Autor: Melis Sivasli

Rückblick: #1 Sielwall – „Bremen 21“

Mit 15 Jahren Zeitschrift der Straße blicken wir auf die allererste Ausgabe zurück, und starten mit einem Artikel über einen Rückblick auf die Stadtentwicklung Bremen: „Eine Bürgerinitiative stoppte 1973 den Komplettabriss des Viertels. Um ein Haar wäre Bremen zur Großstadt geworden. (…)“ Foto: Marion Kliesch, Text: Kolja BurmesterFebruar 2011 Neulich war mal wieder Besuch da. Aus Berlin. Ehemalige Bremer:innen. Das ist immer besonders schlimm. Zusammen saß man – Samstagmittag – im Café an der Sielwallkreuzung, schaute durch die Fenster auf das Treiben. Fahrräder, Kinder, Omas mit Rollwägen. Einigermaßen rücksichtsvolle Autofahrer, die junge Familien, voll bepackt vom Ökomarkt zum Spielplatz strebend, geduldig über die Straße ziehen lassen. Viele kleine Gespräche auf dem Bürgersteig. Jeder scheint jeden zu kennen, und man selber fragt sich, warum man eigentlich noch immer auf dem Dorf wohnt. Diesem Dorf. Die Berliner:innen schwärmen: „Mein Gott, ist das schön hier. Und so friedlich. Wann ziehst Du endlich nach Berlin? Oder zumindest New York? Das hält man ja nur ’n paar Tage hier aus. Das ist ja ’n Riesendorf. Und die Häuser so klein!“ …

Mann mit kariertem Mütze, Jacke und Pullover steht vor einem geparkten Auto in einer urbanen Umgebung

„Mit Menschen zu reden, ist mir sehr wichtig“

#134 Auf der Muggenburg: Heinz Franz trifft man meist hinter dem Bahnhof. Hier verkauft er die Zeitschrift der Straße und beobachtet, wie sich die Stimmung in der Stadt verändert Protokoll: Ulrike Plappert Fotos: Norbert Schmacke Ich lebe hinterm Bahnhof, Ausgang Bürgerweide, und schlafe an verschiedenen Orten. Einfach frei. Bei Regen stelle ich mich unter. Man kann auch von nachts um zwölf bis morgens um sechs im Bahnhof schlafen. Dann wird man aber deutlich aufgefordert, zu gehen. Auch bei der Winterkälte: Raus! Der Wärmeraum im Bahnhof geht nicht, wir sind keine Fahrgäst[:innen] – also raus. Aufwärmen kann man sich bis Mittag im Tivoli. Es gibt noch einen Raum in der Nähe, der vormittags aufmacht. Da gibt’s zu essen, du kannst dich unterhalten, schlafen gehen. Eigentlich bin ich bei der Oma groß geworden, weil meine Mutter arbeiten musste. Ich war im Grundschulinternat und ein superguter Schüler. Nach der sechsten Klasse hatte ich mich auf zu Hause gefreut. Dann haben meine Mutter und ihr Mann gebaut und ich kam wieder ins Internat. Sie hatten ja keine Zeit. Zu …

Schwarz-weiße Panoramaaufnahme einer Stadtlandschaft mit Fluss und Brücken im Hintergrund und einem Magazincover mit der Überschrift 'Auf der Muggenburg' im Vordergrund

#134 Auf Der Muggenburg

Titelfoto: Torsten Schmidt / Hintergrundfoto: Wolfgang Everding EDITORIAL: Wie der Phönix aus den Cornflakes Liebe Leser:innen, selbstverständlich ist jede Ausgabe der Zeitschrift der Straße neu und besonders. Dafür sind unsere Redakteur:innen ja schließlich die ganze Zeit in der Stadt unterwegs. Und trotzdem ist diese 134. Ausgabe vielleicht noch etwas besonderer – und hat auch mit ein paar mehr Neuerungen zu tun als üblich. Da wäre erst einmal unser Geburtstag: 15 Jahre ist es her, dass im Februar 2011 unsere erste Ausgabe über den Sielwall erschienen ist. Wir freuen uns sehr, dass Sie uns so lange treu geblieben sind! Neu ist dann gewissermaßen unsere aktuelle Straße. Denn auch wenn Auf der Muggenburg bereits in den 1940er-Jahren angelegt wurde, hat das Quartier um das ehemalige Kellogg’s-Areal kaum noch etwas mit damals zu tun. Das spiegelt sich auch in unseren Geschichten wider: ob wir uns etwa mit dem neuartigen Energiekonzept des Gebiets beschäftigt haben (Seite 12), der anhaltenden Bautätigkeit (Seite 16) oder der Gemüsewerft, die sich mitten in der Stadt mit nachhaltiger und urbaner Landwirtschaft beschäftigt (Seite 8). …

Mann steht vor einer Tafel mit Pfeilzeichnungen und hält ein Mikrofon, neben ihm ein runder blauer Stehtisch mit Gegenständen

Cäsar bei KLUB UNIVERSUM #14

“Cäsar” Reinhard Spöring | Perspektivwechsel – die soziale Stadtführung Wie sieht Bremen aus, wenn man die Straßen aus einer anderen Lebensrealität kennt? In dieser sozialen Stadtführung – empfohlen ab Klasse 8 – zeigen die Tourguides ihr Bremen. In rund 2,5 Stunden geht es zu Orten, die in keinem Reiseführer stehen: Notunterkunft statt Hotel, Tagesaufenthalt statt Café – und zu Fragen über Teilhabe, Gerechtigkeit und Zusammenleben in unserer Stadt. https://klub-universum.de/

In einer Galerie steht eine Person, die sich über eine mit einer silbernen Rettungsdecke bedeckte Figur auf einem lila Teppich beugt, während vier weitere Personen zuschauen.

NDR Beitrag zu ZDS bei „Cold as Ice“

„Nicht nur die Temperaturen sinken, auch im Alltag fehlen oft Wärme, Rücksicht, Miteinander.“ – schreibt der NDR. Am Montag, 8.12. strahlt der NDR den Beitrag über die Kollaboration der Zeitschrift der Straße mit der Werserburg um 22:45 im Fernsehen aus. Darin könnt ihr u.a. einen Ausschnitt von Heinz Franz‘ Perspektive vom Leben auf der Straße sehen. Hier kommt ihr direkt zum Videobeitrag.

Weihnachtsmarkt mit beleuchteten Ständen und Menschen, im Vordergrund ein Cover der Zeitschrift der Straße mit einem Segelschiff und Hochhaus.

#133 Schlachte

Titelfoto: Wolfgang Everding / Hintergrundfoto: Torsten Schmidt EDITORIAL: Weser und Weihnachtsmarkt Liebe Leser:innen, im Sommer quirlige Partymeile, im Winter windig und leer – bis die Weihnachtszeit kommt, so wie jetzt gerade: Dann erstrahlt die Schlachte wieder in vollem Glanz, und zwar für die Mittelalter-Version des Weihnachtsmarktes oder zumindest das, was wir dafür halten. Was es damals eigentlich wirklich so an Streetfood gab, erklärt Friederike Quander in einem erfrischenden Text, der mit so einigen Mythen und Vorurteilen aufräumt (S. 24). Das Windig-Leere finden Sie in diesem Heft aber auch, und zwar in unserer Bildstrecke. Fotograf Torsten Schmidt war für uns morgens um sieben an der Schlachte, also dann, wenn wirklich noch gar nichts los ist. Und das hat seinen ganz eigenen Reiz (S. 18). Unser Versuch, ein bisschen Weihnachtsgeld zu verdienen, ist indessen kläglich gescheitert: Zu dritt waren wir in der Spielbank, haben Automaten mit unserem Geld gefüttert und uns währenddessen von der Fachstelle Glücksspielsucht erklären lassen, was genau daran eigentlich so gefährlich ist. Und ein bisschen haben wir das auch selbst gemerkt (S. 8). Etwas …

Links rotes, abstraktes Symbol mit Punkten und Linien, rechts stilisierte Szene eines Weihnachtsmarkts mit Ständen, Menschen, Lichterkette und Weihnachtsbaum vor Häusern bei Mondlicht.

ZdS bei Lichter der Neustadt 2025

Wir sind dieses Jahr wieder auf dem Wintermarkt „Lichter der Neustadt“ (KulturKraken e.V.)  An unserem Stand erhaltet ihr aktuelle und vergriffene ZdS-Ausgaben, selbstgekochte Marmelade unserer Ehrenamtlichen und mehr. An den folgenden Tagen könnt ihr uns antreffen : Freitag, 28.11.2515:30–22:15 Uhr und Donnerstag, 4.12.2516:00–22:15 Uhr Über Lichter der Neustadt:

Weihnachtlich geschmückter Tannenbaum neben Händen, die ein grünes Geschenk mit schwarzer Schleife halten, darüber Text zu Advents-Spendenaktion mit 25 % Bonus auf betterplace.org.

25 % Spendenzuschlag ab Ende November

An jedem Adventssonntag: 25 % mehr auf Spenden* 🎁 Es ist schon eine kleine Tradition bei betterplace: An allen vier Advents-Sonntagen verstärken sie auch in diesem Jahr wieder Spenden, die auf unser Projekt auf betterplace.org eingehen mit 25 % – bis das Budget von jeweils 10.000 € leer ist!* Das heißt, es lohnt sich für euch als Unterstützer*innen noch mehr, an diesen Tagen zu spenden! Hier geht es zu unserer Spendenseite: https://www.betterplace.org/de/projects/35784-die-zeitschrift-der-strasse-das-bremer-strassenmagazin *Wichtig: Bitte informiere dich im Vorfeld über die Bedingungen unseres Winter-Matchings! Aktionsbedingungen Winter-Matching 2025.pdf – Google Drive Danke <3

Schwarz-Weiß-Foto einer Person mit einer Crackpfeife, abgebildet auf dem Cover des Magazins „Zeitschrift der Straße“ mit der Überschrift „Cold As Ice“ und einem Preisaufkleber von 2,80 Euro. Im Hintergrund ein historisches Gebäude.

#132 Cold As Ice

Titelfoto: Torsten Schmidt EDITORIAL: Ist das Kunst oder was? Liebe Leser:innen, mehr als 100 Bremer Straßen und Orte haben wir in den bald 15 vergangenen Jahren besucht. Dass mit diesem Heft keine neue Straße dazukommt, liegt nun nicht daran, dass es keine mehr geben würde oder dass uns die Ideen ausgingen. Im Gegenteil: Es geht um eine ganz besondere Idee, die im ersten Moment allerdings ehrlich gesagt gar nicht unsere war. In der Weserburg – Museum für moderne Kunst – ist vom 20.09.2025 bis zum 15.03.2026 die Ausstellung „Cold as Ice. Kälte in Kunst und Gesellschaft“ zu sehen: künstlerische Arbeiten über soziale Kälte und Versuche, die Gesellschaft wenigstens hier und da ein wenig zu entfrosten. Und weil wir, als Zeitungsprojekt für Menschen auf der Straße, etwas ganz Ähnliches tun, hat man uns gefragt, ob wir uns nicht eine Ausgabe zum Thema vorstellen könnten. Und das konnten wir. Gefunden haben wir den Kampf gegen die Kälte in unterschiedlichsten Zusammenhängen. In der von Crack überrollten Drogenszene am Hauptbahnhof etwa (Seite 8), aber auch in den neuen Versuchen …

Zwei Personen stehen vor einer Wand mit einem großen Wandbild eines alten Autos und englischem Graffiti. Links oben steht 'DIE ZEITSCHRIFT DER STRASSE', unten 'HALMERWEG'.

#131 Halmerweg

Titelfoto: Wolfgang Everding / Hintergrundbild: Norbert Schmacke EDITORIAL: Wie wild ist der Westen? Liebe Leser:innen, also eines können wir Ihnen gleich schon sagen: Der Halmerweg war wirklich ein harter Brocken. Unzählige Male waren unsere Autor:innen und Fotograf:innen vor Ort, haben mit vielen freundlichen Menschen gesprochen, spannende Geschichten aufgetan – und immer, wenn es dann ernst wurde, wenn die erzählte Geschichte fotografiert und aufgeschrieben werden sollte, klappte irgendetwas nicht. Gesprächspartner:innen waren nicht mehr zu erreichen, Termine fielen ins Wasser, zum Teil war es wie verhext. So ist das aber manchmal, wenn man aus der innerstädtischen Komfortzone herausgeht – dorthin, wo keine berühmte Sehenswürdigkeit steht, wohin sich selten Tourist:innen verirren und wo einfach Menschen ihr Leben leben und das hinterher nicht unbedingt in einer Zeitschrift lesen wollen. Dann ist bei uns Kreativität gefragt und man muss ein bisschen um die Ecke denken. Unser Fotograf Torsten Schmidt etwa nahm sich einen Vormittag Zeit und fotografierte schlicht „ein paar Farbkleckse“, wie er sagt: Das bunte Leben im wilden Bremer Westen sehen Sie in unserer Bildstrecke (S. 18). Den echten …