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	<title>Gerhard Rohlfs Strasse &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Gerhard Rohlfs Strasse &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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		<title>Drei Ecken, ein Elfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Nov 2019 17:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Rohlfs Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Sedanplatz]]></category>
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					<description><![CDATA[#73 GERHARD ROHLFS STRASSE – Als durch die Gerhard-Rohlfs-Straße noch der Fernverkehr rauschte und auch die Sedaneiche noch stand: Erinnerungen eines Straßenfußballers aus den Nachkriegsjahren Wir spielten noch in der Dämmerung. Hätten wir nicht zum Abendessen zu Hause sein müssen, wir hätten noch gespielt, bis es ganz dunkel wurde, bis man den Wasserturm nicht mehr sehen konnte. Und wir hätten wahrscheinlich in der Dunkelheit noch das Tor getroffen. Das Tor war kein richtiges Fußballtor, die Pfosten waren der Baum in der Mitte des Sedanplatzes und ein Haufen von Jacken und Pullovern. Wir waren in der Volksschule, die dank der amerikanischen Besatzer damals sechs Jahre dauerte. Der Begriff Straßenfußballer war noch nicht gebräuchlich, aber das waren wir, Straßenfußballer. Unser Leben fand in der Nachkriegszeit sowieso auf der Straße statt. Meine besten Freunde waren Arbeiterkinder, die waren die besten Fußballer. Die wurden immer zuerst gewählt, wenn die Mannschaften verteilt wurden. Ich nur ganz zum Schluss. Dabei trainierte ich Dribbeln im Keller, weil ich im Dribbeln so gut wie Stanley Matthews oder als Verteidiger so gut wie „Sense“ &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#73 GERHARD ROHLFS STRASSE – Als durch die Gerhard-Rohlfs-Straße noch der Fernverkehr rauschte und auch die Sedaneiche noch stand: Erinnerungen eines Straßenfußballers aus den Nachkriegsjahren</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir spielten noch in der Dämmerung. Hätten wir nicht zum Abendessen zu Hause sein müssen, wir hätten noch gespielt, bis es ganz dunkel wurde, bis man den Wasserturm nicht mehr sehen konnte. Und wir hätten wahrscheinlich in der Dunkelheit noch das Tor getroffen. Das Tor war kein richtiges Fußballtor, die Pfosten waren der Baum in der Mitte des Sedanplatzes und ein Haufen von Jacken und Pullovern. Wir waren in der Volksschule, die dank der amerikanischen Besatzer damals sechs Jahre dauerte. Der Begriff Straßenfußballer war noch nicht gebräuchlich, aber das waren wir, Straßenfußballer. Unser Leben fand in der Nachkriegszeit sowieso auf der Straße statt. Meine besten Freunde waren Arbeiterkinder, die waren die besten Fußballer. Die wurden immer zuerst gewählt, wenn die Mannschaften verteilt wurden. Ich nur ganz zum Schluss. Dabei trainierte ich Dribbeln im Keller, weil ich im Dribbeln so gut wie Stanley Matthews oder als Verteidiger so gut wie „Sense“ Ackerschott von Werder Bremen sein wollte. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Sedanplatz und die Sedaneiche: Erinnerungen an eine andere Zeit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Wochenende nahm mich mein Vater mit nach Bremen zum BSV, bei dem er vor dem Krieg mal in einer Amateurmannschaft gespielt hatte. Als die trotz ihres hervorragenden Torhüters Hans Stephan abstiegen, gingen wir zu Werder ins Weserstadion, die mit Dragomir Ilic einen noch besseren Torwart hatten. Aber in der Woche hieß unsere Welt Sedanplatz, auf dem damals noch keine Autos parkten. Echte Spielfeldgrenzen gab es nicht, doch die Regel „Drei Ecken, ein Elfer“ galt immer. Der Baum in der Mitte des Platzes war kein einfacher Baum. Es war eine deutsche Eiche aus Bismarcks Sachsenwald, die die Sedaneiche hieß. Sedan war ein Wort, das großartig klang, das für meinen Opa etwas bedeutete. Obgleich er erst elf Jahre nach der Schlacht geboren wurde, klang der Deutsch-Französische Krieg in seinen Erzählungen immer so, als sei er dabei gewesen. Und sein ewiges Metz, Toul und Verdun habe ich heute immer noch im Kopf. Der Krieg, bei dem er dabei gewesen war, kam erst später. In der ersten Flandernschlacht erhielt der Hauptmann der Reserve aus Vegesack sein Eisernes Kreuz. Eine Sedaneiche gibt es in manchen deutschen Städten heute immer noch. Und man kann sie im Baumarkt kaufen, da bezeichnet Sedaneiche allerdings einen Laminatfußboden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Wochenmarkt zum Kiosk</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu der angeblichen Großartigkeit der Schlacht machte der Platz nichts her. Einmal in der Woche Wochenmarkt, einmal im Jahr Vegesacker Markt. Vorne war die Gerhard-Rohlfs-Straße, die damals noch die Bundestraße 75 war. Der Fernverkehr rauschte ungehindert durch den Ort. Ampeln gab es nicht, nur bei Többens war ein Zebrastreifen. Dass Walter Caspar Többens ein (später als „Mitläufer“ eingestufter) Kriegsverbrecher war, wussten wir damals nicht. Gegenüber dem Geburtshaus von Gerhard Rohlfs war eine Bushaltestelle der BVG. Daneben war Scheffels Würstchenbude, deren Bratwurst gut war, aber nie so gut wie die bei Könecke in Bremen. Neben Scheffel war ein kleiner Kiosk, wo man Zeitungen und „Prickel Pit“ kaufen konnte, da holte ich immer für Opa seine Stumpen und die Jerry-Cotton-Hefte, die er im Alter leidenschaftlich gerne las. Weshalb weiß ich nicht. Als Kind versteht man die Erwachsenen sowieso nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Blick zurück in die Kindheit</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende des Platzes war die Reeperbahn der Seilerei Georg Gleistein. Ein trister grauer Bau, der sich beinahe vierhundert Meter lang bis zum Fährgrund hinunterzog. Dahinter lag Aumund, das war ein anderer Ort. Vegesacker gingen nie nach Aumund, wir Kinder erst recht nicht. Die Straße mit der grauen Mauer der Reepschlägerbahn taucht manchmal noch in meinen Träumen auf, je älter man wird, desto mehr träumt man von der Kindheit. Ich bekam vor Wochen ein Foto vom Sedanplatz zugeschickt, wie er heute aussieht. Ich weiß schon, wie wahr der Romantitel „You Can&#8217;t Go Home Again“ von Thomas Wolfe ist, ich hätte das Bild nicht gebraucht.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<em> </em><br /><em>Jens Peter Becker</em></td><td>Foto: <br /><em>Verlag Neegenbargs Heide</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/73-gerhard-rohlfs-strasse/"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/11/cover_73.jpg" alt="" class="wp-image-11970" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/11/cover_73.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/11/cover_73-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/11/cover_73-840x560.jpg 840w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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		<title>#73 Gerhard Rohlfs Strasse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Nov 2019 17:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Rohlfs Strasse]]></category>
		<category><![CDATA[Standesamt]]></category>
		<category><![CDATA[Vegesack]]></category>
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					<description><![CDATA[EDITORIAL: Herr Weinert und eine WG Vielleicht erinnern Sie sich noch, zumindest die ganz gründlichen unter unseren Leser:innen: In der Ausgabe „Hochschulring“ stand, dass man da „erst seit 2014“ heiraten kann. Das ist auch nicht ganz falsch, aber eben auch nicht ganz richtig, wie uns Matthias Weinert – übrigens „stolzer Besitzer aller Ausgaben der Zeitschrift der Straße“ – schreibt: „In der Spitze des Fallturms haben meine damalige Frau Evelin und ich bereits am 9.9.1999 standesamtlich geheiratet.“ Der Leiter des Standesamtes hatte sich zwar geweigert, weil er der Meinung war, dass dieser Ort nicht den erforderlichen Voraussetzungen genüge. Aber eine Standesbeamtin erklärte sich dann doch bereit, ebenda eine Eheschließung vorzunehmen. Deshalb waren die beiden wohl die Ersten! Damit kommen wir nahtlos zur neuen Ausgabe, die aber an einem ganz anderen Ende der Stadt spielt, in Vegesack, wo wie eher selten zu Gast sind. Die Fußgängerzone dort trägt den Namen eines bekannten Sohnes dieses Stadtteils, der eine eher schillernde Figur war (Seite 8). Und dann ist da noch ein anderer, noch nicht ebenso bekannter Sohn, Jens Peter &#8230;]]></description>
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<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-4" style="color:#478a3b">EDITORIAL: Herr Weinert und eine WG</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht erinnern Sie sich noch, zumindest die ganz gründlichen unter unseren Leser:innen: In der Ausgabe „Hochschulring“ stand, dass man da „erst seit 2014“ heiraten kann. Das ist auch nicht ganz falsch, aber eben auch nicht ganz richtig, wie uns Matthias Weinert – übrigens „stolzer Besitzer aller Ausgaben der <em>Zeitschrift der Straße</em>“ – schreibt: „In der Spitze des Fallturms haben meine damalige Frau Evelin und ich bereits am 9.9.1999 standesamtlich geheiratet.“ Der Leiter des Standesamtes hatte sich zwar geweigert, weil er der Meinung war, dass dieser Ort nicht den erforderlichen Voraussetzungen genüge. Aber eine Standesbeamtin erklärte sich dann doch bereit, ebenda eine Eheschließung vorzunehmen. Deshalb waren die beiden wohl die Ersten!</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Damit kommen wir nahtlos zur neuen Ausgabe, die aber an einem ganz anderen Ende der Stadt spielt, in Vegesack, wo wie eher selten zu Gast sind. Die Fußgängerzone dort trägt den Namen eines bekannten Sohnes dieses Stadtteils, der eine eher schillernde Figur war (Seite 8). Und dann ist da noch ein anderer, noch nicht ebenso bekannter Sohn, Jens Peter Becker, der uns aus seiner Kindheit erzählt (Seite 24), die er unter anderem in dieser Straße verbrachte. An dieser Stelle gesagt werden muss noch, dass wir die Existenz dieser Ausgabe einer Wohngemeinschaft aus Horn verdanken, die ihr gleich drei große Texte gestiftet hat, neben dem aufklärerischen Interview über Herrn Rohlfs unter anderem die Geschichte eines italienischen Pistazieneisfabrikanten (Seite 12). Auch der Autor, der für uns einen ganzen Tag vor dem Amt für Soziale Dienste war (Seite 26), wohnt mit in dieser WG, in der neun Leute zusammengefunden haben. Ihr Name: Leuchtturm-WG. Das hat etwas mit dem Badezimmer zu tun – ist aber eine ganz andere Geschichte.</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph" style="color:#478a3b">Viel Spaß beim Lesen wünschen Jan Zier, Tanja Krämer<br />und das ganze Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="1153" height="750" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png" alt="" class="wp-image-13154" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png 1153w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich-300x195.png 300w" sizes="(max-width: 1153px) 100vw, 1153px" /></figure>
</div>


<p class="has-very-light-gray-color has-text-color wp-block-paragraph">.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Inhalt:</p>



<h3 class="wp-block-heading">8 – „Das ist ein Märchen“</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gerhard Rohlfs wird bis heute als Afrika-Forscher gewürdigt. Um sein  Leben ranken sich viele Legenden</p>



<h3 class="wp-block-heading">12 – Ziegenjoghurt, Pistazie und Bienenstich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Eisdiele in der Gerhard-Rohlfs-Straße, von außen betrachtet wie jede andere, ist doch einiges anders als anderswo</p>



<h3 class="wp-block-heading">16 – Mehr als Stadtmöblierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gerhard-Rohlfs-Straße ist ein Zentrum von Kunst im öffentlichen Raum. Eine Bildstrecke</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-6" style="color:#478a3b">24 – Drei Ecken, ein Elfer (<a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/drei-ecken-ein-elfer/">online lesen</a>)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als durch die Gerhard-Rohlfs-Straße noch der Fernverkehr rauschte und<br /> auch die Sedaneiche noch stand: Erinnerungen eines Straßenfußballers aus den Nachkriegsjahren</p>



<h3 class="wp-block-heading">26 – Ein Tag auf dem Sedanplatz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Menschen und Probleme im Bremer Norden. Gespräche vor dem Amt für Soziale Dienste mit denjenigen, die auf die Hilfe des Staates angewiesen sind</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/74-langemarckstrasse/"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/cover_74.jpg" alt="" class="wp-image-11974" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/cover_74.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/cover_74-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/cover_74-840x560.jpg 840w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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