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#27 Silberpräge

Hintergrundfoto: Mo/flickr.com EDITORIAL: Altes Eisen, junger Beat An der Silberpräge, das ist ein Name mit Tradition. Und Tradition ist etwas, auf das die Hemelinger stolz sind. Alteingesessene Betriebe, inhabergeführte Läden, Fabriken, in denen man gern zur Arbeit ging – das hat den Stadtteil geprägt. Heute wirken manche Orte entlang der Silberpräge und der Hemelinger Bahnhofstraße trist. Geschäfte stehen leer, so manches Gebäude könnte einen neuen Anstrich vertragen. Doch wie so oft finden sich auch hinter grauen Mauern wunderbare Geschichten. Die eines türkischen Kulturvereins etwa, der es schafft, die scheinbaren Gegensätze von Tradition und Moderne zu vereinen, und dem es so gelingt, für Jugendliche interessant zu bleiben – egal, ob sie Volksmusik machen wollen oder Hip-Hop (Seite 8). Oder die von Arnold Mudder, dem Besitzer der Modellbahnbörse. Gott und die Welt hat er gesehen, mit Hinz und Kunz einen Schnack gehalten, und vermutlich würde er selbst mit Petrus an der Himmelspforte noch erfolgreich um den Preis einer Modellbahn feilschen (Seite 22). Tradition, wenn nicht gar Legende, sind auch die Partys in der „Blauen Villa“. Seit über …

Der Weg war das Ziel

#27 SILBERPRÄGE: Wo einst John­ny Cash und Nir­va­na auf­tra­ten, tref­fen sich heute Hun­der­te Kohl­fah­rer. Ein Ab­ste­cher zum Ala­din Das Ala­din also, einst Gast­stät­te und Kino, heute ein Ort zwi­schen Kon­zert­hal­le und Fest­zelt, das sich einen Namen mit Par­tys wie „Titty Twis­ter“, „End­lich Frei­tag“ oder „Hüt­ten­gau­di“ ge­macht hat. Ich satt­le die Hüh­ner und mache mich auf den Weg, in der Hand ein Ge­bräu, des­sen Auf­schrift heute meine De­sti­na­ti­on sein soll. Es ist 3:13 Uhr in der Nacht, als ich von wei­tem den leuch­ten­den Schrift­zug über dem Ein­gang pran­gern sehe. Heute stand die Ro­ckin’ Kohl­fahrt auf dem Plan. Dem Ge­tüm­mel drau­ßen nach zu ur­tei­len ist es ein ge­lun­ge­ner Abend ge­we­sen. Drin­nen wer­den ge­ra­de die Stüh­le hoch­ge­stellt, grobe Un­rein­hei­ten be­sei­tigt und die The­ken ge­wischt. Vor dem Ge­bäu­de er­schöpf­te Kohl­freun­de, die sich nach und nach auf die Taxen ver­teilt. Begegnungen vor dem Aladin Doch nicht alle wol­len schon gehen; Thors­ten und Ulli leh­nen läs­sig am Ge­bäu­de und un­ter­hal­ten sich. Ich nä­he­re mich ihnen mit einer Zi­ga­ret­te im An­schlag. „Duu willst Feuer haben!“, sagt Thors­ten. Ich zünde mir meine Zi­ga­ret­te …