Monate: März 2019

#66 AM DOBBEN

EDITORIAL: Momente des Glücks Die guten, anrührenden Geschichten sind ja eher selten, wenn es um Menschen geht, die auf der Straße leben. Aber es gibt diese Geschichten! Zum Beispiel diese hier, die in der Pappelstraße spielt, der wir vergangenes Jahr auch ein Heft gewidmet haben: Ein Verkäufer der Zeitschrift der Straße „hüpfte“ dort vor dem Supermarkt „fröhlich auf und ab und meinte, er freue sich so sehr“, erzählt uns eine Leserin. „Einen Tag zuvor habe ihn eine Frau angesprochen und nach seiner Schuhgröße gefragt. Gestern sei sie wieder vorbeigekommen und habe ihm einen Schuhkarton mit nagelneuen, warm gefütterten Winterstiefeln überreicht. Zum ersten Mal seit langer Zeit habe er nun richtig warme Füße. Dabei lachte er über das ganze Gesicht.“ Sie sei „ganz beseelt“ gewesen „von dem Gefühl, dass es so viel Mitmenschlichkeit in unserer Stadt gibt“, sagt die Leserin. Wir auch! Damit kommen wir fast nahtlos zu einer Religionsgemeinschaft, die wie diese Ausgabe am Dobben beheimatet ist – die „Christliche Wissenschaft“. Wer auch schon immer mal wissen wollte, wer und was sich dahinter eigentlich verbirgt: …

„DAS GELD IST NICHT MEHR DA“

#66 AM DOBBEN – Heinz Hug betreibt seit 25 Jahren die Schwulenbar „Bronx“. Zeit für ein Gespräch über gute alte Zeiten, neue Moden und darüber, was sein Darkroom mit Datenschutz zu tun hat . Herr Hug, ist das „Bronx“ ein Relikt aus einer vergangenen Zeit? Wenn sie noch rein schwul wäre: ja. Aber das Publikum ist seit zwei Jahren gemischt. Als ich anfing, kamen unter der Woche auch Frauen, aber am Wochenende war die Bar nur für Männer geöffnet. Das hat sich jetzt geändert. Kürzlich haben Sie 25-jähriges Barjubiläum gefeiert … Ja, ein bisschen. Es gab einen Kaffeeklatsch und wir haben ein paar Runden geschmissen, da war die Sache erledigt. Wie lange ist das „Bronx“ eigentlich schon in dem Zustand, in dem es heute ist? Schon 20 Jahre. Wir renovieren immer mal, aber der Stil ist gleich geblieben. Hat sich die Szene verändert, seit Sie das „Bronx“ betreiben? Ja. Alle sieben Jahre verändert sich das Publikum. Wer sind Ihre Gäste? Kommen auch junge Leute? Ich habe viele Stammgäste. Ab und zu kommen auch junge Leute, …