Ausgabe

#137 Friedhofstrasse

Ausgabe 37 der Zeitschrift der Straße zeigt eine Pastorin vor einem normale Wohnhaus in der Friedhofstraße.

Titelfoto: Wolfgang Everding / Hintergrundfoto: Staatsarchiv Bremen

EDITORIAL: Highway to Heave

Liebe Leser:innen und Leser,

von der Wiege bis zur Bahre: In der Friedhofstraße kann man so gut wie alles machen. Getauft werden zum Beispiel, ganz vorne, in der Rembertikirche. Begraben werden auf dem Riensberger Friedhof. Und dazwischen: einkaufen bei Edeka, mexikanisch essen gehen, Fisch kaufen bei Wöhlke. Wohnen kann man hier auch, in dieser seltsamen Straße mit ihrem verwegenen Architekturmix. Der hat es uns so angetan, dass wir ihm gleich unsere Bildstrecke (Seite 16) gewidmet haben. Nichts will hier
so richtig zusammenpassen, Anbauten aller Art verschandeln schöne alte Häuser, alles wirkt irgendwie, als sei es hier nur mal zufällig vorbeigekommen – und geblieben.
Der Friedhof immerhin ist ein Prachtstück, dem man wie dem Bürgerpark die Handschrift Wilhelm Benques noch heute ansieht. Seiner eigentlichen Funktion wird der Friedhof allerdings nur noch eingeschränkt gerecht, Erdbestattungen sind hier aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht mehr möglich. Ein Übriges tut der Maulwurf, der über den Friedhof marodiert und den Grabpflegenden einiges Kopfzerbrechen bereitet. Ob eine Quark-Knoblauch-Sauermilch-Mischung hilft, ihn zu vergrämen, lesen Sie ab Seite 12. Urnenbestattungen sind allerdings weiter ohne Probleme möglich, und mit dem Kolumbarium ist dafür sogar ein ganz besonderer
Ort vorhanden – wir haben uns darin umgesehen (Seite 22). Das und noch viel mehr lesen Sie in unserem neuen Heft – wir wünschen Ihnen wie immer eine anregende Lektüre!

Karolina Meyer-Schilf, Jan-Paul Koopmann
und das Team der Zeitschrift der Straße

Aus dem Inhalt (mit Leseproben):

Sag mir wo die Frauen sin

Christine Holzner-Rabe sorgt dafür, dass wir auch von den Frauen hören,
die das Gesicht Bremens geprägt haben und auf dem Riensberger Friedhof beerdigt wurden

Reportage


Text: Andrea Schweers / Fotos: Torsten Schmidt

Gräber erzählen Geschichten – meistens über berühmte Männer.

Ein Sonntagnachmittag im Juni, angekündigt sind Schauer und leichte Böen, sommerliches Spaziergangwetter sieht eigentlich anders aus. Kulturhistorikerin Christine Holzner-Rabe ist dennoch guten Mutes. Ihre Friedhofsführungen auf den Spuren bedeutender Bremer Frauen, immer sehr beliebt, sind noch nie ausgefallen. Und tatsächlich, um drei Uhr ist eine kleine Gruppe unerschrockener Bremerinnen zusammengekommen, gut ausgerüstet mit Regenschirmen und gespannt auf den Rundgang. An diesem Tag sind ausschließlich Frauen dabei, die Führungen sind aber offen für alle, ziehen bei besonderen Anlässen wie dem 150. Friedhofsjubiläum im vergangenen Jahr auch ein großes, gemischtes Publikum an. (…)

In Gottes Landhaus

Die St. Remberti-Gemeinde versteht sich als eine der liberalsten
in Bremen: ein Selbstbewusstsein mit Geschichte

Reportage


Text: Wolfgang Wodtke / Fotos: Wolfgang Everding

Die St. Remberti-Gemeinde versteht sich als eine der liberalsten in Bremen: ein Selbstbewusstsein mit Geschichte.

Ein großes Walmdach, roter Backstein, zierliche Fenster mit verspielten Linien, ein eleganter Glockenturm: Die kleine Kirche an der Ecke der Friedhofstraße und der Schwachhauser Heerstraße strahlt etwas Leichtes und Warmes aus. Die Kirchengemeinde, die in dieser Architektur lebt, ist etwas Besonderes. Sie will in ihrem Denken so frei sein wie keine andere Gemeinde der Bremischen Evangelischen Kirche. (…)

Jetzt wird´s wild

Bildstrecke


Text & Fotos: Norbert Schmacke

Als „hochwertig gestaltet und eingebettet in eine gutbürgerliche Umgebung“ bewirbt der Umweltbetrieb Bremen den Riensberger Friedhof auf seiner
Website. Was beim Blick aus der Vogelperspektive und auf den Stadtplan sofort plausibel klingt, erweist sich vor Ort als deutlich vielschichtiger. Die Friedhofstraße nämlich, die zentrale Zufahrt zur Anlage, entspricht so gar nicht dem Klischeebild des wohlhabenden Schwachhausen mit seinen Villen
und Altbremer Häusern. (…)

Hinter verschlossene Türen

Das Kolumbarium auf dem Riensberger Friedhof ist eine ungewöhnliche letzte Ruhestätte –
die immer beliebter wird

Reportage


Text: Katinka Münch / Foto: Nils Murra

Das Kolumbarium auf dem Riensberger Friedhof ist eine ungewöhnliche letzte Ruhestätte – die immer beliebter wird

Am äußersten Ende des Riensberger Friedhofs erhebt sich ein Bauwerk wie aus einer anderen Zeit: das Kolumbarium. Es dient heute als oberirdische Grabstätte, in der Urnen in kleinen Nischen aufbewahrt werden. Schon von außen beeindruckt das Gebäude durch seine monumentale Erscheinung. Der neoklassizistische Bau aus dem Jahr 1907 lässt sich nicht leicht erfassen. Strenge geometrische Formen, mächtige Säulen und harmonische Proportionen verleihen ihm eine außergewöhnliche Präsenz.

In Stein gemeißelt

Zwischen Trends, Akkuratesse und Rückenschmerzen: ein Besuch bei der Steinmetzin

Reportage


Text: Ulrike Plappert / Foto: Beate C. Koehler

Zwischen Trends, Akkuratesse und Rückenschmerzen: ein Besuch bei der Steinmetzin

Am Ende der Friedhofstraße klopft es. Das ist der Pfad zur Steinmetzwerkstatt Graupner. Ein Hauch von altem Klopf-Handwerk versetzt in frühere Jahrhunderte, Romantisierung ist jedoch fehl am Platz. Uns erwartet Gegenwart und harte Arbeit. Doch vor dem Betreten der Werkräume halten uns unter Bäumen stehende und in Kies und Grün eingebettete Steine auf. Hellere und dunkle, polierte sowie naturbelassene, kantige und abgerundete. Wir rätseln über Steinarten und Herkunft. (…)


Fotos: Norbert Schmacke

Wenn wir uns an dieser Stelle „in eigener Sache“ zu Wort melden, hat das meistens einen kleinen Haken: weil wir dann etwas von Ihnen wollen. Heute aber nicht. Denn obwohl selbstredend auch weiterhin wahr bleibt, dass unsere VerkäuferInnen Aufmerksamkeit verdienen, dass wir mit mehr Spenden etwas anfangen könnten oder dass wir uns über Ihre Leserbriefe freuen – heute wollen wir vor allem Danke dafür sagen, dass wir dieses Jahr Geburtstag feiern können. (…)

Ab dem 03. August 2026 bei unseren Verkaufspersonen auf Bremens und Bremer­havens Straßen erhältlich!

Die Verkaufspersonen der Zeitschrift der Straße haben fest zugewiesene Verkaufsplätze. An diesen Standorten können Sie unsere Verkaufenden antreffen:

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Sollten Sie wider Erwarten keine Verkaufsperson antreffen, können Sie Ausgaben in Ausnahmefällen online per Einzelbestellung erwerben. Die aktuellste Ausgabe ist jedoch nur auf der Straße zu erwerben.

Für alle Auswärtigen sowie für Bremer Vereine, öffentliche Einrichtungen, Kneipen, Cafés, Hotels, Arztpraxen, Frisiersalons, Anwaltskanzleien etc. gibt es die Zeitschrift der Straße übrigens auch im Abo.