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	<title>Straßenmagazin &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Straßenmagazin &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<item>
		<title>Wir verändern unsere Vertriebsstrukturen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/der-neue-verkaufsausweis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Nov 2023 20:46:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
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					<description><![CDATA[Neue Ausweise Auf Bremens feuchten Herbststraßen verändert sich etwas in diesen ersten November&#173;tagen – die Zeitschrift der Straße ändert ihre Vertriebs&#173;stuk&#173;turen und ihr Regelwerk. Unsere Verkaufs&#173;personen erhalten einen neuen Verkaufs&#173;aufsweis. Dieser ist mit einem Foto versehen, zeitlich befristet und u. a. durch ein Originalsiegel und einen QR-Code erheblich fälschungssicherer als die vorherige Version. Auf der Karte finden Sie auch die Verkäufernummer und die Gültigkeitsdauer. Feste Verkaufsplätze Seit dem 6. November 2023, mit Erscheinen der neuen Ausgabe stehen unsere Verkäufer:innen außerdem an festen Plätzen. Weil wir nicht wollen, dass sich unsere Verkäufer:innen aufdringlich verhalten, ist es schon lange verboten, die Zeitschrift der Straße im Gehen zu verkaufen. Wir entwickeln die Zeitschrift in engem Austausch mit anderen deutschen Straßenzeitungen. Im Gespräch mit den Kolleg:innen mussten wir feststellen, dass wir mit der freien Platzwahl die absolute Ausnahme waren. Vom festen Verkaufsplatz versprechen wir uns größere Verläss&#173;lichkeit, ein stabileres soziales Umfeld für die Verkaufenden und bessere Möglich&#173;keit, sie aufzusuchen, wenn es Probleme gibt. Alle Verkäufer:innen haben einen festen Platz, der übrigens ebenfalls auf dem Ausweis vermerkt ist. Wir werden &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Neue Ausweise</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Bremens feuchten Herbststraßen verändert sich etwas in diesen ersten November&shy;tagen – die <em>Zeitschrift der Straße</em> ändert ihre Vertriebs&shy;stuk&shy;turen und ihr Regelwerk. Unsere Verkaufs&shy;personen erhalten einen neuen Verkaufs&shy;aufsweis. Dieser ist mit einem Foto versehen, zeitlich befristet und u. a. durch ein Originalsiegel und einen QR-Code erheblich fälschungssicherer als die vorherige Version. Auf der Karte finden Sie auch die Verkäufernummer und die Gültigkeitsdauer.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1194" height="721" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_ausweis_bild_www-2.jpg" alt="" class="wp-image-10171" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_ausweis_bild_www-2.jpg 1194w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2023/11/zds_ausweis_bild_www-2-300x181.jpg 300w" sizes="(max-width: 1194px) 100vw, 1194px" /><figcaption class="wp-element-caption">So sieht der neue Verkaufsausweis aus</figcaption></figure>
</div>


<h2 class="wp-block-heading">Feste Verkaufsplätze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 6. November 2023, mit Erscheinen der neuen Ausgabe stehen unsere Verkäufer:innen außerdem an festen Plätzen. Weil wir nicht wollen, dass sich unsere Verkäufer:innen aufdringlich verhalten, ist es schon lange verboten, die <em>Zeitschrift der Straße</em> im Gehen zu verkaufen. Wir entwickeln die Zeitschrift in engem Austausch mit anderen deutschen Straßenzeitungen. Im Gespräch mit den Kolleg:innen mussten wir feststellen, dass wir mit der freien Platzwahl die absolute Ausnahme waren. Vom festen Verkaufsplatz versprechen wir uns größere Verläss&shy;lichkeit, ein stabileres soziales Umfeld für die Verkaufenden und bessere Möglich&shy;keit, sie aufzusuchen, wenn es Probleme gibt. Alle Verkäufer:innen haben einen festen Platz, der übrigens ebenfalls auf dem Ausweis vermerkt ist. Wir werden das zeitnah auch um eine digitale Standortkarte ergänzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ihre Mithilfe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sollten Sie zukünftig noch Menschen mit alten Ausweisen antreffen, sagen Sie uns bitte unbedingt Bescheid. Es liegt auch im Interesse der ehrlichen Verkäufer:innen, solche Probleme umgehend zu lösen. Denn immerhin fallen die Störungen durch Einzelne über kurz oder lang auf alle anderen zurück – und belasten so das ganze Projekt. Auch wenn unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen regelmäßig in der Stadt unterwegs sind, können wir nicht immer und überall vor Ort sein. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen, wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Verkaufs&shy;personen haben – oder bei Fragen zu unserem Regelwerk. Sie erreichen uns in solchen Fällen telefonisch unter <strong>0421 17 52 16 27</strong> oder per E-Mail an: <strong><a href="mailto:zeitschrift@inneremission-bremen.de">zeitschrift@inneremission-bremen.de</a></strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warnung vor falscher Straßenzeitschrift auf Bremens Straßen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/warnung-vor-falscher-strassenzeitschrift-auf-bremens-strassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2022 13:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Querkopf]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenverkäufer]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriftderstrasse]]></category>
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					<description><![CDATA[ACHTUNG, ACHTUNG! Warnung: Uns erreichen Mitteilungen, dass Verkäufer:innen des Magazins Querkopf sich als Verkäufer:innen der Zeitschrift der Straße ausgeben. Die Zeitschrift der Straße distanziert sich von diesem Magazin und allen Personen, die dieses in unserem Namen verkaufen. Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer erkennen Sie immer an unseren Verkaufsausweisen und der Zeitschrift der Straße. Auf unseren Zeitschriften im Verkauf auf Bremens Straßen befindet sich immer ein Stempel mit der Verkäufer:innennummer, beides muß zusammen passen, damit Sie sicher seinkönnen, dass es sich um eine:n bei uns registrierte:n Verkäufer:in handelt. Bitte bleiben Sie uns treu. Unterstützen Sie weiter unsere Verkäuferinnen und Verkäufer und das Original Bremens. Wir und viele Menschen, die die Zeitschrift der Straße verkaufen, danken Ihnen! Ihre Zeitschrift der Straße]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://s.uicdn.com/ooe/viewer/2.0.102/viewer/web/viewer.html?file=from-parent-iframe&amp;locale=de-DE&amp;parent=https://ooviewer.web.de#page=1"></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">ACHTUNG, ACHTUNG!</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Warnung: Uns erreichen Mitteilungen, dass Verkäufer:innen des Magazins Querkopf sich als Verkäufer:innen der <em>Zeitschrift der Straße</em> ausgeben. Die <em>Zeitschrift der Straße</em> distanziert sich von diesem Magazin und allen Personen, die dieses in unserem Namen verkaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer erkennen Sie immer an unseren Verkaufsausweisen und der <em>Zeitschrift der Straße</em>. Auf unseren Zeitschriften im Verkauf auf Bremens Straßen befindet sich immer ein Stempel mit der Verkäufer:innennummer, beides muß zusammen passen, damit Sie sicher sein<br />können, dass es sich um eine:n bei uns registrierte:n Verkäufer:in handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte bleiben Sie uns treu. Unterstützen Sie weiter unsere Verkäuferinnen und Verkäufer und das Original Bremens. Wir und viele Menschen, die die <em>Zeitschrift der Straße</em> verkaufen, danken Ihnen!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br />Ihre <em>Zeitschrift der Straße</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/68-muenchener-strasse/"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68.jpg" alt="" class="wp-image-8644" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/05/cover_68-840x560.jpg 840w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Mission Bagel</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/mission-bagel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2022 19:53:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[juedischegemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[zds]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriftderstrasse]]></category>
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					<description><![CDATA[#97 JÜDISCHE GEMEINDE Zu den Aufgaben von Rabbinern wie Natanael Teitelbaum gehört, die Einhaltung der Regeln in der koscheren Küche zu kontrollieren. Wir begleiten ihn zu Bäckermeister Holger Groth – mitten in der Nacht. Drei Uhr, das ist eine unwirkliche Zeit. Zwischen gestern und morgen, wache ich wie gerädert nach wenigen Stunden Schlaf auf. Zwei Wecker klingeln im Fünf-Minuten-Takt, die Snooze-Taste hat keine Chance. Auf keinen Fall will ich mein Date mit dem Rabbi verpassen: Um Viertel vor vier sind wir verabredet an diesem unwirtlichen Freitagmorgen im April. Überpünktlich stehe ich schließlich in der Kälte vor der Bäckerei am Sielwall, es schneit sachte, in der Ferne grölen Besoffene am Eck, von denen man hofft, sie blieben, wo sie sind. Dann, nach endlosen Minuten in der Kälte, blitzen zwei Scheinwerfer auf, ein Mercedes-Bus nimmt Kurs auf die Bäckerei. „Sie haben ja Arbeitszeiten“, sage ich matt, als Rabbiner Natanel Teitelbaum aus dem Auto steigt. Er lacht freundlich und zuckt mit den Schultern. Was muss, das muss. Die Hintertür steht offen an diesem dunklen Freitagmorgen, wir treten ein &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#97 JÜDISCHE GEMEINDE  Zu den Aufgaben von Rabbinern wie Natanael Teitelbaum gehört, die Einhaltung der Regeln in der koscheren Küche zu kontrollieren. Wir begleiten ihn zu Bäckermeister Holger Groth – mitten in der Nacht.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Uhr, das ist eine unwirkliche Zeit. Zwischen gestern und morgen, wache ich wie gerädert nach wenigen Stunden Schlaf auf. Zwei Wecker klingeln im Fünf-Minuten-Takt, die Snooze-Taste hat keine Chance. Auf keinen Fall will ich mein Date mit dem Rabbi verpassen: Um Viertel vor vier sind wir verabredet an diesem unwirtlichen Freitagmorgen im April.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überpünktlich stehe ich schließlich in der Kälte vor der Bäckerei am Sielwall, es schneit sachte, in der Ferne grölen Besoffene am Eck, von denen man hofft, sie blieben, wo sie sind. Dann, nach endlosen Minuten in der Kälte, blitzen zwei Scheinwerfer auf, ein Mercedes-Bus nimmt Kurs auf die Bäckerei. „Sie haben ja Arbeitszeiten“, sage ich matt, als Rabbiner Natanel Teitelbaum aus dem Auto steigt. Er lacht freundlich und zuckt mit den Schultern. Was muss, das muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hintertür steht offen an diesem dunklen Freitagmorgen, wir treten ein in eine arbeitsame, aber warme Welt: Holger Groth, der Bäckermeister, glasiert gerade Back­waren mit einem Pinsel auf einem großen Blech.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begrüßung ist freundlich, fast nebensächlich, wie selbstverständlich. Über­raschung jedenfalls ist Groth nicht anzumerken. „Ich&nbsp;hab’ nix zu verbergen“, sagt&nbsp;er. Er macht seinen Job. Die Bagels sind schon fertig und kühlen gerade ab. Die Challot sind geflochten und mit Mohn bestreut: Die Hefezöpfe warten auf den Ofen, sie werden für Schabbat gebraucht. Der Rabbi nimmt einen Rundum-Blick. Begutachtet die Challot. Schaut auf den Ofen. Scheint zufrieden. Sie kennen sich schon lange, der Rabbiner und der Bäcker. „Wir sind nicht nur Partner, sondern auch Freunde geworden“, sagt der Rabbi. „Oder?“ – „Na logo!“, ruft Holger Groth, der unterdessen schon das nächste Blech für den Ofen vorbereitet hat. Es ist ein ungleiches Freundespaar: Hier der ehrwürdige Rabbiner mit seiner Kippa, dort der tätowierte Norddeutsche mit seinem Schnack, nicht minder standesbewusst: „Bäckermeister der Zunft!“, sagt er, „nicht, dass Sie aus mir noch einen Friseur machen!“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="767" height="1024" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-4.jpg" alt="" class="wp-image-9473" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-4.jpg 767w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-4-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-4-420x560.jpg 420w" sizes="(max-width: 767px) 100vw, 767px" /><figcaption class="wp-element-caption">Backt koscher für die jüdische Gemeinde: Bäckermeister Holger Groth.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich hatte Groth zwei Filialen, eine ganz in der Nähe der jüdischen Gemeinde in der Schwachhauser Heerstraße. Seit ein Bäcker gekündigt hat, lohnte das nicht mehr: „Wir sind jetzt nur noch zwei Bäcker, damit kannst du keine zwei Filialen betreiben“, sagt er. Also konzentriert er sich jetzt ganz auf seine Bäcke­rei im Viertel. Auch wenn die Wege nun weiter sind, sind die jüdische Gemeinde und ihre Mitglieder weiterhin treue Kunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Koscher, das hat nicht nur mit den Zutaten zu tun. Das hat auch mit Vertrauen zu&nbsp;tun“, sagt Rabbiner Natanel Teitelbaum. Groth’s Backstube verkauft koschere Waren, er ist hier, um alles zu kontrollieren. Seit wann sie zusammenarbeiten? „Ich&nbsp;hab’ mir das nicht aufgeschrieben“, sagt Holger Groth, der Pragmatiker, wäh­rend er das nächste Blech in den Ofen schiebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die jüdische Gemeinde ist auf ihn zugekommen, vor einigen Jahren. Groth begann zunächst mit Brot und Brötchen, dann habe sich das Sorti­ment sukzessive erwei­tert. Gemeinde­mit­glieder bestellen dort Backwaren für Schabbat, aber auch für Geburtstage oder andere Feierlichkeiten. Die Gemeinde selbst bestellt belegte Brötchen oder Kuchen für Veranstaltungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer es ernst meint mit den jüdischen Speisevorschriften, hat es hier in der Dia­spora nicht so leicht. Vieles kann man online bestellen, sicher. Aber frische Backwaren etwa sind schwer zu bekommen, auch wenn es inzwischen weitere Interessenten für die Koscher-Zertifizierung in Bremen gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und koscher zu essen, das ist für viele der orthodoxen Mitglieder essenziell. Koscher, das bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem: Parve, ohne Milch. Denn Milch und Fleisch vertragen sich nicht in der koscheren Küche. Wird ein Fleisch­gericht serviert und soll danach ein süßer Nachtisch gereicht werden, muss&nbsp;er ohne Milch sein. Zum Beispiel ein Berliner: Der Teig muss ohne Milch sein, und auch das Fett in der Fritteuse muss im Zweifel getauscht werden: pflanzliches Fett statt tierischem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Groth bedeutet das alles in der Praxis: Ein Extrafach im Ofen, Extrableche, keine Milch in Teig und Glasur und bestimmte Farbstoffe und Emulgatoren auch nicht. Und: Eine Zeitschaltuhr. Denn eigentlich muss – streng genommen – ein Jude den Ofen an- und ausschalten. Weil der Rabbiner verständlicherweise nicht ständig in der Backstube sein kann, ist dieses Hilfsmittel unerlässlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bestimmte Farbstoffe sind tabu: Karmin etwa, das aus Läuseblut gewonnen wird. Denn Läuse sind nicht koscher. „Und selbst, wenn sie koscher wären, würde ich sie nicht essen“, sagt der Rabbiner: „Ich meine: Läuse!“ Er schüttelt sich und lacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind ein eingespieltes Team, der Rabbi und der Bäcker. Zu Pessach, während dem die Juden kein gesäuertes Brot essen, sagt Groth scherzhaft: „Da hab’ ich eine Woche Ruhe vor Euch!“ In Wahrheit ist die Situation eine gute für beide Seiten: Die Gemeinde­mit­glieder haben eine zertifizierte Anlaufstelle mit koscheren Backwaren, in der sie bedenkenlos einkaufen und bestellen können, der Bäcker garantierte Abnahmen für seine Produkte. Beide Seiten: zufrieden miteinander.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="767" height="1024" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-3.jpg" alt="" class="wp-image-9474" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-3.jpg 767w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-3-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/05/Koscher_razzia_Strassenansicht_KarolinaMeyer-Schilf-3-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 767px) 100vw, 767px" /><figcaption class="wp-element-caption">Koscher hat nicht nur mit den Zutaten zu tun, sagt der Rabbiner – sondern auch mit Vertrauen.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Auch Sonderbestellungen sind kein Problem für Bäcker Groth. Vor einiger Zeit etwa brauchte Rabbiner Teitel­baum Challot ohne Mohn: „Ich wollte jemanden im Gefängnis besuchen“, erzählt er, und dem Inhaftierten – kein Bremer Gemeinde­mitglied, wie er betont – zum Schabbat Challot mitbringen. Allerdings ist Mohn im Gefängnis nicht erlaubt, wie er auf Nachfrage erstaunt erfuhr. So buk Bäcker Groth einen Hefezopf ohne Mohn fürs Gefängnis – und der Häftling hatte dank Groth und Teitelbaum einen Hauch von Schabbat in seiner mutmaßlichen Tristesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber woher weiß man eigentlich als Rabbiner, auf was man alles achten muss? Immerhin ist ein Rabbiner ein Religionsgelehrter und kein Ernährungs­wissen­schaftler, und trotz fundierter Ausbildung bleiben vielleicht praktische Fragen offen. Teitelbaum hat seine Mentoren zu solchen Besuchen begleitet: „Ein verant­wort­licher Rabbiner wird nie allein entscheiden“, sagt er. Manche Menschen dächten, ein Rabbiner, der um Rat frage, sei schwach: „Das Gegenteil ist der Fall.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen weiß er längst, worauf es bei den Kontrollen ankommt. Wie oft er sie durchführt, will er nicht sagen: „Sonst weiß er Bescheid.“ Er, Bäcker Groth, scheint sich indessen recht wenig um die Kontrollen zu scheren. Sein Gewissen ist rein, er&nbsp;backt, wie es sich gehört, für die reguläre Kundschaft ebenso wie für jene, die&nbsp;auf&nbsp;koschere Backwaren Wert legen. Als vorerst alles im Ofen und für den Moment nichts weiter zu tun ist, atmet er kurz durch: „Jetzt ist Zeit für eine Ziga­rette!“ Der&nbsp;Rabbiner begleitet ihn nach draußen, vor der Backstube reden sie im Morgengrauen über dies und das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der kurzen Pause geht es für Holger Groth weiter, die Challots sind dran: Am&nbsp;Freitagabend, also in wenigen Stunden, beginnt der Schabbat. Der Rabbiner hat seine Kontrolle beendet, er wird später wiederkommen und einige Hefezöpfe abholen. „Willst jetzt noch was mitnehmen?“, fragt der Bäcker. Rabbiner Teitelbaum lehnt ab und verweist scherzhaft auf seinen Bauch. „Ach was“, sagt&nbsp;Bäcker Groth, „das ist die Wohlfühlzone! Frauen lieben das!“ Der Rabbiner ist&nbsp;nicht überzeugt. „Ich bringe das nächste Mal meine Frau mit, dann kannst du ihr das noch mal sagen“, sagt er und lacht.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text und Fotos: </td><td><em>Karolina Meyer-Schilf</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/97-juedische-gemeinde/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_97.png" alt="" class="wp-image-10960" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_97.png 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_97-300x200.png 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_97-840x560.png 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_97-600x400.png 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2024/10/zds_www_ankuending_97-768x512.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Die halbe Straße</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/die-halbe-strasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Mar 2022 17:21:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[altbau]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[fuhrken]]></category>
		<category><![CDATA[Schwachhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
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					<description><![CDATA[#95 BULTHAUPTSTRASSE – Die Firma Fuhrken hat einst die halbe Bulthauptstraße gebaut. Heute saniert sie Altbauten – und öffnet für uns ihr Firmenarchiv Wer mit offenen Augen durch Bremen geht, sieht sie manchmal, die blau-gelben Fuhrken-Lkws: &#8222;Bauunternehmung&#8220; steht darauf und: Altbausanierung. Die Firma J. H. Fuhrken ist ein Traditionsbetrieb, seit dem Jahr 1900 besteht die Firma schon, und die kleine, ein bisschen lustige Pointe: Viele der Gebäude, die die Firma jetzt saniert, hat sie früher einmal selbst gebaut. Zeit also für einen Ortsbesuch: Wir sind verabredet mit Urda Blohm-Sudholz, der Großnichte des Firmengründers. Sie öffnet für uns ihr Archiv. Das Geschäftsgelände der Firma Fuhrken befindet sich seit über 50 Jahren an der Stresemannstraße: ein relativ unscheinbares, weißes Industriegebäude in zweiter Reihe und dahinter eine große Halle, in der Baumaterialien gelagert werden. Im Hausflur hängt eine Luftaufnahme, auch schon ein paar Jahrzehnte alt, die das Gelände von oben zeigt: Auf den ersten Blick hat sich dort bis heute nicht viel verändert. In der Nachbarschaft dafür umso mehr: Rund um das Grundstück befanden sich damals hauptsächlich Grünflächen &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#95 BULTHAUPTSTRASSE – Die Firma Fuhrken hat einst die halbe Bulthauptstraße gebaut. Heute saniert sie Altbauten – und öffnet für uns ihr Firmenarchiv</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mit offenen Augen durch Bremen geht, sieht sie manchmal, die blau-gelben Fuhrken-Lkws: &#8222;Bauunternehmung&#8220; steht darauf und: Altbausanierung. Die Firma J. H. Fuhrken ist ein Traditionsbetrieb, seit dem Jahr 1900 besteht die Firma schon, und die kleine, ein bisschen lustige Pointe: Viele der Gebäude, die die Firma jetzt saniert, hat sie früher einmal selbst gebaut. Zeit also für einen Ortsbesuch: Wir sind verabredet mit Urda Blohm-Sudholz, der Großnichte des Firmengründers. Sie öffnet für uns ihr Archiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geschäftsgelände der Firma Fuhrken befindet sich seit über 50 Jahren an der Stresemannstraße: ein relativ unscheinbares, weißes Industriegebäude in zweiter Reihe und dahinter eine große Halle, in der Baumaterialien gelagert werden. Im Hausflur hängt eine Luftaufnahme, auch schon ein paar Jahrzehnte alt, die das Gelände von oben zeigt: Auf den ersten Blick hat sich dort bis heute nicht viel verändert. In der Nachbarschaft dafür umso mehr: Rund um das Grundstück befanden sich damals hauptsächlich Grünflächen – im Laufe der Jahre haben sich dort auch viele andere Firmen angesiedelt, das Grün ist zu großen Teilen einem Betongrau gewichen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Einblick in die Familientradition</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Büro der Firma Fuhrken selbst wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie ein Büro, sondern eher wie ein gemütliches, immer noch weihnachtlich geschmücktes Wohnzimmer, in das sich zufällig auch ein großer Schreibtisch verirrt hat. An den Wänden hängen gerahmte Bilder der Familienmitglieder unterschiedlicher Generationen, viele davon noch in Schwarz-Weiß. Besonders auffällig sind auch die vielen Sammelobjekte, die in Regalen stehen und wie eine kleine Ausstellung wirken: Fein bemalte Holz- und Porzellaneier, bunte Matroschka-Puppen und kleine, aufwendig verzierte Porzellanglöckchen. „Alles Sammlungen meiner Mutter“, sagt Urda Blohm-Sudholz beim Blick auf die Wände, die einem einen ersten Einblick in die Familiengeschichte von Johann Heinrich Fuhrken bieten. Sie ist die Tochter von Günther Blohm, der 1949 von seinem Onkel Johann Heinrich Fuhrken die Leitung des Unternehmens übernahm. Und mit ihrer Tochter Daniela Sudholz ist nun bereits die vierte Familiengeneration in der Geschäftsführung tätig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einzigartige Altbremer Häuser und ihre prägende Rolle in Bremen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">J. H. Fuhrken war es, der das Unternehmen 1900 gründete und sich im Laufe der Jahre einen Namen in der Bremer Baulandschaft machte. Unter seinen Projekten befanden sich einzelne Gebäude wie das Roselius-Haus in der Böttcherstraße, teilweise aber auch ganze Straßenzüge – auch die rechte Seite der Bulthauptstraße gehörte dazu. Zwischen 1906 und 1913 wurden, bis auf zwei Ausnahmen (Nr. 24 und Nr. 26–28), alle Häuser mit geraden Hausnummern unter Fuhrkens Leitung gebaut. Und das wird auch in ihrer Optik deutlich: Die Häuser wirken alle wie aus einem Guss. Der Aufbau ist überall der eines klassischen Altbremer Hauses: schmal gehalten, meist dreigeschossig, kleine Treppen zu Hochparterre- und Souterrain-Wohnung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind im sogenannten Reformstil gebaut, haben Satteldächer, Erker und fast alle noch die gleichen, schmiedeeisernen Zäune wie zur Zeit ihrer Entstehung. Auch die Anordnung von Fenstern und Türen ist oft ähnlich, teilweise identisch. So normal diese Art von Reihenhausbauweise heute ist, so ungewöhnlich war sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Deutschlandweit gab es sie ausschließlich in Bremen – und Fuhrken mischte fleißig mit. Neben der Bulthauptstraße bebaute er auch die Benquestraße, die Arnold-Böcklin-Straße und diverse andere, besonders häufig in Schwachhausen gelegene Grundstücke.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig.jpg" alt="" class="wp-image-9450" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig.jpg 768w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig-225x300.jpg 225w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/Urda-Blohm-Sudholz_HartmuthBendig-420x560.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Blättern im Archiv: Urda Blohm-Sudholz auf der Suche nach Fotos.</em> </figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Traditioneller Hausbau im frühen 20. Jahrhundert</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gebaut wurde in der Regel nach Auftrag und nicht schon im Voraus, dafür sei schließlich kein Geld da gewesen: „Heute hat man das viele Geld nicht, das es dafür braucht, früher hatte man eben das wenige Geld nicht. Sie können sich das vorstellen wie bei den Malern früher: die hatten auch kein Geld, die haben nach Auftrag gemalt und damit ihr Geld verdient. Natürlich haben die auch für sich alleine gemalt, dann waren sie aber auch darauf angewiesen, dass die Bilder jemand gekauft hat, die mussten ja schließlich davon leben. So ähnlich war das hier mit den Häusern auch“, erzählt Urda Blohm-Sudholz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und es hat sich eben auch Stück für Stück rumgesprochen: Es wurde gebaut, dann hat das jemand anderes gesehen und sich gedacht ‚Ach, schick‘ und dann wollte der das auch – insofern hat sich das nach und nach entwickelt mit den Aufträgen. Und es kam ja auch vor, dass Fuhrken erst mal selbst in ein Haus eingezogen und dann wieder ausgezogen ist, wenn es Käufer dafür gab. Also frei in den Himmel gebaut hat er nicht, dafür war das einfach zu teuer.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Reihenhausbau damals: Ein echtes Handwerk</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen und 30.000 und 50.000 Mark, je nach Ausstattung, kostete der Bau eines Altbremer Reihenhauses um 1900. Außerdem musste man deutlich mehr Zeit einplanen: Rund ein bis zwei Jahre Bauzeit – für ein einziges Haus, nicht für die ganze Reihe – wenn täglich „mindestens 30 Personen, wenn nicht sogar mehr“ auf der Baustelle arbeiteten. Grund dafür waren in erster Linie natürlich die noch nicht erfundenen technischen Hilfsmittel, die den Hausbau heute erleichtern. Und auch die Art und Weise, wie gebaut wurde, war eine andere: „Heute gibt es ja auch schon viele Fertigteile für den Hausbau, aber damals haben die ja noch gemauert von Hand, das war ja richtiges Handwerk“, sagt Frau Blohm-Sudholz, während sie in einem kleinen Holzkasten nach Fotografien sucht, die eine klassische Baustellensituation zeigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Neubau zur Altbausanierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kasten ist eine Art kleines Archiv, das zum 100-jährigen Jubiläum zusammengestellt wurde. Leider gibt es nicht allzu viele Fotos aus der Zeit – auch Fotografieren bedeutete damals natürlich einen höheren Aufwand und mehr Kosten. Sie findet schließlich ein Bild von zwei Männern, die einen großen Pfeiler mithilfe eines Flaschenzugs anheben. Beim ersten Blick wird sofort das (fehlende) Bewusstsein über Arbeitssicherheit deutlich: Die beiden tragen etwa keine Sicherheitshelme. Außerdem bekommt man eine leise Ahnung vom großen Arbeitsaufwand, den der Hausbau damals verlangte. Trotzdem sieht man das Schild mit dem Namen Fuhrken Anfang des 20. Jahrhunderts überall, die Firma läuft. Auch als J. H. Fuhrkens Neffe, Diplomingenieur Günther Blohm, 1949 die Geschäftsführung übernimmt, reißt der Erfolg nicht ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Mitte der 1980er-Jahre beginnt die Firma, sich besonders auf das Sanieren von Altbauten zu spezialisieren, heute sind Sanierung und Reparatur das Hauptgeschäft. Neu bauen ist laut Urda Blohm-Sudholz weder rentabel noch realistisch: „Das lohnt sich einfach nicht mehr, darauf sind wir auch gar nicht mehr ausgerichtet. Wir haben nur die klassischen Maurer und sind nur zu acht – für so etwas braucht man ja ganze Kolonnen. Dafür haben wir einfach nicht die Kapazitäten. Wir haben ja auch unsere Stammkundschaft und die soll immer möglichst schnell bedient werden können. Das ginge bei so einem großen Projekt nicht.“ Stattdessen werde also das, was bereits da ist, wieder aufbereitet oder repariert. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die nachhaltige Pflege der Bulthauptstraße</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hin und wieder komme mal ein neuer Balkon oder eine Dachterrasse, und auch sonst gebe es fast nichts, was die Firma nicht macht: „Alles, was an Reparatur- und Sanierungsarbeiten gemacht werden muss, machen wir.“ Dass die Firma heute die ‚eigenen“, also die damals von Fuhrken gebauten Häuser saniert, komme natürlich auch vor, sei aber nicht die Regel: „Das hängt ja immer von den Eigentümern ab, wer da engagiert wird. Wir haben allerdings auch ein paar Kunden in der Bulthauptstraße. Was genau da normalerweise saniert wird, kann man so aber gar nicht sagen. Das ist wie beim Menschen: Mal ist hier was kaputt, mal muss da was gemacht werden. Immer unterschiedlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Sanierung in einer denkmalgeschützten Straße wie der Bulthauptstraße ein Thema ist, das besonders groß geschrieben wird, sieht man sofort: Alle Häuser sind in einem tadellosen Zustand und haben seit ihrem Bau weder an Glanz noch an Wirkung verloren. Man könnte beinahe vergessen, wie alt sie sind. Heutzutage Häuser in diesem Stil zu bauen, das wäre zwar schön – deutlich schöner als die glatten, unverzierten Neubau-Klötze, die aktuell überall aus dem Boden sprießen – allerdings auch sehr teuer. Umso schöner also, dass die bereits existierenden Altbremer Häuser häufig unter Denkmalschutz stehen und dementsprechend sorgsam behandelt werden. So kann man auch heute noch durch Straßen spazieren, in denen sich in den letzten 100 Jahren nicht viel verändert hat. So wie in der Bulthauptstraße.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text und Recherche:<br /><em>Annika Schöll</em></td><td>Fotos:<br /><em>Hartmuth Bendig</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/95-bulthauptstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1250" height="833" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse.jpg" alt="" class="wp-image-11104" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2022/03/95-Bulthauptstrasse-1200x800.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /></a></figure>
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		<title>Bremens Orkus</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/93-bremens-orkus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Dec 2021 19:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
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		<category><![CDATA[bunker]]></category>
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					<description><![CDATA[#93 BAHNHOFSVORPLATZ – Unter dem Bahnhofsvorplatz liegt ein Bunker, der für die Öffentlichkeit nur auf Führungen zugänglich ist. Seine Geschichte war mit dem Kriegsende noch lange nicht vorbei. Beim Intercity Hotel am Hauptbahnhof, noch vor den Straßenbahngleisen und Busspuren, geht es hinab. Der Eingang des Bunkers endet bald an einem gebogenen Gittertor und sieht ganz harmlos aus: wie die Einfahrt einer Tiefgarage. Und das ist auch kein Wunder, denn die Nazis planten bereits beim Bau, den Bunker nach dem „Endsieg“ als Garage zu nutzen. Diese und andere geschichtliche Tatsachen erzählt Historiker Andreas Calic, der hier für den Verein StattReisen Führungen durchführt. Er hat die Schlüssel für die Unterwelt. Hinter Gitter und Rolltor empfängt uns eine nicht sonderlich angenehme Geruchswolke. Der Gestank von Ammoniak mischt sich mit der intensiven, abgestandenen Moderluft aus dem Inneren der Anlage. Calic erklärt, dass seit einiger Zeit, auf Anregung des StattReisen-Teams, regelmäßig von der Stadtreinigung vor dem Eingang sauber gemacht wird. Der Eingangsbereich wird dann mit Hochdruckreinigern abgespritzt und was die so wegschwemmen, sammelt sich hinter dem Rolltor: Dosen, Unrat und &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#93 BAHNHOFSVORPLATZ – Unter dem Bahnhofsvorplatz liegt ein Bunker, der für die Öffentlichkeit nur auf Führungen zugänglich ist. Seine Geschichte war mit dem Kriegsende noch lange nicht vorbei. </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Intercity Hotel am Hauptbahnhof, noch vor den Straßenbahngleisen und Busspuren, geht es hinab. Der Eingang des Bunkers endet bald an einem gebogenen Gittertor und sieht ganz harmlos aus: wie die Einfahrt einer Tiefgarage. Und das ist auch kein Wunder, denn die Nazis planten bereits beim Bau, den Bunker nach dem „Endsieg“ als Garage zu nutzen. Diese und andere geschichtliche Tatsachen erzählt Historiker Andreas Calic, der hier für den Verein StattReisen Führungen durchführt. Er hat die Schlüssel für die Unterwelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter Gitter und Rolltor empfängt uns eine nicht sonderlich angenehme Geruchswolke. Der Gestank von Ammoniak mischt sich mit der intensiven, abgestandenen Moderluft aus dem Inneren der Anlage. Calic erklärt, dass seit einiger Zeit, auf Anregung des StattReisen-Teams, regelmäßig von der Stadtreinigung vor dem Eingang sauber gemacht wird. Der Eingangsbereich wird dann mit Hochdruckreinigern abgespritzt und was die so wegschwemmen, sammelt sich hinter dem Rolltor: Dosen, Unrat und ein Berg von Einwegspritzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein versteckter Ort voller Geschichten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hin und wieder liegen auch Menschen vor dem Tor, weshalb vor Führungsbeginn manchmal auch die Polizei verständigt wird, um gegebenenfalls Hilfe zu holen. Die Stadtführer:innen haben hier auch schon Menschen beim Sex überrascht, gerade als sich Gruppen zur Führung am Eingang einfanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir passieren ein Tor – und was für eins: etwa einen halben Meter dick und rund zweieinhalb Meter im Quadrat. Stahlbeton. Das ist allerdings kein Überbleibsel des Weltkriegs: Es wurde eingebaut, als der Bunker im Kalten Krieg zum ABC-Bunker umfunktioniert wurde. Der Blick ins Innere lässt hingegen wieder die Ursprungsidee von der Tiefgarage erkennen. Der Raum ist wohl hundert Meter lang und dreißig breit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Krieg sollten hier 900 Menschen Platz finden. Laut Calic geht man aber davon aus, dass hier sehr viel mehr vor den Bomben der Alliierten Deckung suchten – aber wirklich gezählt hat das damals natürlich niemand. Es ist warm, die Luftfeuchtigkeit ist hoch und es riecht streng nach Schimmel.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1250" height="873" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/Bunker2-1250x873.jpg" alt="" class="wp-image-9417" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/Bunker2-1250x873.jpg 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/Bunker2-300x210.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/Bunker2.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1250px) 100vw, 1250px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Am Eingang zur Unterwelt warten zwei Tore – und jede Menge Müll.</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Einblick in die unterirdischen Zugänge und ihre Schicksale</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 1990er-Jahre, beim Umbau des Bahnhofvorplatzes, wurde die Ausfahrt verschlossen. Man könnte sie wieder aufgraben, sie ist nicht für die Ewigkeit versiegelt worden. Auch einer der Personenzugänge wurde damals geschlossen. Direkt darauf steht heute eine Straßenlaterne, deren Befestigung im Betondeckel sich von unten bestaunen lässt. Neben der Treppe befindet sich eine Rinne zum Schieben von Fahrrädern. Die wurde tatsächlich bereits von den Nazis angelegt: für die besagte Zukunftsgarage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der zweite Personenzugang. Tageslicht schimmert durch die Ritzen und oben läuft hörbar jemand mit einem Rollkoffer über das Pflaster, das auf einer Metallplatte liegt. Diese Platte ist mit Scharnieren versehen und hat hydraulische Säulen zum öffnen. Diese Anlage ist allerdings stillgelegt, weil die Feuerwehr den Notausgang nicht mehr zugelassen hat, nachdem 2003 klar war, dass der Bunker keine Funktion als Schutzraum mehr erfüllen wird. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine Geschichte von Zwangsarbeit, Notunterkünften und gesellschaftlichem Widerstand</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte des Bunkers ist also lang und geht weit über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Gebaut wurde er 1940 und 1942 von Zwangsarbeiter- Innen und einer Arbeitskolonne aus Italien. Beim Richtfest wehte neben der Hakenkreuzflagge die italienische Trikolore. Bunkerbau ist harte Arbeit: 7.000 Kubikmeter Beton, 15.000 Kubikmeter Erde und 2,5 Millionen Liter Grundwasser wurden dafür bewegt. Aus Sicht einiger Bremer:innen soll die Baufirma die Zwangsarbeiter dabei zu gut behandelt haben. Es gab Beschwerden von „anständigen Deutschen“ und tatsächlich wurden der Firma daraufhin Folgeaufträge entzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Krieg wurde der Bunker, wie eigentlich alle dieser Anlagen in Bremen, für die ausgebombte Bevölkerung kurzzeitig als Notquartier genutzt. Doch der Bahnhofsbunker blieb weiter Wohnraum. In den 1950er-Jahren wurde er zum Wohnheim für wohnungslose Männer. Es dauerte bis 1977, bis die Innere Mission ein Grundstück fand, um das Jakobushaus (heute besser bekannt als Papageienhaus) fertigzustellen. Immer wieder fanden potenzielle Anwohner:innen genug Energie und scheinbar gute Argumente, die Wohnungslosen von ihrer Nachbarschaft fernzuhalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vergessene Stimmen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Andreas Calic erzählt von Briefen mit Inhalten wie diesem: Man wolle kein „asoziales, arbeitsscheues Gesindel, das den ganzen Tag Alkohol trinkt, in unserer Nachbarschaft.“ Die Männer lebten hier unten in den Nischen, den Parkplätzen für die Autos an beiden Seiten des Tiefbaus. Damals waren sie durch Gitter vom Mittelteil abgegrenzt. Wenn man da unter der Erde steht und Calic für kurze Zeit das Licht ausschaltet, sind nur noch die phosphoreszierenden Streifen und Beschriftungen an den Wänden zu sehen. Sie leuchten in einem gespenstischen grün. Man denkt unwillkürlich an die Kriegszeit, wie sich wohl die Menschen hier fühlten, wenn der Strom plötzlich aus war. Wenn die Sirenen heulten, wenn Erde und Wände beim Einschlag der Bomben erzitterten.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Heiko Lenthe</em></td><td>Fotos: <br /><em>Hartmuth Bendig</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/ZdS_www_ankuendigung_93.jpg" alt="" class="wp-image-10963" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/ZdS_www_ankuendigung_93.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/ZdS_www_ankuendigung_93-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/ZdS_www_ankuendigung_93-840x560.jpg 840w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/ZdS_www_ankuendigung_93-600x400.jpg 600w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/12/ZdS_www_ankuendigung_93-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>
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		<title>Die unsichtbare Kreuzung</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/die-unsichtbare-kreuzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 09:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[hemelingen]]></category>
		<category><![CDATA[hemelingertunnel]]></category>
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					<description><![CDATA[#91 HEMELINGER BAHNHOFSTRASSE – Der mit Abstand meiste Verkehr um die Hemelinger Bahnhofstraße ist an der Oberfläche gar nicht zu sehen. Er wird seit Jahren untendurch geleitet]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#91 HEMELINGER BAHNHOFSTRASSE – Der mit Abstand meiste Verkehr um die Hemelinger Bahnhofstraße ist an der Oberfläche gar nicht zu sehen. Er wird seit Jahren untendurch geleitet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man etwas hören oder fühlen könnte, dann müsste es an dieser Stelle sein: exakt unter der Bushaltestelle „Hemelinger Bahnhofstraße“ an der Nordwestecke des kleinen Wilkensparks. Hier kreuzt unterirdisch der Hemelinger Straßentunnel. Aber weder vibriert es unter den Füßen, noch hört man leisestes Rauschen. Ganz anders vor der Tunnelöffnung an der Sebaldsbrücker Heerstraße: Die frühere Belastung der Straßen lässt sich hier erahnen. Welch ein immenses Autoaufkommen ergießt sich tagtäglich hinein und wälzt hinaus! Lkw verschiedenen Kalibers rattern, Pkw fahren zügig um die Kurven, oben kreuzt die Straßenbahn. An der Fußgängerampel vor der Tunnelöffnung ist eine Verständigung im Lärm kaum möglich. Im Auto jedoch ist es ein angenehmeres Erlebnis. Der mit knapp 600 Metern längste Straßentunnel Bremens leitet Kraftfahrzeuge unter zwei Eisenbahntrassen und der ganzen Godehardstraße durch. Radfahrer und Fußgänger können abgetrennt neben der Fahrbahn die Bahntrassen unterfahren – begleitet von Lärm, aber sicher.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hemelingen in den 70ern: Als der Verkehr das Viertel veränderte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist schon klar, warum in Hemelingen viele bereits in den Siebzigerjahren ohne Tunnel den Schwerlast- und Durchgangsverkehr satt hatten. Durch die Großansiedlung von Mercedes-Benz 1978 in Sebaldsbrück mit zunächst rund 6.000 Beschäftigten verschärfte sich die Lage. Erwartet wurden täglich 16.000 Fahrzeuge auf dem Weg ins Werk und hinaus, darunter 8.000 Lkw Die neuen Anforderungen waren enorm. Vor allem Brügge weg, Schlengstraße und Bruchweg waren durch Lärm, Abgase und Staus extrem belastet. Auch die Hemelinger Bahnhofstraße blieb nicht verschont. Frau Riedemann-Schmitz vom traditionsreichen Schuhgeschäft erinnert sich: „Beim Daimler-Schichtwechsel abends um zehn war der Brüggeweg voll und die Autos wälzten sich Stoßstange an Stoßstange da durch. Wenn der Brüggeweg dann dicht war, sind alle hier durchgefahren. Manche Bewohner sind auch weggezogen, weil sie es mit der Verkehrsentwicklung nicht mehr aushielten.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">175 Millionen unter dem Grundwasserspiegel</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um 1988 kam die Tunnel-Idee in Gang, wurde aber Mitte der Neunziger wegen hanseatischer Sparsamkeit in schwieriger Haushaltslage wieder ausgebremst. Ein mehrfach zitierter Satz des damaligen Ortsamtsleiters beleuchtet die Stimmung: „Eine Verarschung aller Hemelinger ist das.“ Heftige Debatten über die Sanierung Hemelingens fanden in diesen Zeiten statt . Erst 1999 begann der Tunnelbau. 2003 wurde die unterirdische Straße zum Preis von rund 175 Millionen Euro eingeweiht. Eine Filmdokumentation der damals für den Bau verantwortlichen Gesellschaft für Projektmanagement und Verkehrswegebau verdeutlicht den Aufwand, etwa die Arbeiten unter dem Grundwasserspiegel, die unter Druckluft statt fanden. Heute kaum denkbar: Alles entstand in der vorgesehenen Bauzeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Enteignung und Entschädigung: Der Preis für den Bau</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Verlustfrei ging das nicht vonstatten. So mussten vor dem Bau Wohnhäuser „abgeräumt“ werden, wie es in einem Beiratsprotokoll von 1997 heißt. „In der Godehardstraße waren es acht oder neun, in unserer Straße zwei“, so Frau Riedemann-Schmitz. „Dazu gehörte auch der Wilkens-Bungalow, der auf dem Villengrundstück für einen der Söhne gebaut worden war.“ Diese Vorgänge waren zwar rechtens, aber mit Schicksalen verbunden. Die Entschädigung dürfte für eine neunzigjährige Frau, die ihr Haus am Lebensende verlassen musste, kein Trost gewesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Hemelinger Bahnhofstraße zeigt Frau Zaun von der Firma Seekamp Metall rüber zum anliegenden Parkplatz: Diese Fläche musste der Betrieb für den Tunnelbau hergeben. Und bis heute teilen Beschäftigte und Firmenleitung dort das Innenleben der angrenzenden Röhrenöffnung, denn „gelegentlich riecht es daraus. Und oft hören wir die lauten Krankenwagensirenen“, beschreibt Frau Zaun die Lage. Die Röhre ist hier ein akustischer Verstärker.</p>



<h3 class="wp-block-heading">20.000 Fahrzeuge täglich – und ein Viertelmillion Euro Betriebskosten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unbestreitbar ist aber die deutliche Entlastung des Durchgangsverkehrs. Bereits kurz nach Eröffnung 2003 nutzten durchschnittlich 12.422 Fahrzeuge den Tunnel t.glich. Stefan Last, Projektingenieur beim Amt für Straßen und Verkehr, erklärt: „Heute sind es rund 20.000 Fahrzeuge, davon 14 Prozent Lkw.“ Last spricht über Folgekosten: „Für den Unterhalt reicht eine Viertel Million pro Jahr nicht.“ Wofür? Allein die Stromkosten belaufen sich jährlich auf 100.000 Euro. Er ergänzt Wartungs- und Sicherheitsmaßnahmen, dazu einige Beispiele: Für frühzeitiges Erkennen von Problemen im Tunnel kontrolliert die Polizei 17 Kameras rund um die Uhr. Sichttrübung und CO2-Werte werden gemessen, Strahlventilatoren sorgen für Frischluft zufuhr, aufwendige Feuerwehrübungen finden alle sechs Jahre nächtlich bei Vollsperrung statt . Mit hohem Sicherheitsstandard werden die anspruchsvollen EU-Anforderungen an einen Tunnelbetrieb erfüllt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Engagement der Nachbarschaft sichert Grünflächen und historische Bauten</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bedeutsam für Planung und Folgen des Tunnelbaus waren noch andere wichtige Bewegungen. Im Stadtteil mobilisierten sich damals Kräfte, die sich für die Lebensqualität über der Trasse starkmachten, besonders für eine anwohnerfreundliche und grüne Gestaltung. Unter anderem wurde vor Baubeginn durchgesetzt, dass in der Hemelinger Bahnhofstraße die Wilkens-Villa und der Park mit dem alten Baumbestand nicht, wie es der Plan vorsah, der Untertunnelung geopfert wurden. „Es handelt sich dabei um sehr alte, kapitale Blume, deren Erhalt von hervorragender Bedeutung ist“, schrieb Ortsamtsleiter Rissland 1996 nach einer einstimmigen Beiratsentscheidung an Bausenator Hattig. Eine Verlegung der Tunnelachse unter die Godehardstraße wurde erreicht. Heute ist das Ensemble ein optischer Glücksmoment der Straße.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Ulrike Plappert</em></td><td>Foto: <br /><em>Volker Busch</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/91-hemelinger-bahnhofstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/10/Teaser_Hemelinger-Bhf.jpg" alt="" class="wp-image-9360" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/10/Teaser_Hemelinger-Bhf.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/10/Teaser_Hemelinger-Bhf-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/10/Teaser_Hemelinger-Bhf-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>„SIE SIND SCHWEIGEND VERSCHWUNDEN&#8220;</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/sie-sind-schweigend-verschwunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 May 2021 19:52:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelle Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[nordstrasse]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
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					<description><![CDATA[#87 NORDSTRASSE – In der Nordstraße führte der jüdische Kaufmann Sally Silbermann ein Bekleidungsgeschäft. Dann musste er vor den NationalsozialistInnen nach Uruguay fliehen]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#87 NORDSTRASSE – In der Nordstraße führte der jüdische Kaufmann Sally Silbermann ein Bekleidungsgeschäft. Dann musste er vor den Nationalsozialist:innen nach Uruguay fliehen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts war Walle noch ein zentraler Ort jüdischen Lebens in Bremen. Etliche kleine Geschäfte säumten die Nordstraße, jüdische Kaufleute prägten das Viertel. Fast alles konnte man hier kaufen, ohne Walle zu verlassen: Obst und Gemüse, exotische Früchte, Zigarren, Hüte und Mützen, Eisenwaren, Drogerieartikel. Walle war der Lebensmittelpunkt der kleinen Leute, vor allem der Hafen- und Werftarbeiter:innen. Zwischen Schuhmacher:innen, Bäcker:innen, Schlachter:innen und der Jute-Spinnerei fand sich auch das Herrenbekleidungsgeschäft von Sally Silbermann an der Nordstraße, Ecke Schönebecker Straße. Sein Laden zählte seinerzeit zu einem der größten und beliebtesten des Stadtteils. Drei große Schaufenster gaben den Blick in sein Geschäft und auf die Straße frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geboren 1889 im niedersächsischen Lemförde, kam Sally Silbermann der Liebe wegen nach Bremen. 1913 heiratete er Gretchen Neuberg, die Tochter des jüdischen Bremer Kaufmanns Milius Neuberg. Der wiederum führte damals ein Herrenbekleidungsgeschäft in der Faulenstraße in der Innenstadt. Schnell bekam Silbermann Arbeit in der Firma seines Schwiegervaters und übernahm schließlich die Gesch.ftsführung. Schon bald eröffnete er die neue Filiale an der Nordstraße 193/95 – die erst mal noch den Namen seines Schwiegervaters trug. 1921 verstarb Milius Neuberg. Sein Tod führte zur Schließung der Filiale in der Faulenstraße, doch das Geschäft in der Nordstraße lief gut. Die lag vor ihrer Zerstörung 1944 noch an anderer Stelle als heute, nämlich zwischen der Grenzstraße und der Schulze-Delitzsch-Straße.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Silbermanns Geschäft: Beliebter Treffpunkt in Walle trotz Nazi-Boykott</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz Walle kaufte damals gerne bei Sally Silbermann ein: Man habe dort gute und günstige Ware bekommen, hei.t es in den Aufzeichnungen des Kulturhauses Walle-Brodelpott. Vor allem für die anstehende Konfirmation sei man bei Silbermann an der richtigen Adresse gewesen. Seiner Kundschaft gegenüber sei er zuerst kulant gewesen und ließ seine Kleidung auch auf Raten abbezahlen, heißt es weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 begann die strategische Entrechtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Ihr Auftakt war der reichsweite sogenannte „Judenboykott“ am 1. April 1933. An jenem Samstag postierten sich SA-Männer überall vor jüdischen Geschäften. Auch in Bremen, auch vor dem Laden der Silbermanns. Unter dem Motto „Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!“ propagierten die Nazis die Verfemung jüdischer Kaufleute, verunstalteten ihre Schaufenster mit Schmierereien und hielten die Kund:innen vom Betreten der Geschäfte ab. Aber noch ließ sich die Kundschaft der Silbermanns nicht an ihrem Einkauf hindern. Eine Zeitzeugin erinnert sich laut den Aufzeichnungen des Kulturhaus Walle: „Die Kunden ließen sich nicht beirren und bange machen. Im Gegenteil, mit großen Kartons verließen sie das Geschäft.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwischen Entrechtung und Flucht: Die letzten Jahre der Silbermann-Familie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Druck auf die jüdische Bevölkerung wuchs weiter. Nach und nach erklärten die Nationalsozialist:innen sie zu Menschen zweiter Klasse, ihre schrittweise Entrechtung entzog den Juden jegliche wirtschaftliche Existenz. Die Nürnberger Gesetze legalisierten 1935 ihre Verfolgung und legten den Grundstein für ihre Deportation in Arbeits- und Vernichtungslager. Damit stand auch Sally Silbermann mit seinem Bekleidungsgeschäft vor dem Aus. 1937 musste er seinen Laden in der Nordstraße endgültig aufgeben. Auch ihre Wohnung direkt über dem Geschäft musste die Familie verlassen. Sie kam zunächst im Nachbarhaus unter, wohnte dort auf engstem Raum. Aber es war zwecklos. Gerade noch rechtzeitig trafen die Silbermanns eine Entscheidung, die über ihr Schicksal entscheiden sollte: Terror und Krieg, die Reichspogromnacht und die Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung musste Familie Silbermann nicht mehr miterleben. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Schicksal der Familie Silbermann und die Silbermannstraße</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. September 1938 verließ das Ehepaar gemeinsam mit seinem Sohn seine Heimat. Laut des Archivs im Kulturhaus Walle erinnerte sich ein befreundetes Ehepaar der Silbermanns so: „Sie sind unauffällig und schweigend verschwunden.“ Nach Montevideo in Uruguay. Hier verlieren sich ihre Spuren. Seit 1939 war die Firma Sally Silbermann nicht mehr im Adressbuch zu finden und das ehemalige Geschäft in der Nordstraße augenscheinlich leerstehend. Laut Focke- Museum war dort ab 1939 Kurt Hitz als Inhaber verzeichnet, er führte fortan ein „Fachgeschäft für Herren-, Knaben- und Berufskleidung“, bis das Gebäude 1944 durch einen schweren Luftangriff auf Bremen zerstört wurde. Sally Silbermann verstarb nach Angaben des Staatsarchivs am 29. September 1962. Über den Verbleib seiner Frau und seines Sohnes ist nichts bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vergessen sind sie nicht. Seit 2002 – 64 Jahre nach ihrer Flucht – erinnert die Silbermannstraße in der benachbarten Überseestadt an das Schicksal der jüdischen Kaufmannsfamilie, 150 Meter lang und kerzengerade.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:<br /><em>Meike Große Hundrup</em></td><td>Foto: <br /><em>Kulturhaus Walle Brodelpott</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/87-nordstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/05/Teaser-Nordstrasse.jpg" alt="Nordstraße Panorama" class="wp-image-9211" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/05/Teaser-Nordstrasse.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/05/Teaser-Nordstrasse-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/05/Teaser-Nordstrasse-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#83 Ladestrasse</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/83-ladestrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Cory Patterson]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2020 16:19:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[ladestrasse]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[woltmershausen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9137</guid>

					<description><![CDATA[EDITORIAL: Jenseits des Tunnels Liebe Leser:innen, eher viertelorientierte Bremer:innen blicken ja bisweilen etwas geringschätzig nach Woltmershausen. Von ihrem Leben ist dieser Stadtteil weit weg, fast so weit wie Bremen-Nord oder gar Bremerhaven, und manchmal ist von den Pusdorfer:innen dann gar als den „Tunnelmenschen“ die Rede, weil man ja erst unter der B 6 hindurchmuss, um zu ihnen zu gelangen. Wer all das auf sich nimmt, kann am Hohentorshafen zwischen all der Industrie und etwas Brache viele Kreative treffen, die genau dieses Flair hier schätzen – und die fehlende Gentrifizierung. Mit ein paar von ihnen haben wir uns über die Ladestraße unterhalten (Seite 14), genauso wie mit Herrn Fahrenholz, der schon sehr lange hier wohnt (Seite 26). Abends waren wir dann im afrobrasilianischen Kulturzentrum und beim Kampfkunsttanz Capoeira dabei (Seite 20), nachdem wir mit einem vegetarischen Burgerbrater geplaudert hatten (Seite 12). Und dann gibt es da noch ein Schiff, das schon sehr lang hier liegt, obwohl es schon wieder an der Schlachte sein sollte: Die „Roland von Bremen“, der Nachbau einer unweit von hier als Wrack &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-46ac853993882a6bc229e294f8c404df" id="block-044a53c3-ca6f-4f96-aac7-df12622df2fa" style="color:#5db7dc">EDITORIAL: Jenseits des Tunnels</h1>



<p class="wp-block-paragraph" id="block-2b6f8ca2-aa19-433c-b6b8-cbb05cc63875">Liebe Leser:innen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">eher viertelorientierte Bremer:innen blicken ja bisweilen etwas geringschätzig nach Woltmershausen. Von ihrem Leben ist dieser Stadtteil weit weg, fast so weit wie Bremen-Nord oder gar Bremerhaven, und manchmal ist von den Pusdorfer:innen dann gar als den „Tunnelmenschen“ die Rede, weil man ja erst unter der B 6 hindurchmuss, um zu ihnen zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer all das auf sich nimmt, kann am Hohentorshafen zwischen all der Industrie und etwas Brache viele Kreative treffen, die genau dieses Flair hier schätzen – und die fehlende Gentrifizierung. Mit ein paar von ihnen haben wir uns über die Ladestraße unterhalten (Seite 14), genauso wie mit Herrn Fahrenholz, der schon sehr lange hier wohnt (Seite 26). Abends waren wir dann im afrobrasilianischen Kulturzentrum und beim Kampfkunsttanz Capoeira dabei (Seite 20), nachdem wir mit einem vegetarischen Burgerbrater geplaudert hatten (Seite 12). Und dann gibt es da noch ein Schiff, das schon sehr lang hier liegt, obwohl es schon wieder an der Schlachte sein sollte: Die „Roland von Bremen“, der Nachbau einer unweit von hier als Wrack geborgenen Kogge. Wir waren auf der Werft zu Besuch (Seite 8).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem können Sie in dieser Ausgabe Martin Krügel kennenlernen (Seite 28), einen unserer Verkäufer:innen. Für ihn und all seine Kolleg:innen haben wir auch diesen Winter wieder einen „Kalender der Straße“ mit ungewöhnlichen Perspektiven auf Bremen herausgegeben – und eine Spendenkampagne initiiert, für die wir Sie um Unterstützung bitten (Seite 30).</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-cf4dc83125586bd1b3ba035407577cda wp-block-paragraph" id="block-9e828a2c-b45e-4b98-a62d-c4abe3e8cc04" style="color:#5db7dc">Viel Vergnügen beim Lesen wünschen<br />Jan Zier, Tanja Krämer und das Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="2306" height="1500" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png" alt="" class="wp-image-13361" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png 2306w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-300x195.png 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1250x813.png 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1536x999.png 1536w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-2048x1332.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 2306px) 100vw, 2306px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"></p>


<div class="_df_book df-lite" id="df_12981"  _slug="12528-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-4-2-2-2-2-3-2-2-3-2-2-2-2" data-title="83-ladestrasse-online-lesen" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_12981 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","enableDownload":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/zeitschrift-der-strasse.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/83-ladestrasse.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-693bea503f46da9de5f102abdb439d1b" id="block-f02f8d96-759a-4628-a579-90fcab611608" style="color:#5db7dc">26 – „Ich bin der Letzte“ <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/ich-bin-der-letzte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">(online lesen)</a></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Karl Hermann Fahrenholz wohnt seit 75 Jahren in der Ladestraße. Ein Gespräch über Ruinen, das Schaukeln auf Gasleitungen und die Leidenschaft für Straßenbahnen</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/das-beste-aus-10-jahren/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover.jpg" alt="" class="wp-image-12038" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2021/01/84_cover-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Unsere Lösung für 2017</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/unsere-losung-fuer-2017/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Dec 2016 21:50:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hetze]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://zeitschrift-der-strasse.de/?p=7628</guid>

					<description><![CDATA[Seit über 25 Jahren engagieren sich Straßenmagazine weltweit für einige der schwächsten, verwundbarsten und am stärksten diskriminierten Mitglieder der Gesellschaft. Nicht zufällig entstanden die ersten Straßenmagazine, als die marktradikalen Reformen von Präsident Reagan (US) und Premierministerin Thatcher (GB) ihre volle Wirkung entfalteten. Das Prinzip der Solidarität von Gemeinschaft wurde durch das Prinzip des Wettbewerbs aller gegen alle ersetzt. Und dieser Wettbewerb kennt viele Verlierer. Derzeit wird das gesellschaftliche Klima nochmals deutlich rauher und kälter. Immer mehr populistische Spalter kommen an die Macht, profilieren sich durch Hetze gegen Verlierer und Schwache und ermutigen ihre Anhänger teils ganz offen zu gewalttätigen Übergriffen gegen jene. In solchen Zeiten ist es umso wichtiger, dass wir – die Straßenmagazine – uns vor die Ausgegrenzten, Beschimpften und Angegriffenen stellen, dass wir uns unsere eigene Humanität bewahren und mit gutem Beispiel vorangehen. In einer harten Welt sein weiches Herz zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Das Team der Zeitschrift der Straße wird auch 2017 wieder mutig sein! Text: Michael Vogel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit über 25 Jahren engagieren sich Straßenmagazine weltweit für einige der schwächsten, verwundbarsten und am stärksten diskriminierten Mitglieder der Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zufällig entstanden die ersten Straßenmagazine, als die marktradikalen Reformen von Präsident Reagan (US) und Premierministerin Thatcher (GB) ihre volle Wirkung entfalteten. Das Prinzip der Solidarität von Gemeinschaft wurde durch das Prinzip des Wettbewerbs aller gegen alle ersetzt. Und dieser Wettbewerb kennt viele Verlierer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit wird das gesellschaftliche Klima nochmals deutlich rauher und kälter. Immer mehr populistische Spalter kommen an die Macht, profilieren sich durch Hetze gegen Verlierer und Schwache und ermutigen ihre Anhänger teils ganz offen zu gewalttätigen Übergriffen gegen jene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In solchen Zeiten ist es umso wichtiger, dass wir – die Straßenmagazine – uns vor die Ausgegrenzten, Beschimpften und Angegriffenen stellen, dass wir uns unsere eigene Humanität bewahren und mit gutem Beispiel vorangehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer harten Welt sein weiches Herz zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut. Das Team der <em>Zeitschrift der Straße</em> wird auch 2017 wieder mutig sein!</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text:</td><td><em>Michael Vogel</em></td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tagung der Straßenzeitungen in Athen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/tagung-der-strassenzeitungen-in-athen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 12:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[Athen]]></category>
		<category><![CDATA[INSP]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenmagazin]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 13.–16. Juni 2016 fanden sich 120 Vertreterinnen und Vertreter von 59 Straßenzeitungen und -magazinen aus 30 Ländern in Athen ein (Bild oben). Dorthin hatte unser Dachverband INSP (International Network of Street Papers) zur Jahrestagung geladen. Ausgerichtet wurde die Tagung von Shedia, dem griechischen Straßenmagazin, das erst 2013 gegründet wurde, aber seither enorm erfolgreich agiert und viel Aufmerksamkeit erfährt. Dank einer Förderung des Stifterverbands konnte ich die Zeitschrift der Straße in Athen vertreten und von dort live über Twitter berichten. Die Umstände der Tagung waren schwierig. Täglich streikten unterschiedliche öffentliche Verkehrsbetriebe. Ein Fluglotsenstreik lag in der Luft. Und das Hotel, in dem die meisten Teilnehmer wohnen sollten, hatte eine Woche vor Beginn der Tagung den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet. Das durch jahrelange Politik- und Wirtschaftskrise gestählte griechische Organisationsteam vermochte es trotzdem, eine nahezu perfekte Tagung zu zaubern. Im Kern dient die jährliche INSP-Tagung dem Erfahrungsaustausch, Training, gegenseitiger Beratung, dem Hervorheben besonderer Innovationen und neuer Entwicklungen sowie der Stärkung von Kooperation und Solidarität. Zusätzlich setzt jede Tagung eigene Akzente, die in Athen auf sozialem Unternehmertum &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 13.–16. Juni 2016 fanden sich 120 Vertreterinnen und Vertreter von 59 Straßenzeitungen und -magazinen aus 30 Ländern in Athen ein (Bild oben). Dorthin hatte unser Dachverband <a href="http://insp.ngo/" target="_blank" rel="noopener">INSP (International Network of Street Papers)</a> zur Jahrestagung geladen. Ausgerichtet wurde die Tagung von <a href="http://www.shedia.gr" target="_blank" rel="noopener">Shedia</a>, dem griechischen Straßenmagazin, das erst 2013 gegründet wurde, aber seither enorm erfolgreich agiert und viel Aufmerksamkeit erfährt. Dank einer Förderung des <a href="http://www.stifterverbad.info" target="_blank" rel="noopener">Stifterverbands</a> konnte ich die <em>Zeitschrift der Straße</em> in Athen vertreten und von dort live über <a href="https://twitter.com/ZdStrasse" target="_blank" rel="noopener">Twitter </a>berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Umstände der Tagung waren schwierig. Täglich streikten unterschiedliche öffentliche Verkehrsbetriebe. Ein Fluglotsenstreik lag in der Luft. Und das Hotel, in dem die meisten Teilnehmer wohnen sollten, hatte eine Woche vor Beginn der Tagung den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet. Das durch jahrelange Politik- und Wirtschaftskrise gestählte griechische Organisationsteam vermochte es trotzdem, eine nahezu perfekte Tagung zu zaubern.</p>


<div class="wp-block-image size-full wp-image-7268">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="934" height="869" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/Shedia-vendors.jpg" alt="Gastgeber der Tagung: Straßenmagazin Shedia" class="wp-image-7268" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/Shedia-vendors.jpg 934w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/Shedia-vendors-300x279.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 934px) 100vw, 934px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gastgeber der Tagung: Straßenmagazin Shedia (Foto: bodo)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Kern dient die jährliche INSP-Tagung dem Erfahrungsaustausch, Training, gegenseitiger Beratung, dem Hervorheben besonderer Innovationen und neuer Entwicklungen sowie der Stärkung von Kooperation und Solidarität. Zusätzlich setzt jede Tagung eigene Akzente, die in Athen auf sozialem Unternehmertum und auf dem Thema Flucht lagen. Die vielen deutschsprachigen Straßenzeitungen veranstalteten wie üblich eine eigene Vorkonferenz. <a href="https://www.yumpu.com/en/embed/view/cwFH9CWZrjeADN1t" target="_blank" rel="noopener">Das komplette Tagungsprogramm ist hier einsehbar</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Highlights der Veranstaltung empfand ich die Präsentation von Projekten, mit denen Straßenzeitungen Wohnungslosigkeit sichtbar machen, den Straßenverkauf als Arbeit von Betteln abgrenzen oder mit &#8222;nicht-traditionellen&#8220; Verkäufergruppen arbeiten. Hier kurz zwei Beispiele.</p>



<p class="clip_info-header iris_header iris_header--36 wp-block-paragraph">Ein hervorragendes Filmprojekt des dänischen Magazins <em>Hus Forbi</em> thematisiert die &#8222;Unsichtbarkeit&#8220; von Wohnungslosen, die mitten unter uns leben, denen aber die wenigsten Passanten in die Augen sehen können und sie deshalb lieber ignorieren. Der Kurzfilm im Stile eines Trailers für einen Mystery-Film wurde in vielen dänischen Kinos gezeigt. Der Überraschungsmoment für unvorbereitete BetrachterInnen kommt ganz am Ende.</p>



<p class="has-text-align-center clip_info-header iris_header iris_header--36 wp-block-paragraph"><a href="http://vimeo.com/152286496" target="_blank" rel="noopener"><strong>Kurzfilm &#8222;The Invisible Man&#8220;</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zweites sehr&nbsp; gelungenes Medienprojekt, das uns vorgestellt wurde, ist der Kalender 2016 des schwedischen Magazins <em>Faktum</em>. In markantem fotografischen Stil zeigt der Kalender im Großformat Straßenverkäuferinnen und -verkäufer nach getaner Arbeit. Die explizite Trennung von Arbeit und Freizeit soll unterstreichen, dass Straßenverkauf Arbeit ist und nicht Betteln oder gar Freizeit.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><a href="http://faktum.se/kalender/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Kalender &#8222;After Work&#8220;</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert waren auch Teile der Rede des griechischen ex-Finanzministers, Ökonomie-Professors und &#8222;bad boy&#8220;&nbsp;Yanis Varoufakis (Foto unten), der u.a. den Kauf/Verkauf von Straßenmagazinen als partiellen Austausch von Geschenken (&#8222;partial gift exchange&#8220;) charakterisierte und ihn damit von der rational-ökonomischen Transaktion unterschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Highlights waren für mich die Vorstellung einiger junger griechischer Sozialunternehmen und -projekte (z. B. <a href="http://www.en.wisegreece.com/" target="_blank" rel="noopener">WiseGreece </a>und <a href="http://europas-bestes-hotel.eu/" target="_blank" rel="noopener">City Plaza Hotel</a>) und natürlich die vielen informellen Gespräche mit KollegInnen aus anderen Ländern.</p>


<div class="wp-block-image size-full wp-image-7264">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="480" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/YanisVaroufakis.jpg" alt="Yanis Varoufakis bei seiner Ansprache" class="wp-image-7264" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/YanisVaroufakis.jpg 640w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/YanisVaroufakis-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Yanis Varoufakis bei seiner Ansprache (Foto: M. Vogel)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Tagung hatte ich die besondere Gelegenheit, im Goethe-Institut Athen eine Podiumsdiskussion zum Thema Flucht zu moderieren. Am Podium nahmen Teil (von links nach rechts im folgenden Foto):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Paola Gallo, Geschäftsführerin des Schweizer Straßenmagazins <a href="http://www.vereinsurprise.ch" target="_blank" rel="noopener"><em>Surprise</em></a></li>



<li>Efi Latsoudi, NGO-Koordinatorin und Mitbegründerin des offenen, rein zivilgesellschaftlich betriebenen <a href="http://lesvossolidarity.org/" target="_blank" rel="noopener">Flüchtlingslagers </a>auf der Insel Lesbos</li>



<li>ich</li>



<li>Lefteris Papagiannakis, stellvertretender Bürgermeister von Athen, zuständig für Migration und Flüchtlinge</li>



<li>Lisa Bolyos, Redakteurin bei der Straßenzeitung <a href="http://www.augustin.or.at/" target="_blank" rel="noopener"><em>Augustin</em> </a>in Wien und Aktivistin im Bereich Migration und Flucht</li>
</ul>


<div class="wp-block-image size-full wp-image-7276">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="990" height="440" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/Panel.jpg" alt="Podium zum Thema Flucht" class="wp-image-7276" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/Panel.jpg 990w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/Panel-300x133.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 990px) 100vw, 990px" /><figcaption class="wp-element-caption">Podium zum Thema Flucht (Foto: Shedia)</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion rief gerade uns Westeuropäern ins Bewusstsein, wie wenig gelöst die Flüchtlingssituation im Osten der EU ist. Auf der Insel Lesbos 10 km vor der türkischen Küste kommen weiterhin viele Flüchtlinge an, lebend und tot. Der Tourismus, normalerweise wichtigste Einnahmequelle der Insel, ist zu 80% kollabiert. Die Finanzkrise tut ein Übriges. Und Athen, wohin die meisten in Griechenland ankommenden Flüchtlinge gebracht werden, ist mit ihrer Unterbringung und Versorgung völlig überfordert, auch weil parallel die Zahl obdachloser Griechen enorm zunimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort wie hier bei uns warten weiter große Aufgaben, denen wir uns nur mit viel Mut, Zuversicht und Unterstützung stellen können (apropos Unterstützung: <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">hier geht es zu unserem Spendenformular&#8230;</a>).</p>


<div class="wp-block-image wp-image-7282 size-full">
<figure class="aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/INSP-Abendprogramm.jpg" alt="Abendprogramm in Exarcheia, dem alternativ-anarchistischen Viertel Athens" class="wp-image-7282" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/INSP-Abendprogramm.jpg 800w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2016/07/INSP-Abendprogramm-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Abendprogramm in Exarcheia, dem alternativ-anarchistischen Viertel Athens (Foto: M. Vogel)</figcaption></figure>
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<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Michael Vogel</em></td><td>Foto ganz oben: <br /><em><a href="http://www.INSP.ngo" target="_blank" rel="noopener">INSP</a></em></td></tr></tbody></table></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
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