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Mann mit Strohhut und schwarzem T-Shirt mit Aufdruck 'Gernot Riedl' und 'Slow Food Bremen' in einem Gewächshaus mit Pflanzen.

Der multifunktionale Aktivist

#90 KLEIN MEXIKO – Gernot Riedl ist eine der markanten Persönlichkeiten von Klein Mexiko. Inmitten der Großstadt wirkt er als Überzeugungstäter in Sachen Bio-Landwirtschaft Ein Tumult der Farben und Formen auf 13,5 Quadratmetern: Vorm Fenster wuchern aus den Kästen gelbe Husarenknöpfe, tiefblaue Hängelobelien und Myrte. Dazu gesellen sich knallroter Riesenziertabak und weiß-rosa Edelpelargonien. Neben der meist offenstehenden Eingangstür räkeln sich Hängeampeln und -geranien. Im Topf darunter geben sich Sonnenblumen, Steinkraut und prächtig orangerote Thitonien die Ehre. Bepflanzt sind einige Kübel mit der lachsrosa Dahlie „Berliner Klene“, weißem Ziertabak und einer tiefblauen Clematis. Über den Blumenbogen am Eingang klettern Damaszener Rosen mit betörendem Duft, angehimmelt von gelben und violetten Dahlien, Staudenphlox, leuchtend gelben Nachtkerzen, roten Stockmalven, Staudensauerampfer … Gernot Riedl lädt alles, was fliegt oder krabbelt, zum Getümmel in sein wild wucherndes Vorgarten-Paradies. Als Ode an das (Klein) Mexiko schaut das Konterfei Frida Kahlos von der Fassade dem bunten Treiben zu – in aufrechter Haltung, mit ernstem Blick, der strengen, blumengeschmückten Frisur und grundiert von der frohen Farbigkeit ihrer Bilder. Dass die mexikanische Malerin als leidenschaftlich …

Zwei tätowierte Hände ordnen Billardkugeln in einem Dreieck auf einem Billardtisch an.

Das Haus der bunten Kugeln

#82 ARSTERDAMM – In Rey’s Billardbar am Arsterdamm treffen sich täglich Billardfans und Hobbyspieler:innen. Was macht den Reiz von Billard aus? Ein Besuch Versteckt hinter Hecken, liegt am Anfang des Arsterdamms an der Ecke zur Kattenturmer Heerstraße ein mehrstöckiges Haus. Ein Schild an der Fassade verrät: Hier kann man Billard spielen. Die Rückwand des großen Raums wird komplett von einer Fototapete der Route 66 eingenommen. Amerikanisches Flair. Billard- und Snookertische stehen nebeneinander, an ihnen Spieler:innen. Laute Musik, Kugeln klackern. Neben den Billardtischen gibt es auch einen kleineren Raum mit Dartautomaten. An der Decke hängen Schallplatten zur Deko. Timo Kück kommt aus Findorff und nimmt den etwas weiteren Weg nach Kattenturm gerne auf sich. Er sagt: „Wir sind jedes zweite Wochenende hier. Je nachdem, wie die Jungs Lust und Zeit haben, trinken wir hier mal ein Bierchen.“ An Billard schätzt der 23-jährige Speditionskaufmann vor allem die Geselligkeit und die Dynamik: „Das ist ein schnelles Spiel, man muss sich konzentrieren.“ Billard sei Übungssache. „Am Anfang ist es schwierig, aber wenn man das so ein bisschen drauf hat, …