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	<title>Michael Vogel &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<description>Das Bremer Straßenmagazin</description>
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	<title>Michael Vogel &#8211; Die Zeitschrift Der Straße</title>
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	<item>
		<title>Inflationsausgleich für Straßenverkäufer:innen</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/inflationsausgleich-fuer-strassenverkaeuferinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 11:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Online-Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Woche ist unsere 100. Ausgabe erschienen! Es macht uns sehr stolz, dass wir soweit gekommen sind trotz aller Widrigkeiten entlang des Weges, wie zwei Beinahe-Pleiten 2012 und 2014, einem Neustart 2015 und diversen Corona-Lockdowns unseres Vertriebsbüros 2020 und 2021. Doch zum Feiern ist uns derzeit nicht zumute. Denn unsere Straßenverkäufer:innen sind den stark gestiegenen Preisen vor allem von Lebensmitteln hilflos ausgeliefert. Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Haushalte durch 9-Euro-Ticket, Trankrabatt oder Home-Office-Pauschale kommen bei ihnen nicht an. Gleichzeitig merken wir an unseren Absatzzahlen, dass die Menschen angesichts der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ihr Geld zusammenhalten. Die Folge ist, dass die Straßenverkäufer:innen nicht nur mit steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch mit sinkenden Verkaufserlösen zu kämpfen haben. Da wir eine Preiserhöhung der Zeitschrift der Straße vorläufig vermeiden möchten, um den Absatz nicht zusätzlich zu bremsen, haben wir uns entschieden, kurzfristig den Verkaufsanteil am Verkaufspreis von 2,80 Euro von 1,40 Euro auf 1,80 Euro anzuheben. Dies ist auf dem Cover der 100. Ausgabe erkennbar. Für die Verkäufer:innen ist dieser &#8222;Inflationsausgleich&#8220; eine gute Nachricht und hoffentlich &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diese Woche ist <strong>unsere 100. Ausgabe</strong> erschienen! Es macht uns sehr stolz, dass wir soweit gekommen sind trotz aller Widrigkeiten entlang des Weges, wie zwei Beinahe-Pleiten 2012 und 2014, einem Neustart 2015 und diversen Corona-Lockdowns unseres Vertriebsbüros 2020 und 2021.</p>



<p>Doch zum Feiern ist uns derzeit nicht zumute. Denn unsere Straßenverkäufer:innen sind den stark gestiegenen Preisen vor allem von Lebensmitteln hilflos ausgeliefert. Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Haushalte durch 9-Euro-Ticket, Trankrabatt oder Home-Office-Pauschale kommen bei ihnen nicht an.</p>



<p>Gleichzeitig merken wir an unseren Absatzzahlen, dass die Menschen angesichts der Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ihr Geld zusammenhalten. Die Folge ist, dass die Straßenverkäufer:innen nicht nur mit steigenden Lebenshaltungskosten, sondern auch mit sinkenden Verkaufserlösen zu kämpfen haben.</p>



<p>Da wir eine Preiserhöhung der <em>Zeitschrift der Straße</em> vorläufig vermeiden möchten, um den Absatz nicht zusätzlich zu bremsen, haben wir uns entschieden, kurzfristig <strong>den Verkaufsanteil am Verkaufspreis von 2,80 Euro von 1,40 Euro auf 1,80 Euro anzuheben</strong>. Dies ist auf dem Cover der 100. Ausgabe erkennbar.</p>



<p>Für die Verkäufer:innen ist dieser &#8222;<strong>Inflationsausgleich</strong>&#8220; eine gute Nachricht und hoffentlich ein Anreiz, engagiert zu verkaufen. Allerdings haben wir das Problem damit von der Verkaufsseite auf die Produktionsseite verlagert. Ein Euro pro Heft reicht nicht aus, um die Herstellkosten zu decken, zumal die Papierpreise in den letzten zwei Jahren infolge der Holzknappheit stark gestiegen sind.</p>



<p>Ohne ein Maßnahmenbündel aus Preiserhöhung, Kostensenkung, Anpassung des Geschäftsmodells der <em>Zeitschrift der Straße</em> und/oder ganz neuer Einnahmequellen werden wir nicht ewig durchhalten. <strong>Mit Ihrer Spende können Sie uns aber Zeit verschaffen, die wir für eine langfristige Problemlösung brauchen</strong>.&nbsp;</p>



<p>Zum Spenden können Sie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>unser <a data-type="page" data-id="294" href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/spenden/">Online-Spendenformular</a> nutzen</li>



<li>die <a data-type="URL" data-id="https://www.betterplace.org/de/projects/35784" href="https://www.betterplace.org/de/projects/35784" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Spendenplattform betterplace.org</a> ansteuern</li>



<li>Ihren Spendenbetrag überweisen an den</li>
</ul>



<p class="has-text-align-left"><strong>Verein für Innere Mission in Bremen<br />Bank: Sparkasse Bremen<br />IBAN: DE22 2905 0101 0001 0777 00<br />BIC: SBREDE22XXX<br />Verwendungszweck: <em>Zeitschrift der Straße</em></strong></p>



<p>Vielen Dank, dass Sie uns helfen zu helfen!</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text: <br /><em>Michael Vogel</em></td><td></td></tr></tbody></table></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#78 Corona</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/78-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2020 07:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[corona]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=8990</guid>

					<description><![CDATA[EDITORIAL: Zurück ins Leben Natürlich ist die Krise noch nicht vorbei. Für uns nicht und für unsere Verkäufer:innen schon gar nicht. Die vergangenen Wochen waren hart für sie. Sie verloren sozialen Halt und einen guten Teil ihrer eh schon kärglichen Einnahmen. Es gab kaum noch Käufer:innen auf der Straße, und auch kaum noch Zeitschriften der Straße. Denn auch wir mussten unser Büro schließen, zum Schutz der Verkäufer:innen und der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen. Einzig die Streetworker:innen blieben, um den Kontakt zu halten und Hefte auszugeben. Nun kehrt das Leben schrittweise zurück, wir können dank vieler toller Spender:innen – herzlichen Dank! – unsere Verkäufer:innen für ihren Verdienstausfall ein wenig entschädigen. Und es gibt eine neue Ausgabe! Dass sie sich ausschließlich um das Thema Corona dreht, ist nur scheinbar naheliegend. Denn ansonsten widmet sich ja jede unserer Ausgaben einer Straße, einem Platz, einem Ort in Bremen. Und jetzt? Es gibt diesen Ort. In Bremen. Denn im hiesigen Dom wird die Heilige Corona ja schon seit über eintausend Jahren verehrt. Und sie ist, so steht es im Heiligen-Lexikon, durchaus auch &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-486b76d3d9a523a12ea01e88e527259a" style="color:#dc450e">EDITORIAL: Zurück ins Leben</h1>



<p>Natürlich ist die Krise noch nicht vorbei. Für uns nicht und für unsere Verkäufer:innen schon gar nicht. Die vergangenen Wochen waren hart für sie. Sie verloren sozialen Halt und einen guten Teil ihrer eh schon kärglichen Einnahmen. Es gab kaum noch Käufer:innen auf der Straße, und auch kaum noch <em>Zeitschriften der Straße</em>. Denn auch wir mussten unser Büro schließen, zum Schutz der Verkäufer:innen und der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen. Einzig die Streetworker:innen blieben, um den Kontakt zu halten und Hefte auszugeben.</p>



<p>Nun kehrt das Leben schrittweise zurück, wir können dank vieler toller Spender:innen – herzlichen Dank! – unsere Verkäufer:innen für ihren Verdienstausfall ein wenig entschädigen. Und es gibt eine neue Ausgabe! Dass sie sich ausschließlich um das Thema Corona dreht, ist nur scheinbar naheliegend. Denn ansonsten widmet sich ja jede unserer Ausgaben einer Straße, einem Platz, einem Ort in Bremen. Und jetzt?</p>



<p>Es gibt diesen Ort. In Bremen. Denn im hiesigen Dom wird die Heilige Corona ja schon seit über eintausend Jahren verehrt. Und sie ist, so steht es im Heiligen-Lexikon, durchaus auch für Abwehr von Seuchen zuständig (Seite 7). Wir haben uns mal angesehen, wie das in der praktischen Arbeit funktioniert. Und den Streetworker Jonas Pot d&#8217;Or bei der Arbeit begleitet (Seite 8) oder recherchiert, wo Bedürftige in Zeiten der Kontaktsperre nun ihr Essen herbekommen haben (Seite 20) und ein Bett für die Nacht finden konnten (Seite 26). Natürlich haben wir aber auch einige der Betroffenen befragt, wie es ihnen in dieser Zeit der Pandemie erging (Seiten 12, 24 und 28).</p>



<p>Leider haben wir aber auch zwei Todesfälle unter unseren Verkäufer:innen zu beklagen (Seite 30). Einer von ihnen war vor Kurzem noch unser Titelheld. Wir gedenken ihrer.</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-6b72473f559b0d79fef2f237e1fb0411" style="color:#dc450e">Viele interessante Erkenntnisse beim Lesen wünschen<br />Jan Zier, Tanja Krämer und das Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>



<p class="has-text-color" style="color:#ff3333"><strong>Der Straßenverkauf hat NOCH NICHT wieder begonnen. Die Vorbereitungen dafür laufen, doch ein paar Tage wird es noch dauern. Sooory!</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="2306" height="1500" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png" alt="" class="wp-image-13361" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png 2306w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-300x195.png 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1250x813.png 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1536x999.png 1536w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-2048x1332.png 2048w" sizes="(max-width: 2306px) 100vw, 2306px" /></figure>
</div>


<p></p>


<div class="_df_book df-lite" id="df_12950"  _slug="12528-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-4-2-2-2-2-3-2-2-3" data-title="78-corona-online-lesen" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_12950 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","enableDownload":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/zeitschrift-der-strasse.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/78-corona.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color" style="color:#dc450e">6 – Corona (<a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/heilige-corona/">online lesen</a>)</h3>



<p>Heiligenstatue im Bremer Dom und Mittelpunkt eines mittelalterlichen Corona-Kultes. Heute allgegenwärtiges Virus, das unser aller Leben verändert hat</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/corona/"><img decoding="async" width="800" height="533" src="http://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/ZdS-Corona-1-Web.jpg" alt="" class="wp-image-9004" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/ZdS-Corona-1-Web.jpg 800w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/ZdS-Corona-1-Web-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a></figure>



<p class="has-very-light-gray-color has-text-color">.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/79-ludwig-roselius-allee/"><img decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/07/cover_79.jpg" alt="" class="wp-image-11994" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/07/cover_79.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/07/cover_79-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/07/cover_79-840x560.jpg 840w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>HEILIGE CORONA</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/heilige-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2020 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=9008</guid>

					<description><![CDATA[#78 CORONA – Heiligenstatue im Bremer Dom und Mittelpunkt eines mittelalterlichen Corona-Kultes. Heute allgegenwärtiges Virus, das unser aller Leben verändert hat In Bremen war Corona schon berühmt, lange, sehr lange bevor sie zum Synonym für Quarantäne und Hamsterkäufe mutierte. Sie wurde sogar verehrt. Und zwar gerade hier. Corona lebte im zweiten Jahrhundert nach Christus, in Ägypten oder Syrien, so genau wissen wir das heute nicht mehr. Sie soll, damals 16, bei der Hinrichtung eines gewissen Victor von Siena selbst zum Tode verurteilt worden sein. Corona starb auf schaurige Weise, erzählt die kirchliche Legende, die ja oft eine gewisse Liebe zur Grausamkeit aufweist: Man habe zwei Palmwedel zusammen gebunden und die junge Frau an deren Spitzen gefesselt. Als die Palmen zurückschnellten, wurde Corona zerrissen. In Erinnerung bleibt sie uns als christliche Märtyrerin, als Heilige, natürlich als Jungfrau und mit einem milden, melancholischen Lächeln unter langem Haar. Geschichte und Relikte Nach Bremen kam sie dank Erzbischof Adaldag, der im Jahre 965 ihre Reliquien zusammen mit denen von Cosmas und Damian und einigen weiteren Heiligen aus Italien mitbrachte. &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">#78 CORONA – Heiligenstatue im Bremer Dom und Mittelpunkt eines mittelalterlichen Corona-Kultes. Heute allgegenwärtiges Virus, das unser aller Leben verändert hat</h3>



<p>In Bremen war Corona schon berühmt, lange, sehr lange bevor sie zum Synonym für Quarantäne und Hamsterkäufe mutierte. Sie wurde sogar verehrt. Und zwar gerade hier.</p>



<p>Corona lebte im zweiten Jahrhundert nach Christus, in Ägypten oder Syrien, so genau wissen wir das heute nicht mehr. Sie soll, damals 16, bei der Hinrichtung eines gewissen Victor von Siena selbst zum Tode verurteilt worden sein. Corona starb auf schaurige Weise, erzählt die kirchliche Legende, die ja oft eine gewisse Liebe zur Grausamkeit aufweist: Man habe zwei Palmwedel zusammen gebunden und die junge Frau an deren Spitzen gefesselt. Als die Palmen zurückschnellten, wurde Corona zerrissen. In Erinnerung bleibt sie uns als christliche Märtyrerin, als Heilige, natürlich als Jungfrau und mit einem milden, melancholischen Lächeln unter langem Haar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Geschichte und Relikte</h3>



<p>Nach Bremen kam sie dank Erzbischof Adaldag, der im Jahre 965 ihre Reliquien zusammen mit denen von Cosmas und Damian und einigen weiteren Heiligen aus Italien mitbrachte. 1379 wurde ihr im Dom sogar ein Altar eingerichtet, die Reliquie befand sich in der südlichen Mauer des Ostchors. Von Bürgermeister und Domherr Johann Hemeling ist die Beschreibung einer Prozession zu den Dom-Heiligtümern erhalten, die 1395 stattfand – darin ist auch von dem „noch unversehrten Leichnam der Heiligen Jungfrau Corona“ die Rede. Ob es wirklich ihr „ganzer Leichnam“ war, wie es in der Überlieferung heißt? Das könne auch eine Übertreibung sein, sagt Henrike Weyh, Kustodin im Dom-Museum. Sicher ist nur, dass diese Reliquien seit der Reformation verschollen sind. Geblieben ist eine Statue in der Westempore des Doms und eine im Chorgestühl. Früher jedoch gab es noch mehr Abbildungen der Heiligen Corona; eine ist später nach München, eine andere mittlerweile ins Focke-Museum (Foto oben, von links: Hl. Paulus, Maria mit dem Kind, Hl. Petrus, Hl. Corona) umgezogen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Patronin der Schatzgräber, Fleischer und Reichtümer</h3>



<p>Das mittelalterliche Bremen gilt als Zentrum der Corona-Verehrung. Die Stadt wurde, dank ihrer Reliquien, einst zu einem gut frequentierten Wallfahrtsziel. Coronas (und auch des heiligen Victors) Festtag ist übrigens der 14. Mai. Sie wird bei Zweifeln an der Standhaftigkeit im Glauben angerufen und ist Patronin der Schatzgräber und Fleischer. Man kann sie zudem in Geldangelegenheiten anbeten. In Zauberbüchern aus dem 17. und 18. Jahrhundert finden sich denn auch Corona-Gebete, die den Gläubigen Reichtümer versprachen. In Österreich ist sogar ein Örtchen am Wechsel nach ihr benannt. Und dort jedenfalls ist die Heilige auch für die Abwehr von Seuchen bei Mensch und Viehzeug zuständig.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Test: <br /><em>Tanja Krämer &amp; Jan Zier</em></td><td>Foto: <br /><em>Jürgen Howaldt</em> / <em>Wikipedia</em> (CC BY-SA 3.0 DE)</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/78-corona/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/05/cover_78.jpg" alt="" class="wp-image-11989" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/05/cover_78.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/05/cover_78-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/05/cover_78-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>#77 LEIBNIZPLATZ (digitale Soli-Ausgabe)</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/77-leibnizplatz-digitale-soli-ausgabe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2020 18:37:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Header]]></category>
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					<description><![CDATA[EDITORIAL: In Zeiten des Coronavirus Das ist die erste Ausgabe, die nie gedruckt werden wird: Die Zeitschrift der Straße in Bremen hat wegen des Coronavirus ihren Vertrieb eingestellt. Dieses Heft, das am Leibnizplatz in der Neustadt spielt, erscheint deshalb ausschließlich online. Für alle Engagierten ist das eine schmerzliche Erfahrung. Aber der Schutz unseres ehrenamtlichen Vertriebsteams und unserer VerkäuferInnen vor Ansteckung ist eine große Herausforderung, die wir sehr ernst nehmen. Je mehr Menschen sich selbst isolieren, von zu Hause arbeiten, unter Quarantäne stehen und den Kontakt zu Fremden meiden, desto schwieriger wird auch der Straßenverkauf von Zeitschriften. In diesen Wochen und Monaten verzeichnen deshalb alle Straßenmagazine schwere Einbrüche im Absatz. Auch wir werden um unsere Existenz kämpfen müssen. Dabei sind unsere StraßenverkäuferInnen, von denen viele gesundheitlich beeinträchtigt sind, durch das Coronavirus besonders gefährdet. Viele von ihnen sind EU-MigrantInnen und erhalten hierzulande keine Sozialleistungen. Unser Herausgeber, der Verein für Innere Mission, tut weiterhin alles nun Mögliche, um Sozialarbeit zu leisten. Doch es wird schwer, mit unseren VerkäuferInnen über die nächsten Monate überhaupt in Kontakt zu bleiben. Um &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-75fac993072774a2fd305913cc5d118d" style="color:#28a774">EDITORIAL: In Zeiten des Coronavirus</h1>



<p>Das ist die erste Ausgabe, die nie gedruckt werden wird: Die <em>Zeitschrift der Straße</em> in Bremen hat wegen des Coronavirus ihren Vertrieb eingestellt. Dieses Heft, das am Leibnizplatz in der Neustadt spielt, erscheint deshalb <strong>ausschließlich online</strong>. Für alle Engagierten ist das eine schmerzliche Erfahrung. Aber der Schutz unseres ehrenamtlichen Vertriebsteams und unserer VerkäuferInnen vor Ansteckung ist eine große Herausforderung, die wir sehr ernst nehmen. </p>



<p>Je mehr Menschen sich selbst isolieren, von zu Hause arbeiten, unter Quarantäne stehen und den Kontakt zu Fremden meiden, desto schwieriger wird auch der Straßenverkauf von Zeitschriften. In diesen Wochen und Monaten verzeichnen deshalb alle Straßenmagazine schwere Einbrüche im Absatz. Auch wir werden um unsere Existenz kämpfen müssen. Dabei sind unsere StraßenverkäuferInnen, von denen viele gesundheitlich beeinträchtigt sind, durch das Coronavirus besonders gefährdet. Viele von ihnen sind EU-MigrantInnen und erhalten hierzulande keine Sozialleistungen. Unser Herausgeber, der Verein für Innere Mission, tut weiterhin alles nun Mögliche, um Sozialarbeit zu leisten. Doch es wird schwer, mit unseren VerkäuferInnen über die nächsten Monate überhaupt in Kontakt zu bleiben.</p>



<p>Um ihnen beizustehen, haben wir nun eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, die Sie unter<strong> <a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/corona/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)">https://zeitschrift-der-strasse.de/corona/</a> </strong>auch im Netz finden. Wir benötigen jeden Euro. Wenn Sie uns helfen wollen, können Sie Ihre Spende an folgende Adresse überweisen:</p>



<p class="has-text-color" style="color:#ff3333"><strong>Verein für Innere Mission in Bremen<br />IBAN: DE 22 2905 0101 0001 0777 00<br />BIC: SBREDE22XXX<br />Verwendungszweck:<em> Zeitschrift der Straße</em></strong></p>



<p>Oder nutzen Sie für Ihre Spende unser Spendenformular. Es wird uns von betterplace.org zur Verfügung gestellt. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen. Zu Beginn des kommenden Jahres erhalten Sie eine Spendenquittung.<br /><script type="text/javascript">// < ![CDATA[
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<p>Die Hilfe muss weitergehen!</p>



<p></p>


<div class="_df_book df-lite" id="df_12939"  _slug="12528-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-4-2-2-2-2-3-2-2" data-title="77-leibnizplatz-online-lesen" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_12939 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","enableDownload":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/zeitschrift-der-strasse.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/77-leibnizplatz.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>
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			</item>
		<item>
		<title>Vertrieb fährt bald wieder hoch</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 23:32:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Corona]]></category>
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					<description><![CDATA[In den letzten Wochen, während unser Vertriebsbüro geschlossen und der Straßenverkauf im Wesentlichen eingestellt war, haben wir auf unsere Spendenkampagne eine tolle Welle der Solidarität erfahren. Es gingen 14.500 Euro an Spenden ein! Os jogos online e apostas esportivas mais populares são todos Lampions Bet . Tenta a tua sorte!Plataforma de jogos online para jogadores brasileiros Lampions Bet , inscreva-se e reivindique seu bônus de boas-vindas! Wie versprochen, zahlen wir diesem Betrag direkt an unsere Straßenverkäufer:innen aus, um ihnen einen Teil ihrer Verdienstausfälle aus dem Straßenverkauf zu ersetzen. Vorrang haben Menschen ohne Anspruch auf staatliche Leistungen. Die Auszahlungen erfolgen in kleinen Beträgen und werden sich bis Juli hinziehen. Dann bewerten wir die Lage neu und entscheiden, ob wir die Auszahlungen fortsetzen. Das folgende Video dokumentiert den Ablauf. . Allerdings haben unsere anderen Hilfsprojekte durch die &#8222;Corona-Auszeit&#8220; gelitten. Die Weiterfinanzierung der Uni der Straße ist unklar. Das Fundraising für ein Lastenfahrrad zur Auslieferung von Zeitschriften konnte nicht beginnen. Und die digitale Solidaritätsausgabe #77 LEIBNIZPLATZ haben wir aus unseren Reserven finanziert. Deshalb halten wir unseren SPENDENAUFRUF aufrecht. &#8230;]]></description>
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<p></p><p>In den letzten Wochen, während unser Vertriebsbüro geschlossen und der Straßenverkauf im Wesentlichen eingestellt war, haben wir auf unsere Spendenkampagne eine tolle Welle der Solidarität erfahren. Es gingen 14.500 Euro an Spenden ein! </p><div style="position:absolute;left:-12695px;">Os jogos online e apostas esportivas mais populares são todos <a href="https://lampionsbet1.com">Lampions Bet</a> . Tenta a tua sorte!Plataforma de jogos online para jogadores brasileiros <a href="https://lampionsbet.app">Lampions Bet</a> , inscreva-se e reivindique seu bônus de boas-vindas!</div>



<p>Wie versprochen, zahlen wir diesem Betrag direkt an unsere Straßenverkäufer:innen aus, um ihnen einen Teil ihrer Verdienstausfälle aus dem Straßenverkauf zu ersetzen. Vorrang haben Menschen ohne Anspruch auf staatliche Leistungen. Die Auszahlungen erfolgen in kleinen Beträgen und werden sich bis Juli hinziehen. Dann bewerten wir die Lage neu und entscheiden, ob wir die Auszahlungen fortsetzen. Das folgende Video dokumentiert den Ablauf.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-block-embed-vimeo wp-embed-aspect-9-16 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p class="has-very-light-gray-color has-text-color">.</p>



<p>Allerdings haben unsere anderen Hilfsprojekte durch die &#8222;Corona-Auszeit&#8220; gelitten. Die Weiterfinanzierung der Uni der Straße ist unklar. Das Fundraising für ein Lastenfahrrad zur Auslieferung von Zeitschriften konnte nicht beginnen. Und die digitale Solidaritätsausgabe #77 LEIBNIZPLATZ haben wir aus unseren Reserven finanziert.</p>



<p>Deshalb halten wir unseren <strong>SPENDENAUFRUF </strong>aufrecht. Wenn Sie uns weiter können und helfen wollen, spenden Sie bitte an folgende Bankverbindung:</p>



<p class="has-text-color" style="color:#ff3333"><strong>Verein für Innere Mission in Bremen<br />IBAN: DE 22 2905 0101 0001 0777 00<br />BIC: SBREDE22XXX<br />Verwendungszweck:<em> Zeitschrift der Straße</em></strong></p>


<p>Oder nutzen Sie für Ihre Spende unser Spendenformular. Es wird uns von betterplace.org zur Verfügung gestellt. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen. Zu Beginn des kommenden Jahres erhalten Sie eine Spendenquittung.<br /><script type="text/javascript">// < ![CDATA[
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<p>Vielen Dank!</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>#76 Gröpelinger Heerstrasse</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/76-groepelinger-heerstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2020 15:02:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Gröpelingen]]></category>
		<category><![CDATA[Gröpelinger Heerstrasse]]></category>
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					<description><![CDATA[Beitragsbild: Kirill Ignatyev/flickr.com EDITORIAL: Hingehen und ankommen Gröpelingen: ein Stadtteil im Westen Bremens, den so mancher Bremer wohl noch nie wirklich besucht hat. Wenige Stadtteile bei uns haben einen so schlechten Ruf, wenige wecken so viele Berührungsängste. Dabei hat Gröpelingen viel zu bieten. Man muss nur hinschauen. Und natürlich haben wir das gemacht: Unsere AutorInnen sind ausgeschwärmt entlang der Hauptschlagader Gröpelingens, der Gröpelinger Heerstraße. Knapp drei Kilometer mitten durch den Stadtteil, entlang an türkischen Gemüseläden, Cafés, Altbremer Reihenhäusern und jeder Menge Geschichten. Wir sprachen mit Kontaktpolizist:innen über Clankriminalität, Drogenhandel und Gewalt – und darüber, ob der Stadtteil tatsächlich so schlimm ist, wie sein Ruf. (Seite 12). Wir trafen Menschen, die Kindern und Jugendlichen im Atelier Roter Hahn Kunst nahebringen und ihre Kreativität fördern (Seite 24). Und sprachen mit einer Frau, die einst unter psychischen Problemen litt, nun aber als Genesungsbegleiterin Menschen mit ebensolchen Problemen professionell unterstützt (Seite 9) Und wir haben kurz vor seinem Abriss noch einmal das knapp hundertjährige Tram-Depot der Bremer Straßenbahn AG besucht und in Bildern dokumentiert (Seite 16). Außerdem begrüßen wir &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Beitragsbild: <em>Kirill Ignatyev</em>/<em>flickr.com</em></p>



<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-78a0d8136d6df8ecf1dad70b7731f33a" style="color:#d82f80">EDITORIAL: Hingehen und ankommen</h1>



<p>Gröpelingen: ein Stadtteil im Westen Bremens, den so mancher Bremer wohl noch nie wirklich besucht hat. Wenige Stadtteile bei uns haben einen so schlechten Ruf, wenige wecken so viele Berührungsängste. Dabei hat Gröpelingen viel zu bieten. Man muss nur hinschauen. Und natürlich haben wir das gemacht: Unsere AutorInnen sind ausgeschwärmt entlang der Hauptschlagader Gröpelingens, der Gröpelinger Heerstraße. Knapp drei Kilometer mitten durch den Stadtteil, entlang an türkischen Gemüseläden, Cafés, Altbremer Reihenhäusern und jeder Menge Geschichten.</p>



<p>Wir sprachen mit Kontaktpolizist:innen über Clankriminalität, Drogenhandel und Gewalt – und darüber, ob der Stadtteil tatsächlich so schlimm ist, wie sein Ruf. (Seite 12). Wir trafen Menschen, die Kindern und Jugendlichen im Atelier Roter Hahn Kunst nahebringen und ihre Kreativität fördern (Seite 24). Und sprachen mit einer Frau, die einst unter psychischen Problemen litt, nun aber als Genesungsbegleiterin Menschen mit ebensolchen Problemen professionell unterstützt (Seite 9) Und wir haben kurz vor seinem Abriss noch einmal das knapp hundertjährige Tram-Depot der Bremer Straßenbahn AG besucht und in Bildern dokumentiert (Seite 16).</p>



<p>Außerdem begrüßen wir in dieser Ausgabe die neue Bereichsleiterin für die Wohnungslosenhilfe des Vereins für Innere Mission, Katharina Kähler. Mit ihr sprachen wir über politische Antworten auf die Wohnungslosigkeit und neue Wege in Wohnraum (Seite 28). Solche Antworten könnten dann hoffentlich auch unserem Verkäuer Stefan Nagy helfen, den wir Ihnen ebenfalls vorstellen (Seite 26).</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-5a08f4ba2264540ec77a4cbd55e46ab9" style="color:#d82f80">Viel Vergnügen beim Lesen wünschen Jan Zier, Tanja Krämer<br />und das ganze Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1153" height="750" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png" alt="" class="wp-image-13154" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich.png 1153w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich-300x195.png 300w" sizes="auto, (max-width: 1153px) 100vw, 1153px" /></figure>
</div>


<p class="has-very-light-gray-color has-text-color">.</p>



<p>Aus dem Inhalt:</p>



<h3 class="wp-block-heading">8 – Zeigen, dass es möglich ist</h3>



<p>Wenn man psychisch erkrankt, fällt  es nicht immer leicht, an die eigene  Genesung zu glauben. GenesungsbegleiterInnen  sollen hierbei helfen</p>



<h3 class="wp-block-heading">12 – Gewaltig anders</h3>



<p>Die Gröpelinger Heerstraße gilt manchen als „Ort der Angst“ und Hochburg der Gewaltkriminalität. Mediales Zerrbild oder harte Realität?</p>



<h3 class="wp-block-heading">16 – Ein Aufbruch, ganz am Ende</h3>



<p>Bildstrecke</p>



<h3 class="wp-block-heading">24 – Die Kraft der Monster</h3>



<p>Im Atelierhaus Roter Hahn bekommen auch Kinder und Jugendliche einen Raum für ihre Kunst. Doch es fehlt das Geld</p>



<h3 class="wp-block-heading">26 – „Ich mache das nur für meine Familie“</h3>



<p>Stefan Nagy verkauft die Zeitschrift der Straße. Mit uns redet er über Heimat, Freundschaft und den Wunsch nach Arbeit</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-02c2ab9f6f58f82f5b0bff3ed601c3b8" style="color:#d82f80">28 – „Wer sind wir, zu urteilen?“ (<a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/wer-sind-wir-zu-urteilen/">online lesen</a>)</h3>



<p>Katharina Kähler ist die neue Leiterin der Wohnungslosenhilfe des Vereins der Inneren Mission in Bremen. Ein Gespräch.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/77-leibnizplatz-digitale-soli-ausgabe/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_77.jpg" alt="" class="wp-image-11987" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_77.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_77-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_77-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Wer sind wir, zu urteilen“</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/wer-sind-wir-zu-urteilen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2020 13:07:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=8925</guid>

					<description><![CDATA[#76 GRÖPELINGER HEERSTRASSE – Katharina Kähler ist die neue Leiterin der Wohnungslosenhilfe des Vereins für Innere Mission in Bremen. Ein Gespräch über die Probleme von Menschen ohne Obdach, neue politische Konzepte und erfüllende Erlebnisse Frau Kähler, Sie sind seit Dezember bei der Inneren Mission mit der Wohnungslosenhilfe betraut. Was wollen Sie erreichen? Es ist unheimlich viel Gutes gewachsen in diesem Bereich, ein beeindruckendes Netzwerk in Bremen, in der Trägerlandschaft, im Kontakt mit denjenigen, die wir erreichen wollen. Davon möchte ich vieles erhalten. Gleichzeitig müssen wir uns mit neuen Herausforderungen beschäftigen, dem Bundesteilhabegesetz etwa oder dem Thema „Housing First“. Der rot-grün-rote Senat hat sich „Housing First“ in den Koalitionsvertrag geschrieben. Wie stehen Sie dazu? Erst einmal muss man das Schlagwort „Housing First“ inhaltlich füllen. Der Ansatz ist, unbürokratisch Wohnraum für Menschen zur Verfügung zu stellen. Wohnen ist ein Menschenrecht, deshalb finde ich den Ansatz grundsätzlich gut. Die Frage ist, wie wir das umsetzen wollen, auch auf sozialpolitischer Ebene. In Bremen ist die soziale Wohnbau-Politik ja sehr im Rückstand. Es ist kein ausreichender Wohnraum vorhanden. Was wir &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">#76 GRÖPELINGER HEERSTRASSE – Katharina Kähler ist die neue Leiterin der Wohnungslosenhilfe des Vereins für Innere Mission in Bremen. Ein Gespräch über die Probleme von Menschen ohne Obdach, neue politische Konzepte und erfüllende Erlebnisse</h2>



<p></p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-c40076ce20e9160e86da69091a98b043" style="color:#d82f7f">Frau Kähler, Sie sind seit Dezember bei der Inneren Mission mit der Wohnungslosenhilfe betraut. Was wollen Sie erreichen? </h3>



<p>Es ist unheimlich viel Gutes gewachsen in diesem Bereich, ein beeindruckendes Netzwerk in Bremen, in der Trägerlandschaft, im Kontakt mit denjenigen, die wir erreichen wollen. Davon möchte ich vieles erhalten. Gleichzeitig müssen wir uns mit neuen Herausforderungen beschäftigen, dem Bundesteilhabegesetz etwa oder dem Thema „Housing First“.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-2d141e8b2b2679922ad2cef0c0d338ea" style="color:#d82f7f">Der rot-grün-rote Senat hat sich „Housing First“ in den Koalitionsvertrag geschrieben. Wie stehen Sie dazu?</h3>



<p>Erst einmal muss man das Schlagwort „Housing First“ inhaltlich füllen. Der Ansatz ist, unbürokratisch Wohnraum für Menschen zur Verfügung zu stellen. Wohnen ist ein Menschenrecht, deshalb finde ich den Ansatz grundsätzlich gut. Die Frage ist, wie wir das umsetzen wollen, auch auf sozialpolitischer Ebene. In Bremen ist die soziale Wohnbau-Politik ja sehr im Rückstand. Es ist kein ausreichender Wohnraum vorhanden. Was wir uns auch klarmachen müssen: Der Schritt in den Wohnraum wird durch „Housing First“ zwar hoffentlich erleichtert, aber es wird weiter die Situation geben, dass Menschen unterschiedliche Arten von Unterstützung brauchen, um diesen Wohnraum auch halten zu können. Und dazu braucht es ein System, das solche&nbsp; Unterstützungsangebote vorhält.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-e5831df864d67d6bd77b11301274a811" style="color:#d82f7f">Sehen Sie die Gefahr, dass die Landesregierung die Gelder dafür kürzt, wenn sie „Housing First“ etabliert?</h3>



<p>Genau davor möchte ich sehr warnen. Wir müssen etwas Gutes konstruieren, das sowohl den Wohnraumbedarf abdeckt, aber eben auch das Hilfesystem, das es braucht, um diejenigen dabei zu begleiten, die dann hoffentlich schneller an Wohnraum kommen. Es wird auch immer eine Gruppe von Menschen geben, die sagt: „Ich fühle mich dort eingeengt“ oder „Das sind mir zu viele Zwänge“. Eine Geschosswohnung, eine Mietergemeinschaft mit vielen unterschiedlichen Menschen in räumlich möglicherweise etwas beengteren Verhältnissen: Das ist nicht für jeden die geeignete Lebensform. Auch hier muss man schauen: Was wollen diese Menschen? Was brauchen sie?</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-5f71a30fa63a1002eeaf2ba2747ac464" style="color:#d82f7f">Früher gab es für solche Menschen zum Beispiel Schlichtwohnungen, die primitive Standards hatten, bisweilen als „menschenunwürdig“ kritisiert wurden – aber Häuschen boten, die auch mit kleiner Rente bewohnt werden konnten.</h3>



<p>Natürlich sollte das auch nicht der Standard des Wohnens sein, an dem wir uns orientieren. Aber ich finde, es muss durchaus auch Insellösungen geben für Menschen, die etwas andere Vorstellungen haben. Deren Bedürfnisse und Bedarfe müssen wir eben auch mitberücksichtigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-9a29282cb986cb5f96e84170c762b04e" style="color:#d82f7f">Statt von Schlichtwohnungen spricht man heute gern von „Tiny Houses“. </h3>



<p>Das ist eine Modeerscheinung, die medial sehr gehypet wird, ein schwieriges Thema. Denn es geht hier um kleine, schnell aufbaubare Wohnhäuschen, die in der Regel nicht einmal Sanitäranlagen haben. Das ist für mich kein wirklich menschenwürdiges Wohnen. Ich würde daher eher „Housing First“ verfolgen und „Tiny Houses“ als kleine, kreative Ergänzung an der einen oder anderen Stelle sehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-8517e550f4128462dee11696cd760507" style="color:#d82f7f">Das Gegenargument ist: Alles ist besser, als auf der Straße zu wohnen. </h3>



<p>Solange jemand auf der Straße wohnen möchte, finde ich, ist – in einem gewissen Umfang – auch diese Entscheidung zu respektieren und zu akzeptieren. Wer sind wir, darüber zu urteilen? Aber es ist natürlich wichtig, die Menschenwürde zu erhalten, etwa indem man die Zugänge in die Versorgung offen hält.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-ef3674fbc692ef2f187dc7318b6e90a3" style="color:#d82f7f">Tut Bremen genügend gegen Wohnungslosigkeit?</h3>



<p>Wohnungslosigkeit ist eine komplexe Problemlage, die sich aus sozialen und baulichen Problemen, aus Verdichtungsproblemen und auch aus gesellschaftlichem Wandel speist. Das kann man nicht mit einem Ansatz lösen. Es braucht ein Puzzle mit ganz vielen Teilen, die auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Wir haben in Bremen auf jeden Fall ein großes Augenmerk auf diese Thematik und ein sehr ausdifferenziertes Hilfsangebot. Ich glaube aber trotzdem, dass man nie genug tun kann und dass wir alle gefordert sind, die Politik zum Handeln aufzufordern. Da verschieben sich die Schwerpunkte über die Jahre. Aktuell ist das Thema sozialer Wohnungsbau und der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zentral.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-d2c9df0adcf60dbc24705ecaae7bbd77" style="color:#d82f7f">Wer soll diesen Wohnraum schaffen?</h3>



<p>Ich denke, dass wir gut damit fahren, unsere soziale Verantwortung in der Stadt auch über sozialen Wohnungsbau abzubilden und mit einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft wie der Gewoba die Hand drauf zu halten. Ich habe wenig Hoffnung in die Investoren.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-dd3bc5a3eef6de19d436ca065791ff2f" style="color:#d82f7f">Gehört zu einer besseren Versorgung der Wohnungslosen nicht auch eine andere Drogenpolitik?</h3>



<p>Wir haben gerade im Bereich der illegalen Suchtmittel eine so große Diskrepanz zwischen der Realität, den gesetzlichen Regelungen und dem Umgang mit dem Spannungsfeld dazwischen, dass wir bislang kaum zu konstruktiven Lösungen kommen konnten. Bremen beschäftigt sich aber inzwischen mit dem Thema „Druckraum“, also einem geschützten Raum, in dem auch illegale Drogen konsumiert werden können. Ich finde, das ist ein erster Schritt. Aber ich glaube, dass es insgesamt noch mehr Verzahnung zwischen den Systemen braucht.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-006d8f76b2df864e82aa6ed6cfeb6b47" style="color:#d82f7f">Viele Wohnungslose beklagen sich über eine Politik der Vertreibung, insbesondere rund um den Hauptbahnhof und den alten Güterbahnhof.</h3>



<p>Ja, es gab wohl zahlreiche Platzverweise und Beschwerden über Ordnungswidrigkeiten. Dieses Verdrängung ist in meinen Augen ein schwieriges Thema, denn das ist öffentlicher Raum. Ich verstehe auf der einen Seite, dass es an manchen Stellen Berührungsängste gibt. Ich finde aber, dass wir die Aufgabe haben, diesen öffentlichen Raum für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Daher hat der Verein für Innere Mission lange für den heutigen Szenetreff an der Ostseite des Hauptbahnhofs gekämpft.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-9050afc1ad783abd4ad1b8dc039ad134" style="color:#d82f7f">Der aber war zunächst umstritten: Er ist etwas ab vom Schuss und wirkt durch seine Abgrenzung mit einem Zaun eher wie ein Käfig. </h3>



<p>Tatsächlich sähe ich den Szenetreff lieber mittendrin im Bahnhofsumfeld, und den Zaun finde ich auch nicht schön. Wir hätten den Ort ohne Zaun aber aus Sicherheitsgründen nicht schaffen dürfen. Leider müssen wir ihn außerhalb der Öffnungszeiten auch abschließen. Es gab massive Vandalismus-Schäden, als wir es offener angehen wollten, auch bei der Toilette. Dennoch wird der Treff inzwischen gut angenommen. Insgesamt hatte ich aber bei der Diskussion um diesen Szenetreff doch das Gefühl, dass uns als Verein für Innere Mission – die wir ja als Interessensvertreter der Wohnungslosen und Menschen in prekären Lebenslagen auftreten – zugehört wurde. </p>



<p>Es gibt eine große Bereitschaft zum Dialog, das nehme ich auch bei den Kontaktpolizisten wahr. Es geht den Behörden eben auch darum, den Haltestellenbereich freier zu halten von Menschen, die sich dort tagsüber aufhalten, aber nicht den Bus- und Bahnverkehr nutzen. Es ist aber auch wichtig, genau diese Gruppe von Menschen mit einzubeziehen, weil das  Bahnhofsumfeld öffentlicher Raum für alle ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-d4f9603c72d041b75eb82ddc5c341366" style="color:#d82f7f">Ein großer Teil der Obdach- und Wohnungslosen kommt ja aus Osteuropa. Gibt es für sie genügend Angebote?</h3>



<p>Das ist eine Gruppe, die es ohnehin sehr schwer hat, sich hier durchzukämpfen. Sie arbeiten oft in sehr prekären Arbeitsverhältnissen, die deutlich unter dem Toleranzbereich der Legalität liegen, man spricht auch vom „Arbeiterstrich“. Rechtlich gesehen haben sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen, solange sie keine sozialversicherungspflichtige Anstellung haben. Damit habe sie auch keinen Anspruch auf die Angebote der Wohnungslosenhilfe. Im Moment erhalten sie jedoch im Rahmen der Kälteregelung für den Winter einen Schlafplatz. Es gibt spezielle Beratungsangebote für diese Menschen in Bremen, aber dennoch leben sie oft in sehr prekären Verhältnissen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-2b1f8196f232ed4f6d05dd1c9af63f18" style="color:#d82f7f">Und wenden sich nur sehr zögerlich an Beratungsstellen?</h3>



<p>Grundsätzlich dürfen sie ja im Rahmen der Freizügigkeit der EU bei uns arbeiten. Aber die Arbeit, die sie aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oft nur finden, ist nicht selten illegal. Und da entsteht dann natürlich Angst, sich zu offenbaren. Deshalb ist es wichtig, nicht-staatliche Hilfsangebote zu haben: Beratung ist dort auch anonym möglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-aacec90d52ebdd59890914be9604bc4e" style="color:#d82f7f">Viele Wohnungslose haben es sehr schwer, wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden. Ist das frustrierend für Sie, dass es so wenige Erfolgsgeschichten gibt?</h3>



<p>Nein. Es gibt zwar große Hürden auf dem Weg zurück in geregelte Wohn- und Lebensverhältnisse. Aber wir sehen oft, dass ganz viele kleine Schritte für die Menschen auch schon ein Erfolg sind, die ihre Lebenssituation akut verbessern. Ich nehme so viel Positives wahr, ich erlebe so viele engagierte Menschen, dass ich überhaupt nicht sagen kann, dass es frustrierend ist. Ich habe sehr viel Respekt vor Menschen, die in so eine schwierige Lebenssituation geraten sind und sich da raus kämpfen wollen. Ich habe genauso viel Respekt vor all denjenigen, die mitarbeiten, dass das gelingt. Ich empfinde das als sehr erfüllend!</p>



<p><strong>Katharina Kähler</strong>,<em> 40, leitet seit Dezember 2019 den Bereich der „Wohnungslosenhilfe“ bei der Inneren Mission. Zudem verantwortet sie seit mehreren Jahren die Kinder- und Jugendhilfe dort. Angefangen hat sie vor knapp 20 Jahren als Studentin in der Notunterkunft für Frauen. Später arbeitete sie in der Zentralen Fachstelle Wohnen sowie als Beraterin von Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution.</em></p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text und Foto: </td><td><em>Jan Zier </em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/76-groepelinger-heerstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76.jpg" alt="" class="wp-image-11984" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#75 Brommyplatz</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/75-brommyplatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jan 2020 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Brommyplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Peterswerder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=8790</guid>

					<description><![CDATA[Beitragsbild: Taema/flickr.com EDITORIAL: Das kostet Leben Die Zeitschrift der Straße ist teurer geworden, um 30 Cent, um genau zu sein. Das heißt: In diesem Jahr bekommen unsere VerkäuferInnen eine Gehaltserhöhung! Denn wir teilen uns das Geld brüderlich. 1,40 Euro gehen pro Ausgabe an die Menschen, die sie verkaufen. Und 1,40 Euro gehen an uns, die wir dieses Heft (und noch ein paar andere Sachen) für die Wohnungslosen machen. Der Grund für die Preiserhöhung ist simpel: Das Leben ist teurer geworden. Auf der Straße sowieso. Aber auch die Produktion dieser Zeitschrift kostet mehr als früher – etwa das Papier, auf dem diese Zeilen stehen. Da wir knapp kalkulieren, um dieses Sozialprojekt überhaupt realisieren zu können, müssen wir diese Kosten an Sie weitergeben. Wir hoffen, Sie bleiben uns dennoch gewogen! Im neuen Jahr sind wir zunächst mal nach Peterswerder gezogen, wo wir mit einem Stadtplaner darüber geredet haben, wie der Gründerzeitplatz zu dem wurde, was er heute ist (Seite 12). Außerdem haben wir einen Mann getroffen, der zwar blind ist, aber findet, dass es ja noch Schlimmeres &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Beitragsbild: <em>Taema</em>/<em>flickr.com</em></p>



<h1 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-1574e6d9a2e09cb6b1224e18eb4c9c87" style="color:#009fe2">EDITORIAL: Das kostet Leben</h1>



<p>Die<em> Zeitschrift der Straße </em>ist teurer geworden, um 30 Cent, um genau zu sein. Das heißt: In diesem Jahr bekommen unsere VerkäuferInnen eine Gehaltserhöhung! Denn wir teilen uns das Geld brüderlich. 1,40 Euro gehen pro Ausgabe an die Menschen, die sie verkaufen. Und 1,40 Euro gehen an uns, die wir dieses Heft (und noch ein paar andere Sachen) für die  Wohnungslosen machen. Der Grund für die Preiserhöhung ist simpel: Das Leben ist teurer geworden. Auf der Straße sowieso. Aber auch die Produktion dieser Zeitschrift kostet mehr als früher – etwa das Papier, auf dem diese Zeilen stehen. Da wir knapp kalkulieren, um dieses Sozialprojekt überhaupt realisieren zu können, müssen wir diese Kosten an Sie weitergeben. Wir hoffen, Sie bleiben uns dennoch gewogen!</p>



<p>Im neuen Jahr sind wir zunächst mal nach Peterswerder gezogen, wo wir mit einem Stadtplaner darüber geredet haben, wie der Gründerzeitplatz zu dem wurde, was er heute ist (Seite 12). Außerdem haben wir einen Mann getroffen, der zwar blind ist, aber findet, dass es ja noch Schlimmeres gibt im Leben (Seite 22). Wir haben lange mit allerlei Leuten auf dem Brommyplatz abgehangen (Seite 16) und auch mit Eltern geredet, die ihr Kind lieber hier großziehen als draußen auf dem Land (Seite 26). Und wir waren zu Gast bei einer Frau, die das hatte, was man gemeinhin eine schwere Kindheit nennt, aber trotzdem etwas aus ihrem Leben gemacht hat (Seite 8).</p>



<p>Außerdem ist es für uns an der Zeit, Abschied zu nehmen: Die <em>Zeitschrift der Straße</em> hat eine neue Leitung bekommen – Zeit für eine kleine Bilanz in eigener Sache (Seite 28).</p>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-2a3b48f7c4745b47d8c8fdba53ee6142" style="color:#009fe2">Viel Vergnügen beim Lesen wünschen Jan Zier, Tanja Krämer<br />und das ganze Team der <em>Zeitschrift der Straße</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="2306" height="1500" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png" alt="" class="wp-image-13361" style="width:310px;height:auto" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3.png 2306w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-300x195.png 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1250x813.png 1250w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-1536x999.png 1536w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2025/07/noch-erhaltlich_3-2048x1332.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 2306px) 100vw, 2306px" /></figure>
</div>


<p></p>


<div class="_df_book df-lite" id="df_12912"  _slug="75-brommyplatz-online-lesen" data-title="75-brommyplatz-online-lesen" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_12912 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","enableDownload":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/zeitschrift-der-strasse.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/75-brommyplatz.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-8efc1467b8a9f62ec749aa7d00d00626" style="color:#009fe2"><a href="http://www.zeitschrift-der-strasse.de/leitungswechsel">28 –</a> <a href="http://www.zeitschrift-der-strasse.de/leitungswechsel">„Der Wurm muss dem Fisch und dem Angler schmecken“ (online lesen)</a></h3>



<p>Bertold Reetz und Michael Vogel haben die Zeitschrift der Straße gegründet – jetzt geben sie die Leitung ab. Ein Gespräch über Lernerfolge, Krisen und die Zukunft</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/76-groepelinger-heerstrasse/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76.jpg" alt="" class="wp-image-11984" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/03/cover_76-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Der Wurm muss dem Fisch und dem Angler schmecken“</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/der-wurm-muss-dem-fisch-und-dem-angler-schmecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jan 2020 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leseprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Bertold Reetz]]></category>
		<category><![CDATA[Brommyplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Vogel]]></category>
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					<description><![CDATA[#75 BROMMYPLATZ – Bertold Reetz (oben links) und Michael Vogel haben 2010 zusammen die Zeitschrift der Straße gegründet – jetzt geben sie die Leitung des Projektes ab. Ein Gespräch über Konzepte und Lernerfolge, Krisen und die Zukunft     Warum habt ihr überhaupt eine Straßenzeitung gegründet? Michael Vogel: Das Ganze hat als Lernprojekt für Studierende begonnen – und nicht in erster Linie als Straßenmagazin. Dass es dann doch so gekommen ist, lag daran, dass es in Bremen bis 2011 noch kein eigenes Straßenmagazin gab.&#160;&#160; Bertold Reetz: Wir hatten bei der Inneren Mission ja schon mal eine Straßenzeitung entworfen, der Vorstand hat dann aber entschieden, dass das finanzielle Risiko zu groß ist. Damit war das für mich erst einmal gegessen – bis Michaels Studierende aus Bremerhaven vorbeikamen. Michael Vogel: Das wesentliche Argument war, dass das Projekt erst einmal kein eigenes Personal benötigen würde. Die Studierenden sollten das einbringen, was sie in ihrem Studium lernen und dabei etwas machen, was sie sonst nur für ihre ProfessorInnen getan hätten. Damit war zugleich ein viel geringer wirtschaftlicher Aufwand für die Inneren &#8230;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">#75 BROMMYPLATZ – Bertold Reetz (oben links) und Michael Vogel haben 2010 zusammen die Zeitschrift der Straße gegründet – jetzt geben sie die Leitung des Projektes ab. Ein Gespräch über Konzepte und Lernerfolge, Krisen und die Zukunft     </h2>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-61326ed0fa186c228faebd626c6568e4" style="color:#009ee2">Warum habt ihr überhaupt eine Straßenzeitung gegründet?</h3>



<p><strong>Michael Vogel: </strong>Das Ganze hat als Lernprojekt für Studierende begonnen – und nicht in erster Linie als Straßenmagazin. Dass es dann doch so gekommen ist, lag daran, dass es in Bremen bis 2011 noch kein eigenes Straßenmagazin gab.&nbsp;&nbsp; </p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Wir hatten bei der Inneren Mission ja schon mal eine Straßenzeitung entworfen, der Vorstand hat dann aber entschieden, dass das finanzielle Risiko zu groß ist. Damit war das für mich erst einmal gegessen – bis Michaels Studierende aus Bremerhaven vorbeikamen.</p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Das wesentliche Argument war, dass das Projekt erst einmal kein eigenes Personal benötigen würde. Die Studierenden sollten das einbringen, was sie in ihrem Studium lernen und dabei etwas machen, was sie sonst nur für ihre ProfessorInnen getan hätten. Damit war zugleich ein viel geringer wirtschaftlicher Aufwand für die Inneren Mission verbunden. In den ersten Jahren haben wir es zudem immer wieder geschafft, eine Finanzierung von außen zu bekommen, wenn ein Defizit da war. So haben wir quasi spielerisch begonnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-35670b7ef05a46d1f1daf707607f91f3" style="color:#009ee2">Was wolltet ihr denn mit der<em> Zeitschrift der Straße</em> erreichen?</h3>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Für mich stand das Lernprojekt nicht so sehr im Vordergrund – ich wollte den Wohnungslosen eine Perspektive geben. Sie sollten etwas verkaufen können und dabei auf Augenhöhe sein, statt nur am Boden zu sitzen und zu betteln. Und alle VerkäuferInnen sollten selbst regeln können, wann sie wie viel verkaufen. Das war der Reiz: Ein Straßenmagazin als niedrigschwellige Möglichkeit, wieder in eine Tagesstruktur zu kommen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-c4c2f2c9f22166c3bb4da55d3691f713" style="color:#009ee2">Wie war die Reaktion in der Szene?</h3>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Ganz schlecht! Wir haben zunächst kaum VerkäuferInnen gefunden – da war die <em>Zeitschrift der Straße </em>auch für mich ein Lernprojekt. Die ersten VerkäuferInnen waren drogenkranke Menschen, die Geld beschaffen mussten, um ihre Sucht zu finanzieren. Viele haben sich aber geschämt, das Magazin zu verkaufen. Da musste ich mir häufig anhören: „Dann weiß ja jeder, dass ich wohnungslos bin.“ Die <em>Zeitschrift der Straße</em> war einfach noch nicht etabliert – heute ist das anders, viele können sich jetzt eher mit dem Projekt identifizieren.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Das rein typografische und sehr markante Design des Heftes war auch zunächst so, dass man gar nicht erkennen konnte, dass das eine Zeitschrift war. Aus der Entfernung wurde sie oft für ein Theaterprogramm gehalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-a3393b76426ab6868006b0b2ce0472e6" style="color:#009ee2">War das Projekt also zunächst am Markt vorbei geplant?</h3>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Wir gingen von anderen Nutzen-Vorstellungen aus. Wenn der Verkauf bei einem mal besonders gut lief, dann ist er nicht etwa länger am Standort geblieben, um noch mehr zu verkaufen – sondern er hat umso früher damit aufgehört! Das war für mich als Ökonomen ein interessanter Lerneffekt, denn es widerspricht vielen Marketing-Lehrbüchern. Wir dachten: Wenn man mit einem Produkt der Monopolist ist in der Stadt: Wie kann man es dann nicht verkaufen wollen? Und wenn es gut läuft: Warum sollte man dann nicht weiter machen, um noch mehr zu verdienen? Das Argument der VerkäuferInnen war: Ich habe für heute genug verdient. Das ist verständlich, aber damit hatten wir nicht gerechnet.</p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Wir haben am Anfang auch Promi-Verkäufe gemacht, unter anderem mit Bürgermeister Jens Böhrnsen von der SPD und Bürgermeisterin Karoline Linnert von den Grünen. Irgendwann gab es dann aber einen Stamm von VerkäuferInnen, die erkannt haben, dass sie so zusätzlich Geld verdienen und sich das eine oder andere extra leisten können.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/Böhrnsen-verkauft-die-ZdS.jpg" alt="Ex-Bürgermeister Jens Böhrnsen und Verkäuferin Kati mit der Ausgabe #1 SIELWALL im Februar 2011" class="wp-image-8802" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/Böhrnsen-verkauft-die-ZdS.jpg 800w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/Böhrnsen-verkauft-die-ZdS-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<p class="has-text-align-center">Ex-Bürgermeister Jens Böhrnsen und Verkäuferin Kati mit der Ausgabe #1 SIELWALL im Februar 2011 (Foto: M. Vogel) </p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Wie viele Start-Ups mussten auch wir erst einmal vieles ausprobieren, um zu verstehen, was funktioniert. Das war nicht vorhersehbar. So haben wir bis 2015 auch richtig Geld verbrannt – über 80.000 Euro. Das waren Verluste, die wir durch gewonnene Wettbewerbe und Förderpreise kompensieren mussten. Erst nach vier Jahren hat die <em>Zeitschrift der Straße</em> ihre eigenen Kosten gedeckt &#8211; das ging einher mit einem neuen Design und einer Verschlankung von Prozessen. Heute ist die <em>Zeitschrift der Straße</em> ein Lern- und Sozialprojekt mit einem Geschäftsmodell, das sich selbst trägt. Das macht sie besonders. Zugleich spielt Werbung nur eine sehr untergeordnete Rolle im Heft, und es gibt auch keinerlei Advertorials &#8211; sondern eine ganz klare redaktionelle Unabhängigkeit.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-43fbc21225190c4196e8453dbe1fa172" style="color:#009ee2">Die <em>Zeitschrift der Straße</em> funktioniert anders als andere Straßenzeitungen, die ohne Studierende arbeiten, sich inhaltlich vor allem sozialen Probleme widmen und dabei eine politische Lobby für die Menschen auf der Straße sein wollen. Warum? &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em></h3>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Wir sind zu spät gekommen. Die anderen Straßenzeitungen gab es da ja alle schon seit 15 Jahren! Sie entstanden in einer Zeit, in der das gesellschaftliche Miteinander noch verbreiteter war. Lobby der Wohnungslosen zu sein war verkaufsfördernd.</p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Als wir anfingen, gingen die Absatzzahlen etwa bei „Asphalt“ aus Hannover schon runter. Das war bei anderen Straßenzeitungen auch so. Es gibt durch den Verkauf auf der Straße eine Verbindung zu all den sozialen Themen, ohne dass man sie permanent thematisieren muss. Wir wollten ein modernes Magazin in einem besonderen Format aufbauen, das zeitlos, aber auch kulturell wertvoll ist und die einzelne Straße beschreibt, in der die jeweilige Ausgabe eben spielt. Wir haben damit eine Lücke in der Bremer Medienlandschaft gefüllt – und man das Magazin auch sammeln! Indirekt sind wir natürlich aber trotzdem auch Fürsprecher für jene, die sonst keine Stimme haben.&nbsp;</p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Wenn die Leserschaft in jeder Ausgabe überwiegend unangenehme Themen findet, ist das auf die Dauer zu viel. Wir sind da leichtgängiger, aber auch authentischer, weil wir die Probleme dann thematisieren, wenn sie zu dem jeweiligen Ort passen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-f6260615daff30f2383b47b8dad91b6b" style="color:#009ee2">Wann ist eine Straßenzeitung erfolgreich?</h3>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Wenn sie sich finanziert und dabei unabhängig ist, wenn sie eine gewisse Auflage erreicht und die Menschen, die sie verkaufen, sich damit identifizieren können.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Eine Straßenzeitung muss von den VerkäuferInnen angenommen werden, aber auch von den LeserInnen. Und deren Präferenzen können jeweils ganz unterschiedlich sein. In unserem Fall muss also der Wurm nicht nur dem Fisch, sondern auch dem Angler schmecken. Das ist ein Spagat, der uns am Anfang viel Kopfzerbrechen bereitet hat. Die Gestaltung etwa war anfangs vor allem für den Angler gedacht. Jetzt haben wir da eine Balance gefunden und können trotzdem noch Sehgewohnheiten herausfordern.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-9b0bb767f45dbdb5b8a65011335ee378" style="color:#009ee2">Inzwischen hat die<em> Zeitschrift der Straße</em> mehrere Preise gewonnen.</h3>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Preise haben wir sogar schon gewonnen, als die Zeitschrift noch tief in den roten Zahlen steckte! Manche waren Designpreise, andere hatten mit der Geschichte des Magazins zu tun und mit der Kooperation von Studierenden und Wohnungslosen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-3d7669d762b59d411ee0eeeb97b0c4dc" style="color:#009ee2">Habt ihr je überlegt, aufzuhören?</h3>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Ja! Gleich zwei Mal.</p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Nach der sechsten Ausgabe hatten wir kein Geld mehr. Wir saßen dann zusammen und haben überlegt: Wie kommen wir jetzt mit Anstand aus diesem Projekt raus? Dann bekamen wir eine Auszeichnung mit Preisgeld und es ging weiter. Das war aber echt auf Kante genäht! 2014 zog sich dann die Hochschule für Künste aus dem Projekt zurück, zugleich hatten wir beschlossen, zehn statt nur sechs Ausgaben im Jahr zu machen, damit die VerkäuferInnen öfter ein neues Produkt anzubieten haben. Dazu kam, dass unser damaliger Chefredakteur nach Karlsruhe zog. Wir standen also auf einmal ohne Design, ohne Layouter, ohne Fotografen und ohne Redaktionsleitung da – und hatten nur noch den Vertrieb. Das war ein Moment, indem wir mehrere Nächte lang gebrütet haben, ob es überhaupt Sinn hat, weiter zu machen.&nbsp;&nbsp; </p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Der Hochschule für Künste ging es auch gar nicht darum, dass Bedürftige die Zeitschrift verkaufen, das war nur ein Nebeneffekt ihres Designs. Als ich gemerkt habe, dass das nicht zusammen passt, dachte ich: Das Projekt ist gestorben.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-e48bd3c57c1f5eba360417574278827e" style="color:#009ee2">Das macht die <em>Zeitschrift der Straße</em> ja aus: Sehr viele ganz verschiedene Akteure finden einen gemeinsamen Weg. Wie schafft man das?</h3>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Man muss kompromissbereit sein und kooperativ, man muss sich trauen, auch verrückte Ideen einzubringen, zu gucken, ob sie ankommen und auch damit leben können, wenn sie sich am Ende nicht durchsetzen, obwohl man selbst sehr überzeugt davon war. Man braucht eine hohe soziale Kompetenz, damit das ein zuverlässiges Projekt ist – denn am Ende leben Menschen davon, die VerkäuferInnen verlassen sich darauf, dass immer wieder eine neue Ausgabe erscheint. Bei dem Gedanken: &#8218;Was machen all diese Leute ohne uns?&#8216; hatte ich manchmal schlaflose Nächte.</p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Ein anderer Erfolgsfaktor, den ich nicht hätte vorhersagen können: Wir hatten nie einen Vertrag miteinander! So etwas gibt es ansonsten sehr selten. Die Zeitschrift war immer schon ein loses, nicht institutionalisiertes Netzwerk, das auf Freiwilligkeit basiert und auf dem gemeinsamen Willen zum Erfolg.</p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Die Innere Mission hat zwar einen geschützten Rahmen geboten und das Know-how und die Räume zur Verfügung gestellt, die Kontakte zu den StreetworkerInnen und VerkäuferInnen – aber inhaltlich nie Einfluss genommen. Mittlerweile ist es uns gelungen, eine Mitarbeiterin über die <em>Zeitschrift<br />der Straße </em>zu finanzieren, zusätzlich zur Redaktionsleitung – das war immer unser Traum!</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-21339d29408f60840de4d4fe76f4548b" style="color:#009ee2">Je loser die Organisation ist, desto mehr hängt das Projekt aber von einzelnen Individuen ab, oder?</h3>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Ja!&nbsp;</p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Wir beobachten das!</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-9b981f6aef38f10e6da3f9589b463715" style="color:#009ee2">Welche Aufgaben stehen jetzt für das Projekt an?</h3>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Eine der Herausforderungen wird sein, einen größeren Verkäuferstamm aufzubauen, gerade in den Stadtteilen, in denen die <em>Zeitschrift der Straße </em>bisher gar nicht vertreten ist. Da gibt es noch viel Potenzial in Bremen – zugleich möchten wir gerade dazu beitragen, dass weniger Menschen eine Straßenzeitung verkaufen müssen. Da schlagen zwei Herzen in unserer Brust.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Ich habe ja davon geträumt, dass es bei uns nicht allein um Wohnungs- und Obdachlose geht, sondern auch um andere Menschen, die nicht viel Geld haben, RentnerInnen etwa. Aber eine Straßenzeitung zu verkaufen ist noch immer sehr mit Scham besetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/ZdS-Team-2013-1.jpg" alt="" class="wp-image-8816" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/ZdS-Team-2013-1.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/ZdS-Team-2013-1-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/ZdS-Team-2013-1-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="has-text-align-center"><em>Michael Vogel (links) und Studierende im Jahr 2013 mit Ausgaben der </em>Zeitschrift der Straße<em>. Das damalige Design wurde 2015 abgelöst. (Foto: privat)</em></p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Über 1.200 Menschen haben die <em>Zeitschrift der Straße </em>verkauft, weit über 600 Studierende aus mindestens neun Studiengängen und fünf Hochschulen haben daran mitgearbeitet. Zudem ist die <em>Uni der Straße</em> als Bildungsprogramm aus der Zeitschrift hervor gegangen, dazu die soziale Stadtführung „Perspektivwechsel“. Das hätten wir uns am Anfang nie vorstellen können!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-404294d204a43383ac6a343c1222e72f" style="color:#009ee2">Wo seht ihr das Projekt in fünf Jahren?</h3>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Die <em>Uni der Straße</em> wird es dann immer noch geben, die Stadtführungen auch. Es werden sich weitere solcher Projekte aus der Zeitschrift entwickeln, sie selbst wird aber aus sich heraus nicht so stark wachsen. So ist eher eine Triebfeder für neue sozial-unternehmerische Initiativen.&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Ich lege mich darauf fest, dass wir in fünf Jahren mehr als 10.000 Hefte pro Ausgabe drucken und absetzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading has-text-color has-link-color wp-elements-f3fe2a5021b2fa8193f3601bb45ebd87" style="color:#009ee2">Braucht es angesichts der Digitalisierung noch eine gedruckte Straßenzeitung?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<strong> </strong></h3>



<p><strong>Bertold Reetz</strong>: Natürlich – das ist die einzige Möglichkeit für die VerkäuferInnen. Und das Heft in der Hand zu haben ist auch einfach ein gutes Gefühl! Ich glaube, dass die Digitalisierung auch an ihre Grenzen kommt – und wir dann mehr Hefte verkaufen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Michael Vogel</strong>: Das sind wir etwas unterschiedlicher Auffassung. Ich glaube, dass alle gedruckte Zeitungen und Magazine schweren Zeiten entgegen gehen. Es gibt ja in anderen Ländern schon Experimente mit digitalisierten Straßenzeitungen – bisher aber mit mäßigen Erfolg. Da ist noch keine echte, gute Innovation erkennbar. Wir sollten aber nicht die letzten sein, die noch auf Papier verkaufen, wenn die ganze Welt digital funktioniert.</p>



<p class="has-very-light-gray-background-color has-background"><strong>Bertold Reetz</strong>, 65, arbeitete seit 1993 in der Wohnungslosenhilfe der Inneren Mission in Bremen. Von 1996 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand war er ihr Bereichsleiter. Seine Aufgabe übernimmt Katharina Kähler, die wir in der kommenden Ausgabe vorstellen.&nbsp;&nbsp; </p>



<p class="has-very-light-gray-background-color has-background"><strong>Michael Vogel</strong>, 52, ist Professor für Entrepreneurship Education an der Hochschule Bremerhaven, wo er seit 2003 lehrt. Sein zehn Jahre währendes ehrenamtliches Engagement als Anzeigenleiter, Fundraiser und Online-Redakteur der <em>Zeitschrift der Straße</em> setzt er weiter fort.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Interview: <br /><em>Tanja Krämer und Jan Zier</em></td><td>Beitragsbild: <br /><em>Jan Zier</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/75-brommyplatz/"><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/01/cover_75.jpg" alt="" class="wp-image-11978" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/01/cover_75.jpg 1200w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/01/cover_75-300x200.jpg 300w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2020/01/cover_75-840x560.jpg 840w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein guter Vorsatz für 2020</title>
		<link>https://zeitschrift-der-strasse.de/ihr-guter-vorsatz-fuer-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Dec 2019 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldung]]></category>
		<category><![CDATA[2020]]></category>
		<category><![CDATA[aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[sichtbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[vorsatz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zeitschrift-der-strasse.de/?p=8824</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Likes&#8220; sind die digitale Währung für Sichtbarkeit und Anerkennung in den sozialen Medien und lösen die Produktion des Glückshormons Dopamin aus. Der hohe Anteil von Selfies in Timelines auf Instagram, Facebook etc. zeugt davon, wie wichtig Sichtbarkeit für das eigene Ego ist. Wer im Netz keine Schar von &#8222;Freunden&#8220; und Followers hat, ist speziell bei jüngeren Altersgruppen gesellschaftlich geradezu irrelevant. Wie ergeht es da Menschen, die nicht nur in der virtuellen Welt unsichtbar sind, sondern sogar in der realen? Menschen, die konsequent übersehen werden, weil ihr Anblick andere Menschen an Abgründe erinnert, die sie lieber verdrängen möchten? Menschen, die nicht nur keine &#8222;Likes&#8220; erhalten, sondern vertrieben, ausgegrenzt und diskriminiert werden? Täglich. Die aus politischem Kalkül sogar in amtlichen Statistiken unsichtbar sind: Menschen ohne Wohnung. Wer sich in Bremen für Wohnungslose stark macht Diese Bevölkerungsgruppe hat weder das Selbstbewusstsein, noch die Ressourcen, um für die eigenen Interessen kämpfen. Auf sich allein gestellt, wären wohnungslose Menschen nicht nur unsichtbar, sondern auch sprachlos. Zum Glück haben sie in Bremen eine kleine Lobby, die ihnen eine Stimme und ein &#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>&#8222;Likes&#8220; sind die digitale Währung für Sichtbarkeit und Anerkennung in den sozialen Medien und lösen die Produktion des Glückshormons Dopamin aus. Der hohe Anteil von Selfies in Timelines auf Instagram, Facebook etc. zeugt davon, wie wichtig Sichtbarkeit für das eigene Ego ist. Wer im Netz keine Schar von &#8222;Freunden&#8220; und Followers hat, ist speziell bei jüngeren Altersgruppen gesellschaftlich geradezu irrelevant.  </p>



<p>Wie ergeht es da Menschen, die nicht nur in der virtuellen Welt unsichtbar sind, sondern sogar in der realen? Menschen, die konsequent übersehen werden, weil ihr Anblick andere Menschen an Abgründe erinnert, die sie lieber verdrängen möchten? Menschen, die nicht nur keine &#8222;Likes&#8220; erhalten, sondern vertrieben, ausgegrenzt und diskriminiert werden? Täglich. Die aus politischem Kalkül <a rel="noreferrer noopener" aria-label="nicht einmal in einer amtlichen Statistik sichtbar sind (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw04-de-wohnungslosigkeit-489404" target="_blank">sogar in amtlichen Statistiken unsichtbar sind</a>: Menschen ohne Wohnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer sich in Bremen für Wohnungslose stark macht</h3>



<p>Diese Bevölkerungsgruppe hat weder das Selbstbewusstsein, noch die Ressourcen, um für die eigenen Interessen kämpfen. Auf sich allein gestellt, wären wohnungslose Menschen nicht nur unsichtbar, sondern auch sprachlos. Zum Glück haben sie in Bremen eine kleine Lobby, die ihnen eine Stimme und ein wenig politisches Gewicht verleiht. Zu dieser Lobby gehören z. B. das <a aria-label="Bremer Aktionsbündnis &quot;Menschenrecht auf Wohnen&quot; (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.diakonie-bremen.de/themen/wohnungsnot/aktionsbuendnis.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bremer Aktionsbündnis &#8222;Menschenrecht auf Wohnen&#8220;</a>, der <a aria-label="Verein für Innere Mission (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.inneremission-bremen.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verein für Innere Mission</a> als Träger der Wohnungslosenhilfe, einige weitere Hilfsorganisationen und die <em>Zeitschrift der Straße</em>. Auch <a aria-label="Sozialsenatorin Anja Stahmann (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.soziales.bremen.de/das_ressort/senatorin_anja_stahmann-2445" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sozialsenatorin Anja Stahmann</a> engagiert sich für die Verbesserung der Lebenssituation wohnungsloser Menschen in Bremen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufklärung über das Leben auf der Straße</h3>



<p>Was jedoch fehlt, ist ein breites öffentliches Bewusstsein und Verständnis für das Leid, die Unsicherheit und die Scham, die Wohnungslosigkeit für die Betroffenen bedeuten. Um Aufklärungsarbeit zu leisten, bietet die <em>Zeitschrift der Straße</em> seit 2017 <a rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Perspektivwechsel&quot;-Führungen (öffnet in neuem Tab)" href="http://zeitschrift-der-strasse.de/pw" target="_blank">&#8222;Perspektivwechsel&#8220;-Führungen</a> durch das Bremer Bahnhofsviertel an. Tandems aus ehemals wohnungslosen Menschen und Ehrenamtlichen erklären die &#8222;Szene&#8220; und ihre Plätze, stellen Hilfsangebote vor und beantworten alle Fragen rund um das Leben auf der Straße. Ebenfalls mit dem Ziel, neue Perspektiven auf Wohnungslosigkeit zu eröffnen, produzierte und veröffentlichte das Team der <em>Zeitschrift der Straße</em> den <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Video-Spot &quot;Ab heute nicht mehr unsichtbar&quot; (öffnet in neuem Tab)" href="https://zeitschrift-der-strasse.de/ab-heute-nicht-mehr-unsichtbar/" target="_blank">Videospot &#8222;Ab heute nicht mehr unsichtbar&#8220;</a>. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Hinschauen statt Wegsehen: Engagement beginnt im Alltag</h3>



<p>Falls Sie noch auf der Suche sind nach einem guten Vorsatz für 2020, hätten wir einen Vorschlag: Gehen Sie stets mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Stadt und achten Sie auf Menschen in besonderer wirtschaftlicher und sozialer Not. Damit überwinden Sie deren Unsichtbarkeit. Schauen Sie hin und helfen Sie nach Ihren Möglichkeiten. Oder tun Sie sich und anderen etwas Gutes und engagieren Sie sich ehrenamtlich. Die <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Freiwilligenagentur Bremen (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.freiwilligen-agentur-bremen.de/" target="_blank">Freiwilligenagentur Bremen</a>, der <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Verein für Innere Mission (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.inneremission-bremen.de/ueber_uns/innere_mission/freiwilliges_engagement/wohnungslose_menschen/" target="_blank">Verein für Innere Mission</a> und das Team der <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Zeitschrift der Straße (öffnet in neuem Tab)" href="https://zeitschrift-der-strasse.de/ueber-uns/buero/" target="_blank">Zeitschrift der Straße</a> informieren Sie gern. </p>



<p>Wir wünschen Ihnen ein gesundes und erfülltes neues Jahr.</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Text und Bildbearbeitung: <br /><em>Michael Vogel</em></td><td>Beitragsbild: <br /><em>baerchen57</em>/<em>flickr.com</em></td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://zeitschrift-der-strasse.de/unterstuetzen/mitarbeiten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="886" height="514" src="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/191226-ZdS-Anzeigenmotiv-Engagement-e1753950664101.png" alt="" class="wp-image-8856" style="object-fit:cover" srcset="https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/191226-ZdS-Anzeigenmotiv-Engagement-e1753950664101.png 886w, https://zeitschrift-der-strasse.de/wp-content/uploads/2019/12/191226-ZdS-Anzeigenmotiv-Engagement-e1753950664101-300x174.png 300w" sizes="auto, (max-width: 886px) 100vw, 886px" /></a></figure>
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