Jahr: 2026

#136 Hollerallee

Titelfoto: Norbert Schmacke / Hintergrundfoto: Staatsarchiv Bremen EDITORIAL: Holla di hi, holla di ho Liebe Leser:innen und Leser, die Hollerallee ist nicht unbedingt eine Straße für den Spaziergang, was aber nicht daran liegt, dass es dort nicht schön wäre. Ganz im Gegenteil: Sofern man nicht in den etwas unübersichtlich geführten Fahrradverkehr gerät, ist es da eigentlich ganz beschaulich und bietet neben stilvollen Altbauten und Natur auch immer wieder Raum für einen Blick in die Weite. Dass man trotzdem – wenn überhaupt – dann eher in Eile hier durchrauscht, hat zwei Gründe: Erstens ist die Hollerallee ein manchmal auch bedrängtes Nadelöhr, eine von wenigen Ost-West-Querungen zwischen Bürgerpark, Stadthalle, Bürgerweide und Bahnhof. Und wenn man es dann mal nicht eilig hat, ist der Park nebenan eben doch die noch schönere Strecke. Für diese Ausgabe der Zeitschrift der Straße haben wir uns die Zeit trotzdem genommen, die Hollerallee auf der Suche nach Geschichten in Ruhe abzulaufen. Und natürlich sind wir auch fündig geworden. Da wäre etwa die Villa Müller-Schall, die zuerst ihren Namensgeber, dann die SA beherbergte, später …

Zeitschrift mit Titel "Die Zeitschrift der Straße" zeigt Mann mit Besen und Kehrblech auf Stadiontribüne neben Ordner mit signierten Fußballspielerkarten

#135 Werder

Titelfoto: Tim Lachmann / Hintergrundfoto: Beate C. Koehler EDITORIAL: Vom Feeling her ein gutes Gefühl Liebe Leser:innen, das wäre ja was geworden: Während wir fröhlich diese Ausgabe vor uns hinproduzierten, Interviews führten, Fotos machten, Illustrationen zeichneten – verlor Werder Spiel um Spiel und rutschte immer tiefer in den Tabellenkeller. Und so hielten nicht nur die zunehmend mürrischen Fans den Atem an, sondern irgendwann auch wir: Die werden ja wohl nicht absteigen, jetzt, wo wir so ein schönes Heft über sie machen?! Seit den Siegen gegen Heidenheim und Union sind zumindest wir wieder deutlich entspannter – na bitte, geht doch. Wir jedenfalls glauben an den Klassenerhalt. Und Sie vermutlich auch, sonst hätten Sie das Heft vielleicht gar nicht gekauft, das Sie jetzt in den Händen halten. Werder also. Mal keine Straße, sondern ein Heft über einen Verein, der diese Stadt prägt wie kein zweiter. Der viel mehr ist als nur Fußball, auch wenn das die schönste Nebensache der Welt ist und bleibt. Ohne die Putzteams aber, die nach jedem Spiel das Stadion wieder blitzsauber machen, wäre …

Straße mit Häusern und Schnee, darüber eine halbtransparente weiße Linienzeichnung von Gebäuden

Rückblick: #1 Sielwall – „Bremen 21“

Mit 15 Jahren Zeitschrift der Straße blicken wir auf die allererste Ausgabe zurück, und starten mit einem Artikel über einen Rückblick auf die Stadtentwicklung Bremen: „Eine Bürgerinitiative stoppte 1973 den Komplettabriss des Viertels. Um ein Haar wäre Bremen zur Großstadt geworden. (…)“ Foto: Marion Kliesch, Text: Kolja BurmesterFebruar 2011 Neulich war mal wieder Besuch da. Aus Berlin. Ehemalige Bremer:innen. Das ist immer besonders schlimm. Zusammen saß man – Samstagmittag – im Café an der Sielwallkreuzung, schaute durch die Fenster auf das Treiben. Fahrräder, Kinder, Omas mit Rollwägen. Einigermaßen rücksichtsvolle Autofahrer, die junge Familien, voll bepackt vom Ökomarkt zum Spielplatz strebend, geduldig über die Straße ziehen lassen. Viele kleine Gespräche auf dem Bürgersteig. Jeder scheint jeden zu kennen, und man selber fragt sich, warum man eigentlich noch immer auf dem Dorf wohnt. Diesem Dorf. Die Berliner:innen schwärmen: „Mein Gott, ist das schön hier. Und so friedlich. Wann ziehst Du endlich nach Berlin? Oder zumindest New York? Das hält man ja nur ’n paar Tage hier aus. Das ist ja ’n Riesendorf. Und die Häuser so klein!“ …

Mann mit kariertem Mütze, Jacke und Pullover steht vor einem geparkten Auto in einer urbanen Umgebung

„Mit Menschen zu reden, ist mir sehr wichtig“

#134 Auf der Muggenburg: Heinz Franz trifft man meist hinter dem Bahnhof. Hier verkauft er die Zeitschrift der Straße und beobachtet, wie sich die Stimmung in der Stadt verändert Protokoll: Ulrike Plappert Fotos: Norbert Schmacke Ich lebe hinterm Bahnhof, Ausgang Bürgerweide, und schlafe an verschiedenen Orten. Einfach frei. Bei Regen stelle ich mich unter. Man kann auch von nachts um zwölf bis morgens um sechs im Bahnhof schlafen. Dann wird man aber deutlich aufgefordert, zu gehen. Auch bei der Winterkälte: Raus! Der Wärmeraum im Bahnhof geht nicht, wir sind keine Fahrgäst[:innen] – also raus. Aufwärmen kann man sich bis Mittag im Tivoli. Es gibt noch einen Raum in der Nähe, der vormittags aufmacht. Da gibt’s zu essen, du kannst dich unterhalten, schlafen gehen. Eigentlich bin ich bei der Oma groß geworden, weil meine Mutter arbeiten musste. Ich war im Grundschulinternat und ein superguter Schüler. Nach der sechsten Klasse hatte ich mich auf zu Hause gefreut. Dann haben meine Mutter und ihr Mann gebaut und ich kam wieder ins Internat. Sie hatten ja keine Zeit. Zu …

Schwarz-weiße Panoramaaufnahme einer Stadtlandschaft mit Fluss und Brücken im Hintergrund und einem Magazincover mit der Überschrift 'Auf der Muggenburg' im Vordergrund

#134 Auf Der Muggenburg

Titelfoto: Torsten Schmidt / Hintergrundfoto: Wolfgang Everding EDITORIAL: Wie der Phönix aus den Cornflakes Liebe Leser:innen, selbstverständlich ist jede Ausgabe der Zeitschrift der Straße neu und besonders. Dafür sind unsere Redakteur:innen ja schließlich die ganze Zeit in der Stadt unterwegs. Und trotzdem ist diese 134. Ausgabe vielleicht noch etwas besonderer – und hat auch mit ein paar mehr Neuerungen zu tun als üblich. Da wäre erst einmal unser Geburtstag: 15 Jahre ist es her, dass im Februar 2011 unsere erste Ausgabe über den Sielwall erschienen ist. Wir freuen uns sehr, dass Sie uns so lange treu geblieben sind! Neu ist dann gewissermaßen unsere aktuelle Straße. Denn auch wenn Auf der Muggenburg bereits in den 1940er-Jahren angelegt wurde, hat das Quartier um das ehemalige Kellogg’s-Areal kaum noch etwas mit damals zu tun. Das spiegelt sich auch in unseren Geschichten wider: ob wir uns etwa mit dem neuartigen Energiekonzept des Gebiets beschäftigt haben (Seite 12), der anhaltenden Bautätigkeit (Seite 16) oder der Gemüsewerft, die sich mitten in der Stadt mit nachhaltiger und urbaner Landwirtschaft beschäftigt (Seite 8). …