Jahr: 2025

Titelblatt der Zeitschrift »Die Zeitschrift der Straße« mit dem Text »Am Fischbahnhof« und Preisangabe »2,80 Euro«. Im Hintergrund ein Gebäude mit vielen Fenstern und Sonnenschirmen davor.

#129 Am Fischbahnhof

Titelfoto: Norbert Schmacke / Hintergrund: Wolfgang Everding EDITORIAL: Nah am Wasser gebaut Liebe Leser:innen, gut zwei Jahre ist es her, dass wir die Hafenstraße in Bremerhaven besucht haben. Und vielleicht erinnern Sie sich noch: Wir haben damals versprochen wiederzukommen. Das lösen wir jetzt ein, mit einer Straße, die zwar wieder das Maritime im Namen trägt, aber doch für ein völlig anderes Umfeld steht. Wir waren nämlich am Fischbahnhof, der früher zentraler Umschlagplatz für den Handel mit Meerestieren war, den man heute aber eher als Eventlocation kennt. Wir haben uns mit der Kamera auf die Suche gemacht, wie viel Fisch es hier eigentlich noch gibt (Seite 16), aber natürlich wollten wir auch wissen, was hier heute sonst noch so alles passiert. Unsere erste Überraschung war, dass wir auf gleich mehrere Schauplätze von Wissenschaft und Technik gestoßen sind. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterhält hier etwa eine Forschungsstelle für die leider brandaktuelle Frage nach Sicherheitstechnik auf See. Was das bedeutet und wie es funktionieren kann, hat uns der kommissarische Leiter des Instituts im Interview erzählt …

Zeitschriftentitel 'Die Zeitschrift der Straße' mit blauem Logo, Preisaufkleber '2,80 Euro', Titel 'Landgericht' vor schwarz-weißer Zeichnung eines Gerichtssaals mit hohen Fenstern und Personen.

#128 Landgericht

Titelfoto: Susanne Frerichs / Illustration im Hintergrund: Lucy Hollwedel EDITORIAL: Die dritte Gewalt Liebe Leser:innen, Sie haben wahrscheinlich schon so eine Ahnung: Das hier hat Methode. Nachdem wir im letzten Jahr dem Rathaus als Ort der Exekutive eine Ausgabe gewidmet haben, kommt nun die Judikative an die Reihe. Es ist journalistisch immer eine Herausforderung, wenn sich ein Heft nur auf einen einzigen Ort konzentriert und nicht auf eine ganze Straße mit all ihren unterschiedlichen Facetten. Die Kunst besteht dann darin, kreativ zu werden – und dem Ort die Vielfalt der Geschichten zu entlocken, die sich natürlich auch darin finden. Ein paar Herausforderungen gibt es immer: Für einen Text, den wir unbedingt wollten – Sie werden schon lesen, warum –, hatten wir etwa gar keine Bilder und konnten auch keine beschaffen. Zum Glück aber gibt es Lucy Hollwedel: Die Bre mer Illustratorin hat sich den Text durchgelesen, sich ihre Gedanken dazu gemacht und uns dann fantastische Illustrationen gezeichnet, die wir mit großer Freude und in Farbe abdrucken – schauen Sie mal ab Seite 8. Dann wieder …

Zeitschriftcover mit Titel 'DIE ZEITSCHRIFT DER STRASSE' und Text 'SANKT-JÜRGEN-STRASSE' vor einem Krankenhausflur mit Betten und medizinischer Ausstattung.

#127 Sankt-Jürgen-Straße

Titelfoto: Norbert Schmacke / Foto im Hintergrund: Wolfgang Everding EDITORIAL: Auf dem Weg in die Klinik Liebe Leser:innen, die Sankt-Jürgen-Straße in der Östlichen Vorstadt ist vielen vor allem als Zufahrt zum Krankenhaus bekannt – und diese Beziehung von Haus und Straße ist wechselseitig kompliziert. Als die bis heute gelegentlich so genannte Klinik nämlich tatsächlich noch Sankt-Jürgen-Krankenhaus hieß, da lag sie noch an der „Krankenstraße“. Das hat sich später sozusagen umgedreht und führt bis heute manchmal zu Verwirrungen. Aber nicht nur in Sachen Namen prägt das Krankenhaus die Straße. Denn der millionenschwere Umbau des Klinikareals betrifft natürlich auch die Anrainer. Da ist zum Beispiel die alte Augenklinik, die gerade als Grundschule und Kita zu neuem Leben erwacht. Wir haben uns vor ein paar Jahren schon einmal dort umgesehen, wo heute Kinder durch die Gänge flitzen – und nehmen Sie gerne mit auf einen kleinen Ausflug in diese etwas unheimliche Interimszeit: als die Klinik nicht mehr da – aber auch noch nicht ganz weg war (Seite 16). Dass die Sankt-Jürgen-Straße aber natürlich nicht nur aus dem Krankenhaus …

Zeitschriftentitel 'Die Zeitschrift der Straße' mit Text 'Woltmerhausener Straße' und Preisangabe '2,80 Euro' vor einer Glasfensterwand mit Aufklebern 'DESAG-Antikglas, mundgeblasen' und verschiedenen Nummern.

#126 Woltmershauser Straße

Titelfoto: Norbert Schmacke / Foto im Hintergrund: Wolfgang Everding EDITORIAL: Einfach Pusdorf Liebe Leser:innen, es braucht eine besondere Beziehung zwischen Mensch und Raum, damit wer auf die Idee kommt, einem Stadtteil einen Spitznamen zu geben. Wie dieses Verhältnis in Woltmershausen ganz genau aussieht, können wir Ihnen zwar nicht erklären – aber ausgeprägt ist es auf alle Fälle. Denn hier, an der Woltmershauser Straße, sagt wirklich niemand Woltmershausen. Sondern Pusdorf. Aber auch abgesehen vom Namen haben wir ein Quartier kennengelernt, das wir so nicht erwartet hatten. Vor allem sind die Menschen auf eine Weise offen und herzlich, wie wir es nur selten bei unseren Recherchen erleben: „Wer seid ihr? Ach was! Könnt ihr mir auch gleich erzählen – kommt erst mal rein!“ So geht das hier. Und so haben wir wirklich eine Menge kennengelernt: einen Glaser und Ätzer, der wohl zu den letzten seiner Art gehört (S. 16), eine Journalistin, die um ein kriselndes Lokalblatt ringt (S. 22), eine Stickerei, die vor einer Weile noch in Aleppo stand (S. 26) – und nicht zuletzt fusionierende Kirchengemeinden …

Zeitschriftentitel 'Die Zeitschrift der Straße' mit orangefarbenem Logo, Text 'Schildstraße' und Preisangabe 2,80 Euro vor einer mit Graffiti besprühten Backsteinwand und Kopfsteinpflaster.

#125 Schildstrasse

Titelfoto: Susanne Frerichs / Foto im Hintergrund: Norbert Schmacke EDITORIAL: Echte Kenner Liebe Leser:innen, es gibt eine Faustregel bei uns: Je bekannter die Straße, umso schwieriger die Themenfindung. Wie das kommt? Nun, wir wollen ja nicht immer nur das erzählen, was ohnehin schon jeder weiß. Wir suchen die Geschichten hinter den Fassaden – am liebsten solche, die noch nicht – oder jedenfalls nicht so – erzählt wurden. Das ist naturgemäß schwierig, wenn in einer Straße das Kulturzentrum Lagerhaus, das Figurentheater „Mensch, Puppe“ und das Theaterkontor liegen – und um die Ecke auch noch die legendäre Lila Eule. Aber wie immer haben wir uns unerschrocken jeder Herausforderung gestellt, von der das Interview mit einem Vampir (S. 16) vermutlich die gefährlichste war. Aber auch die Geschichte der Lila Eule (S. 12) zum Jubiläum ganz ohne Apo-Folklore zu erzählen, sondern rein über die Musik, ist gar kein so einfaches Unterfangen. Gut, wenn man echte Kenner:innen unter seinen Autor:innen hat. Im Lagerhaus selbst hat uns dann ausnahmsweise nicht interessiert, was auf der Bühne geschieht, sondern dahinter. Was bedeuten eigentlich …

Mann sitzt mit verschränkten Beinen vor einem Regal voller verpackter Waren in einem Lagerhaus. Im Vordergrund ein Magazincover mit dem Titel 'DIE ZEITSCHRIFT DER STRASSE' und dem Text 'AM DEICH'.

#124 Am Deich

Titelfoto: Beate C. Koehler / Foto im Hintergrund: Wolfgang Everding EDITORIAL: Nah am Wasser gebaut Liebe Leser:innen, mit dieser Ausgabe der Zeitschrift der Straße haben wir es endlich mal wieder in die Neustadt geschafft – wenn auch nur an ihren Rand. Die Straße Am Deich liegt nämlich, wie der Name schon verrät, am Ufer der Weser und damit direkt an der Grenze zum alten Bremen. Einen Deich gibt es hier übrigens wirklich, was die kleine Straße wichtig für die ganze Stadt macht. Aber auch sonst ist die Straße sehr viel bekannter, als der doch sehr spärliche Durchgangsverkehr vermuten lässt. Weithin über den Fluss zu sehen ist etwa die Beck’s-Brauerei, der man gar nicht zutrauen würde, dass sich der große Komplex ganz am Ende einer kleinen Sackgasse versteckt. Wie gesagt: Viel Verkehr kommt hier wirklich nicht durch, aber an Zielen mangelt es nicht. Da wäre zum Beispiel das ehemalige Künstlerhaus am Deich, das seit Kurzem Künstler:innenhaus heißt. Warum das so ist und warum das nur wenig mit aktuellen Trends und Zeitgeisterei zu tun hat, haben wir …