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	<title>Hochschulring &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Hochschulring &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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		<title>#71 Hochschulring</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/71-hochschulring/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2019 15:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulring]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Beitragsbild: dirk@bremen/flickr.com EDITORIAL: Freiheit und Zwang Einerseits ist es für ein Magazin wie das unsere ja naheliegend, mal ein Heft zu machen, das an der Universität spielt – schließlich sind wir ja nicht zuletzt ein Lernprojekt für Studierende. Andererseits, so ganz unter uns: Was gibt es eigentlich vom Hochschulring zu erzählen? Sind da nicht vor allem rechteckige Bürokästen mit Computerarbeitsplätzen drin? Well: Ja, aber. Denn natürlich gibt es auch in solchen Büros interessante Geschichten zu entdecken, zum Beispiel, weil hier das Zuhause der Zukunft erforscht wird, aus dem Ihnen ab Seite 20 erzählen. Und manchmal ist an solchen Orten sogar Platz für die Liebe, zum Beispiel im Fallturm, in den man seit einiger Zeit auch heiraten kann (Seite 12). Abgesehen davon arbeiten hier natürlich nicht nur irgendwelche Wissenschaftler:innen, sondern auch ganz andere Menschen – ein paar von ihnen haben wir an ihrem Arbeitsplatz besucht, wie sie ab Seite 16 sehen können. Auch Lucina Wojtkowiak, die Sie jetzt schon vom Titelbild kennen, gehört zu ihnen, sie ist Tierpflegerin im Tierheim, wie sie sich vielleicht schon gedacht &#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Beitragsbild: <em>dirk@bremen</em>/<em>flickr.com</em></p>



<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-4" style="color:#c62d27">EDITORIAL: Freiheit und Zwang</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits ist es für ein Magazin wie das unsere ja naheliegend, mal ein Heft zu  machen, das an der Universität spielt – schließlich sind wir ja nicht zuletzt ein  Lernprojekt für Studierende. Andererseits, so ganz unter uns: Was gibt es eigentlich  vom Hochschulring zu erzählen? Sind da nicht vor allem rechteckige  Bürokästen mit Computerarbeitsplätzen drin?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Well: Ja, aber. Denn natürlich gibt es auch in solchen Büros interessante Geschichten zu entdecken, zum Beispiel, weil hier das Zuhause der Zukunft erforscht wird, aus dem Ihnen ab Seite 20 erzählen. Und manchmal ist an solchen Orten sogar Platz für die Liebe, zum Beispiel im Fallturm, in den man seit einiger Zeit auch heiraten kann (Seite 12). Abgesehen davon arbeiten hier natürlich nicht nur irgendwelche Wissenschaftler:innen, sondern auch ganz andere Menschen – ein paar von ihnen haben wir an ihrem Arbeitsplatz besucht, wie sie ab Seite 16 sehen können. Auch Lucina Wojtkowiak, die Sie jetzt schon vom Titelbild kennen, gehört zu ihnen, sie ist Tierpflegerin im Tierheim, wie sie sich vielleicht schon gedacht haben. Bisweilen entdeckt man beim Rundgang vor Ort aber auch plötzlich Sandkästen und Kinderspielzeug, was einen nahtlos zu Gabi Onesseit (Seite 8) führt, die für kleines Geld als Tagesmutter am Hochschulring die AkademikerInnenkinder betreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch unser Illustrator, Besitzer eines ehemaligen Feuerwehrautos, das seine Dienste schon von Transnistrien bis Spanien erfüllte, war hier unterwegs. Er war dann aber doch nicht campen, wie es sich vielleicht angeboten hätte. Stattdessen hat er sich den großen Fragen gewidmet – es geht um Freiheit und Zwang, um Idealismus und Realismus, aber auch ein bisschen um Prüderie und Provokation, ab Seite 24. Und zum Schluss: die Werbung, also: für uns selbst (Seite 30)!</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph" style="color:#c62d27">Viel Spaß beim Lesen wünschen Tanja Krämer, Jan Zier<br />und das ganze Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1153" height="750" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png" alt="Grüner Stern mit Text 'Diese Ausgabe ist noch erhältlich' und 'Frag eine*n ZDS Verkäufer*in' in schwarzer und weißer Schrift." class="wp-image-13154" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png 1153w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich-300x195.png 300w" sizes="(max-width: 1153px) 100vw, 1153px" /></figure>
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<p class="has-very-light-gray-color has-text-color wp-block-paragraph"></p>





<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-6" style="color:#c62d27">20 – Das Zuhause der Zukunft (<a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/das-zuhause-der-zukunft/">online lesen</a>)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">WissenschaftlerInnen entwickeln in Bremen eine intelligente Wohnung, die kranken Menschen das Leben erleichtern soll. Doch die Technik holt sie ein</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/72-mahndorfer-heerstrasse/"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/10/cover_72.jpg" alt="" class="wp-image-11965" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/10/cover_72.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/10/cover_72-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/10/cover_72-840x560.jpg 840w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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		<title>Das Zuhause der Zukunft</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/das-zuhause-der-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2019 15:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulring]]></category>
		<category><![CDATA[intelligente Wohnung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[#71 HOCHSCHULRING – Wissenschaftler:innen in Bremen entwickeln eine intelligente Wohnung. Sie soll alten oder kranken Menschen das Leben erleichtern. Doch die Technik holt die Forscher ein Es ist die Pforte zu einer anderen Welt. Vom Flur aus reiht sich Büro an Büro. Aber geht man durch diese eine Tür, steht man auf einmal in einer hellen, gemütlichen Wohnung. Ein Kinderfoto an einer viel zu großen Pinnwand, ein paar Landschaftsbilder. Ein hübscher Wandteppich. Unverderbliche Nudeln und Müsli dekorieren die Küche. Das Bücherregal ist voll mit solchen Büchern, die man nur braucht, um Regale zu füllen. Gesetzbücher, wuchtige Lexika, ein Kochbuch. In dieser Wohnung lebt niemand. Doch das ist gar nicht das Besondere an ihr. Diese Wohnung ist eigentlich ein Labor, genauer: das Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL). Hier werden Technologien getestet, die Menschen helfen sollen, ihren Alltag zu bewältigen – besonders wenn sie krank oder durch das Alter eingeschränkt sind. Wenn funktioniert, was hier entwickelt wird, betreten wir vielleicht gerade das Zuhause der Zukunft. Auf dem Nachttisch liegen Plättchen, die auf den ersten Blick wie &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#71 HOCHSCHULRING – Wissenschaftler:innen in Bremen entwickeln eine  intelligente Wohnung. Sie soll alten oder kranken Menschen das Leben erleichtern. Doch die Technik holt die Forscher ein</h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist die Pforte zu einer anderen Welt. Vom Flur aus reiht sich Büro an Büro. Aber geht man durch diese eine Tür, steht man auf einmal in einer hellen, gemütlichen Wohnung. Ein Kinderfoto an einer viel zu großen Pinnwand, ein paar Landschaftsbilder. Ein hübscher Wandteppich. Unverderbliche Nudeln und Müsli dekorieren die Küche. Das Bücherregal ist voll mit solchen Büchern, die man nur braucht, um Regale zu füllen. Gesetzbücher, wuchtige Lexika, ein Kochbuch. In dieser Wohnung lebt niemand. Doch das ist gar nicht das Besondere an ihr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Wohnung ist eigentlich ein Labor, genauer:  das Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL). Hier werden Technologien getestet, die  Menschen helfen sollen, ihren Alltag zu bewältigen – besonders wenn sie krank oder durch das Alter eingeschränkt sind. Wenn funktioniert, was  hier entwickelt wird, betreten wir vielleicht gerade das Zuhause der Zukunft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Nachttisch liegen Plättchen, die auf den ersten Blick wie Visitenkarten aussehen. Darauf sind gut erkennbar die Logos der bekanntesten deutschen Fernsehsender abgebildet. „Fernbedienungen sind mit ihren kleinen Tasten gerade für ältere Menschen oft schwierig zu bedienen“, sagt Forschungsleiter Serge Autexier. Er schiebt die ARD-Karte auf die linke Ecke des Nachttisches. Der große Bildschirm gegenüber vom Bett erwacht zum Leben. Es läuft ARD.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was lustig wirken mag, könnte für einige Menschen einen echten Unterschied machen, glaubt Roland Arndt. Er leitet das Haus O&#8217;land, ein Wohnheim für Menschen mit Demenz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es kostet die Pflegekräfte Zeit, wenn ein:e Anwohner:in eine bestimmte Sendung sehen will und erst mal jemand kommen muss, um die herauszusuchen und einzuschalten“, sagt er. „Wenn eine Anwendung so einfach wäre, dass die Anwohner:innen das allein schaffen, dann wäre das schon eine Entlastung. Und das Pflegepersonal hätte mehr Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich bewegt sich das Waschbecken. Im Spiegel ist eine Kamera eingebettet, die Gesichter erkennt und das Waschbecken auf die Größe der Nutzer:in anpasst. Toilette und Küchenschränke sind ebenfalls beweglich. „Für so was gibt es durchaus Bedarf“, sagt Lisa Schumski, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Uni Bremen: „Besonders in Pflegeheimen, in denen viele verschiedene Menschen in kurzen Abständen die Einrichtung nutzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Lampe geht an, eine Tür zu, das Bett verstellt sich. All das bewirkt Serge Autexier mit einem kleinen Tablet. Darauf ist eine simple Darstellung der Wohnung mit verschiedenen Schaltflächen zu sehen. Das ist natürlich noch nicht alles. „Guten Tag, BAALL.“ Beim zweiten Versuch funktioniert es. „Mach die Schlafzimmertür zu.“ Eine Schiebetür, die vorher kaum sichtbar war, schält sich geräuschlos aus der Wand: Autexier hat eine Sprachsteuerung für die Wohnung aktiviert. Irgendwann soll diese auch durch Gesten gesteuert werden können. Mit dem Finger auf eine Lampe zu zeigen, könnte sie dann einschalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann führt Autexier den Kleiderschrank vor. Auf einem Bildschirm erscheint ein Outfit – ein Ankleidungsvorschlag des Schrankes. In der Kleidung sind Computerchips verarbeitet. Der Kleiderschrank kann Hemden und Hosen dadurch zuordnen, außerdem weiß er über den Wetterbericht und den Terminplan der Bewohner:innen Bescheid – und kann so entsprechende Empfehlungen machen. Lisa Schumski hält das für „eine kleine IT-Spielerei“. Sie sagt: „Für die Pflege ist das eher nicht geeignet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Roland Arndt dagegen schließt einen Nutzen nicht ganz aus. „Ist ein Mensch erst einmal in einer betreuten Einrichtung, stelle ich mir die Praxis schwierig vor“, sagt er „Aber in der Anfangsphase einer Demenz könnte das zu Hause schon helfen.“ Am Anfang der Krankheit wollten demente Menschen häufig nicht zugeben, dass sie Schwierigkeiten hätten, so Arndt. „Der Kleiderschrank könnte ihnen vielleicht ersparen, nachmittags im Schlafanzug erwischt zu werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung wäre natürlich, dass sie mit dem Schrank auch umgehen können. Die Systeme im BAALL sind für die einfache Nutzung entwickelt, aber es ist trotzdem schwer, Menschen mit Demenz an neue Technik zu gewöhnen. Autexier hofft, dass man früher ansetzen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es geht nicht nur darum, Beeinträchtigungen zu kompensieren, sondern auch darum, zu schauen, wie kann man in Richtung Prävention arbeiten und verhindern, dass überhaupt Beeinträchtigungen entstehen.“ Wenn man also bereits als gesunde Person den Kleiderschrank nutze, sei es leichter, ihn auch später noch zu verwenden, wenn man tatsächlich Schwierigkeiten damit habe, zu entscheiden, was man anziehen solle.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="800" height="532" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/Rollstuhl2.png" alt="" class="wp-image-8718" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/Rollstuhl2.png 800w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/Rollstuhl2-300x200.png 300w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Rollstuhl kann eigenständig Hindernisse umfahren. Die Frage ist, ob Krankenkassen für solche  Modelle auch die Kosten übernehmen würden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Wohnzimmer thront ein wuchtiger Rollstuhl. Er manövriert mithilfe von Laserscannern um alle Hindernisse herum und fährt auf Sprachbefehl durch die Wohnung. An einem Türrahmen ist ein Kratzer, seit ein Besucher dachte, er könne ohne die Automatik besser fahren. Ganz autonom ist das Gefährt noch nicht. Zwar umfährt es selbst kleine Hindernisse zuverlässig, doch zwischen Rad- und Fußweg oder Ampelphasen kann es bisher nicht unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Bedarf ist definitiv da“, meint Lisa Schumski. „Aber es gibt große Hürden in der Umsetzung. Damit die Krankenkasse so etwas übernimmt, muss man einen deutlichen Nachweis der Notwendigkeit erbringen.“ In anderen Worten: Es muss eine Beeinträchtigung vorliegen, die eine Teilnahme am allgemeinen Leben ohne genau diesen Rollstuhl verhindert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gibt es Menschen, für die ein intelligenter Rollstuhl sinnvoll wäre – etwa weil sie plötzlich die Körperkontrolle oder das Bewusstsein verlieren. Doch das Gefährt für solche Zwecke auch noch mit einem Navigationssystem auszurüsten, könnte es durch die entsprechenden Kosten aus dem Leistungskatalog der Krankenversicherung herauskatapultieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geldfrage präsentiert sich natürlich nicht nur für den Rollstuhl. Wie teuer wird die bewegliche Toilette sein? Oder der intelligente Kleiderschrank? Erfindungen sind in der Entwicklung erst einmal teuer, meint Autexier. Ob die Projekte am Ende bezahlbar sind, sei letztlich eine Frage der Herstellungskosten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das BAALL gibt es nun seit zehn Jahren. Mehrere Projekte sind fortgeschritten, doch keines ist bisher auf dem Markt. Seit seiner Geburt hat die Technik das BAALL eingeholt. Sprachassistenten etwa gibt es inzwischen in vielen Wohnzimmern. Sie heißen Siri oder Alexa und können mit entsprechender Zusatztechnik nicht nur die Wohnung steuern, sondern auch Musik abspielen oder das Radio starten. Autexier hält von diesen virtuellen Assistenten allerdings wenig „Wenn ich aus der Forschung heraus Lösungen entwickeln will, die ethisch, rechtlich und sozial sauber sind, für besonders schutzbedürftige Zielgruppen, dann kann ich denen nicht einfach Alexa hinstellen“, sagt er. „Dann habe ich das Thema Datenschutz ignoriert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche nach außen verbundenen Systeme könnten prinzipiell immer gehackt werden. Darüber hinaus werden ihre Aufzeichnungen natürlich auch von den Hersteller:innen ausgewertet. Und bald vielleicht auch von deutschen Geheimdiensten zur Aufklärung von Kriminalfällen, sollte ein aktueller Gesetzesentwurf durchkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Anbieter von Systemen wie Alexa haben auch gar nicht den Auftrag, ein rechtlich und ethisch sozialverträgliches System zu entwickeln. Die müssen nur ein Produkt an den Markt bringen, das die Leute kaufen und verwenden“, sagt Autexier. Wenn es um Menschen mit besonderem Schutzbedürfnis gehe, seien die Anforderungen zu Recht besonders hoch – auch wenn im Alltag die meisten Leute freiwillig auf ihre Privatsphäre verzichteten, etwa wenn sie in sozialen Netzwerken aktiv seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Produkte wie Alexa immer populärer werden, gehen die Fortschritte im Bereich Assisted Living schleppender voran. Der selbst manövrierende elektrische Rollstuhl etwa muss erst einmal die bürokratischen Hürden des deutschen Gesundheitssystems umfahren. Doch langsam, aber sicher ist das sogenannte „Smart Home“ auf dem Vormarsch. Entsprechende Anwendungen werden auch in der Pflege kommen. Vielleicht ja solche, die im BAALL entwickelt werden.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Norbert Schmacke</em></td><td>Fotos: <br /><em>Paul Petsche</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/71-hochschulring/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/cover_71.jpg" alt="" class="wp-image-11958" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/cover_71.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/cover_71-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/09/cover_71-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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