­lische Kirche nicht weniger. Hier sehen wir die 2008 profanierte Kirche Matthias Claudius in der Neu­stadt. In das Kirchenschiff wurde eine Zwischen­decke eingezogen. Auch hier wer­den die freigewordenen Räume inzwischen als Kita genutzt. Der Altar der ehema­ligen Kirche steht heute an der frischen Luft, gleich vor dem Gebäude, in&nbsp;dem auch&nbsp;ein Café Platz gefunden hat, das längst zu einem beliebten Treff­punkt in&nbsp;der Neustadt geworden ist. Hier sind auch die ehemaligen Kirchen­fenster zu bewun­dern.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web4.jpg" alt="" class="wp-image-11095" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web4.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web4-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ehemalige Kirche Matthias Claudius in der Neustadt</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Wie diese Veranstaltung im Frauencafé beweist, können kirchliche Räume also auch ohne Gottesdienste Gemeinschaft stiften. Ganz selbst­ver­ständlich übrigens auch nicht nur unter Christen. In der ehe­maligen Kirche in der Neustadt sind auch zahlreiche Muslima gern­gesehene Gäste.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web6.jpg" alt="" class="wp-image-11093" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web6.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web6-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frauencafé in der ehemaligen Kirche Matthias Claudius</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In der Vahr wiederum hat man die Nutzung der 1964 erbauten Heilig-Geist-Kirche bereits erweitert, obwohl sie gar nicht profaniert ist. Für&nbsp;Gottes­dienste werden Stuhlreihen aufgestellt, ansonsten dienen die Räumlichkeiten als Sozial­kaufhaus, Nähstube, Repair-Café oder Unter­richts­raum zur Nachhilfe und füllen die Kirche so auch unter der Woche mit Leben. Bis nach Ghana reichen die Kontakte aus der Vahr, wo man verschiedene Projekte mit Spenden unterstützt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5.jpg" alt="" class="wp-image-11091" style="width:550px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sozialkaufhaus in der Heilig-Geist-Kirche in Bremen Vahr</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Seele und Motor dieses „Marktplatzes der Begegnungen“ ist Sozial­ar­bei­ter Chris­toph Buße. Auch hier zählen zahlreiche Menschen musli­mi­schen Glaubens zu&nbsp;den Unterstützenden. Der aus Syrien stam­mende Abd El Karem Hasan etwa betreut das Repair-Café. Menschen bringen kaputte Nähmaschinen, Stereoanlagen und so weiter – damit sie repa­riert werden, statt auf dem Müll zu landen. Das spart Geld und ist gut für die Umwelt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web7.jpg" alt="" class="wp-image-11085" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web7.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web7-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">Christoph Buße (links), Abd El Karem Hasan (rechts)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Aktivität und Engagement lassen sich also nicht an den Besuchszahlen von Gottes­diensten ablesen – und auch nicht an den Austritten. Die&nbsp;eigentliche Frage ist ohnehin eine ganz andere: Schaffen es die Akteure in den Gemeinden, dem echten und metaphorischen Leerstand ihrer Kirchen etwas Neues entgegen­zusetzen. In&nbsp;Bremen jedenfalls zeigen mindestens diese drei Adressen, dass es möglich ist – mit ein bisschen Kreativität, Mut und Engagement.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web8.jpg" alt="" class="wp-image-11086" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web8.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web8-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-black-color has-text-color wp-block-paragraph">Fotos, Recherche und Text: <em>Norbert Schmacke</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/104-leerstand/"><img decoding="async" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/zds_www_ankuending_104-1250x833.jpg" alt="" class="wp-image-9870"/></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>#104 Leerstand</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/104-leerstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2023 13:17:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Geisterstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Leerstand]]></category>
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					<description><![CDATA[EDITORIAL: Geisterstadt vorm Neuanfang Liebe Leser:innen, ein Gespenst geht um in den Lokalredaktionen – das Gespenst des Leerstands. Und weil dieses Thema derzeit nicht nur die Bremer Medienlandschaft umtreibt, kennen Sie alle unter Garantie solche Schlagzeilen: Traditionsreiches Familienunternehmen schließt nach fünf Generationen! Innenstadt verwaist! Ganze Stockwerke stehen leer! Keine Sorge: Diese Geschichten wollen wir Ihnen hier und heute nicht schon wieder erzählen. Trotzdem beschäftigt uns der Leerstand auch in der Zeitschrift der Straße. Zum einen, weil er sozusagen Lücken in unsere Themenfelder schlägt: weil in fast jeder Straße, mit der wir uns beschäftigen, Gebäude leer stehen, die jemandem wichtig waren, die vielleicht einmal ganze Quartiere geprägt haben. Zum anderen wird es auch für unsere Verkäufer:innen von Tag zu Tag härter, in immer leerer werdenden Fußgängerzonen Hefte zu verkaufen. All das geht uns etwas an und beschäftigt uns. Aber wie machen wir ein Heft daraus, wenn die Probleme doch so offensichtlich auf dem Tisch liegen? Wir haben uns für einen Schritt zurück entschieden, für ein bisschen Abstand, um noch mal neu zu fragen: Was bedeutet Leerstand &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-3d353fc4b1f3da73df23eb8174c889b6" style="color:#7ba68d">EDITORIAL: Geisterstadt vorm Neuanfang</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Leser:innen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">ein Gespenst geht um in den Lokalredaktionen – das Gespenst des Leerstands. Und weil dieses Thema derzeit nicht nur die Bremer Medienlandschaft umtreibt, kennen Sie alle unter Garantie solche Schlagzeilen: Traditionsreiches Familienunternehmen schließt nach fünf Generationen! Innenstadt verwaist! Ganze Stockwerke stehen leer! Keine Sorge: Diese Geschichten wollen wir Ihnen hier und heute nicht schon wieder erzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem beschäftigt uns der Leerstand auch in der <em>Zeitschrift der Straße</em>. Zum einen, weil er sozusagen Lücken in unsere Themenfelder schlägt: weil in fast jeder Straße, mit der wir uns beschäftigen, Gebäude leer stehen, die jemandem wichtig waren, die vielleicht einmal ganze Quartiere geprägt haben. Zum anderen wird es auch für unsere Verkäufer:innen von Tag zu Tag härter, in immer leerer werdenden Fußgängerzonen Hefte zu verkaufen. All das geht uns etwas an und beschäftigt uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie machen wir ein Heft daraus, wenn die Probleme doch so offensichtlich auf dem Tisch liegen? Wir haben uns für einen Schritt zurück entschieden, für ein bisschen Abstand, um noch mal neu zu fragen: Was bedeutet Leerstand eigentlich, abgesehen von leeren Schaufenstern und hektischem Abverkauf? Und ist wirklich alles schlecht oder manches vielleicht auch einfach nur … anders? Wir haben diese Fragen diesmal vor allem unseren Fotograf:innen vorgelegt, um noch mal ganz neu auf das Phänomen zu schauen, ohne es zu zerreden – um Grauzonen auszuloten und Widersprüche zu beleuchten. Ob es nun verlassene Werkstätten sind (S. 16), Fabriken, in denen heute Schulklassen lernen (S. 10) oder Bürogebäude, in denen einfach niemand mehr ist, weil Corona uns das Arbeiten zu Hause gelehrt hat (S. 12).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wünschen Ihnen eine anregende (und vielleicht ja auch etwas gespenstische) Lektüre!</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-54b6658dff6493544527cff9cafc8b0e wp-block-paragraph" style="color:#7ba68d">Karolina Meyer-Schilf, Jan-Paul Koopmann<br />und das Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1153" height="750" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png" alt="" class="wp-image-13154" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png 1153w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich-300x195.png 300w" sizes="auto, (max-width: 1153px) 100vw, 1153px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Inhalt:</p>



<h3 class="wp-block-heading">8 – „Das habe ich nicht gewollt“</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ursachenforschung und Schuldfragen als Bildergeschichte</p>



<h3 class="wp-block-heading">10 – Raus aus der Schule</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Industrieleerstand sucht obdachlose Bildungseinrichtung</p>



<h3 class="wp-block-heading">12 – Wohnen im Büro?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Corona undenkbar, heute schon Standard: Homeoffice für alle</p>



<h3 class="wp-block-heading">16 – Geist der Arbeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Lost Places“ und verblassende Erinnerung im Spiegel der Kunst</p>



<h3 class="wp-block-heading">18 – Der letzte macht das Licht aus</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Kirche mit immer leereren Kirchen anfängt</p>



<h3 class="wp-block-heading">20 – Was bleibt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In Wohnungen steckt Leben. Oft auch, wenn sonst alles weg ist</p>



<h3 class="wp-block-heading">24 – 53.076096, 8.808186</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch unsere Lyrik-Reihe beschäftigt sich mit der Leere</p>



<h3 class="wp-block-heading">28 – „Ich bin ein idealistischer Mensch“</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Verkäufer Marc beginnt einen neuen Lebensabschnitt</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><mark style="background-color:#7ba68d" class="has-inline-color">Ab 6. Februar 2023 bei unseren Verkäufer:innen auf Bremens und Bremerhavens Straßen erhältlich!</mark></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/105-helene-kaisen-weg/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1250" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-1250x833.jpg" alt="" class="wp-image-10903" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-1250x833.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-1200x800.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-600x400.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1-768x512.jpg 768w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/03/zds_www_ankuending_105-1.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Gesucht wird: Eine Vision</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/gesucht-wird-eine-vision/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Oct 2016 09:10:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Blumenthal]]></category>
		<category><![CDATA[Leerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
		<category><![CDATA[Wollkämmerei]]></category>
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					<description><![CDATA[#42 WOLLKÄMMEREI – Was soll eigentlich aus der Wollkämmerei werden? Wir haben ein paar Leute gefragt, die sich mit so was auskennen Das ganze Gelände ist größer als der Vatikan. Aber eine Brache, mehr oder weniger. Und das schon seit vielen Jahren: 2009 machte die Bremer Wollkämmerei endgültig dicht. Was geblieben ist? Eine „Perle der Industriekultur“, wie die Bremer Wirtschaftsförderer schreiben, und zwar eine mit „hohem Entwicklungspotenzial“. Aber was genau soll das heißen? Anfrage bei Klaus Hübotter: Der Alt-Kommunist und Ehrenbürger hat als Kaufmann und Bauherr schon zahllose historische Gebäude in Bremen gerettet. Den Schlachthof und den Speicher XI, das Bamberger Haus, die Villa Ichon, den alten Sendesaal von Radio Bremen. Und so weiter! Wenn also irgendjemand eine gute Idee für die Wollkämmerei haben könnte, dann ist es Klaus Hübotter. Doch er sei „ohne Zeit und Ideen“, schreibt uns der Mittachtziger, mit besten Grüßen. Vom Ghetto zur zentralen Vision Mit seiner Architektur der Gründerzeit sei das Gelände „ideal als Bürofläche für Künstler, Designer, Ingenieure und Architekten, für Gastronomie oder als Veranstaltungsraum“, behaupten die Wirtschaftsförderer. „Das &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#42 WOLLKÄMMEREI – Was soll eigentlich aus der Wollkämmerei werden? Wir haben ein paar Leute gefragt, die sich mit so was auskennen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ganze Gelände ist größer als der Vatikan. Aber eine Brache, mehr oder weniger. Und das schon seit vielen Jahren: 2009 machte die Bremer Wollkämmerei endgültig dicht. Was geblieben ist? Eine „Perle der Industriekultur“, wie die Bremer Wirtschaftsförderer schreiben, und zwar eine mit „hohem Entwicklungspotenzial“. Aber was genau soll das heißen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfrage bei Klaus Hübotter: Der Alt-Kommunist und Ehrenbürger hat als Kaufmann und Bauherr schon zahllose historische Gebäude in Bremen gerettet. Den Schlachthof und den Speicher XI, das Bamberger Haus, die Villa Ichon, den alten Sendesaal von Radio Bremen. Und so weiter! Wenn also irgendjemand eine gute Idee für die Wollkämmerei haben könnte, dann ist es Klaus Hübotter. Doch er sei „ohne Zeit und Ideen“, schreibt uns der Mittachtziger, mit besten Grüßen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Ghetto zur zentralen Vision</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit seiner Architektur der Gründerzeit sei das Gelände „ideal als Bürofläche für Künstler, Designer, Ingenieure und Architekten, für Gastronomie oder als Veranstaltungsraum“, behaupten die Wirtschaftsförderer. „Das ist genau die Fantasielosigkeit, die Bremen kaputt macht“, sagt Arie Hartog, der Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses, ein Mann, der sich gerne grundsätzliche Gedanken über die Stadt macht. „Wir denken solche Gebiete ja immer als Peripherie und Ghettos“, sagt Hartog – daher auch die Idee, Künstler dort anzusiedeln. „Es sind Reste. Also müssen wir die Denke umdrehen und behaupten: Das wird das Zentrum und es dann städtebaulich entwickeln.“ Diejenigen, die sich da dranmachen, sagt Hartog noch, die sollten mal Lucius Burckhardt und Doug Saunders lesen, „um den Kopf von stadtplanerischen Dogmen zu lösen“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der erste Versuch einer Vision für die Wollkämmerei</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Noch sprechen die zuständigen Wirtschaftsförderer allerdings lieber von einem „Branchenmix aus Metall-, Maschinen- und Anlagenbau, Spedition, Chemiefaserproduktion und Heizkraftwerk.“ 2011 hat Bremen das Gelände für drei Millionen Euro gekauft, ein Jahr später wurde das Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Und der „Palast der Produktion“ zog ein. Es war dies der erste Versuch, so etwas wie eine Vision für die Wollkämmerei zu entwickeln: Vier Wochen lang durften 90 Kreative nach einem „Gegenmodell zur vereinzelten Erwerbsarbeit“ suchen. Möglich gemacht haben das damals die beiden Architekten Daniel Schnier und Oliver Hasemann von der „ZwischenZeitZentrale“ (ZZZ). In der ganzen Stadt denken die beiden sich Konzepte und Zwischennutzungen für leer stehende Häuser und Brachen aus, mittlerweile im offiziellen Regierungsauftrag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kreative Konzepte für die Wollkämmerei mit Brauerei und Kleingewerbe</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hasemanns Idee: In die ehemalige „Sortiererei“ der Wollkämmerei, 4.500 Quadratmeter groß, könnte „Schafs-Bräu“ einziehen, eine „Brauerei-Manufaktur“ für das, was man heute Craft Beer nennt. Zugegeben, auch Daniel Schnier hat diese Idee anfangs belächelt – andererseits: In der Union Brauerei in Walle funktioniert sie gut. Daneben würde Schnier gerne „Kleinstgewerbe“ ansiedeln, „mit Leuten, die mit ihren verrückten Ideen sonst keine Chance haben“. Die aber, beispielsweise, Lebensmittel produzieren wollen, regionale Produkte. Ein, zwei Jahre könnten Teile der Wollkämmerei oder einige der leer stehenden Läden drumherum mietfrei abgegeben werden, an Leute, die weder Raum noch Kapital haben und eigenverantwortlich arbeiten wollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Raum für Feiern und kreative Nutzungsmöglichkeiten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den großen Investor zu warten lohnt jedenfalls nicht, sagt Schnier – und wenn, dann würde der wohl eh in die Überseestadt gelotst. „Und bevor die nicht voll ist, passiert auch in der Wollkämmerei nichts.“ Und was noch fehlt, in Bremen-Nord, das sind Räume für Feierlichkeiten, zum Beispiel, wenn man zehn Kids einlädt – oder auch viele Hundert Verwandte und Freunde, wie es auf Hochzeiten öfter vorkommt, gerade bei muslimischen. Und wer so etwas sucht, in Bremen, wird oft erst in Hannover fündig, sagt Schnier. Stattdessen treffen sich nun am Wochenende die Auto-Tuner auf dem Gelände, und manchmal gibt es auf der historischen Achse sogar kleine Rennen. Das passt dann irgendwie doch wieder ganz gut, wo doch oft vom „Detroit Bremens“ die Rede ist, wenn es um Blumenthal und die Wollkämmerei geht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Über die Entwicklung von Industriebrachen und die Zukunft der Wollkämmerei</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Verena Andreas ist eine, die viele solcher Industriebrachen kennt: „In Dortmund spazierte ich um den Phoenix-See – dort wo früher ein Stahlwerk stand. In Duisburg kletterte ich auf einen Hochofen, in Manchester ging ich zwischen alten Fabrikhallen entlang, in denen nun an Laptops gearbeitet wird, besuchte Plattenläden und Bars in einer alten Baumwollbörse. In Detroit freute ich mich über Bagelshops und Burgerläden, Urban Gardening und Kunstprojekte, die mir kurzzeitig Zuflucht vor den verfallenden Straßenzügen boten. Und wer heute in Barcelona an der Strandpromenade das Mittelmeer genießt, erahnt wohl kaum noch, dass dort vor 30 Jahren große rauchende Industrieanlagen die Stadt vom Meer abschnitten.“ Andreas ist Raumplanerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bremen. Dort beschäftigt sie sich mit Stadtplanung und -entwicklung; auf Reisen spaziert sie gern durch brachliegende Viertel in alten Industriestädten. Auch die Wollkämmerei kennt sie gut: Verena Andreas ist Mitautorin einer neuen Studie über die Entwicklung in Bremen-Nord.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Potenziale und die Notwendigkeit ganzheitlicher Stadtentwicklung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Gelände hat besondere Qualitäten: die Weser und die nahe gelegenen Parkflächen sowie die besonderen Gebäude der historischen Achse“, sagt die Raumplanerin. „Warum wurden diese Qualitäten nicht für das allseits beliebte Wohnen am Wasser oder für kleine Startups und Dienstleistungsunternehmen erschlossen, so wie andere Städte dies mit vergleichbaren Flächen machen?“ Weil das Gelände ein Gewerbegebiet ist, das ganz viele Arbeitsplätze schaffen soll. „Aber es kann nur dann zu einem lebendigen und wirtschaftsstarken Arbeitsort und Entwicklungsmotor in der Stadt werden, wenn der Rest Blumenthals mit seinen gravierenden Problemlagen parallel entwickelt wird“, sagt Andreas: „Es braucht große Investitionen – öffentliche wie private.“ Damit ein Umfeld geschaffen wird, in dem sich Menschen wohlfühlen – als Arbeitnehmer und Bewohner. Ein Umfeld, in dem die Leute in der Mittagspause etwas essen gehen können, in dem sie attraktiven und bezahlbaren Wohnraum finden, dazu Kinderbetreuungsplätze und Schulen, auf die man seine Kinder gerne schickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dafür braucht es Eingriffe an der gesamten Achse zwischen Wätjens Park und Bahrsplate und später auch darüber hinaus.“ Es geht nicht allein um die Wollkämmerei, sagt die Wissenschaftlerin. Sondern darum, „das ganze Stadtteilumfeld von Arbeiten über Wohnen bis hin zur Bildung als Ganzes zu betrachten und zu entwickeln“.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<br /><em>Jan Zier</em></td><td>Foto:<br /><em>Wolfgang Everding</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/42-wollkaemmerei/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42.jpg" alt="" class="wp-image-11864" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/10/cover_42-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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