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„WER SIND WIR, ZU URTEILEN?“

#76 GRÖPELINGER HEERSTRASSE – Katharina Kähler ist die neue Leiterin der Wohnungslosenhilfe des Vereins für Innere Mission in Bremen. Ein Gespräch über die Probleme von Menschen ohne Obdach, neue politische Konzepte und erfüllende Erlebnisse Frau Kähler, Sie sind seit Dezember bei der Inneren Mission mit der Wohnungslosenhilfe betraut. Was wollen Sie erreichen? Es ist unheimlich viel Gutes gewachsen in diesem Bereich, ein beeindruckendes Netzwerk in Bremen, in der Trägerlandschaft, im Kontakt mit denjenigen, die wir erreichen wollen. Davon möchte ich vieles erhalten. Gleichzeitig müssen wir uns mit neuen Herausforderungen beschäftigen, dem Bundesteilhabegesetz etwa oder dem Thema „Housing First“. Der rot-grün-rote Senat hat sich „Housing First“ in den Koalitionsvertrag geschrieben. Wie stehen Sie dazu? Erst einmal muss man das Schlagwort „Housing First“ inhaltlich füllen. Der Ansatz ist, unbürokratisch Wohnraum für Menschen zur Verfügung zu stellen. Wohnen ist ein Menschenrecht, deshalb finde ich den Ansatz grundsätzlich gut. Die Frage ist, wie wir das umsetzen wollen, auch auf sozialpolitischer Ebene. In Bremen ist die soziale Wohnbau-Politik ja sehr im Rückstand. Es ist kein ausreichender Wohnraum vorhanden. Was wir …

„Der Wurm muss dem Fisch und dem Angler schmecken“

#75 BROMMYPLATZ – Bertold Reetz (oben links) und Michael Vogel haben 2010 zusammen die Zeitschrift der Straße gegründet – jetzt geben sie die Leitung des Projektes ab. Ein Gespräch über Konzepte und Lernerfolge, Krisen und die Zukunft     . Warum habt ihr überhaupt eine Straßenzeitung gegründet? Michael Vogel: Das Ganze hat als Lernprojekt für Studierende begonnen – und nicht in erster Linie als Straßenmagazin. Dass es dann doch so gekommen ist, lag daran, dass es in Bremen bis 2011 noch kein eigenes Straßenmagazin gab.   Bertold Reetz: Wir hatten bei der Inneren Mission ja schon mal eine Straßenzeitung entworfen, der Vorstand hat dann aber entschieden, dass das finanzielle Risiko zu groß ist. Damit war das für mich erst einmal gegessen – bis Michaels Studierende aus Bremerhaven vorbeikamen. Michael Vogel: Das wesentliche Argument war, dass das Projekt erst einmal kein eigenes Personal benötigen würde. Die Studierenden sollten das einbringen, was sie in ihrem Studium lernen und dabei etwas machen, was sie sonst nur für ihre ProfessorInnen getan hätten. Damit war zugleich ein viel geringer wirtschaftlicher Aufwand für die …

Der Kalender der Straße

Für 2020 gibt es wieder einen Kalender der Zeitschrift der Straße Unsere FotografInnen zeigen darin neue Perspektiven auf bekannte Orte in Bremen und Bremerhaven, angefangen bei den Schweinen in der Sögestraße, vorbei am Sielwalleck bis hin zum Weihnachtsmarkt vor dem Dom. Alle Fotos sind, wie bei uns üblich, schwarzweiß, auch Format und Layout des Kalenders orientieren sich an der Zeitschrift der Straße. Der Kalender erscheint parallel zur Ausgabe #74 LANGEMARCKSTRASSE.  Unsere StraßenverkäuferInnen bekommen den Kalender übrigens geschenkt. Denn der Druck wurde bereits durch SpenderInnen finanziert. Ihnen sei herzlich gedankt! Auf der Straße kostet der Kalender fünf Euro, die die VerkäuferInnen ohne Abzüge behalten dürfen. Im doppelten Sinne ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk. Foto: Beate C. Köhler