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	<title>Schwachhausen &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Schwachhausen &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<item>
		<title>#111 Scharnhorststrasse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Oct 2023 12:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Scharnhorststrasse]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
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					<description><![CDATA[EDITORIAL: Schwachhausen durch die Hintertür Liebe Leser:innen, pünktlich zum Herbstanfang ist unsere Sommerpause vorbei und wir melden uns nach zwei Monaten zurück mit einer neuen Ausgabe der Zeitschrift der Straße: einer etwas ungewöhnlichen allerdings, weil die Texte diesmal nicht aus den Händen und Köpfen unserer ehrenamtlichen Redaktion stammen, sondern von Studierenden der Uni Bremen. Die haben sich im vergangenen Semester mit der Scharnhorststraße beschäftigt. Wir befinden uns also in Schwachhausen, einem Stadtteil, der nicht nur Bremen bekannt ist für prachtvolle Villen in Parknähe oder doch wenigstens aufwendig sanierte Altbremer Häuser: ganz hübsch jedenfalls, in ruhiger Lage – und nicht ganz billig. Tatsächlich ist die Scharnhorststraße auch nicht gerade ein sozialer Brennpunkt. Im Gegenteil scheint hier alles wie im Dornröschenschlaf vor sich hin zu schlummern, was sicher nicht nur an der Verkehrsberuhigung liegt. Die Scharnhorststraße führt durch eine Wohngegend, der Verkehr fließt wie im Kreis drumherum über Kurfürstenallee, Kirchbachstraße, Schwachhauser Heerstraße und Bürgermeister-Spitta-Allee. Das heißt allerdings nicht, dass in der Straße nichts los wäre. Wir sind hier etwa auf einen Verein gestoßen, der sich seit gut &#8230;]]></description>
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<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-8c54f4acf4d86eefa88a2fe84208b20c" style="color:#c11c44">EDITORIAL: Schwachhausen durch die Hintertür</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Leser:innen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">pünktlich zum Herbstanfang ist unsere Sommerpause vorbei und wir melden uns nach zwei Monaten zurück mit einer neuen Ausgabe der <em>Zeitschrift der Straße</em>: einer etwas ungewöhnlichen allerdings, weil die Texte diesmal nicht aus den Händen und Köpfen unserer ehrenamtlichen Redaktion stammen, sondern von Studierenden der Uni Bremen. Die haben sich im vergangenen Semester mit der Scharnhorststraße beschäftigt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir befinden uns also in Schwachhausen, einem Stadtteil, der nicht nur Bremen bekannt ist für prachtvolle Villen in Parknähe oder doch wenigstens aufwendig sanierte Altbremer Häuser: ganz hübsch jedenfalls, in ruhiger Lage – und nicht ganz billig. Tatsächlich ist die Scharnhorststraße auch nicht gerade ein sozialer Brennpunkt. Im Gegenteil scheint hier alles wie im Dornröschenschlaf vor sich hin zu schlummern, was sicher nicht nur an der Verkehrsberuhigung liegt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Scharnhorststraße führt durch eine Wohngegend, der Verkehr fließt wie im Kreis drumherum über Kurfürstenallee, Kirchbachstraße, Schwachhauser Heerstraße und Bürgermeister-Spitta-Allee. Das heißt allerdings nicht, dass in der Straße nichts los wäre. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind hier etwa auf einen Verein gestoßen, der sich seit gut 40 Jahren um Kinder in Chile kümmert (S. 8) und heute vor einst ungeahnten Problemen steht, weil es dem Land auf dem Papier zu gut geht. Am Ende der Straße haben wir Robert Volk kennengelernt, der hier einen Kiosk betreibt, wie es ihn anderswo kaum noch gibt (S. 12). Und nicht zuletzt haben wir ein ganz neues Wohnprojekt besucht, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben (S. 22), auf hohem finanziellen Niveau, aber eben trotzdem solidarisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir laden Sie ein, uns nach Schwachhausen zu begleiten, und wünschen eine spannende Lektüre!</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-009df958ba130afc64ec44dce817fe08 wp-block-paragraph" style="color:#c11c44"><em>Karolina Meyer-Schilf, Jan-Paul Koopmann<br />und das Team der Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="2306" height="1500" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png" alt="Roter Stern mit spitzen Zacken und Text 'Diese Ausgabe ist ausverkauft. Du kannst sie hier online lesen!' in schwarzer und weißer Schrift." class="wp-image-13361" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png 2306w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-300x195.png 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1250x813.png 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1536x999.png 1536w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-2048x1332.png 2048w" sizes="(max-width: 2306px) 100vw, 2306px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"></p>


<div class="_df_book df-lite" id="df_15260"  _slug="12528-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-4-2-2-2-2-3-2-2-3-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2" data-title="111-scharnhorststrasse" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_15260 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","enableDownload":"false","direction":"1","pageSize":"0","soundEnable":"true","source":"https:\/\/zeitschrift-der-strasse.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/111_Scharnhorstr_web.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/112-delfter-strasse/"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_www_ankuending_112.jpg" alt="" class="wp-image-10956" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_www_ankuending_112.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_www_ankuending_112-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_www_ankuending_112-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_www_ankuending_112-600x400.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_www_ankuending_112-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>#95 Bulthauptstrasse</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/95-bulthauptstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Mar 2022 17:22:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[altbau]]></category>
		<category><![CDATA[Bulthauptstrasse]]></category>
		<category><![CDATA[fuhrken]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendstil]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
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					<description><![CDATA[EDITORIAL: Schönheit besteht Liebe Leser:innen, so richtig en vogue ist es ja eigentlich nicht mehr, derartig hemmungslos im Jugendstil zu schwelgen. Man kommt so leicht in den Ruch des Bourgeoisen. Dabei ist der Jugendstil eigentlich eine konsumkritische Reformbewegung gewesen, die sich mit ihren verspielten Dekoren gerade gegen die prekär hergestellte Massenware wandte. Nun war Schönheit noch nie eine billige Angelegenheit, das ist der Haken daran. Aber lassen Sie uns unseren Spaß – und haben Sie selbst welchen, während Sie diese Ausgabe durchblättern. Kommen Sie mit in ein liebevoll saniertes Altbremer Haus und erfahren Sie mehr darüber, was eigentlich Denkmalschutz bedeutet: Nämlich nicht nur Lust, sondern durchaus auch Last (S. 8). Eine der schönsten Pointen der Bremer Baugeschichte ist im Übrigen diese: Die Firma J. H. Fuhrken hat nicht nur der Bulthauptstraße einst ihren Stempel aufgedrückt. Die Firma gibt es immer noch: heute spezialisiert auf Altbausanierung. Wir haben die Geschäftsführerin besucht und dabei viel über das Bauhandwerk vergangener Tage gelernt, das es tatsächlich in sich hatte (S. 22). Wer genug hat von Erkern und Giebeln, dem &#8230;]]></description>
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<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-9403d747e9624769dd807083a170210d" style="color:#954491">EDITORIAL: Schönheit besteht</h1>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Leser:innen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">so richtig en vogue ist es ja eigentlich nicht mehr, derartig hemmungslos im Jugendstil zu schwelgen. Man kommt so leicht in den Ruch des Bourgeoisen. Dabei ist der Jugendstil eigentlich eine konsumkritische Reformbewegung gewesen, die sich mit ihren verspielten Dekoren gerade gegen die prekär hergestellte Massenware wandte. Nun war Schönheit noch nie eine billige Angelegenheit, das ist der Haken daran. Aber lassen Sie uns unseren Spaß – und haben Sie selbst welchen, während Sie diese Ausgabe durchblättern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen Sie mit in ein liebevoll saniertes Altbremer Haus und erfahren Sie mehr darüber, was eigentlich Denkmalschutz bedeutet: Nämlich nicht nur Lust, sondern durchaus auch Last (S. 8). Eine der schönsten Pointen der Bremer Baugeschichte ist im Übrigen diese: Die Firma J. H. Fuhrken hat nicht nur der Bulthauptstraße einst ihren Stempel aufgedrückt. Die Firma gibt es immer noch: heute spezialisiert auf Altbausanierung. Wir haben die Geschäftsführerin besucht und dabei viel über das Bauhandwerk vergangener Tage gelernt, das es tatsächlich in sich hatte (S. 22).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer genug hat von Erkern und Giebeln, dem sei unsere Fotostrecke empfohlen: Denn hier blicken wir von unten auf die Häuser, nämlich aus rund 35 Zentimetern Höhe, um genau zu sein. So groß sind im Schnitt die Hunde dieser Straße, und wir wollten wissen, was sie eigentlich sehen, wenn sie auf dem Weg zum Bürgerpark sind (S. 16).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von einem ganz besonderen Projekt berichtet uns schließlich Wolfgang Vorwerk: Er hat die Geschichte seines Hauses erforscht und ist dabei auf Aron Aronsohn gestoßen, der bis 1935 dort lebte. Wie aus Verantwortung gemeinsames Gedenken wurde, lesen Sie ab Seite 12.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-d74c18785599acc6171b1604bf69e67c wp-block-paragraph" id="block-363641eb-9ea0-404f-acbf-738c73fdf35a" style="color:#954491">Karolina Meyer-Schilf, Jan-Paul Koopmann<br />und das Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="1153" height="750" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png" alt="" class="wp-image-13154" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png 1153w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich-300x195.png 300w" sizes="(max-width: 1153px) 100vw, 1153px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph" id="block-0101cd49-7ac3-4454-9e64-7b35fec55cf1">Aus dem Inhalt:</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="block-5c5ddfaf-ef23-4197-8df6-8ed6ad863f4c">8 – Ein Haus und sein Gesicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was Denkmalschutz für die Stadt und ihre Bewohner:innen bedeutet</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="block-9ce9ed29-db77-4924-b553-ad9233dfef73">12 – Wunsch und Verantwortung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Anwohner:innen-Initiative erinnert an Aron Aronsohn</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="block-b3653286-5e1c-497d-9251-1b9af727ec88">16 – Laternenpfahl, ganz unten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Hunde die Straße sehen</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-bf51985419c0050142388761b22d24fc" id="block-a3602e5b-2874-49d5-bc11-1822a26a5be2" style="color:#954491">22 – Die halbe Straße <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/die-halbe-strasse/">(online lesen)</a></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Firma J. H. Fuhrken baute die halbe Bulthauptstraße. Jetzt saniert sie Altbauten</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="block-6f7b9fda-641a-4a3d-bb05-e89404686bad">28 – Servus in der Hansestadt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Verkäufer Alexander stammt aus Bayern und war mal Punker</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="block-b01fd6a8-e065-4747-9795-7e0cdd729901">30 – Nachruf</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wir nehmen Abschied von Pauli</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/96-konsul-smidt-strasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1250" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/04/96-Konsul-Smidt-Strasse.jpg" alt="" class="wp-image-11106" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/04/96-Konsul-Smidt-Strasse.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/04/96-Konsul-Smidt-Strasse-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/04/96-Konsul-Smidt-Strasse-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/04/96-Konsul-Smidt-Strasse-1200x800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Die halbe Straße</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/die-halbe-strasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Mar 2022 17:21:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[altbau]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[fuhrken]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
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					<description><![CDATA[#95 BULTHAUPTSTRASSE – Die Firma Fuhrken hat einst die halbe Bulthauptstraße gebaut. Heute saniert sie Altbauten – und öffnet für uns ihr Firmenarchiv Wer mit offenen Augen durch Bremen geht, sieht sie manchmal, die blau-gelben Fuhrken-Lkws: &#8222;Bauunternehmung&#8220; steht darauf und: Altbausanierung. Die Firma J. H. Fuhrken ist ein Traditionsbetrieb, seit dem Jahr 1900 besteht die Firma schon, und die kleine, ein bisschen lustige Pointe: Viele der Gebäude, die die Firma jetzt saniert, hat sie früher einmal selbst gebaut. Zeit also für einen Ortsbesuch: Wir sind verabredet mit Urda Blohm-Sudholz, der Großnichte des Firmengründers. Sie öffnet für uns ihr Archiv. Das Geschäftsgelände der Firma Fuhrken befindet sich seit über 50 Jahren an der Stresemannstraße: ein relativ unscheinbares, weißes Industriegebäude in zweiter Reihe und dahinter eine große Halle, in der Baumaterialien gelagert werden. Im Hausflur hängt eine Luftaufnahme, auch schon ein paar Jahrzehnte alt, die das Gelände von oben zeigt: Auf den ersten Blick hat sich dort bis heute nicht viel verändert. In der Nachbarschaft dafür umso mehr: Rund um das Grundstück befanden sich damals hauptsächlich Grünflächen &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#95 BULTHAUPTSTRASSE – Die Firma Fuhrken hat einst die halbe Bulthauptstraße gebaut. Heute saniert sie Altbauten – und öffnet für uns ihr Firmenarchiv</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mit offenen Augen durch Bremen geht, sieht sie manchmal, die blau-gelben Fuhrken-Lkws: &#8222;Bauunternehmung&#8220; steht darauf und: Altbausanierung. Die Firma J. H. Fuhrken ist ein Traditionsbetrieb, seit dem Jahr 1900 besteht die Firma schon, und die kleine, ein bisschen lustige Pointe: Viele der Gebäude, die die Firma jetzt saniert, hat sie früher einmal selbst gebaut. Zeit also für einen Ortsbesuch: Wir sind verabredet mit Urda Blohm-Sudholz, der Großnichte des Firmengründers. Sie öffnet für uns ihr Archiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäftsgelände der Firma Fuhrken befindet sich seit über 50 Jahren an der Stresemannstraße: ein relativ unscheinbares, weißes Industriegebäude in zweiter Reihe und dahinter eine große Halle, in der Baumaterialien gelagert werden. Im Hausflur hängt eine Luftaufnahme, auch schon ein paar Jahrzehnte alt, die das Gelände von oben zeigt: Auf den ersten Blick hat sich dort bis heute nicht viel verändert. In der Nachbarschaft dafür umso mehr: Rund um das Grundstück befanden sich damals hauptsächlich Grünflächen – im Laufe der Jahre haben sich dort auch viele andere Firmen angesiedelt, das Grün ist zu großen Teilen einem Betongrau gewichen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Einblick in die Familientradition</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Büro der Firma Fuhrken selbst wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie ein Büro, sondern eher wie ein gemütliches, immer noch weihnachtlich geschmücktes Wohnzimmer, in das sich zufällig auch ein großer Schreibtisch verirrt hat. An den Wänden hängen gerahmte Bilder der Familienmitglieder unterschiedlicher Generationen, viele davon noch in Schwarz-Weiß. Besonders auffällig sind auch die vielen Sammelobjekte, die in Regalen stehen und wie eine kleine Ausstellung wirken: Fein bemalte Holz- und Porzellaneier, bunte Matroschka-Puppen und kleine, aufwendig verzierte Porzellanglöckchen. „Alles Sammlungen meiner Mutter“, sagt Urda Blohm-Sudholz beim Blick auf die Wände, die einem einen ersten Einblick in die Familiengeschichte von Johann Heinrich Fuhrken bieten. Sie ist die Tochter von Günther Blohm, der 1949 von seinem Onkel Johann Heinrich Fuhrken die Leitung des Unternehmens übernahm. Und mit ihrer Tochter Daniela Sudholz ist nun bereits die vierte Familiengeneration in der Geschäftsführung tätig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einzigartige Altbremer Häuser und ihre prägende Rolle in Bremen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">J. H. Fuhrken war es, der das Unternehmen 1900 gründete und sich im Laufe der Jahre einen Namen in der Bremer Baulandschaft machte. Unter seinen Projekten befanden sich einzelne Gebäude wie das Roselius-Haus in der Böttcherstraße, teilweise aber auch ganze Straßenzüge – auch die rechte Seite der Bulthauptstraße gehörte dazu. Zwischen 1906 und 1913 wurden, bis auf zwei Ausnahmen (Nr. 24 und Nr. 26–28), alle Häuser mit geraden Hausnummern unter Fuhrkens Leitung gebaut. Und das wird auch in ihrer Optik deutlich: Die Häuser wirken alle wie aus einem Guss. Der Aufbau ist überall der eines klassischen Altbremer Hauses: schmal gehalten, meist dreigeschossig, kleine Treppen zu Hochparterre- und Souterrain-Wohnung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind im sogenannten Reformstil gebaut, haben Satteldächer, Erker und fast alle noch die gleichen, schmiedeeisernen Zäune wie zur Zeit ihrer Entstehung. Auch die Anordnung von Fenstern und Türen ist oft ähnlich, teilweise identisch. So normal diese Art von Reihenhausbauweise heute ist, so ungewöhnlich war sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Deutschlandweit gab es sie ausschließlich in Bremen – und Fuhrken mischte fleißig mit. Neben der Bulthauptstraße bebaute er auch die Benquestraße, die Arnold-Böcklin-Straße und diverse andere, besonders häufig in Schwachhausen gelegene Grundstücke.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig.jpg" alt="" class="wp-image-9450" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig.jpg 768w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Blättern im Archiv: Urda Blohm-Sudholz auf der Suche nach Fotos.</em> </figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Traditioneller Hausbau im frühen 20. Jahrhundert</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gebaut wurde in der Regel nach Auftrag und nicht schon im Voraus, dafür sei schließlich kein Geld da gewesen: „Heute hat man das viele Geld nicht, das es dafür braucht, früher hatte man eben das wenige Geld nicht. Sie können sich das vorstellen wie bei den Malern früher: die hatten auch kein Geld, die haben nach Auftrag gemalt und damit ihr Geld verdient. Natürlich haben die auch für sich alleine gemalt, dann waren sie aber auch darauf angewiesen, dass die Bilder jemand gekauft hat, die mussten ja schließlich davon leben. So ähnlich war das hier mit den Häusern auch“, erzählt Urda Blohm-Sudholz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und es hat sich eben auch Stück für Stück rumgesprochen: Es wurde gebaut, dann hat das jemand anderes gesehen und sich gedacht ‚Ach, schick‘ und dann wollte der das auch – insofern hat sich das nach und nach entwickelt mit den Aufträgen. Und es kam ja auch vor, dass Fuhrken erst mal selbst in ein Haus eingezogen und dann wieder ausgezogen ist, wenn es Käufer dafür gab. Also frei in den Himmel gebaut hat er nicht, dafür war das einfach zu teuer.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reihenhausbau damals: Ein echtes Handwerk</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen und 30.000 und 50.000 Mark, je nach Ausstattung, kostete der Bau eines Altbremer Reihenhauses um 1900. Außerdem musste man deutlich mehr Zeit einplanen: Rund ein bis zwei Jahre Bauzeit – für ein einziges Haus, nicht für die ganze Reihe – wenn täglich „mindestens 30 Personen, wenn nicht sogar mehr“ auf der Baustelle arbeiteten. Grund dafür waren in erster Linie natürlich die noch nicht erfundenen technischen Hilfsmittel, die den Hausbau heute erleichtern. Und auch die Art und Weise, wie gebaut wurde, war eine andere: „Heute gibt es ja auch schon viele Fertigteile für den Hausbau, aber damals haben die ja noch gemauert von Hand, das war ja richtiges Handwerk“, sagt Frau Blohm-Sudholz, während sie in einem kleinen Holzkasten nach Fotografien sucht, die eine klassische Baustellensituation zeigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Neubau zur Altbausanierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kasten ist eine Art kleines Archiv, das zum 100-jährigen Jubiläum zusammengestellt wurde. Leider gibt es nicht allzu viele Fotos aus der Zeit – auch Fotografieren bedeutete damals natürlich einen höheren Aufwand und mehr Kosten. Sie findet schließlich ein Bild von zwei Männern, die einen großen Pfeiler mithilfe eines Flaschenzugs anheben. Beim ersten Blick wird sofort das (fehlende) Bewusstsein über Arbeitssicherheit deutlich: Die beiden tragen etwa keine Sicherheitshelme. Außerdem bekommt man eine leise Ahnung vom großen Arbeitsaufwand, den der Hausbau damals verlangte. Trotzdem sieht man das Schild mit dem Namen Fuhrken Anfang des 20. Jahrhunderts überall, die Firma läuft. Auch als J. H. Fuhrkens Neffe, Diplomingenieur Günther Blohm, 1949 die Geschäftsführung übernimmt, reißt der Erfolg nicht ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Mitte der 1980er-Jahre beginnt die Firma, sich besonders auf das Sanieren von Altbauten zu spezialisieren, heute sind Sanierung und Reparatur das Hauptgeschäft. Neu bauen ist laut Urda Blohm-Sudholz weder rentabel noch realistisch: „Das lohnt sich einfach nicht mehr, darauf sind wir auch gar nicht mehr ausgerichtet. Wir haben nur die klassischen Maurer und sind nur zu acht – für so etwas braucht man ja ganze Kolonnen. Dafür haben wir einfach nicht die Kapazitäten. Wir haben ja auch unsere Stammkundschaft und die soll immer möglichst schnell bedient werden können. Das ginge bei so einem großen Projekt nicht.“ Stattdessen werde also das, was bereits da ist, wieder aufbereitet oder repariert. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die nachhaltige Pflege der Bulthauptstraße</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hin und wieder komme mal ein neuer Balkon oder eine Dachterrasse, und auch sonst gebe es fast nichts, was die Firma nicht macht: „Alles, was an Reparatur- und Sanierungsarbeiten gemacht werden muss, machen wir.“ Dass die Firma heute die ‚eigenen“, also die damals von Fuhrken gebauten Häuser saniert, komme natürlich auch vor, sei aber nicht die Regel: „Das hängt ja immer von den Eigentümern ab, wer da engagiert wird. Wir haben allerdings auch ein paar Kunden in der Bulthauptstraße. Was genau da normalerweise saniert wird, kann man so aber gar nicht sagen. Das ist wie beim Menschen: Mal ist hier was kaputt, mal muss da was gemacht werden. Immer unterschiedlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Sanierung in einer denkmalgeschützten Straße wie der Bulthauptstraße ein Thema ist, das besonders groß geschrieben wird, sieht man sofort: Alle Häuser sind in einem tadellosen Zustand und haben seit ihrem Bau weder an Glanz noch an Wirkung verloren. Man könnte beinahe vergessen, wie alt sie sind. Heutzutage Häuser in diesem Stil zu bauen, das wäre zwar schön – deutlich schöner als die glatten, unverzierten Neubau-Klötze, die aktuell überall aus dem Boden sprießen – allerdings auch sehr teuer. Umso schöner also, dass die bereits existierenden Altbremer Häuser häufig unter Denkmalschutz stehen und dementsprechend sorgsam behandelt werden. So kann man auch heute noch durch Straßen spazieren, in denen sich in den letzten 100 Jahren nicht viel verändert hat. So wie in der Bulthauptstraße.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text und Recherche:<br /><em>Annika Schöll</em></td><td>Fotos:<br /><em>Hartmuth Bendig</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/95-bulthauptstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1250" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse.jpg" alt="" class="wp-image-11104" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse-1200x800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>
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		<item>
		<title>Mein Block(Land)</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/mein-blockland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Nov 2021 16:28:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
		<category><![CDATA[zds]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriftderstrasse]]></category>
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					<description><![CDATA[#92 H.-H.-MEIER-ALLEE – Sie war eine der Ersten: Die 96-jährige Holde S. lebt seit 1964 in Schwachhausens einzigem Hochhaus „Hier war früher nur Blockland&#8220;, erinnert sich Holde S., „und hinten im Westen sahen wir in der Ferne die Sonne untergehen. Auch der schöne Baumbestand hier kommt noch aus dieser Zeit. Durch die Feuchtigkeit gedeiht hier alles so gut.“ Ein Hauch Wehmut schwingt noch mit in diesen Sätzen. Sie erzählen von einer Zeit, in der an Neu-Schwachhausen mit seinen mehrstöckigen Gebäuden aus den 1960er-Jahren noch lange nicht zu denken war. Holde S. hat diese Zeit selbst miterlebt und darf mit ihren 96 Jahren wohl als ein Urgestein des Stadtteils bezeichnet werden. In der von Mehrparteienhäusern gesäumten H.-H.-Meier-Allee bewohnt sie eines der prägnantesten Gebäude, vielleicht des ganzen Stadtteils. Sie nennt eine Wohnung mit eineinhalb Zimmern im 15-stöckigen Wohnblock mit der Hausnummer 51 ihr Eigen. Mit der schmucklos grauen Fassade und diesem Verbotsschild auf der anliegenden Grünfläche, das Kindern das Spielen auf dem Rasen verbietet, wirkt das Areal ein bisschen aus der Zeit gefallen. „Damals fuhren auf der &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#92 H.-H.-MEIER-ALLEE – Sie war eine der Ersten: Die 96-jährige Holde S. lebt seit 1964 in Schwachhausens einzigem Hochhaus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Hier war früher nur Blockland&#8220;, erinnert sich Holde S., „und hinten im Westen sahen wir in der Ferne die Sonne untergehen. Auch der schöne Baumbestand hier kommt noch aus dieser Zeit. Durch die Feuchtigkeit gedeiht hier alles so gut.“ Ein Hauch Wehmut schwingt noch mit in diesen Sätzen. Sie erzählen von einer Zeit, in der an Neu-Schwachhausen mit seinen mehrstöckigen Gebäuden aus den 1960er-Jahren noch lange nicht zu denken war. Holde S. hat diese Zeit selbst miterlebt und darf mit ihren 96 Jahren wohl als ein Urgestein des Stadtteils bezeichnet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der von Mehrparteienhäusern gesäumten H.-H.-Meier-Allee bewohnt sie eines der prägnantesten Gebäude, vielleicht des ganzen Stadtteils. Sie nennt eine Wohnung mit eineinhalb Zimmern im 15-stöckigen Wohnblock mit der Hausnummer 51 ihr Eigen. Mit der schmucklos grauen Fassade und diesem Verbotsschild auf der anliegenden Grünfläche, das Kindern das Spielen auf dem Rasen verbietet, wirkt das Areal ein bisschen aus der Zeit gefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Damals fuhren auf der Weser noch Dampfschiffe. Die müssten heute eigentlich im Museum stehen“, schweift Holde S. ein weiteres Mal in die Vergangenheit. Es sind vor allem solche sprachlichen Bilder, mit denen sie die alten Zeiten beschwört. Es ist nicht ganz leicht, diesen Gedanken zu folgen. Ob das eine bessere Zeit für sie war? Vielleicht. Immer wieder jedenfalls schwingen nachdenkliche Töne im Gespräch mit. Mal ganz leise, mal auch sehr laut. „Das gibt es heute alles nicht mehr“, sagt sie kopfschüttelnd, „das war früher alles ganz anders“, „heute ist alles viel zu anonym“ – so klingen große Teile des Gesprächs, die natürlich auch eine gewisse Schublade bedienen. Dass aber nicht alles besser war, das weiß Holde S. auch aus eigener Erfahrung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Widerstand und Wohnungssuche</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz Wirtschaftswunder und Rekordwachstum in der jungen Bundesrepublik war bezahlbarer Wohnraum auch Anfang der 1960er-Jahre vielerorts ein rares Gut. So auch in Bremen und seinen stark wachsenden Stadtteilen. Dennoch regte sich vehementer Widerstand in der Nachbarschaft, als erste Pläne für den bis heute polarisierenden Gebäudekomplex bekannt wurden. Architekt Siegfried A. Morschel hatte es entworfen, der auch mit seinem Engagement für die sogenannte „Mozarttrasse“ aneckte: einer Schnellstraße durchs Ostertorviertel an der Weser, die Widerstände in der Bevölkerung schürte, welche viele bis heute für die Blaupause des linksalternativen Aktivismus des „Viertels“ halten. „Passt auf, wie man hier baut“, wurde Holde S. schon in der Schulzeit von einer ermahnt. Anders als die Mozarttrasse wurde dieses Haus aber gebaut. Und aller Skepsis zum Trotz versuchte schließlich auch Holde S., inzwischen bei der Post verbeamtet, mit Erfolg ihr Glück bei der Ausschreibung, um an eine der begehrten Wohnungen zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich suchte eben eine Wohnung. Das war alles sehr schwer damals“, erläutert sie und das klingt fast eine Entschuldigung für eine pragmatische Entscheidung vor beinahe 60 Jahren. Aber nur kurz. Tatsächlich ärgere sie sich heute eigentlich nur noch darüber, nicht früher zugeschlagen zu haben, wie ihr eine gute Freundin damals eindringlich geraten hatte: „Ich habe leider ein bisschen zu lange gezögert. Dann blieb nur noch die kleine Wohnung zur Nord-West-Seite. Das war nicht ideal, aber man war zufrieden.“ Immerhin war Holde S. nun erstmals Eigentümerin einer Wohnung. Dass dazu auch eine „reiche Tante“ beigetragen hat, lässt sie nicht unerwähnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensqualität im Alter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Umzug aus dem nur einen Steinwurf entfernten Hauptmann-Böse-Weg in die neue Bleibe waren es fortan nicht mehr die Farben und Düfte der Flora des Blocklands, dafür aber der Blick auf den Dom, welcher der Ur-Bremerin beim Gang auf ihren eigenen Balkon seit 1964 täglich große Freude bereitete. Auch die in der Folge wachsende Infrastruktur des jungen Neu-Schwachhausens gefiel ihr zunehmend besser: Schlachter, Bäcker, Post, Apotheke und später auch der Wochenmarkt – alles vor der Haustür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht zu vergessen: die Nähe zur St. Remberti-Kirche sowie die Tram-Haltestelle unten, von der sie schon unzählige Male zum Gottesdienst in den Dom gestartet ist. Holde S. weiß zu schätzen, was sie an ihren eigenen vier Wänden in diesem Quartier hat: „Hier habe ich doch alles, was ich zum Leben brauche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Rolle das heute für sie spielt? „Ohne den Schlachter und diese Lage w.re ich schon längst im Altenheim. Aber das hält mich hier und das brauche ich auch für meine Selbstständigkeit.“ Und die ist ihr heilig – darum packt sie die Dinge gern selbst mit an, wo es ihr im Alter noch möglich ist. Zwar wisse sie auch um die Vorzüge, zum Beispiel im traditionellen Café Knigge direkt nebenan einen Mittagstisch zu bekommen, aber am liebsten koche sie sich ihre Kartoffeln und das Gemüse aber doch selbst. Die Unterstützung vom Paritätischen benötige sie zwar ebenfalls in einigen Lebensbereichen, aber immerhin die Krankengymnastik habe sie nach einer Weile wieder abbestellt: „Das belastet doch die Krankenkassen“, sagt sie, „außerdem beziehe ich meine Betten noch selbst – das ist genug Bewegung und hält jung.“</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Tim Lachmann</em></td><td>Fotos: <br /><em>Wolfgang Everding</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/92-h-h-meier-allee/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1250" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee.jpg" alt="" class="wp-image-11103" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/11/92-H-H-Meier-Allee-1200x800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>
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		<item>
		<title>Eine ganz entzückende Straße</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/eine-ganz-entzuckende-strasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2021 16:19:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[baumstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
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					<description><![CDATA[Über 80 Jahre spielte sich Wilma Schneiders Leben in der Baumstraße ab. Sie musste mit ansehen, wie aus dem einstigen „Schwachhausen des Westens“ ein graues Gewerbegebiet wurde. Ein Spaziergang durch die Vergangenheit. ]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#84 DAS BESTE AUS 10 JAHREN – Über 80 Jahre spielte sich Wilma Schneiders Leben in der Baumstraße ab. Sie musste mit ansehen, wie aus dem einstigen „Schwachhausen des Westens“ ein graues Gewerbegebiet wurde. Ein Spaziergang durch die Vergangenheit. </h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie schön das früher war.“ Die Augen funkeln, die Mundwinkel gehen in die Breite; ein zweites Grinsen dieser Art wäre schwer zu finden. Wilma Schneider redet von der Baumstraße. Obwohl sie vor über zwei Jahren ins Viertel zog, nennt sie diesen Ort noch immer ihre Heimat. Eigentlich schwer vorstellbar, dass jemand dieses Wort mit dieser Straße verbindet: helles Grau, kombiniert mit dunklem Grau, und die Häuser, alles Zweckbauten ohne Reiz, sind nur im besten Falle weiß. Vorbei die Zeit des Glanzes dessen, was die Leute einst das Schwachhausen des Westens nannten. Damals, vor dem Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frau Schneider kennt sie noch, jene Zeit, bevor die erste Bombe auf den Hof des Fuhrunternehmens ihres Vaters fiel. Die erste von vielen. „Sechs oder sieben Bomben“, erinnert sie sich, fielen über die Kriegsjahre auf das Grundstück. Nach dem Krieg war alles Trümmer, das ganze Hafengebiet ein Meer aus Schutt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frau Schneider kennt alle Gesichter ihrer Straße, schließlich war die Baumstraße bis vor wenigen Jahren die geografische Mitt e ihres Lebens. Ein Leben seit 1930. Sie verbrachte ihre Kindheit genau hier an der Baumstraße, Ecke Lloydstraße, wo sie zum Zwecke dieser Zeilen heute steht. Hier hatte ihre Tante ihren Gemüseladen und ihr Vater sein Fuhrgeschäft. Sie deutet auf die andere Straßenseite, Richtung hässlichgelbes Hochregallager.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Widerstand zum Neuanfang</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Da drüben war der Rosenkranz“, sagt sie. „Der Rosenkranz? Ein komischer Name für eine Straße.“ „Ja, aber das war eine ganz noble Gegend. Große, wunderschöne Reihenhäuser und Villen standen dort.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie dreht sich um und deutet auf das Gebäude hinter uns. „Und hier haben wir gelebt.“ Gerade ist kein Verkehr auf der Lloydstraße, und sie geht einige Meter auf den Asphalt. „Eigentlich bis hier.“ Sie grinst angesichts dieser Geschichte. „Nach dem Krieg hat mein Vater ganz schnell eine Behelfshütte gebaut. Irgendwann kamen die Amerikaner und wollten hier diese Straße durchziehen. Mein Vater hat sich eine Zeit lang aber geweigert, das Haus aufzugeben, weil ihm die Entschädigung zu klein war.“ „Es stand also mitten auf der Straße?“ „Genau.“ Sie schüttelt den Kopf, als könne sie das selbst nicht glauben, lacht und sagt: „Mein Vater hat das Haus schließlich doch aufgegeben und bekam ein neues, aber kleineres Grundstück.“ Nach einem kurzen Moment fügt sie trotzig hinzu. „Aber das mussten sie ihm pflastern.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Spaziergang durch die Baumstraße</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Spaziergang durch die Baumstraße ist wie ein Weg durch Frau Schneiders Vergangenheit. Wir beginnen dort, wo sie ihre Kindheit verbrachte, und wollen dort enden, wo sie zuletzt wohnte. Während wir uns ihrem letzten Haus nähern, haben wir das Gefühl, dem Zeitverlauf und seinen Geschichten zu folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ecke Walfischhof. Beim Gehen versucht sie sich an die Handwerker zu erinnern, die in der Baumstraße lebten und arbeiteten. Drost Maschinenbau, Osterhorn („Die machten wunderschöne Öfen“), der Maler Raupach und der Glaser Egermeier, ein guter Freund ihres Vaters. Sie sagt:„Hier konnte man alles an Handwerkern finden, was es so gab.“ „Wie würden Sie die Gegend beschreiben?“ „Es war ein typisches Mischviertel, eine ganz entzückende Straße.“ „Entzückend“ sagt sie häufig an diesem Nachmittag. „Hier gab es Wohnungen und kleine Betriebe. Wegen der Nähe zum Hafen gab es viele Fuhrunternehmer – wie meinen Vater.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie erzählt, dass sie als Kind immer gerne auf den Kutschen mit zum Hafen fuhr. Sie deutet die abgehende Zweigstraße entlang in Richtung Nordstraße und erklärt den Weg, den die Menschen aus Walle früher nahmen, wenn sie in die Faulenstraße zum Einkaufen gingen. Hinten bei der Schule sei die Danziger Freiheit gewesen, sagt Frau Schneider. Ein großer Platz, den die Nazis häufig für Aufmärsche nutzten. Von dort sind die Leute meist gekommen. Dann gingen sie durch die Zweig- in die Baumstraße und von hier durch den Walfischgang ins Stephaniviertel. </p>


<div class="wp-block-image is-resized">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="435" height="663" src="http://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/STrasse2.jpg" alt="" class="wp-image-9165" style="aspect-ratio:3/4;object-fit:cover" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/STrasse2.jpg 435w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/STrasse2-197x300.jpg 197w" sizes="auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px" /><figcaption class="wp-element-caption"><br />Wilma Schneider in ihrer neuen Wohnung<br />im Steintorviertel</figcaption></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Erinnerungen an den Walfischgang</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Den Walfischgang gibt es nicht mehr. „Eduscho hat alles zugebaut.“ Übrig geblieben ist nur der Walfischhof. Auf diesem kleinen Platz, erzählt Frau Schneider, haben früher immer die Schausteller überwintert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nacht vom 18. auf den 19. August 1944 war die schlimmste. Die Bomben der Alliierten zerstörten alles, die Pferde ihres Vaters verbrannten. Auch das Wohnhaus der Familie im Westend wurde zerstört. Ihr Vater konnte sich mit viel Glück in den nahen Bunker retten. Sie selbst war damals nicht in Bremen. Als 14-Jährige wurde sie landverschickt, nach Sebnitz in Sachsen. Obwohl sie als Kind immer in der Baumstraße war, zog Frau Schneider erst 1955 wirklich hierher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor den Bomben lebte die Familie in der damaligen Schönebecker Straße, die heute Melanchthonstraße heißt. Nach einigen Not- und Zwischenunterkünften und nach der Episode mit dem Haus auf der Lloydstraße zog sie mit ihrem Mann in das neue Haus in der Baumstraße. Ihr Mann starb vor einigen Jahren, das Haus aber steht noch heute und ist das einzige Gebäude hier, das man „farbig“ nennen kann. Im Gegensatz zum Himmel heute ist es blau. Es gehört ihr noch immer, sie finanziert mit der Miete ihre jetzige Wohnung im Steintor. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir gehen auf den Hof, der immer noch mit  denselben Steinen bepflastert ist, mit denen man ihren Vater damals überredet hat, das Grundstück zu übernehmen. In ihrer Kindheit gehörte das Gelände dem Bäcker Fassing, und Frau Schneider hat seit dem Krieg nie wieder von ihm gehört. Der Hof ist umringt von den ehemaligen Garagen des Fuhrunternehmens. Frau Schneider zupft an der schütteren Randbepflanzung der Einfahrt herum. Sie ärgert sich. „Ich habe das hier alles grün gemacht und nun ist hier leider nichts mehr.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vergangenheit und Veränderung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schaut sich um. „Meine Kinder hatten hier herrlich viel Platz zum Spielen.“ „Wie groß ist das Grundstück?“„500 Quadratmeter kleiner als das alte, aber hier haben sie gepflastert. Sehen Sie? Da drüben habe ich mal eine ganze Reihe Zypressen gepflanzt.“ Sie deutet auf einige Bäume, die in eine unvollständige Linie bilden. Die Mieter, erzählt sie, wollten mal die Wand dahinter streichen.  „Aber nur die Zypressen haben sie rausgerissen, weiter sind sie nicht gekommen. So ist das.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verlassen ihr Grundstück. Der Winterwind weht scharf über unsere Köpfe. Frau Schneider murmelt noch was, dass ihre Tochter den Grundstücksrand neu bepflanzen soll. Es zieht uns ins Warme. Oder in die Gegenwart, wie man es nimmt. Raus aus der Kälte, raus aus der Vergangenheit, von der nur noch das graue Kopfsteinpflaster unter unseren Füßen zu zeugen scheint. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Baumstraße wird niemals den Glanz der Vorkriegszeit zurückgewinnen. Als die BewohnerInnen der Baumstraße nach den Bombennächten zurückkehrten, war keine Zeit für Schönheit. Trotzdem: Die Zweckbauten haben immer noch mehr Seele als die öden Glaskästen, die um Frau Schneiders alte Heimat herum entstehen. Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, ehe Glas und Stahl auch noch die Baumstraße erobern und diese noch einmal vollständig ihr Gesicht verändert. Dann wird nicht einmal mehr das Kopfsteinpflaster an das Schwachhausen des Westens erinnern.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<br /><em>Matthias Röhrs</em></td><td>Fotos:<br /><em>Anja Segermann</em></td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/das-beste-aus-10-jahren/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover.jpg" alt="" class="wp-image-12038" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-admin/profile.php">Melis Sivaslim.sivasliProfil bearbeiten</a></p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Macht der Gewöhnung</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/die-macht-der-gewoehnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Mar 2017 17:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingsunterkunft]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
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					<description><![CDATA[#46 WACHMANNSTRASSE – Nach anfänglichen Protesten akzeptieren die Schwachhauser heute die Unterkunft für Geflüchtete Am Anfang war die Angst vor den Flüchtlingen groß. Rückblende: Wir schreiben das 2013 und der Bremer Senat sucht händeringend nach Wohnraum. In Schwachhausen wird eine zweite Flüchtlingsunterkunft geplant, über 1.000 Menschen flüchten allein in diesem Jahr nach Bremen. 2016 werden es sogar 3.185 sein. Doch so einfach ist das in Schwachhausen nicht. Die grüne Beiratssprecherin Barbara Schneider erinnert sich, dass einige Anwohner:innen vorschlugen, neue Flüchtlingsunterkünfte doch lieber in Tenever einzurichten. Weil dort die Nachbarn doch auch Arabisch sprächen. Als im Dezember 2013 die erste Einwohnerversammlung einberufen wird, stellen sich die Stadtteilpolitiker:innen schon auf die alten, vorurteilsdurchtränkten Argumente ein. Und die kommen auch: „Es ist oft nur eine Frage von Minuten, bis die ersten Ängste wegen Lärm, Dreck und Kriminalität durch die Flüchtlinge ausgesprochen werden“, sagt Schneider. Die entkräftet sie mit Fakten: Die Bremer Polizei verzeichnet rund um Flüchtlingsunterkünfte keinen Anstieg von Kriminalität. Ebenso wenig käme es vermehrt zu Ruhestörungen. Die Mehrheit der gut 60 Anwohner:innen scheint diese Sorgen nicht zu &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#46 WACHMANNSTRASSE – Nach anfänglichen Protesten akzeptieren die Schwachhauser heute die Unterkunft für Geflüchtete</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang war die Angst vor den Flüchtlingen groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rückblende: Wir schreiben das 2013 und der Bremer Senat sucht händeringend nach Wohnraum. In Schwachhausen wird eine zweite Flüchtlingsunterkunft geplant, über 1.000 Menschen flüchten allein in diesem Jahr nach Bremen. 2016 werden es sogar 3.185 sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch so einfach ist das in Schwachhausen nicht. Die grüne Beiratssprecherin Barbara Schneider erinnert sich, dass einige Anwohner:innen vorschlugen, neue Flüchtlingsunterkünfte doch lieber in Tenever einzurichten. Weil dort die Nachbarn doch auch Arabisch sprächen. Als im Dezember 2013 die erste Einwohnerversammlung einberufen wird, stellen sich die Stadtteilpolitiker:innen schon auf die alten, vorurteilsdurchtränkten Argumente ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die kommen auch: „Es ist oft nur eine Frage von Minuten, bis die ersten Ängste wegen Lärm, Dreck und Kriminalität durch die Flüchtlinge ausgesprochen werden“, sagt Schneider. Die entkräftet sie mit Fakten: Die Bremer Polizei verzeichnet rund um Flüchtlingsunterkünfte keinen Anstieg von Kriminalität. Ebenso wenig käme es vermehrt zu Ruhestörungen. Die Mehrheit der gut 60 Anwohner:innen scheint diese Sorgen nicht zu teilen: Viele wollen sich ehrenamtlich engagieren und helfen. Andere stören sich an der Größe der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Gabriel-Seidl-Straße. Einst lebten in dem nunmehr leerstehenden Heim rund 20 Senior:innen. Nun sollten bis zu 90 Geflüchtete dort einziehen, in abgetrennten Wohnungen mit eigenen Küchen und Bädern. Ein Luxus für die Geflüchteten: „Normalerweise gibt es in solchen Wohnheimen nur Gemeinschaftsduschen und geteilte Küchen“, sagt Schneider. Doch die schiere Zahl der Neu-Bürger:innen ist für einige SchwachhauserInnen unvorstellbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Anwohner:innen der Gabriel-Seidl-Straße gehen nach der Versammlung wütend nach Hause. Eine Woche später äußern sie im Stadtteilparlament erneut ihre Bedenken. Es geht ihnen um Feuerschutz, Fahrradständer und Fluchtwege. Das ehemalige Seniorenheim könnte für 70 Geflüchtete zu klein sein, befürchten sie. Der damalige Sozial-Staatsrat Horst Frehe von den Grünen versichert, dass die Landesbauverordnung natürlich eingehalten werde. Am Ende beschließt der Beirat einstimmig, dass das Heim kommen wird. Gerade das bringt die skeptischen Anwohner:innen in Rage. Dem Weser-Kurier sagen sie später, man habe ihre Bedenken nicht ernst genommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem offenen Brief verlangen sie, dass maximal 30 bis 40 Flüchtlinge in dem Heim untergebracht werden. Dabei berufen sie sich auf die Genfer Flüchtlingskonvention, die eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten vorschreibt. Die Anwohner:innen unterschreiben den Brief, jedoch nur handschriftlich. Für Barbara Schneider ist das „anonym“. Und mit anonymen Menschen „rede ich nicht“, sagt sie. Schneider antwortet mit einem offenen Schreiben, weist darauf hin, dass über Flüchtlingsheime keine Anwohner:innen entscheiden, sondern gewählte Vertreter:innen wie sie. „Würden wir basisdemokratisch vorgehen, könnten wir alle Unterkünfte zumachen“, sagt sie. „Die Bedenken waren nur ein Feigenblatt für die Haltung: Wir wollen keine Flüchtlinge haben!“, kritisiert die Grünen-Politikerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Weser-Kurier erscheint dazu ein Kommentar, der eine ähnliche Meinung vertritt wie zuvor Barbara Schneider. Als der Beirat ihn in seinem Schaukasten aushängt, wird er über Wochen hinweg mit dem offenen Brief der Anwohner:innen überklebt. Auch wir haben mit einem der Anwohner:innen gesprochen, der an den Protesten beteiligt war. Leider mussten wir seine Aussagen aus diesem Text entfernen: Er entsprach nicht seinen Erwartungen; der Mann drohte uns mit rechtlichen Schritten, wenn wir seine Aussagen veröffentlichen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann wurde es ruhiger um die Flüchtlingsunterkunft, die nach über zwei Jahren endlich von Geflüchteten bezogen werden konnte. Erst im April 2016 zogen 70 Geflüchtete ein, Alleinstehende und Familien aus Afghanistan, Syrien oder dem Iran. Die Arbeiterwohlfahrt betreut das Übergangswohnheim, dessen Leiterin Franziska Görlich ist. Sie ist auch Ansprechpartnerin, wenn Probleme auftreten. Es wird sogar eigens eine Hotline eingerichtet. Doch das Telefon klingelt sehr selten. Sie erlebe bisher nur positiv eingestellte und aufgeschlossene Nachbar:innen, sagt Görlich. Auch an den weiteren runden Tischen bleibt es ruhig, berichtet die grüne Ortsamtsleiterin Karen Mathes. Zwei der von uns befragten Bewohner:innen des Heims halten die Daumen nach oben, als sie nach den Nachbar:innen gefragt werden. Eine Bewohnerin sagt, sie seien nett.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Skeptiker:innen? Bei den runden Tischen blieben sie stumm, sagt Schneider. Es ist ganz so, wie sie es auch von anderen Heimen kennt: „Die praktische Erfahrung und Begegnung mit Flüchtlingen beseitigt alle Ängste.“ Auch Franziska Görlich ist zufrieden: „Für Flüchtlinge bieten Ausstattung und Lage der Unterkunft mit die besten Bedingungen in ganz Bremen.“</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Eva Przybyla</em></td><td>Foto: <br /><em>Lena Möhler</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/46-wachmannstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2017/03/cover_46.jpg" alt="" class="wp-image-11876" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2017/03/cover_46.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2017/03/cover_46-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2017/03/cover_46-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



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