Alle Artikel in: Ausgabe

#82 ARSTERDAMM

EDITORIAL: „Was für eine langweilige Straße“, sagte einer, als wir in der Redaktionskonferenz das erste Mal über den Arsterdamm sprachen. Aber das war natürlich nur eines dieser Vorurteile, dem auch Journalistenmenschen leider manchmal aufsitzen. Wir korrigieren das hiermit.

#81 DIE LESUM

EDITORIAL: Treffen am Fluss Liebe Leserinnen und Leser, Wer versucht, die Lesum einmal menschenleer zu erleben, dürfte sich schwertun. Egal wann und wo man an ihr entlangschlendert, immer sieht man Leute: in Booten, am Ufer, am Hafen. Flüsse sind seit jeher Orte der Zusammenkunft. Und so nutzen auch wir von der Zeitschrift der Straße die Gelegenheit, Ihnen Menschen vorzustellen, die sich genau dies vorgenommen haben: Gemeinschaft zu erzeugen, das Miteinander zu zelebrieren. So wie die Aktiven der Kulturinitiative Lesum, die alle nur Kulle nennen. Seit über 40 Jahren bietet der Verein Sport- und Kreativkurse an, organisiert Feste und Veranstaltungen. Was die Menschen antreibt, lesen Sie auf Seite 12. Menschen zusammenbringen will auch die Galeristin Birgit Waller. Sie hat die Villa Lesmona in einen viel beachteten Ort für zeitgenössische Kunst verwandelt (S. 18). Ein Ort der Begegnungen ist auch der Blindengarten in Knoops Park. Wie Blinde hier Pflanzen ertasten und erriechen können, lesen Sie auf Seite 24. Eher ein Gegeneinander haben wir in unserer Bildstrecke visualisiert: Auf den Lesumwiesen streiten NaturschützerInnen, ob dort besser Blumen- oder …

#80 AM WINTERHAFEN

EDITORIAL: Die Überseestadt, so hört und liest man es immer wieder, ist ja noch vielen BremerInnen fremd. Auch jenen, die da wohnen. Es fehle das Leben zwischen all den hochpreisigen Geschosswohnungsbauten, heißt es dann, und auch ein wenig die Alltagstauglichkeit des noch recht neuen Stadtteils. Zu diesem Ergebnis kommt selbst eine eigens erstellte Studie. Und auch die Zeitschrift der Straße, die schon des Öfteren im benachbarten Walle zu Gast, war hier noch nie.

#79 LUDWIG-ROSELIUS-ALLEE

EDITORIAL: Diesmal entführen wir Sie weit in den Bremer Osten. In eine Straße, die für Bremer Verhältnisse vergleichsweise jung ist – und in der sich dennoch in den vergangenen Jahren vieles geändert hat. Seit ihrem Bau in den 1960er Jahren stand die Ludwig-Roselius-Allee im Schatten der benachbarten Galopprennbahn. Dort wurde gewettet, gefiebert, gelitten…

#78 CORONA

EDITORIAL: Zurück ins Leben Natürlich ist die Krise noch nicht vorbei. Für uns nicht und für unsere VerkäuferInnen schon gar nicht. Die vergangenen Wochen waren hart für sie. Sie verloren sozialen Halt und einen guten Teil ihrer eh schon kärglichen Einnahmen. Es gab kaum noch KäuferInnen auf der Straße, und auch kaum noch Zeitschriften der Straße. Denn auch wir mussten unser Büro schließen, zum Schutz der VerkäuferInnen und der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Einzig die StreetworkerInnen blieben, um den Kontakt zu halten und Hefte auszugeben. Nun kehrt das Leben schrittweise zurück, wir können dank vieler toller SpenderInnen – herzlichen Dank! – unsere VerkäuferInnen für ihren Verdienstausfall ein wenig entschädigen. Und es gibt eine neue Ausgabe! Dass sie sich ausschließlich um das Thema Corona dreht, ist nur scheinbar naheliegend.Denn ansonsten widmet sich ja jede unserer Ausgaben einer Straße, einem Platz, einem Ort in Bremen. Und jetzt? Es gibt diesen Ort. In Bremen. Denn im hiesigen Dom wird die Heilige Corona ja schon seit über eintausend Jahren verehrt. Und sie ist, so steht es im Heiligen-Lexikon, durchaus auch für …

#77 LEIBNIZPLATZ (digitale Soli-Ausgabe)

EDITORIAL: In Zeiten des Coronavirus Das ist die erste Ausgabe, die nie gedruckt werden wird: Die Zeitschrift der Straße in Bremen hat wegen des Coronavirus ihren Vertrieb eingestellt. Dieses Heft, das am Leibnizplatz in der Neustadt spielt, erscheint deshalb ausschließlich online. Für alle Engagierten ist das eine schmerzliche Erfahrung. Aber der Schutz unseres ehrenamtlichen Vertriebsteams und unserer VerkäuferInnen vor Ansteckung ist eine große Herausforderung, die wir sehr ernst nehmen. Je mehr Menschen sich selbst isolieren, von zu Hause arbeiten, unter Quarantäne stehen und den Kontakt zu Fremden meiden, desto schwieriger wird auch der Straßenverkauf von Zeitschriften. In diesen Wochen und Monaten verzeichnen deshalb alle Straßenmagazine schwere Einbrüche im Absatz. Auch wir werden um unsere Existenz kämpfen müssen. Dabei sind unsere StraßenverkäuferInnen, von denen viele gesundheitlich beeinträchtigt sind, durch das Coronavirus besonders gefährdet. Viele von ihnen sind EU-MigrantInnen und erhalten hierzulande keine Sozialleistungen. Unser Herausgeber, der Verein für Innere Mission, tut weiterhin alles nun Mögliche, um Sozialarbeit zu leisten. Doch es wird schwer, mit unseren VerkäuferInnen über die nächsten Monate überhaupt in Kontakt zu bleiben. Um …

#76 GRÖPELINGER HEERSTRASSE

EDITORIAL: Hingehen und ankommen Gröpelingen: ein Stadtteil im Westen Bremens, den so mancher Bremer wohl noch nie wirklich besucht hat. Wenige Stadtteile bei uns haben einen so schlechten Ruf, wenige wecken so viele Berührungsängste. Dabei hat Gröpelingen viel zu bieten. Man muss nur hinschauen. Und natürlich haben wir das gemacht: Unsere AutorInnen sind ausgeschwärmt entlang der Hauptschlagader Gröpelingens, der Gröpelinger Heerstraße. Knapp drei Kilometer mitten durch den Stadtteil, entlang an türkischen Gemüseläden, Cafés, Altbremer Reihenhäusern und jeder Menge Geschichten. Wir sprachen mit KontaktpolizistInnen über Clankriminalität, Drogenhandel und Gewalt – und darüber, ob der Stadtteil tatsächlich so schlimm ist, wie sein Ruf. (Seite 12). Wir trafen Menschen, die Kindern und Jugendlichen im Atelier Roter Hahn Kunst nahebringen und ihre Kreativität fördern (Seite 24). Und sprachen mit einer Frau, die einst unter psychischen Problemen litt, nun aber als Genesungsbegleiterin Menschen mit ebensolchen Problemen professionell unterstützt (Seite 9) Und wir haben kurz vor seinem Abriss noch einmal das knapp hundertjährige Tram-Depot der Bremer Straßenbahn AG besucht und in Bildern dokumentiert (Seite 16). Außerdem begrüßen wir in dieser Ausgabe …

#75 BROMMYPLATZ

EDITORIAL: Das kostet Leben Die Zeitschrift der Straße ist teurer geworden, um 30 Cent, um genau zu sein. Das heißt: In diesem Jahr bekommen unsere VerkäuferInnen eine Gehaltserhöhung! Denn wir teilen uns das Geld brüderlich. 1,40 Euro gehen pro Ausgabe an die Menschen, die sie verkaufen. Und 1,40 Euro gehen an uns, die wir dieses Heft (und noch ein paar andere Sachen) für die Wohnungslosen machen. Der Grund für die Preiserhöhung ist simpel: Das Leben ist teurer geworden. Auf der Straße sowieso. Aber auch die Produktion dieser Zeitschrift kostet mehr als früher – etwa das Papier, auf dem diese Zeilen stehen. Da wir knapp kalkulieren, um dieses Sozialprojekt überhaupt realisieren zu können, müssen wir diese Kosten an Sie weitergeben. Wir hoffen, Sie bleiben uns dennoch gewogen! Im neuen Jahr sind wir zunächst mal nach Peterswerder gezogen, wo wir mit einem Stadtplaner darüber geredet haben, wie der Gründerzeitplatz zu dem wurde, was er heute ist (Seite 12). Außerdem haben wir einen Mann getroffen, der zwar blind ist, aber findet, dass es ja noch Schlimmeres gibt im …

#74 LANGEMARCKSTRASSE

EDITORIAL: Vom Heim- und Fernweh Das Erbe des Nationalsozialismus ist noch immer präsent in Bremen – zum Beispiel in der Straße, der wir uns diesmal gewidmet haben. Denn die Langemarckstraße erinnert mit ihrem Namen an eine Schlacht im Ersten Weltkrieg, die von den Nazis instrumentalisiert und in ihrem Sinne hochstilisiert wurde. Bis heute konnte man sich nicht darauf einigen, die Straße umzubenennen. Dabei passt dieser Name so gar nicht zu diesem Ort: Denn die Langemarckstraße kann viel davon erzählen, wie es ist, wenn verschiedene Kulturen friedlich zusammenleben. Alte und Junge, Alteingesessene und Zugezogene prägen ihn – Menschen, die angekommen sind oder noch nach einem Zuhause suchen. So wie Xander Abdul, ein junger Mann, der an der Universität BremenJura studiert. Und nebenbei im Restaurant seiner Mutter aushilft. Er sprach mit uns über Familie, Religion und Zusammenhalt in der afrikanischen Community (Seite 8). Ein Teil dieser Community findet sich auch in unserer Bildstrecke wieder. 13 Friseure säumen die Langemarckstraße – auf nicht mal einem Kilometer. Wir haben sie mal gefragt, warum sie ihren Beruf ergriffen haben (Seite …

#73 GERHARD ROHLFS STRASSE

EDITORIAL: Herr Weinert und eine WG vielleicht erinnern Sie sich noch, zumindest die ganz gründlichen unter unseren LeserInnen: In der Ausgabe „Hochschulring“ stand, dass man da „erst seit 2014“ heiraten kann. Das ist auch nicht ganz falsch, aber eben auch nicht ganz richtig, wie uns Matthias Weinert – übrigens „stolzer Besitzer aller Ausgaben der Zeitschrift der Straße“ – schreibt: „In der Spitze des Fallturms haben meine damalige Frau Evelin und ich bereits am 9.9.1999 standesamtlich geheiratet.“ Der Leiter des Standesamtes hatte sich zwar geweigert, weil er der Meinung war, dass dieser Ort nicht den erforderlichen Voraussetzungen genüge. Aber eine Standesbeamtin erklärte sich dann doch bereit, ebenda eine Eheschließung vorzunehmen. Deshalb waren die beiden wohl die Ersten! Damit kommen wir nahtlos zur neuen Ausgabe, die aber an einem ganz anderen Ende der Stadt spielt, in Vegesack, wo wie eher selten zu Gast sind. Die Fußgängerzone dort trägt den Namen eines bekannten Sohnes dieses Stadtteils, der eine eher schillernde Figur war (Seite 8). Und dann ist da noch ein anderer, noch nicht ebenso bekannter Sohn, Jens Peter …