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	<title>Online-Artikel &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Online-Artikel &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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		<title>Rückblick: #1 Sielwall – &#8222;Bremen 21&#8220;</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/sielwall-bremen-21/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melis Sivasli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:10:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Sielwall]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
		<category><![CDATA[viertel]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit 15 Jahren Zeitschrift der Straße blicken wir auf die allererste Ausgabe zurück, und starten mit einem Artikel über einen Rückblick auf die Stadtentwicklung Bremen: &#8222;Eine Bürgerinitiative stoppte 1973 den Komplettabriss des Viertels. Um ein Haar wäre Bremen zur Großstadt geworden. (&#8230;)&#8220; Foto: Marion Kliesch, Text: Kolja BurmesterFebruar 2011 Neulich war mal wieder Besuch da. Aus Berlin. Ehemalige Bremer:innen. Das ist immer besonders schlimm. Zusammen saß man – Samstagmittag – im Café an der Sielwallkreuzung, schaute durch die Fenster auf das Treiben. Fahrräder, Kinder, Omas mit Rollwägen. Einigermaßen rücksichtsvolle Autofahrer, die junge Familien, voll bepackt vom Ökomarkt zum Spielplatz strebend, geduldig über die Straße ziehen lassen. Viele kleine Gespräche auf dem Bürgersteig. Jeder scheint jeden zu kennen, und man selber fragt sich, warum man eigentlich noch immer auf dem Dorf wohnt. Diesem Dorf. Die Berliner:innen schwärmen: „Mein Gott, ist das schön hier. Und so friedlich. Wann ziehst Du endlich nach Berlin? Oder zumindest New York? Das hält man ja nur ’n paar Tage hier aus. Das ist ja ’n Riesendorf. Und die Häuser so klein!“ &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading">Mit 15 Jahren Zeitschrift der Straße blicken wir auf die allererste Ausgabe zurück, und starten mit einem Artikel über einen Rückblick auf die Stadtentwicklung Bremen: &#8222;Eine Bürgerinitiative stoppte 1973 den Komplettabriss des Viertels. Um ein Haar wäre Bremen zur Großstadt geworden. (&#8230;)&#8220;  </h2>



<p>Foto: Marion Kliesch, Text: Kolja Burmester<br />Februar 2011</p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Neulich war mal wieder Besuch da. Aus Berlin. Ehemalige Bremer:innen. Das ist immer besonders schlimm.</em></p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Zusammen saß man – Samstagmittag – im Café an der Sielwallkreuzung, schaute durch die Fenster auf das Treiben. Fahrräder, Kinder, Omas mit Rollwägen. Einigermaßen rücksichtsvolle Autofahrer, die junge Familien, voll bepackt vom Ökomarkt zum Spielplatz strebend, geduldig über die Straße ziehen lassen. Viele kleine Gespräche auf dem Bürgersteig. Jeder scheint jeden zu kennen, und man selber fragt sich, warum man eigentlich noch immer auf dem Dorf wohnt. Diesem Dorf.</em></p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Die Berliner:innen schwärmen: „Mein Gott, ist das schön hier. Und so friedlich. Wann ziehst Du endlich nach Berlin? Oder zumindest New York? Das hält man ja nur ’n paar Tage hier aus. Das ist ja ’n Riesendorf. Und die Häuser so klein!“</em></p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Es ist schon wahr. Das Viertel ist ein Dorf. Ein riesengroßes zwar. Aber ein Dorf. Ein Dorf mit Straßenbahn. Immerhin.</em></p>
</blockquote>



<p>Es hat nicht viel gefehlt, und das betuliche Bremer Viertel hätte sich mit der Frankfurter Skyline messen können. Bremen-Tenever stünde im Ostertor. Das Kottbusser Tor in Kreuzberg wäre nichts gegen den Sielwall.</p>



<p class="has-large-font-size">Am Abend des 4. Dezember 1973, ein Dienstag, ist die Sache durch. In einer hitzigen Sitzung beschließt die SPD-Bürgerschaftsfraktion mit der knappen Mehrheit von 26:24 Stimmen, das Quartier niederzureißen und fast vollständig neu zu gestalten. Die SPD regiert allein. CDU und FDP sind eh dafür.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Multifunktionale Stadtgroßform</h3>



<p>Die vierspurige „Mozarttrasse“ vom Rembertikreisel bis zum Flughafen ist dabei nur der kleinste Teil des ambitionierten Megaplans. Es geht um die neue Stadt, um Sachlichkeit, Rationalität, Moderne. Gleich mehrere Städteplaner sind auf das Projekt angesetzt. Sie wollen Leben und Freizeit und Arbeit im Stadtkonzept voneinander trennen und die einzelnen Bereiche durch Autotrassen miteinander verbinden. Vorbild sind, wie der damalige Bürgermeister Hans Koschnick (SPD) herausstellt, die Ideen von Le Corbusier, Übervater des Städtebaus der 60er Jahre. Neubaupläne gibt es viele, besonders vorangetrieben von der „Bremer Treuhand“ und der „Neuen Heimat“ – zwei Wohnungsbaugesellschaften, die nach dem Krieg anfangen, das Viertel aufzukaufen und unter sich aufzuteilen. Alte Filmaufnahmen zeigen, wie Beamt<em>:</em>innen des Bonner Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städteplanung in Bussen wie Tourist:innen den Ostertorsteinweg entlangchauffiert werden. Ludwig Gregord, Chefplaner der Bremer Treuhand, gibt am Mikrofon den Fremdenführer: „Sie sehen hier links und rechts, das ist nicht mehr zu halten, das wird alles dem Erdboden gleichgemacht.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Wir stapfen durch das Milchquartier. Die Berliner:innen lästern über die hohen Bremer Kaffeepreise und erfreuen sich an einem Kätzchen, das seelenruhig auf dem Pflaster [eines Fußgehwegs] zwischen Löwenzahn und Vergissmeinnicht döst. Hilde, die seit ein paar Jahren nicht mehr in Hastedt, sondern in einer Prenzelberger Atelierwohung lebt, schaut entzückt durch die Fenster des Wiener Hof Cafés. Drinnen hat sich seit 1973 nichts mehr verändert. Jedes Bild hängt noch an derselben Stelle. Wie Fische in einem Aquarium steuern die immergleichen Figuren durch den hell erleuchteten [Raum].</em></p>
</blockquote>



<p>Die Treuhand hätte damit Schluss gemacht. Weg mit den holperigen Gässchen, den handtuchbreiten Häuschen, den feuchten Hinterhöfen. Stattdessen: eine Asphaltpiste vom Rembertikreisel stracks nach Süden, vierspurig über die Weser, links und rechts davon bis zu 30-geschossige Türme, eine Hochhauslandschaft von der Schleifmühle bis zum Osterdeich, von den Wallanlagen bis zur Lüneburger Straße. „Multifunktionale Stadtgroßform“ betitelt das Städtebauinstitut Nürnberg sein Konzept, hinter der – „nur für den Dienstgebrauch“ – skizzierten imposanten Silhouette ragen gerade noch die Domtürme empor. Als Ost-West-Verbindung, zur Entlastung des Osterdeichs, schlagen die Planer eine weitere Straße durch das dicht bebaute Quartier, die sich über den Körnerwall bis zur Lüneburger Straße zieht. Was dafür alles weichen muss, hat das Stadtplanungsamt im Zuge einer Ortsbegehung bereits penibel kartiert.</p>



<p class="has-large-font-size">Es wird kein Zufall gewesen sein, dass die Grundlage für das große Abräumen aus Hannover kommt, der Stadt, die bis heute als Musterbeispiel für städtebaulichen Kahlschlag gilt. Professor Wilhelm Wortmann, dort ansässiger Stadtplaner, liefert im Auftrag der Treuhand ein „Gesamtkonzept“ fürs Bremer Viertel. Ergebnis: Große Teile des Ostertors und Steintors seien nicht mehr zu halten und müssten komplett erneuert werden. Wer heute von der Kreuzung Dobbenweg/Bismarckstraße zum Rembertikreisel geht, kann die ersten Umsetzungen dieser Pläne bewundern.</p>



<p>Das Bremen der 60er Jahre ist eine aufstrebende Stadt. Die Werften pumpen Geld in die Kassen. Die Einwohner:innenzahl könnte sich verdoppeln, glaubt man, Bremen sich zur norddeutschen Metropole entwickeln, mit Platz für mindestens 800.000 Menschen. Hierfür braucht es Wohnraum, am besten innenstadtnah, modern und hochgeschossig – zumal die Kriegsschäden noch immer für Wohnungsnot sorgen. Schon in den 30ern gilt das von Einzelhandel und engen Gassen geprägte Viertel als überplanbarer Bereich, als Spielwiese für [Stadtplanung]. Kurz nach Kriegsende verhängt der Senat einen Sanierungsstopp für das gesamte Ostertor/Steintor und gibt das Quartier damit bewusst dem Verfall preis. Die Alteingesessenen finden sich mehr oder weniger mit dem bevorstehenden Abriss ab.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das wird alles dem Erdboden gleichgemacht</h3>



<p>Filmaufnahmen zeigen traurige Bilder von alten Bewohner:innen, die sich für wenig Geld haben enteignen lassen, etwas wehmütig in die Umzugswagen steigen und zum Abschied in die Kamera winken. Der Wert ihrer ehemaligen Häuser, am Rande bemerkt, vervielfacht sich in den Folgejahren. Faktisch sind die Immobilien damals für ’n Appel und ’n Ei zu haben. Manche ihrer heutigen Besitzer:innen sind erstaunlich hellsichtig gewesen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Die Berliner:innen und ich stehen an der trüben Weser. Wer hier, mitten in der Stadt, mit dem Rücken zum Viertel auf den Stadtwerder guckt, könnte ebenso gut irgendwo in der niedersächsischen Provinz auf das andere Flussufer schauen. „Das da drüben ist die wahre Bremer City“, stichelt Markus, der schon Anfang der 90er nach Berlin geflüchtet ist: „Eine Kleingartensiedlung mit Holzhäusern und Vereinsheimen.“</em></p>
</blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Ich bin zu müde, um dem seltsamen Impuls nachzugeben, die Kleingartenanlage, in der eine befreundete Studi-WG neuerdings auch eine Parzelle mietet, zu verteidigen. Hilde springt mir bei. „Im Sommer ist es dort sehr schön“, sagt sie: „Und außerdem leben da angeblich seltene Vogelarten.“ Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin! Wir trotten flussaufwärts zurück zum Sielwall.</em></p>
</blockquote>



<p>Borgward geht bald nach dem Krieg pleite. Der Motorisierung tut das keinen Abbruch. Bremens Antwort darauf ist die Trassentangente: eine Autobahn rings um die Innenstadt. Anfang der 70er steht die Hochstraße am Hauptbahnhof vor ihrer Vollendung. Im Westen schließt sie mit dem monströsen Nordwestknoten an die neubetonierte Weserquerung an. Im Süden sorgt die mehrspurige Neuenlander Straße für freie Fahrt. Was fehlt, ist die Spange im Osten. Da ist das Viertel im Weg.</p>



<p>Immerhin: Mit dem Rembertikreisel sind auch hier die ersten Schritte getan. Wo heute Autos ebenso lustig wie sinnlos um eine riesige Wiese im Kreis fahren, leben in den 60er Jahren noch Menschen. Dann rollen die Bagger an, fressen sich durch die Häuser. Ganze Straßenzüge fallen ihnen, wie die Wilhelmstraße, vollständig zum Opfer, andere, wie die Bohnenstraße, in Teilen. Von der Sonnenstraße stehen bloß noch Reste. An der Meinkenstraße reißen die Planer im hinteren Teil die komplette westliche Häuserfront weg. Den Bewohnern der östlichen Straßenseite, heute Eduard-Grunow-Straße, asphaltieren sie eine Autobahn vor die Wohnzimmerfenster. Diese Fakten zeigen jedem, was im Viertel nun folgen soll.</p>



<p>Niedrige Mieten und die Nähe zur Innenstadt machen das Ostertor zunehmend interessant für junge Leute. Ein Vergnügungsviertel entwickelt sich. Die Stadt schaut skeptisch auf ein sich langsam etablierendes Rotlichtmilieu und auf ein aufkeimendes Lebensgefühl, das später einmal die 68er-Bewegung genannt werden wird und das hier anfängt, sich eine neue Heimat aufzubauen. Rudi Dutschke spricht in der Lila Eule, die Fahrpreiserhöhung der Straßenbahn eskaliert zum Straßenkampf und macht bundesweit Schlagzeilen. Junge Bremer Genoss:innen um Olaf Dinné fangen an, die Kommunalpolitik für sich zu entdecken. „Sollten wir weiterhin Demos gegen die Amis in Vietnam, die Russen in der CSSR oder die Notstandsgesetze machen?“, fragt Dinné im Rückblick: „Es zeigte sich, dass wir uns im eigenen Viertel mal genauer umsehen sollten!“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Vietnam-Krieg zum Trassenkampf</h3>



<p>Und sie sehen sich um. Als erstes unterwandern sie den für das Viertel zuständigen SPD-Ortsverein Altstadt und machen Front gegen das Stadtumbauprojekt. Zwar sitzt kein Heiner Geißler mit am Küchentisch der Mozartstraße 5 – hier hat der Ortsverein seinen Sitz –, es gibt weder Wasserwerfereinsatz noch Großdemonstrationen. Die Parallelen zu Stuttgart 21 sind dennoch offenkundig. Hier wie dort weisen die Befürworter auf die demokratische Legitimation der seit langem verfolgten Planungen hin. Sie führen infrastrukturelle Notwendigkeiten ins Feld. Nicht zuletzt wird offenbar, wie viel Geld schon geflossen ist und wer welche Gewinne einberechnet hat. Wie beim Konflikt um Stuttgart 21 sind große Teile der Bevölkerung gegen das Projekt. Ludwig Gregor von der Treuhand bringt dies in einer Fernsehdebatte auf den Punkt, als er die Unwilligkeit der Eigentümer:innen beklagt: „Das Grundproblem im Ostertor ist doch zweifellos: Wir müssen in den Besitz der Grundstücke kommen.“</p>



<p>Die Stimmung im Viertel kippt. Mehr und mehr gehen die Anwohner:innen auf Konfrontationskurs. Nach einer Umfrage des Arbeitskreises Ostertor sind 95 Prozent von ihnen gegen das Projekt. Ein Umbau-Plan folgt auf den nächsten, begleitet jeweils von Widerstandsaktionen seitens der Gegenseite. Jahrelang geht das so. Legendär eine Bürger:innenversammlung im Chorprobensaal des Goethe-Theaters im Juli 1973 mit über 800 Teilnehmende: Spätestens jetzt ist klar, dass die Bewohner:innen des Viertels keines der Großbauvorhaben akzeptieren. Dessen ungeachtet bestätigt die SPD-Fraktion das Projekt – an ebenjenem Dienstagabend, dem 4. Dezember 1973.</p>



<p>Das Viertel ist geschockt. Es gibt viele Theorien darüber, was in der Nacht nach diesem Beschluss geschieht. Die populärste besagt, dass der damalige Fraktionsvorsitzende Walter Franke zuhause beim Abendbrot von seiner Frau dermaßen zusammengefaltet wird, dass er am nächsten Tag seine Fraktion ein weiteres Mal einberuft und zur Umkehr zwingt. Die wahrscheinlichere ist, dass die Abgeordneten und der Senat noch in der Nacht realisieren, dass sie diesen Beschluss gegen die Bevölkerung nicht durchhalten können, und kalte Füße bekommen. Wie auch immer: Jedenfalls tagt die Fraktion am Mittwoch erneut. Um 15 Uhr hat sie das erst am Vorabend beschlossene Projekt wieder vollständig gekippt – einstimmig, bei elf Enthaltungen.</p>



<p class="has-large-font-size">Offiziell behaupten die Abgeordneten, die Kosten hätten sich über Nacht verdoppelt, womit sich eine neue Beschlussgrundlage ergeben habe. Den Wohnungsbaugesellschaften stellt der Senat unbürokratisch die Wiesen in Tenever zur Verfügung – wo diese sich umgehend an die Umsetzung ihrer Ideen machen.</p>



<p class="has-large-font-size">Die Party in dieser Nacht im Ortsverein in der Mozartstraße 5 endet in einem grandiosen Besäufnis. Das Viertel ist gerettet.</p>



<p>Nicht so die SPD. 1979 zieht Dinné mit der Grünen Liste in die Bürgerschaft ein – das erste Landesparlament der Grünen –, macht der SPD die Macht streitig und fällt mit zum Teil überraschend konservativer Politik auf – bestrebt, das Viertel zu dem Hort der Ruhe und des Friedens zu machen, das es schlussendlich geworden ist: ganz ohne Hochhäuser, mit kleinen Läden, verkehrsberuhigten Spielstraßen, schicken Geschäften, Einkaufsgenossenschaften und Biosupermärkten. Aneinander geraten die Viertel-Schützer immer wieder mit Punks, McDonalds, Autonomen, Junkies und anderen, die nun ihrerseits versuchen, sich das Ostertor zu eigen zu machen.</p>



<p>Seit jeher gibt es im Viertel unterschiedliche Meinungen über die Gestaltung des öffentlichen Raumes. Ende 2010 startet eine neue Initiative mit dem richtungsweisenden Namen „Business Improvement District“. Initiatoren sind Geschäftsinhaber, die das Quartier in ihrem Sinne aufwerten wollen. Unter anderem ziehen sie gegen Graffiti zu Feld, wollen das Viertel sauber und attraktiv für auswärtige Kundschaft machen: Das Dorf soll sich rausputzen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Mieten steigen. Wer sie nicht zahlen kann, flüchtet nach Walle oder in die Neustadt. Mit dem „Planet Boy“ schließt im Sommer 2009 das letzte alternative Café. Das subkulturelle Image des Viertels ist endgültig nur noch Legende.</p>



<p class="has-large-font-size">Einzig der Gründungsmythos lebt weiter: Der Widerstand gegen die Mozarttrasse ist nach wie vor identitätsstiftend. Das Viertel versteht sich noch heute als gallisches Dorf gegen ein übermächtiges Rom. Wo sonst in Bremen kippen Bürger einen Drive-In und spielen nachts auf einer Straßenkreuzung Fußball?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Wir sitzen wieder im selben Lokal und trinken den zweiten Kaffee. Draußen laufen immer noch alte Bekannte vorüber. Es fängt an zu regnen. Die Lichter der Geschäfte spiegeln sich in den schmutzigen Pfützen. Der Sielwall leert sich. Wir reden über Werder und das Wetter und darüber, dass ein paar 30-stöckige Hochhäuser vielleicht doch so schlecht nicht wären. Denn vielleicht wäre Bremen dann eine richtige Großstadt geworden. Und nicht ein großes Dorf mit Straßenbahn.</em></p>
</blockquote>


<div class="wp-block-image">
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<p></p>
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		<title>Am Ende dieser Straße</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/am-ende-dieser-strasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melis Sivasli]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Oct 2024 08:55:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[#92 H.-H.-MEIER-ALLEE. In den Kampa-Häusern leben seit Jahrzehnten Geflüchtete immer neuer Kriege und Konflikte. Was für die Behörden eine Übergangslösung ist, nennen andere ihr Zuhause]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#00965c" class="has-inline-color">#92 H.-H.-MEIER-ALLEE. In den Kampa-Häusern leben seit Jahrzehnten Geflüchtete immer neuer Kriege und Konflikte. Was für die Behörden eine Übergangslösung ist, nennen andere ihr Zuhause</mark></h2>



<p>Beim nachträglichen Zählen beginnt man doch zu staunen: 2, 3, …, 6, 7, 8, …, 17 – mehr als 20 Kinder und Jugendliche sind uns beim Besuch der „Kampa-Häuser“ begegnet. Als wir weggehen, wuseln mindestens zehn der Jüngeren auf dem kleinen Gehweg herum, sprechen uns an und sind so unbefangen neugierig und fröhlich, dass es doch noch kein Tschüss geben kann. Wie alt bist du? Und du? Kannst du von mir ein Foto machen? Von mir auch! Kann ich auch mal ein Foto machen? Und damit geht’s erst so richtig los. </p>



<p class="has-white-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-4ebbb6d14f4a6388ff7780bcf7102711" style="background-color:#00965c"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-white-color">Aber was sind „Kampa-Häuser“? Sie stehen am Ende der H.-H.-Meier-Allee, acht einstöckige Holzdoppelhäuser mit ausgebautem Dach, benannt nach ihrem Hersteller. </mark>Die Fertigbauten dienen als Übergangsunterkünfte. Die senatorische Sozialbehörde ließ sie Anfang der Neunzigerjahre aufstellen, als der Zerfall der ehemaligen Sowjetunion die sogenannten Spätaussiedler nach Deutschland führte. Die Häuser sind stabiler als Container oder Modulbauten, günstig und schnell zu errichten. </p>



<p>Und obwohl sie nicht lange stehen sollten, sind sie immer noch da. Denn kurz nach ihrer ersten Nutzungsgeneration brachten die kriegerischen Balkan-Konflikte und die Auflösung Jugoslawiens viele Geflüchtete nach Bremen. Sozialbehördensprecher Bernd Schneider erklärt zur weiteren Entwicklung: „Nach zunächst rückläufigen Migrantenzahlen stiegen sie ab 2011 durch die Ereignisse in Syrien wieder an. Seitdem stiegen sie exponentiell – bis zum Höchststand 2015.“ Zahllose Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern flohen vor Kriegen, Hunger und Zerstörung nach Europa. Die Häuser wurden weiter gebraucht und ihre Standzeit verlängert. </p>



<p>Schauen wir uns ihre Lage in der H.-H.-Meier-Allee näher an: Längs zwischen den Bahngleisen der Linie 6 und der Kleingartenanlage „Kornblume“ liegen die Häuser am Straßenende für sich. Dort steht sonst nichts, weil das Gebiet eigentlich kein Bauland ist. Mit roten Dächern und in freundlichem Gelb, Hellblau und Weiß erinnern die Kampa-Häuser an hübsche Sommerbehausungen. Dabei sind sie winterfest und auf 95 Quadratmetern mit fünf Zimmern, Küche und Bad recht geräumig. Trockenplätze für Wäsche, kleinformatige Terrassen, ein schmaler Gartenstreifen sowie Schuppen gehören dazu. Autofreiheit ist garantiert, denn die Straße endet für Kfz noch vor der Siedlung. Und die große Fahrradmeile nach Horn verläuft auf der anderen Gleisseite. Vor den Häusern gibt es nur den schmalen Fußweg und einen Fahrradweg hinter dem Grünstreifen: ein Kinderparadies. </p>



<p>Wer dort vorübergehend wohnen darf, entscheidet die Sozialbehörde als Eigentümerin. Sie sucht mindestens achtköpfige Familien aus Übergangswohnheimen aus, mit deren Betreuung wiederum die Arbeiterwohlfahrt (AWO) beauftragt wird. Die Wohnerlaubnis ist befristet, zurzeit auf 24 Monate. In Ausnahmefällen verlängert die Behörde zwar, aber Bernd Schneider betont: „Nutzung so kurz wie möglich!“ Denn die Menschen sollen schnellstmöglich „normal“ wohnen, um sich besser integrieren zu können.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#00965c" class="has-inline-color">An diesem schwülwarmen Spätsommertag möchten wir mehr über das Wohnen dort erfahren. Aufgehängte Wäsche und ein paar Kinder verraten zunächst noch wenig über das Leben hier. Aber vorsichtiges Anklopfen öffnet Türen. </mark></h2>



<p>Hier leben Menschen aus verschiedensten Nationalitäten. Wir lernen drei syrische Familien kennen. Die Verständigung ist kein Problem, denn die älteren Kinder sprechen gut Deutsch und übersetzen für die Eltern, wenn es nötig wird. Wie und wo sie das gelernt haben? In der Schule, mit anderen Kindern, draußen. Zur ersten Familie gehören sechs Kinder, in den anderen beiden leben jeweils sieben Töchter und Söhne. Alle wohnen gerne in diesen Häusern, erfahren wir. Wie ist das Leben? Die Zweitälteste ihrer Familie berichtet von ihrem Schulbesuch: Sie steht früh auf, auch wenn die Nächte nicht immer ruhig sind, weil manche [Kinder von nebenan] abends lange draußen bleiben. Die Wohnung aber findet sie: „perfekt!“ </p>



<p>Obwohl ihr Vater arbeitet und Geld verdient, wohnt die Familie noch immer hier im Kampa-Haus. Sie suchen bereits seit vier Jahren, finden aber keine andere Wohnung. „Jedes Haus hier hat viele Geschichten“, sagt die 19-jährige Shahed, das älteste von sieben Kindern der [Familie nebenan]. Bevor sie hierherkamen, lebten sie unter beengten Verhältnissen im Übergangswohnheim. Schrecklich sei es dort gewesen, ganz anders als jetzt: „Wir haben hier ein Wohlgefühl!“, sagt Shahed und strahlt. Sie steht vor dem Fachabitur. Danach möchte sie vielleicht Architektin werden, oder jedenfalls erst mal ein Praktikum in dem Bereich machen.</p>



<p>Das ist Welten entfernt vom knappen Bericht, den uns ihr Bruder Aziz über die Zeit zuvor gibt – vor der Zeit in Deutschland: Mit 10 Jahren schlug er sich 2015 aus der Türkei, wohin die Familie geflohen war, über Griechenland nach Deutschland durch: allein, in 15 Tagen. Sein schlimmstes Erlebnis war die furchtbare Überfahrt in einem überfüllten Gummiboot. Er kann sich erinnern, dass er unten lag und bei hohem Seegang immer wieder andere auf ihn fielen. Sein Auge wurde verletzt, aber er schaffte es. In der Bundersrepublik bekam er Hilfe. Als seine Familie zwei Jahre später nachkam, hatte Aziz so viel Deutsch gehört und gesprochen, dass er Arabisch erst wieder üben musste. </p>



<p>Auch der heute zwölfjährige Mustafa aus der [Familie nebenan] erinnert sich noch an den Krieg und Stationen der langen Flucht. 2015 hat die Familie Syrien über die Türkei verlassen, wo sie sich drei Jahre lang aufhielt. Mustafas Oma und ein Onkel blieben dort, die anderen leben seit 2018 in Deutschland. Sein Bruder Taim ist vier Jahre alt und stolz, dass er mitt lerweile in die AWO-Kita „Singdrossel“ gehen kann. Die befindet sich in einem der Häuser und ist auch anderen Kindern zugänglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1250" height="834" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1.jpg" alt="" class="wp-image-10893" title="" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1-1200x800.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1-600x400.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/92-001-1250x834-1-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><sup>Hinter jeder Tür gibt es hier andere Familien- und Fluchtgeschichten zu hören.</sup></p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#00965c" class="has-inline-color">Aber die Zeit läuft weiter: In vier Monaten sollen zwei der Familien ihre Wohnung geräumt haben. Nicht nur Mustafa träumt davon, statt dessen bald ein schönes Haus zu finden. </mark></h2>



<p>Das derzeit größte Problem aller Familien dort ist wohl, dass ihre Wohnfrist zwar längst abgelaufen ist, sie aber entweder keine Wohnungen finden oder sie dann nicht bekommen. Shahed erzählt, dass sie einmal sehr gerne eine Wohnung von ungefähr 94 Quadratmetern genommen hätt en. „Uns hätte das gereicht, aber die wollen uns nicht.“ Die Wohnung sei zu klein für so eine große Familie. Auch ihre [Nachbar:innen] sind unsicher, wie es weitergeht. Alle haben Angst, ins Wohnheim zurück müssen, wenn sie nichts anderes finden.</p>



<p class="has-white-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-275990b9e4120fb3ef71c5d725821627" style="background-color:#00965c">Aber wie sieht es überhaupt aus mit Wohnraum in der Stadt? Auch urbremische Familien mit vier Kindern suchen oft jahrelang. Und weil es kaum große Wohnungen gibt, steigen die Preise immer weiter. Wie sollen da erst große Migrantenfamilien etwas finden? Das ist die zentrale offene Frage zum sozialen Wohnungsbau – und zwar für alle Suchenden unabhängig von Herkunft und Geschichte. Im „Wohnungsbaukonzept Bremen 2020“ des Bausenats von 2009 heißt es programmatisch, Bremen solle bis „2020 eine grüne Stadt am Wasser mit hohen Erholungs- und Umweltqualitäten“ werden „und eine sozial gerechtere“. Es lässt sich darüber streiten, ob das erreicht ist.</p>



<p>Das Problem ist bei der Sozialbehörde grundsätzlich bekannt. Tatsächlich gab es ja auch immer wieder Verlängerungen, was aber naturgemäß nur eine vorübergehende Lösung sein kann. Man versucht es aber an allen möglichen Ecken und Enden: „Seit 2015 vermittelt die AWO jährlich aus sämtlichen Übergangswohnheimen und unterstützt Geflüchtete bei der Wohnraumsuche“, sagt Sprecher Bernd Schneider. Außerdem verweist er auf die AiQ-Beratungsstellen „Ankommen im Quartier“, die es inzwischen in acht Bremer Stadtteilen gibt.</p>



<p>Doch zurück zu den Suchenden am Ende der H.-H.-Meier-Allee: Alle, mit denen wir hier sprachen, haben Unbeschreibliches erlebt. Als Zuhörende können wir nur eine leise Ahnung dieser Lebenswirklichkeit bekommen. Was zum Beispiel bedeutet es für Shaheds Familie, dass das einst schöne und hochkultivierte ar-Raqqa mit seinen 8.000 Jahre alten Siedlungswurzeln heute zu 80 Prozent zerstört ist? Dass zivilisiertes Leben dort kaum mehr existiert? Shahed ist eine von vielen, die in ihr Land zurückkehren wollen. Sie möchte in Deutschland etwas lernen, womit sie dann beim Wiederaufbau ihrer Stadt helfen kann. Auch dazu muss sie hier wohnen können.</p>



<p>Natürlich müssen sie Kompromisse eingehen und sich anpassen. Das beginnt bereits beim neuen Nachnamen, der dieser Familie auf dem Irrweg hierher sozusagen zugefallen ist. „Wir heißen jetzt K. mit Nachnamen. Aber das ist eigentlich nicht unser Name“, sagt Shahed, „doch jetzt heißen wir so.“ Wie kam das? Auf dem langen Weg nach Deutschland hat man den Namen dieser Familie mit dem einer anderen vertauscht. Die Familie nimmt es gelassen, sie haben Schlimmeres erlebt. Nur haben sie jetzt Schwierigkeiten, entferntere Verwandte besuchen zu dürfen, weil diese sie wegen des Namens nicht mehr Verwandte nennen. „Wenn wir von Familie sprechen, meinen wir mehr Menschen, als man hier meint. Nicht nur die Eltern und Kinder. Auch die Großeltern, Tanten und Onkel“, erklärt Shahed. In ar-Raqqa haben sie noch mit vielen in einem großen Haus gewohnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-79f073cf44e66df39892ac430a27f5d2" style="color:#00965c">Namen haben Bedeutungen. Shahed bedeutet „Honig“ und Nurhan, der Name ihrer Mutter, gleicht einem Gemälde ihrer Ausstrahlung: „Sonnenlicht“. Vor den Häusern ist es nach zwei Stunden belebter. „Kommt ihr wieder?“, ruft ein Mädchen zum Abschied. Klar. Das muss bald sein, damit wir sie hier noch antreffen – den Honig, das Sonnenlicht und die vielen anderen mit den poetischen Namen.</h2>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
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<p>Text: Ulrike Plappert<br /><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#00965c" class="has-inline-color"><em>Nach ihrem Besuch in den Kampa-Häusern sagt sie: „Wir schaffen das“ ist wesentlich komplexer als gedacht. Sie dankt den Familien für ihre Offenheit</em>.</mark></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-3fde734e0a52cb85646a40b779070a96">Fotos: Wolfgang Everding<br /><em><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#00965c" class="has-inline-color">Kennt die Kampa-Häuser von Baubeginn an. Auf so engem Raum mit neun Personen zu leben, erfordert große Disziplin und Rücksichtnahme.</mark></em></p>
</div>
</div>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/92-h-h-meier-allee/"><img decoding="async" width="1250" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee.jpg" alt="" class="wp-image-11103" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee-1200x800.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„KAFFEE? MILCH? ZUCKER?“</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/portrait-martin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melis Sivasli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2024 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnhofsvorstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[streetwork]]></category>
		<category><![CDATA[zds]]></category>
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					<description><![CDATA[#50 DIE STRASSE. Eine Runde durch die Bahnhofsvorstadt mit [Martin], der durch einen Ein-Euro-Job zum Streetworker wurde Der letzte Dienstag im Mai 2017, ein sonniger Morgen. Menschen hasten auf dem Vorplatz des Bremer Hauptbahnhofs zur Arbeit. Mitten unter ihnen ist [Martin], 44. Sein Gang ist fest, aber nicht überaus schnell. Sowieso ist er etwas ruhiger und in sich gekehrt. Alleinunterhalter wird er in diesem Leben nicht mehr, das steht fest. Sein Ziel ist das Café Papagei, unweit der Bremer Discomeile. Kurz nach neun Uhr steht er an der Theke und bestellt wie jeden Tag eine kleine Cola. Danach ein kurzer Schnack mit Gästen des Cafés und seinen Kollegen [Jörg] und [Jonas]. Dabei dreht er sich eine Zigarette. [Martin] erfährt, dass er heute allein „seine Runde machen“ muss. Er gehört seit zehn Monaten zum Team der Streetworker der Inneren Mission. Als Ein-Euro-Jobber ist er, wie schon sein Kollege [Jörg], zum Team gestoßen. Um halb zehn wird er unruhig, sein Dienst auf dem Bahnhofsvorplatz beginnt. Er stopft vier Thermoskannen Kaffee in den Rucksack. Kurze Kontrolle, ob er &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792c3" class="has-inline-color">#50 DIE STRASSE. Eine Runde durch die Bahnhofsvorstadt mit [Martin], der durch einen Ein-Euro-Job zum Streetworker wurde</mark></h1>



<p>Der letzte Dienstag im Mai 2017, ein sonniger Morgen. Menschen hasten auf dem Vorplatz des Bremer Hauptbahnhofs zur Arbeit. Mitten unter ihnen ist [Martin], 44. Sein Gang ist fest, aber nicht überaus schnell. Sowieso ist er etwas ruhiger und in sich gekehrt. Alleinunterhalter wird er in diesem Leben nicht mehr, das steht fest.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792c3" class="has-inline-color">Sein Ziel ist das Café Papagei, unweit der Bremer Discomeile. Kurz nach neun Uhr steht er an der Theke und bestellt wie jeden Tag eine kleine Cola. </mark></h3>



<p>Danach ein kurzer Schnack mit Gästen des Cafés und seinen Kollegen [Jörg] und [Jonas]. Dabei dreht er sich eine Zigarette. [Martin] erfährt, dass er heute allein „seine Runde machen“ muss. Er gehört seit zehn Monaten zum Team der Streetworker der Inneren Mission. Als Ein-Euro-Jobber ist er, wie schon sein Kollege [Jörg], zum Team gestoßen.</p>



<p>Um halb zehn wird er unruhig, sein Dienst auf dem Bahnhofsvorplatz beginnt. Er stopft vier Thermoskannen Kaffee in den Rucksack. Kurze Kontrolle, ob er auch an alles gedacht hat, dann macht er sich auf den Weg. Sein erster Kunde lässt nicht allzu lange auf sich warten, [Martin] schenkt den ersten Kaffee aus. Da [Martin] bis vor ein paar Monaten sehr zurückgezogen gelebt hatte, musste er erst lernen, wie man sich auf der Straße verhält. Vor dem Hauptbahnhof wird er das erste Mal von einem Mann erkannt, der auf der Straße lebt. Bei einem kurzen Plausch werden die Neuigkeiten des Tages ausgetauscht: Ein Obdachloser ist am Vorabend ins Krankenhaus gekommen. [Martin] kennt ihn, er fragt: „Was ist mit seinem Hund?“ „Der ist bei einer Freundin“, die Antwort beruhigt ihn. [Martin] hat selbst einen Hund: Spike, ein Husky.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/08/martin-0_3.jpg" alt="" class="wp-image-10730" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/08/martin-0_3.jpg 800w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/08/martin-0_3-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792c3" class="has-inline-color">Auf dem Weg durch den Bahnhof zur Bürgerweide geht [Martin] das Schicksal des Obdachlosen nicht aus dem Kopf. Vermutlich muss er das Krankenhaus nach drei Tagen schon wieder verlassen: </mark></h3>



<p>„Der ist nämlich nicht krankenversichert. Dann werden die ihn nicht so lange dabehalten. Ich denke ja manchmal, mir geht es beschissen, aber wenn ich das hier dann alles sehe &#8230; Auch wenn ich so meine Probleme habe, dagegen geht es mir richtig gut.“ Auf der Straße gelebt hat er nie, aber durch Schicksalsschläge vor vielen Jahren ist sein Leben nicht gerade ideal verlaufen. „Zwar habe ich keinen Job gelernt, aber damals immer gearbeitet. Gabelstapler bin ich viel gefahren und im Lager habe ich gearbeitet, hatte ein Auto und alles!“ Genauer möchte [Martin] seine Geschichte nicht erzählen.</p>



<p>Auf der Bürgerweide angekommen, schallt es ihm aus einer kleinen Gruppe schon entgegen: „Moin Maddin! Wie immer, pünktlich auf die Minute, da kannst du die Uhr nach stellen.“ Die sechs Männer sind fast immer hier, sie fiebern dem kostenlosen Kaffee entgegen. Martins erste Thermoskanne ist leer, und etwa zehn Minuten später geht es weiter durch den Nelson-Mandela-Park. Eigentlich wollte [Martin] den Job gar nicht. „Aber Jonas (Streetworker der Inneren Mission, Anmerkung der Redaktion) hat immer genervt, und irgendwann habe ich dann zugestimmt. Der Job gibt meinem Tag Struktur und ich habe was zu tun.“ [Martins] Job umfasst die tägliche „Kaffeerunde“ und Helfertätigkeiten. Aber er ist auch nicht selten erste Anlaufstelle bei Problemen, gerade wenn er wie heute allein und nicht mit [Jonas] unterwegs ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792c3" class="has-inline-color">Im Park ist nicht viel los. Beim Elefanten sitzen zwei Frauen auf einer Parkbank. Die jüngere der beiden ist von zu Hause ausgerissen. </mark></h3>



<p>Einen Kaffee möchten sie nicht, aber einen Rat: „Mit meinem Vater gibt es Stress zu Hause und ich will nicht wieder dahin zurück. Wo kann ich mich melden, wer kann mir helfen?“ „In deiner Situation: Geh mal am Besten ins Café Papagei. Da sind Menschen, die dir helfen können, die haben Ahnung.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/08/martin-0_2.jpg" alt="" class="wp-image-10732" style="width:450px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/08/martin-0_2.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/08/martin-0_2-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>
</div>


<p></p>



<p>[Martin] ist nun eine Stunde unterwegs und gönnt sich eine Zigarette auf einer der Bänke. Eine kurze Pause. Danach geht es durch den Bahnhof zurück in die Stadt. Auf den Wegen in der Bahnhofsvorstadt leert sich die zweite Kanne. Auch in den Wallanlagen wird er schon erwartet. Die Gespräche an den Treffpunkten scheinen sich zu wiederholen, so wie die immer gleichen Fragen:</p>



<p>„Kaffee? Milch? Zucker?“ [Martin] ist einfach kein Mann der vielen Worte und eigentlich kennt er die Gewohnheiten seiner Stammkunden. „Schwarz wie die Nacht, schwarz wie meine Seele! Das weißt du doch, Maddin!“, sagt ein komplett schwarz gekleideter Mann nahe der Mühle.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792c3" class="has-inline-color">Die anschließende Runde durch die Sögestraße, über den Domshof und zurück durch die Obernstraße ist heute schnell erledigt. Es ist wenig los, und inzwischen ist es warm geworden. Die letzte Kanne ist fast leer.</mark></h2>



<p>[Martin] wohnt in Gröpelingen und wenn er heute Abend zu seinem Hund nach Hause kommt, beginnt die andere Hälfte seines Alltages. Die ruhigen Abende und Wochenenden verbringt er dann mit Spike. Seine Fotos haben deshalb nichts mit seinem Job als Streetworker zu tun. „Ich liebe Schiffe, den Hafen, das Maritime. Meine Mutter war lange mit einem Seemann liiert, daher kommt das wohl.“ Angeln gehört dabei zu seinen liebsten Hobbys, stundenlang gibt er dann keinen Ton von sich. Denn eigentlich ist er ja nicht gerne unter Menschen. Trotzdem wird er auch morgen früh wieder pünktlich um neun Uhr seine Cola im Café Papagei bestellen.</p>



<p></p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-black-color">Text: <em>Sebastian Voss </em><br /></mark><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792C3" class="has-inline-color">ist derzeit selbst von Wohnungslosigkeit betroffen und hält den „Fidget Spinner“ für&nbsp;eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit</mark></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size">Fotos: <em>Martin</em><br /><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#8792C3" class="has-inline-color">ursprünglich veröffentlicht im<br /><em>Juli 2017</em></mark></p>
</div>
</div>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/50-die-strasse/"><img decoding="async" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2017/07/cover_50.jpg" alt="" class="wp-image-7885"/></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Schnack mit Alexander</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/portrait-alexander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Melis Sivasli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 03:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlose]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkäufer]]></category>
		<category><![CDATA[Verkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[zds]]></category>
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					<description><![CDATA[#33 FALKENSTRASSE. Eine Einladung führte ihn nach Bremen, wo er seit acht Jahren auf der Straße lebt Wie man leicht hören kann, komme ich aus dem Rheinland, genauer gesagt aus Köln. Dort habe ich die ersten 25 Jahre meines Lebens gelebt. „Gewohnt“ kann man nicht unbedingt sagen, denn seit meinem 17. Lebensjahr lebe ich auf der Straße. Damals bin ich bei meiner Mutter rausgeflogen, wir hatten uns ständig in den Haaren wegen des Kiffens und des Alkohols. Irgendwann hat es geknallt und ich stand auf der Straße. Zu meinem Vater konnte ich nicht, den hatte ich nie kennengelernt. Also bin ich umhergezogen, habe im ständigen Wechsel bei Freunden gewohnt oder eben auf der Straße gelebt. Nach der Sonderschule habe ich eine Lehre als Maler und Lackierer angefangen. Nach eineinhalb Jahren habe ich aber abgebrochen und mich stattdessen mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Als meine Alkoholprobleme immer heftiger wurden, habe ich eine Therapie gemacht und auch durchgezogen. Danach bin ich weg aus Köln, ich brauchte dringend einen Tapetenwechsel. Nach Bremen kam ich dann aus Zufall, ich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">#33 FALKENSTRASSE. Eine Einladung führte ihn nach Bremen, wo er seit acht Jahren auf der Straße lebt</mark></h1>



<p><strong>Wie man leicht hören kann, komme ich aus dem Rheinland, genauer gesagt aus Köln. Dort habe ich die ersten 25 Jahre meines Lebens gelebt. „Gewohnt“ kann man nicht unbedingt sagen, denn seit meinem 17. Lebensjahr lebe ich auf der Straße. </strong></p>



<p>Damals bin ich bei meiner Mutter rausgeflogen, wir hatten uns ständig in den Haaren wegen des Kiffens und des Alkohols. Irgendwann hat es geknallt und ich stand auf der Straße. Zu meinem Vater konnte ich nicht, den hatte ich nie kennengelernt. Also bin ich umhergezogen, habe im ständigen Wechsel bei Freunden gewohnt oder eben auf der Straße gelebt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Nach der Sonderschule habe ich eine Lehre als Maler und Lackierer angefangen.</mark></h2>



<p>Nach eineinhalb Jahren habe ich aber abgebrochen und mich stattdessen mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Als meine Alkoholprobleme immer heftiger wurden, habe ich eine Therapie gemacht und auch durchgezogen. Danach bin ich weg aus Köln, ich brauchte dringend einen Tapetenwechsel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Nach Bremen kam ich dann aus Zufall, ich war zu einer Party eingeladen und bin einfach hiergeblieben. Wobei mir gleich zu Beginn mein Hund gestohlen wurde:</mark></h2>



<p>Dolly, ein Mischling aus Bordercollie und Berner Sennenhund. Ich habe am Bahnhof auf der Straße übernachtet, und während ich schlief, muss jemand Dolly einfach mitgenommen haben. Dolly war erst sechs Monate alt, ich hatte sie von klein auf. Keine Ahnung, wo sie jetzt steckt. Aber abgesehen davon gefällt mir Bremen wirklich gut, die Leute sind sehr umgänglich und entspannt. Gerade die Polizisten, mit denen wir es auf der Straße häufig mal zu tun bekommen, sind sehr freundlich. Da habe ich damals in Köln ganz andere Erfahrungen gemacht.</p>



<p>Meine Mutter ist vor zehn Jahren leider gestorben, und zu meinem jüngeren Bruder habe ich den Kontakt abgebrochen. Wir waren völlig zerstritten. Was bleibt, ist meine Straßenfamilie, Kumpels, die wie ich ohne feste Bleibe sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Bei der Zeitschrift der Straße bin ich fast von Anfang an, seit der zweiten Ausgabe.</mark></h2>



<p>Ich hatte damals einen Stammplatz am Bahnhof, aber seit dort so viele andere Verkäufer stehen, laufe ich lieber jeden Tag quer durch die Innenstadt und biete die Hefte Passanten an. Das läuft vor allem im Sommerhalbjahr sehr gut, wenn viele Menschen draußen im Café sitzen. Auf meiner üblichen Tour laufe ich von der Neustadt zur Domsheide, durchs Viertel zum Hauptbahnhof und dann durch die Altstadt wieder zurück in die Neustadt, wo ich derzeit auch auf der Straße übernachte.</p>



<p>Wie viele Kilometer ich pro Tag abreiße, weiß ich nicht, aber alle zwei Monate sind meine Schuhe völlig durchgetreten und ich brauche neue. Ab November habe ich ein WG-Zimmer in Gröpelingen, noch rechtzeitig vor dem Winter. Dann möchte ich auch wieder anfangen zu arbeiten, bei einer Zeitarbeitsfirma vielleicht oder als Lagerist.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">Protokoll und Foto:<br /><em>Philipp Jarke</em></mark></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#e5547c" class="has-inline-color">ursprünglich veröffentlicht im<br /><em>November 2015</em></mark></p>
</div>
</div>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/33-falkenstrasse/"><img decoding="async" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2015/11/cover_33-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-6088"/></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir verändern unsere Vertriebsstrukturen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/der-neue-verkaufsausweis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 20:46:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkäufer]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriftderstrasse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=10158</guid>

					<description><![CDATA[Neue Ausweise Auf Bremens feuchten Herbststraßen verändert sich etwas in diesen ersten November&#173;tagen – die Zeitschrift der Straße ändert ihre Vertriebs&#173;stuk&#173;turen und ihr Regelwerk. Unsere Verkaufs&#173;personen erhalten einen neuen Verkaufs&#173;aufsweis. Dieser ist mit einem Foto versehen, zeitlich befristet und u. a. durch ein Originalsiegel und einen QR-Code erheblich fälschungssicherer als die vorherige Version. Auf der Karte finden Sie auch die Verkäufernummer und die Gültigkeitsdauer. Feste Verkaufsplätze Seit dem 6. November 2023, mit Erscheinen der neuen Ausgabe stehen unsere Verkäufer:innen außerdem an festen Plätzen. Weil wir nicht wollen, dass sich unsere Verkäufer:innen aufdringlich verhalten, ist es schon lange verboten, die Zeitschrift der Straße im Gehen zu verkaufen. Wir entwickeln die Zeitschrift in engem Austausch mit anderen deutschen Straßenzeitungen. Im Gespräch mit den Kolleg:innen mussten wir feststellen, dass wir mit der freien Platzwahl die absolute Ausnahme waren. Vom festen Verkaufsplatz versprechen wir uns größere Verläss&#173;lichkeit, ein stabileres soziales Umfeld für die Verkaufenden und bessere Möglich&#173;keit, sie aufzusuchen, wenn es Probleme gibt. Alle Verkäufer:innen haben einen festen Platz, der übrigens ebenfalls auf dem Ausweis vermerkt ist. Wir werden &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Neue Ausweise</h2>



<p>Auf Bremens feuchten Herbststraßen verändert sich etwas in diesen ersten November&shy;tagen – die <em>Zeitschrift der Straße</em> ändert ihre Vertriebs&shy;stuk&shy;turen und ihr Regelwerk. Unsere Verkaufs&shy;personen erhalten einen neuen Verkaufs&shy;aufsweis. Dieser ist mit einem Foto versehen, zeitlich befristet und u. a. durch ein Originalsiegel und einen QR-Code erheblich fälschungssicherer als die vorherige Version. Auf der Karte finden Sie auch die Verkäufernummer und die Gültigkeitsdauer.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1194" height="721" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_ausweis_bild_www-2.jpg" alt="" class="wp-image-10171" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_ausweis_bild_www-2.jpg 1194w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_ausweis_bild_www-2-300x181.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1194px) 100vw, 1194px" /><figcaption class="wp-element-caption">So sieht der neue Verkaufsausweis aus</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Feste Verkaufsplätze</h2>



<p>Seit dem 6. November 2023, mit Erscheinen der neuen Ausgabe stehen unsere Verkäufer:innen außerdem an festen Plätzen. Weil wir nicht wollen, dass sich unsere Verkäufer:innen aufdringlich verhalten, ist es schon lange verboten, die <em>Zeitschrift der Straße</em> im Gehen zu verkaufen. Wir entwickeln die Zeitschrift in engem Austausch mit anderen deutschen Straßenzeitungen. Im Gespräch mit den Kolleg:innen mussten wir feststellen, dass wir mit der freien Platzwahl die absolute Ausnahme waren. Vom festen Verkaufsplatz versprechen wir uns größere Verläss&shy;lichkeit, ein stabileres soziales Umfeld für die Verkaufenden und bessere Möglich&shy;keit, sie aufzusuchen, wenn es Probleme gibt. Alle Verkäufer:innen haben einen festen Platz, der übrigens ebenfalls auf dem Ausweis vermerkt ist. Wir werden das zeitnah auch um eine digitale Standortkarte ergänzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ihre Mithilfe</h2>



<p>Sollten Sie zukünftig noch Menschen mit alten Ausweisen antreffen, sagen Sie uns bitte unbedingt Bescheid. Es liegt auch im Interesse der ehrlichen Verkäufer:innen, solche Probleme umgehend zu lösen. Denn immerhin fallen die Störungen durch Einzelne über kurz oder lang auf alle anderen zurück – und belasten so das ganze Projekt. Auch wenn unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen regelmäßig in der Stadt unterwegs sind, können wir nicht immer und überall vor Ort sein. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen, wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Verkaufs&shy;personen haben – oder bei Fragen zu unserem Regelwerk. Sie erreichen uns in solchen Fällen telefonisch unter <strong>0421 17 52 16 27</strong> oder per E-Mail an: <strong><a href="mailto:zeitschrift@inneremission-bremen.de">zeitschrift@inneremission-bremen.de</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Letzte macht das Licht aus</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/der-letzte-macht-das-licht-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2023 15:57:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Leerstand]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9883</guid>

					<description><![CDATA[#104 LEERSTAND – Völlig klar: Jede Ausgabe der Zeitschrift der Straße ist eine besondere Ausgabe. Und trotzdem haben wir mit der #104 etwas besonderes versucht – auch für unsere Verhält­nisse. Wir haben uns mit dem „Leerstand“ beschäftigt: einem Phä­nomen, über das zur Zeit viel gesprochen, geklagt und gegrübelt wird. Die meist fotografischen Beiträge in unserem Heft sind dabei ganz unter­schied­lichsten Leerständen gewidmet: Wohnungen, Schu­len, Fabriken und Büros. Auf eine zunächst eher ungewöhlich wirkende Variante wollen wir hier einen zweiten Blick werfen. Auf Kirchen nämlich, von denen nicht nur im übertragenden Sinne immer mehr leer stehen. Dabei ist der Mitgliederschwund christlicher Kirchen gar kein Geheim­nis. Die regelmäßig veröffentlichten Austrittszahlen steigen Jahr für Jahr. Das illustriert einen Bedeutungswandel der Institution Kirche für die Gesellschaft – schlägt sich zunehmend aber auch in der Nutzung kirch­licher Immobilien nieder. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutsch­land bereits mehr als 500 katholische Kirchen offiziell entweiht und teils umgenutzt. Eine davon steht in Rönnebeck, im Bremer Nor­den. Sie&#160;wurde 1930 eingeweiht und 2019 wieder geschlossen – vom Weih­bischof dem „profanen Gebrauch zurückgegeben“, wie es &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">#104 LEERSTAND – Völlig klar: Jede Ausgabe der Zeitschrift der Straße ist eine besondere Ausgabe. Und trotzdem haben wir mit der #104 etwas besonderes versucht – auch für unsere Verhält­nisse. </h2>



<p>Wir haben uns mit dem „Leerstand“ beschäftigt: einem Phä­nomen, über das zur Zeit viel gesprochen, geklagt und gegrübelt wird. Die meist fotografischen Beiträge in unserem Heft sind dabei ganz unter­schied­lichsten Leerständen gewidmet: Wohnungen, Schu­len, Fabriken und Büros. Auf eine zunächst eher ungewöhlich wirkende Variante wollen wir hier einen zweiten Blick werfen. Auf Kirchen nämlich, von denen nicht nur im übertragenden Sinne immer mehr leer stehen.</p>


<div class="wp-block-image wp-block-image size-full is-resized">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1.jpg" alt="" class="wp-image-11079" style="width:550px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web1-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leere Kirche in Bremen Rönnebeck</figcaption></figure>
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<p>Dabei ist der Mitgliederschwund christlicher Kirchen gar kein Geheim­nis. Die regelmäßig veröffentlichten Austrittszahlen steigen Jahr für Jahr. Das illustriert einen Bedeutungswandel der Institution Kirche für die Gesellschaft – schlägt sich zunehmend aber auch in der Nutzung kirch­licher Immobilien nieder. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutsch­land bereits mehr als 500 katholische Kirchen offiziell entweiht und teils umgenutzt. Eine davon steht in Rönnebeck, im Bremer Nor­den. Sie&nbsp;wurde 1930 eingeweiht und 2019 wieder geschlossen – vom Weih­bischof dem „profanen Gebrauch zurückgegeben“, wie es heißt. Künftig soll hier eine Kita entstehen, sobald die Baugenehmigung erteilt ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web2.jpg" alt="" class="wp-image-11096" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web2.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web2-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Kita St. Nicolai“</figcaption></figure>



<p>Der zugehörige Gemeindesaal wird bereits seit 2017 als „Kita St. Nicolai“ in diesem Sinne von den ganz Kleinen genutzt. Hier sehen wir deren stellvertretende Leiterin Christin Timmermann. In den Niederlanden, wo es keine Kirchensteuer gibt, ist&nbsp;dieser Prozess bereits sehr viel weiter fortgeschritten. In Maastricht beherbergt eine Kirche etwa die meist­besuchte Buchhandlung des Landes. Auch Fitness­studios, Supermärkte, Hotels und Turnhallen sind dort in ehemalige Glaubens­häuser gezogen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3.jpg" alt="" class="wp-image-11089" style="width:550px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web3-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Christin Timmermann, stellvertretende Leiterin der „Kita St. Nicolai“</figcaption></figure>
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<p>Doch auch wenn das liturgische Prozedere zur „Entweihung“ zunächst eine katho­lische Angelegenheit ist, betrifft die Sache selbst die evange­lische Kirche nicht weniger. Hier sehen wir die 2008 profanierte Kirche Matthias Claudius in der Neu­stadt. In das Kirchenschiff wurde eine Zwischen­decke eingezogen. Auch hier wer­den die freigewordenen Räume inzwischen als Kita genutzt. Der Altar der ehema­ligen Kirche steht heute an der frischen Luft, gleich vor dem Gebäude, in&nbsp;dem auch&nbsp;ein Café Platz gefunden hat, das längst zu einem beliebten Treff­punkt in&nbsp;der Neustadt geworden ist. Hier sind auch die ehemaligen Kirchen­fenster zu bewun­dern.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web4.jpg" alt="" class="wp-image-11095" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web4.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web4-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ehemalige Kirche Matthias Claudius in der Neustadt</figcaption></figure>
</div>


<p>Wie diese Veranstaltung im Frauencafé beweist, können kirchliche Räume also auch ohne Gottesdienste Gemeinschaft stiften. Ganz selbst­ver­ständlich übrigens auch nicht nur unter Christen. In der ehe­maligen Kirche in der Neustadt sind auch zahlreiche Muslima gern­gesehene Gäste.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web6.jpg" alt="" class="wp-image-11093" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web6.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web6-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frauencafé in der ehemaligen Kirche Matthias Claudius</figcaption></figure>
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<p>In der Vahr wiederum hat man die Nutzung der 1964 erbauten Heilig-Geist-Kirche bereits erweitert, obwohl sie gar nicht profaniert ist. Für&nbsp;Gottes­dienste werden Stuhlreihen aufgestellt, ansonsten dienen die Räumlichkeiten als Sozial­kaufhaus, Nähstube, Repair-Café oder Unter­richts­raum zur Nachhilfe und füllen die Kirche so auch unter der Woche mit Leben. Bis nach Ghana reichen die Kontakte aus der Vahr, wo man verschiedene Projekte mit Spenden unterstützt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="833" height="1111" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5.jpg" alt="" class="wp-image-11091" style="width:550px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5.jpg 833w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web5-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sozialkaufhaus in der Heilig-Geist-Kirche in Bremen Vahr</figcaption></figure>
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<p>Seele und Motor dieses „Marktplatzes der Begegnungen“ ist Sozial­ar­bei­ter Chris­toph Buße. Auch hier zählen zahlreiche Menschen musli­mi­schen Glaubens zu&nbsp;den Unterstützenden. Der aus Syrien stam­mende Abd El Karem Hasan etwa betreut das Repair-Café. Menschen bringen kaputte Nähmaschinen, Stereoanlagen und so weiter – damit sie repa­riert werden, statt auf dem Müll zu landen. Das spart Geld und ist gut für die Umwelt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web7.jpg" alt="" class="wp-image-11085" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web7.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web7-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /><figcaption class="wp-element-caption">Christoph Buße (links), Abd El Karem Hasan (rechts)</figcaption></figure>
</div>


<p>Aktivität und Engagement lassen sich also nicht an den Besuchszahlen von Gottes­diensten ablesen – und auch nicht an den Austritten. Die&nbsp;eigentliche Frage ist ohnehin eine ganz andere: Schaffen es die Akteure in den Gemeinden, dem echten und metaphorischen Leerstand ihrer Kirchen etwas Neues entgegen­zusetzen. In&nbsp;Bremen jedenfalls zeigen mindestens diese drei Adressen, dass es möglich ist – mit ein bisschen Kreativität, Mut und Engagement.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1111" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web8.jpg" alt="" class="wp-image-11086" style="width:800px" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web8.jpg 1111w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/dlmdla_web8-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 1111px) 100vw, 1111px" /></figure>
</div>


<p></p>



<p class="has-black-color has-text-color">Fotos, Recherche und Text: <em>Norbert Schmacke</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/104-leerstand/"><img decoding="async" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/02/zds_www_ankuending_104-1250x833.jpg" alt="" class="wp-image-9870"/></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warnung vor falscher Straßenzeitschrift auf Bremens Straßen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/warnung-vor-falscher-strassenzeitschrift-auf-bremens-strassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2022 13:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Querkopf]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkäufer]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriftderstrasse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9632</guid>

					<description><![CDATA[ACHTUNG, ACHTUNG! Warnung: Uns erreichen Mitteilungen, dass Verkäufer:innen des Magazins Querkopf sich als Verkäufer:innen der Zeitschrift der Straße ausgeben. Die Zeitschrift der Straße distanziert sich von diesem Magazin und allen Personen, die dieses in unserem Namen verkaufen. Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer erkennen Sie immer an unseren Verkaufsausweisen und der Zeitschrift der Straße. Auf unseren Zeitschriften im Verkauf auf Bremens Straßen befindet sich immer ein Stempel mit der Verkäufer:innennummer, beides muß zusammen passen, damit Sie sicher seinkönnen, dass es sich um eine:n bei uns registrierte:n Verkäufer:in handelt. Bitte bleiben Sie uns treu. Unterstützen Sie weiter unsere Verkäuferinnen und Verkäufer und das Original Bremens. Wir und viele Menschen, die die Zeitschrift der Straße verkaufen, danken Ihnen! Ihre Zeitschrift der Straße]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="https://s.uicdn.com/ooe/viewer/2.0.102/viewer/web/viewer.html?file=from-parent-iframe&amp;locale=de-DE&amp;parent=https://ooviewer.web.de#page=1"></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">ACHTUNG, ACHTUNG!</h3>



<p>Warnung: Uns erreichen Mitteilungen, dass Verkäufer:innen des Magazins Querkopf sich als Verkäufer:innen der <em>Zeitschrift der Straße</em> ausgeben. Die <em>Zeitschrift der Straße</em> distanziert sich von diesem Magazin und allen Personen, die dieses in unserem Namen verkaufen.</p>



<p>Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer erkennen Sie immer an unseren Verkaufsausweisen und der <em>Zeitschrift der Straße</em>. Auf unseren Zeitschriften im Verkauf auf Bremens Straßen befindet sich immer ein Stempel mit der Verkäufer:innennummer, beides muß zusammen passen, damit Sie sicher sein<br />können, dass es sich um eine:n bei uns registrierte:n Verkäufer:in handelt.</p>



<p>Bitte bleiben Sie uns treu. Unterstützen Sie weiter unsere Verkäuferinnen und Verkäufer und das Original Bremens. Wir und viele Menschen, die die <em>Zeitschrift der Straße</em> verkaufen, danken Ihnen!</p>



<p><br />Ihre <em>Zeitschrift der Straße</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/68-muenchener-strasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68.jpg" alt="" class="wp-image-8644" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Umfrage für die Zukunft</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/umfrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Nov 2022 10:35:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9602</guid>

					<description><![CDATA[Steigende Preise, sinkende Kauf- und Spendenneigung. Unsicherheit und Not. Amazon statt Einkaufsbummel. Social Media statt Journalismus. Digital statt Print. Wie machen wir Bremens Straßenmagazin unter diesen Umständen wirksam und fit für die Zukunft? HELFEN SIE UNS ZU HELFEN! Bitte nehmen Sie an unserer Umfrage teil: Zeitschrift-der-Strasse.de/U22]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Steigende Preise, sinkende Kauf- und Spendenneigung. Unsicherheit und Not. Amazon statt Einkaufsbummel. Social Media statt Journalismus. Digital statt Print. Wie machen wir Bremens Straßenmagazin unter diesen Umständen wirksam und fit für die Zukunft?</p>



<h2 class="wp-block-heading has-large-font-size">HELFEN SIE UNS ZU HELFEN!</h2>



<p>Bitte nehmen Sie an unserer Umfrage teil: <strong><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/U22/">Zeitschrift-der-Strasse.de/U22</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Inflationsausgleich für Straßenverkäufer:innen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/inflationsausgleich-fuer-strassenverkaeuferinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 11:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9491</guid>

					<description><![CDATA[Diese Woche ist unsere 100. Ausgabe erschienen! Es macht uns sehr stolz, dass wir soweit gekommen sind trotz aller Widrigkeiten entlang des Weges, wie zwei Beinahe-Pleiten 2012 und 2014, einem Neustart 2015 und diversen Corona-Lockdowns unseres Vertriebsbüros 2020 und 2021. Doch zum Feiern ist uns derzeit nicht zumute. Denn unsere Straßenverkäufer:innen sind den stark gestiegenen Preisen vor allem von Lebensmitteln hilflos ausgeliefert. Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Haushalte durch 9-Euro-Ticket, Trankrabatt oder Home-Office-Pauschale kommen bei ihnen nicht an. Gleichzeitig merken wir an unseren Absatzzahlen, dass die Menschen angesichts der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ihr Geld zusammenhalten. Die Folge ist, dass die Straßenverkäufer:innen nicht nur mit steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch mit sinkenden Verkaufserlösen zu kämpfen haben. Da wir eine Preiserhöhung der Zeitschrift der Straße vorläufig vermeiden möchten, um den Absatz nicht zusätzlich zu bremsen, haben wir uns entschieden, kurzfristig den Verkaufsanteil am Verkaufspreis von 2,80 Euro von 1,40 Euro auf 1,80 Euro anzuheben. Dies ist auf dem Cover der 100. Ausgabe erkennbar. Für die Verkäufer:innen ist dieser &#8222;Inflationsausgleich&#8220; eine gute Nachricht und hoffentlich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diese Woche ist <strong>unsere 100. Ausgabe</strong> erschienen! Es macht uns sehr stolz, dass wir soweit gekommen sind trotz aller Widrigkeiten entlang des Weges, wie zwei Beinahe-Pleiten 2012 und 2014, einem Neustart 2015 und diversen Corona-Lockdowns unseres Vertriebsbüros 2020 und 2021.</p>



<p>Doch zum Feiern ist uns derzeit nicht zumute. Denn unsere Straßenverkäufer:innen sind den stark gestiegenen Preisen vor allem von Lebensmitteln hilflos ausgeliefert. Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Haushalte durch 9-Euro-Ticket, Trankrabatt oder Home-Office-Pauschale kommen bei ihnen nicht an.</p>



<p>Gleichzeitig merken wir an unseren Absatzzahlen, dass die Menschen angesichts der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ihr Geld zusammenhalten. Die Folge ist, dass die Straßenverkäufer:innen nicht nur mit steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch mit sinkenden Verkaufserlösen zu kämpfen haben.</p>



<p>Da wir eine Preiserhöhung der <em>Zeitschrift der Straße</em> vorläufig vermeiden möchten, um den Absatz nicht zusätzlich zu bremsen, haben wir uns entschieden, kurzfristig <strong>den Verkaufsanteil am Verkaufspreis von 2,80 Euro von 1,40 Euro auf 1,80 Euro anzuheben</strong>. Dies ist auf dem Cover der 100. Ausgabe erkennbar.</p>



<p>Für die Verkäufer:innen ist dieser &#8222;<strong>Inflationsausgleich</strong>&#8220; eine gute Nachricht und hoffentlich ein Anreiz, engagiert zu verkaufen. Allerdings haben wir das Problem damit von der Verkaufsseite auf die Produktionsseite verlagert. Ein Euro pro Heft reicht nicht aus, um die Herstellkosten zu decken, zumal die Papierpreise in den letzten zwei Jahren infolge der Holzknappheit stark gestiegen sind.</p>



<p>Ohne ein Maßnahmenbündel aus Preiserhöhung, Kostensenkung, Anpassung des Geschäftsmodells der <em>Zeitschrift der Straße</em> und/oder ganz neuer Einnahmequellen werden wir nicht ewig durchhalten. <strong>Mit Ihrer Spende können Sie uns aber Zeit verschaffen, die wir für eine langfristige Problemlösung brauchen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Zum Spenden können Sie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>unser <a data-type="page" data-id="294" href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">Online-Spendenformular</a> nutzen</li>



<li>die <a data-type="URL" data-id="https://www.betterplace.org/de/projects/35784" href="https://www.betterplace.org/de/projects/35784" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spendenplattform betterplace.org</a> ansteuern</li>



<li>Ihren Spendenbetrag überweisen an den</li>
</ul>



<p class="has-text-align-left"><strong>Verein für Innere Mission in Bremen<br />Bank: Sparkasse Bremen<br />IBAN: DE22 2905 0101 0001 0777 00<br />BIC: SBREDE22XXX<br />Verwendungszweck: <em>Zeitschrift der Straße</em></strong></p>



<p>Vielen Dank, dass Sie uns helfen zu helfen!</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Michael Vogel</em></td><td></td></tr></tbody></table></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Michael Vogel erhält Bundesverdienstkreuz</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/zds-gruender-michael-vogel-erhaelt-bundesverdienstkreuz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 09:54:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[rathaus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9368</guid>

					<description><![CDATA[Mit der ZEITSCHRIFT DER STRASSE hat er die Bremer Presselandschaft bereichert: Nun hat Prof. Dr. Dr. Michael Vogel das Verdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten verliehen bekommen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Mit der <em>Zeitschrift der Straße</em> hat er die Bremer Presselandschaft bereichert: Nun hat Prof. Dr. Dr. Michael Vogel das Verdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten verliehen bekommen.</h2>



<p>Diese besondere Ehrung überreichte Bürgermeister Andreas Bovenschulte Prof. Dr. Dr. Michael Vogel, <meta charset="utf-8"/>Gründer und Initiator unseres Straßenmagazins, am 29. September im Senatsaal des Bremer Rathauses. Bovenschulte verband dies mit einer persönlichen Würdigung des besonderen gesellschaftlichen Engagements Vogels:</p>



<p>&#8222;Manche Ausgabe der &#8218;Zeitschrift der Straße&#8216; habe ich selbst in Händen gehalten und gelesen und war jedes Mal begeistert vom Konzept und dem Inhalt. Auch jetzt als Bürgermeister lerne ich noch viel daraus über die manchmal sehr kleinen Quartiere oder auch nur Straßenzüge, die da in ihrer Einzigartigkeit dargestellt werden. Viel wichtiger aber als der inhaltliche Aspekt sind das Konstrukt und die Energie, die Michael Vogel in das Projekt gesteckt hat. Er hat es durch Krisen geleitet und zweimal selbst vor dem Untergang gerettet. Dafür gebührt ihm großer Dank.&#8220;</p>



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<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Fotos: </td><td><em>Jan Zier</em></td></tr></tbody></table></figure>



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